Bundesliga: Hamburgs Suche beendet

Siegenthaler zieht es als Sportchef zum HSV

SID
Dienstag, 16.02.2010 | 13:53 Uhr
Seit 2005 ist Siegenthaler (r.) Chefscout beim DFB. Er gilt als einer der besten Analytiker überhaupt
© Getty
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Der langjährige Chefscout der deutschen Nationalmannschaft Urs Siegenthaler will den Schritt in die Fußball-Bundesliga wagen und nach der WM in Südafrika für zunächst drei Jahre als neuer Sportchef bei den Hanseaten anheuern.

Die endgültige Entscheidung am Dienstagabend gilt als Formsache: Urs Siegenthaler muss vom Aufsichtsrat des Hamburger SV nur noch abgenickt werden.

Die endlos scheinende Suche nach einem Nachfolger für Dietmar Beiersdorfer ist damit beendet, dessen Vertrag nach Differenzen mit Klubboss Bernd Hoffmann am 23. Juni 2009 aufgelöst wurde.

Siegenthaler wird allerdings nicht als dem Trainer vorgesetzter Manager beim HSV arbeiten. Mit der Verpflichtung des 62-Jährigen ändert der Klub gleichzeitig seine sportliche Führungsstruktur.

Trainer Bruno Labbadia, der bereits seit seiner Verpflichtung im Sommer praktisch auch als Sportchef arbeitete, behält seine Machtfülle. Den satzungsgemäß für die sportliche Leitung vorgesehenen Vorstandsposten soll Marketing-Frau Katja Kraus mitübernehmen.

Erstklassige Kenntnisse

Siegenthaler soll die Neuorganisation des Nachwuchsbereiches in die Hand nehmen, eine Spiel-Philosophie mitentwickeln und durch seine glänzende Vernetzung im internationalen Fußball auch Stars und Talente entdecken und zum HSV lotsen.

Weiterhin wird er sicherlich wie beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) auch wesentlich bei der Gegnerbeobachtung und -Analyse mitarbeiten. "Urs Siegenthaler besitzt erstklassige Kenntnisse über den internationalen Spielermarkt. Für eine Sportchef-Rolle ist genau diese Vernetzung sehr wichtig. Er wäre bestimmt eine gute Wahl für den HSV", erklärte der Schweizer Nationaltrainer Ottmar Hitzfeld, der einst mit Siegenthaler in Basel zusammengespielt hat.

Jansen: "Seine Analysen sind super"

Nationalspieler Marcell Jansen kennt Siegenthalers Arbeitsweise aus eigener Erfahrung: "Seine Analysen sind super, Urs ist ein sehr positiver Mensch, der seine Arbeit extrem genau und gut macht". Seit Wochen hatte der HSV hinter den Kulissen seinen Transfercoup in der Führungsebene vorbereitet.

"Siegenthaler hat mich schon vor längerer Zeit angesprochen", sagte Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff, "wir freuen uns, wenn Kräfte, die wir in der Nationalmannschaft installiert haben, bei Bundesligisten auf Interesse stoßen. Wir haben Siegenthaler die freie Wahl der Entscheidung gelassen - unter der Voraussetzung, dass er bis nach der WM zur Verfügung steht."

Neue Herausforderung

Jetzt sucht er offenbar eine neue Herausforderung. Gleichzeitig verlässt damit das erste prominente Mitglied aus dem Funktionsteam um Bundestrainer Joachim Löw und Bierhoff den DFB.

Dabei hatte Löw im Streit um seine Vertragsverlängerung noch am 8. Februar erklärt: "Wir haben gesagt, dass wir nur alle gemeinsam verlängern - das gilt auch für Hansi Flick, Andi Köpke und Urs Siegenthaler." Seit dem 13. Mai 2005 ist Siegenthaler für den DFB in der ganzen Welt unterwegs.

Er beobachtet die Mannschaften, auf die Deutschland trifft. Der ehemalige Profi des FC Basel und der Young Boys Bern gilt als einer der besten Analytiker überhaupt. 1978 erwarb Siegenthaler sein Trainer-Diplom an der Sporthochschule in Köln, der frühere Abwehrspieler war auch schon Co-Trainer der Nationalmannschaft der Schweiz.

Siegenthaler bleibt DFB bis nach WM treu

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