FC-Bayern-Star Thomas Müller im Interview

"Grundsätzlich sehe ich mich auf der Zehn"

Von Interview: Florian Bogner / Thomas Gaber
Dienstag, 21.12.2010 | 12:00 Uhr
Thomas Müller stand seit Sommer 2009 bei jedem Bundesliga-Spiel des FC Bayern auf dem Platz
© Imago
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Thomas Müller hat ein bewegtes 2010 hinter sich. Der Bayern-Spieler und WM-Torschützenkönig spricht im Interview über das turbulente Jahr, die überraschend schlechte Bundesliga-Hinrunde und gibt "Einblick" in die Bayern-Kabine. Außerdem bricht der 21-Jährige eine Lanze für Louis van Gaal und erläutert, was den Trainer so einzigartig macht.

SPOX: Thomas Müller, in der letzten Woche haben Sie in Herzogenaurach endlich den Goldenen Schuh für den WM-Torschützenkönig überreicht bekommen. Wurde langsam Zeit, oder?

Thomas Müller: (lacht) Das stimmt, die haben sich damit schon ein bisschen Zeit gelassen. War alles in allem aber eine schöne Sache und jetzt habe ich das Ding daheim.

SPOX: Wo steht denn 'das Ding' jetzt?

Müller: Momentan noch im Flur.

SPOX: Nicht Ihr Ernst.

Müller: Natürlich nicht auf dem Boden, aber auf der Kommode. Im Flur. Vielleicht schaffe ich mir ja irgendwann einen Trophäenschrank an, wenn noch ein paar dazu kommen.

SPOX: Was nehmen Sie denn fußballerisch aus dem Jahr 2010 mit?

Müller: (überlegt) Ich habe festgestellt, dass man viel erreichen kann, wenn es im Team stimmt. Das war beim FC Bayern und in der Nationalmannschaft der Fall. Außerdem habe ich gemerkt, dass ich, wenn ich einen Lauf habe, ganz, ganz oben mithalten kann. Wenn ich sehe, wo ich vor eineinhalb Jahren war, als ich gerade Profi wurde, habe ich mich fußballerisch sehr weiterentwickelt. Ich bin jetzt auf einem anderen Level angelangt.

SPOX: Apropos Werdegang: Bastian Schweinsteiger hat vor kurzem erzählt, dass ihm Oliver Kahn, als Schweinsteiger 2002 als junger Hüpfer erstmals in der Bayern-Kabine auftauchte, immer das Handtuch geklaut hat. Was hat sich bei Ihnen in den letzten eineinhalb Jahren geändert?

Müller: Zu Beginn der ersten Saison unter van Gaal waren noch nicht alle Spinde fertig. Ich musste mich deswegen die erste Zeit unter der Wäscheleine umziehen, an der wir unsere verschwitzten Pulsmessgurte aufhängen. Mittlerweile habe ich meinen eigenen Spind - zwischen Arjen Robben und dem Klo. (lacht) Natürlich wird ein junger Spieler nicht gleich gefragt, was er abends macht und ob man nicht gemeinsam ausgehen will. Zuerst muss man durch Leistung überzeugen, dann kommt man auch außerhalb des Platzes in die Mannschaft rein.

SPOX: Das hat bei Ihnen ja reibungslos geklappt.

Müller: Im Grunde ja. Es ist ja heutzutage Gott sei Dank nicht mehr so, dass man als junger Spieler gleich mal im Training abgegrätscht wird und dann erstmal vier Monate ausfällt. Ich denke früher war das Geschäft innerhalb der Mannschaft härter. Heute werden junge Spieler schneller akzeptiert. Es gibt nicht mehr den Boss und die Lakaien in einer Mannschaft. Das sieht man auch in der Nationalmannschaft.

SPOX: Sie haben beim FC Bayern schon jede der vier offensiven Positionen im 4-2-3-1 bekleidet. Gibt es für Sie überhaupt eine Lieblingsposition?

Müller: Grundsätzlich sehe ich mich auf der 'Zehn', auch wenn ich in der Hinrunde jetzt meistens rechts für den verletzten Arjen Robben gespielt habe. Auf der 'Zehn' habe ich auch im letzten Jahr den Großteil der Spiele gut gespielt. Und wenn unsere beiden Außen fit sind, dann ist klar, dass sie für diese Positionen die beste Besetzung sind.

