Pay-TV-Sender Sky erhält erneut Finanzspritze

SID
Dienstag, 03.08.2010 | 14:45 Uhr
Der Pay-TV-Sender Sky schreibt rote Zahlen, die DFL beruhigt jedoch die Gemüter
© Getty
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Eine weitere Finanzspritze für den Pay-TV-Sender Sky hatte an der Börse einen Kursrutsch zur Folge. DFL-Präsident Rauball beruhigt aber die Vereine: "Es hält sich alles im Rahmen."

Der Bundesliga-Sender Sky schreibt weiterhin rote Zahlen und erlebt an der Börse einen massiven Kurseinbruch, doch die Deutsche Fußball Liga (DFL) zerstreut die Bedenken der alarmierten Klubs.

"Wir sind informiert und verfolgen die Zahlen mit dem nötigen Interesse. Nach dem, was wir bisher wissen, hält sich alles noch im Rahmen", sagte Ligaverbands-Präsident Reinhard Rauball am Dienstag in der DFL-Zentrale in Frankfurt am Main.

Die finanzielle Lage beim Münchner Pay-TV-Sender, der die Übertragungsrechte von 2009 bis 2013 für rund 200 Millionen Euro pro Spielzeit von der DFL erworben hatte, scheint zumindest so problematisch, dass Liga-Boss Rauball die 36 Erst- und Zweitligisten spätestens am Mittwoch schriftlich informieren will.

340 Millionen Euro in die Kassen von Sky

Offenbar will Rauball die Bundesligisten zunächst einmal beruhigen. "Wir werden auch in Zukunft über die Zahlen informiert. Wir werden den Vereinen eine Dokumentation von Sky weiterleiten. Und wir sind der Auffassung, dass sich Sky derzeit im Bereich dessen befindet, was an Entwicklung in diesem Jahr vorgesehen war", sagte Rauball.

Sky soll durch eine Kapitalerhöhung und die Ausgabe einer Wandelanleihe rund 340 Millionen Euro in die Kasse gespült bekommen. Dies kündigte Medienmogul Rupert Murdoch an, der mit seiner Gesellschaft News Corp. derzeit 45,42 Prozent des Grundkapitals von Sky Deutschland hält.

Anlässlich des Champions-League-Finals in Madrid zwischen Bayern München und Inter Mailand im Mai hatten sich Rauball und DFL-Chef Christian Seifert mit Rupert Murdochs Sohn James getroffen, um über die Informationspolitik von Sky News Corp. zu debattieren.

Sky glaubt weiterhin an die Bundesliga

"Wir haben dabei ein bestimmtes Prozedere verabredet, und das halten wir auch ein", sagte Rauball etwas kryptisch. Allerdings erklärte Ligavorstand Andreas Rettig, dass eine Kapitalerhöhung des Unternehmens ein Beweis dafür sei, dass Sky weiter an das Produkt Fußball-Bundesliga glaube.

"Ich sehe das nicht so aufgeregt. Die Kapitalerhöhung zeigt das Vertrauen in Produkt und Unternehmen. Das viel größere Problem des Fußballs ist das Zwangs-Pay-TV GEZ, dass die Leute bezahlen müssen", sagte Rettig.

Bei den Börsianern kam die Nachricht jedenfalls überhaupt nicht gut an. Der Kurs der Aktie brach am Dienstag um mehr als 20 Prozent auf rund 1,10 Euro ein. Sky hatte sich erst im Dezember vergangenen Jahres durch eine Kapitalerhöhung frisches Geld verschafft. Das Ziel des Senders, schwarze Zahlen zu schreiben, wird wohl laut Konzernchef Brian Sullivan auch 2011 noch nicht erreicht.

Minus 81,9 Millionen Euro beim Quartalsergebnis

Sky Deutschland verzeichnete im zweiten Quartal einen Nettozuwachs von 6000 Abonnenten - das erste Nettowachstum in einem zweiten Quartal seit 2005.

Die Zahl der Abonnenten erreichte zum Ende des zweiten Quartals 2,476 Millionen. Bei einem Gesamtumsatz von 236,1 Millionen Euro lag das Quartalsergebnis bei einem Minus von 81,9 Millionen Euro.

"Wie gesagt, uns ist das bekannt. Wir werden zunächst die Vereine darüber informieren. In Zusammenarbeit mit Sky machen wir die Infos verfügbar", sagte Rauball.

DFL: Millionen-Überschuss durch Supercup

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