Armin Veh im Interview

Veh: "Mladen Petric hat es jetzt kapiert"

Von Für SPOX in Hamburg: Martin Sonnleitner
Mittwoch, 26.01.2011 | 09:21 Uhr
Armin Veh (r.) brachte Mladen Petric in dieser Saison schon drei Mal als Einwechselspieler
© Getty
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Es ist in den letzten Monaten viel eingeprasselt auf Armin Veh. Doch neben der krachenden Unruhe im Umfeld des Hamburger SV, hat es der Coach geschafft, sein Team mit drei Siegen in Folge sportlich auf Kurs zu halten. Fünf Tage vor seinem 50. Geburtstag spricht der HSV-Trainer über seinen Glauben an die Mannschaft, eine Menge schon ausgeräumter Stressfaktoren, ein Verhältnis zu Ruud van Nistelrooy und Mladen Petric und erklärt, warum Dortmund dennoch weiter ist als der HSV.

Frage: Armin Veh, drei Siege in Serie aber trotzdem kommt der HSV nicht zur Ruhe. Erst das Possenspiel um den Fast-Sportdirektor Matthias Sammer, dann musste Präsident Bernd Hoffmann Sie und Noch-Sportchef Bastian Reinhardt zum Friedensgipfel zitieren, weil es öffentliche Diskrepanzen gegeben hatte. Wie geht die Mannschaft mit dem ganzen Tohuwabohu um?

Armin Veh: Wir können sowieso nur die sportlichen Dinge beeinflussen, müssen Ruhe reinkriegen. Das gelingt nach drei Siegen aber ganz gut. Wir haben gesehen, dass wir die Qualität auf dem Platz haben, wollen auf diesem guten Weg bleiben.

Frage: Auch die Mannschaft wird dennoch von der Öffentlichkeit kritisiert, weil es an Spielkultur mangelt.

Veh: Wir konzentrieren uns auf die Spiele und glauben an uns. Wir sind im Vergleich zur Hinserie auch selbstbewusster geworden, weil bei Einigen die Fitness wiedergekommen ist. Guy Demel ist wieder da, wo er mal war, gibt der Abwehr auf Außen ebenso Stabilität, wie der lange verletzte Dennis Aogo auf der anderen Seite. Wir stehen nun anders auf dem Platz, der Glaube an uns ist zurückgekehrt. Wir glauben daran, nun eine Serie starten zu können, haben peu a peu Qualität zurückbekommen.

Frage: Täte es gerade jetzt nicht Not, Planungssicherheit auch auf der Trainerposition zu haben, wo soviel Unruhe im Verein steckt?

Veh: Viele Dinge sind aber noch ungeklärt, die Vertragsverlängerung des Vorstandes über 2011 hinaus zum Beispiel. Für mich muss aber klar sein, wer künftig das Sagen hat. Es ist in der Tat eine schwierige Situation, weil viele personalpolitische Entscheidungen, bezogen auf den Spielerkader, ja jetzt schon anliegen. Es wartet viel Arbeit. Auch die Jugendförderung ist da ein Thema.

Frage: Und dann lauern da täglich so hausgemachte Probleme, wie der vom Sturmstar Ruud van Nistelrooy erwünschte Wechsel zu Real Madrid.

Veh: Ruud wird den Kopf schon wieder frei kriegen. Ich habe seine Situation auch absolut verstanden, glaube aber, dass er gut mit der Entscheidung leben kann, dass wir ihn eben nicht abgeben wollten. Aus heutiger Sicht bleibt er also, hundert Prozent ausschließen kann man in dieser Branche natürlich nichts. Auch, dass er den Verein dann im Sommer verlässt, kann man nicht endgültig sagen.

Frage: Und inwieweit hat die Personalie Sammer die Mannschaft negativ beeinflusst?

Veh: Wie gesagt, wir versuchen jeden Tag unseren Job zu machen. Es ist eine alte Geschichte, unser Job geht jeden Tag von neuem weiter.

Frage: Und Ihr angeblich angespanntes Verhältnis zu Reinhardt?

Veh: Es gab und gibt keine Irritationen von meiner Seite aus.

Frage: Droht als nächste Baustelle nicht das Problem, mit Mladen Petric, der zurück ins Team drängt, van Nistelrooy und dem aufstrebenden Änis Ben-Hatira ein zu großes Angebot an guten Angreifern zu haben?

Veh: Man muss als Trainer immer wieder auch Entscheidungen treffen, die unpopulär sind. Ich bin aber froh, eine starke Bank zu haben. Mladen und ich haben bis Oktober gebraucht, um zusammenzukommen. Jetzt hat er kapiert, dass auch er mehr nach hinten arbeiten muss. Er kann auch mit Ruud zusammenspielen. Wie werden aber einen der jüngeren Stürmer (Maxim Choupo-Moting oder Tunay Torun, d. Red.) noch abgeben.

Frage: In der Liga läuft es dagegen gut, der HSV ist auf Tuchfühlung zu den Champions-League-Rängen. Ihre Saisonprognose?

Veh: Dortmund ist Meister, Bayern wird ranrauschen und Zweiter, dann kommt Leverkusen. Wir wollen versuchen, da oben ranzukommen. Es wird eine enge Kiste, schön, dass die Liga so spannend ist. Auch mit Schalke 04 ist sicher noch zu rechnen.

Frage: Was trennt den HSV denn noch vom modernen Konzeptfußball a la Borussia Dortmund?

Veh: Der BVB hat ein Gesamtkonzept, da sind viele Dinge, die eine Rolle spielen. Wir sind auf einem guten Weg, haben viel Tempo. Das Spielerische wird auch kommen.

Aussprache zwischen Reinhardt und Veh

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