SPOX: Hat Sie dennoch überrascht, dass Sie nach einer super Rückrunde und einer starken WM von den Medien sofort kritisiert wurden, als Ihnen Trainer Louis van Gaal mal für drei Spiele eine Pause gönnte?

Müller: Nein. Mir war klar, dass so eine Phase kommen kann. Ich hab's gelassen genommen. Und ganz im Ernst: Es hieß schon vorher nach Spielen, in denen ich gut war, aber kein Tor geschossen habe, oft genug, dass der Müller schlecht war. Auf der anderen Seite gab es Spiele, in denen ich getroffen habe, aber selbst überhaupt nicht mit meinem Spiel zufrieden war - und ich wurde gelobt. Die Einschätzungen der Medien sind manchmal ganz schön schräg.

SPOX: So wie bei Franck Ribery gegen Basel, beispielsweise.

Müller: Genau. Nach dem Spiel sagen in der Mixed-Zone Journalisten zu mir, dass Ribery super drauf war. Er hat zwei Tore gemacht, okay. Aber er war mit seinem Spiel ansonsten nicht zufrieden. Aber gut: Tore lassen manche eben oft über andere Dinge hinweg sehen.

SPOX: Haben Sie denn auch mit den Problemen gerechnet, die Bayern zum Ende der Hinrunde 14 Punkte hinter Dortmund stehen lassen?

Müller: Nein, das hatte ich nicht erwartet. Ich dachte schon, dass wir besser in Gang kommen. Wenn man aber auswärts nur zwei Spiele gewinnt, wird's schwer, vorne mitzuspielen. Wir haben nicht unterirdisch gespielt, hätten aber bessere Ergebnisse erzielen müssen.

SPOX: Es gab zwei Spiele, die sinnbildlich für die Vorrunde standen: Die zwei 0:2-Niederlagen bei Dortmund und Schalke, in denen der FC Bayern nach einer überlegenen ersten Halbzeit plötzlich in Rückstand geriet und dann nicht mehr nachlegen konnte.

Müller: Es stimmt, dass wir mitunter Probleme haben, wenn wir in Rückstand geraten. Dann verlieren wir oft für eine Viertelstunde den Faden, in der wir nicht annähernd Richtung Tor kommen. In den beiden Spielen sind wir nach den Gegentoren beispielsweise erst in den letzten zehn Minuten wieder aufgewacht.

SPOX: Warum?

Müller: Tja. Wie erklärt man sich so was? Wenn wir es wüssten, würden wir es abstellen. Es ist ja nicht so, dass wir uns in der Halbzeitpause sagen: 'Jetzt trinken wir ein Bier und dann schaukeln wir das Ding schon irgendwie heim.' Wir wollen auch weiter Gas geben, aber irgendwie funktioniert es nicht. Es ist ja nicht so, dass wir auseinander genommen werden. Dennoch müssen wir uns oft nach den Spielen eingestehen, dass wir zwar nicht das schlechtere Team waren, aber am Ende schlechter da stehen. Irgendwas machen wir falsch - mit Pech oder Glück allein ist das nicht zu erklären. Wäre ja auch lächerlich, wenn wir uns so rausreden würden.

SPOX: Klingt nach einer gefährlichen Lage - wenn man nicht genau weiß, wo man ansetzen muss.

Müller: Schon. Wenn man sehen würde: 'In der Situation bin ich zu langsam', dann würde man an der Schnelligkeit arbeiten. So einfach ist es bei uns nicht. Trotzdem denke ich, dass unser ganzes Gebilde im Laufe der Hinrunde stabiler geworden ist und wir nun insgesamt überzeugender spielen als noch im September oder Oktober.

SPOX: Zum Selbstverständnis des FC Bayern gehörte immer, auch mal aus einem 'Scheiß-Spiel' drei Punkte mitzunehmen.

Müller: Und genau das haben wir in der Hinrunde nicht geschafft. Wenn ich mir die Klubs anschaue, die oben stehen, haben die das Maximum rausgeholt - wir nicht. Ich habe zum Beispiel neulich Mainz gegen Nürnberg angeschaut. Mainz gewinnt am Ende 3:0, fährt aber über 90 Minuten nicht einen vernünftigen Angriff und trifft nach zwei Standards und einem Konter. Wir dagegen müssen sehr viel mehr Aufwand betreiben, um Zählbares zu erhalten.

Müller-Interview, Teil 2: "Wir könnten nie Barca kopieren"

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