Uli Hoeneß 2.0

Von Thomas Gaber
Mittwoch, 03.06.2009 | 13:38 Uhr
Christian Nerlinger tritt ab dem 1. Juli die Nachfolge von Uli Hoeneß als Sportdirektor beim FCB an
© Getty
Advertisement
Fed Cup Women National Team
Sa21.04.
Halbfinale! Kerber, Görges und Co. gegen Tschechien
Ligue 1
Nantes -
Rennes
Championship
Millwall -
Fulham
Ligue 1
Dijon -
Lyon
Primera División
Leganes -
La Coruna
J1 League
Kobe -
Nagoya
Primera División
Eibar -
Getafe
Premiership
Hibernian -
Celtic
Premier League
West Bromwich -
Liverpool
CSL
Guangzhou R&F -
Shandong Luneng
Serie A
SPAL -
AS Rom
Championship
Ipswich -
Aston Villa
Premier League
Watford -
Crystal Palace
Primera División
Celta Vigo -
Valencia
Ligue 1
Marseille -
Lille
Serie A
Sassuolo -
Florenz
Super Liga
Radnicki Nis -
Roter Stern
Ligue 1
Amiens -
Straßburg
Ligue 1
Guingamp -
Monaco
Ligue 1
Metz -
Caen
Ligue 1
Toulouse -
Angers
Championship
Cardiff -
Nottingham
Serie A
AC Mailand -
Benevento
Copa del Rey
FC Sevilla -
FC Barcelona
Primeira Liga
Estoril -
Benfica
Primera División
Girona -
Espanyol
Serie A
Cagliari -
Bologna
Premier League
Arsenal -
West Ham
Ligue 1
Nizza -
Montpellier
Serie A
Udinese -
Crotone
Serie A
Chievo Verona -
Inter Mailand
Serie A
Lazio -
Sampdoria
Serie A
Atalanta -
FC Turin
Premier League
ZSKA Moskau -
FK Krasnodar
Primera División
Malaga -
Real Sociedad
1. HNL
Hajduk Split -
Dinamo Zagreb
Ligue 1
St. Etienne -
Troyes
Premier League
Man City -
Swansea
First Division A
Brügge -
Lüttich
Primera División
Las Palmas -
Alaves
Premier League
Stoke -
Burnley (Delayed)
Primera División
Atletico Madrid -
Real Betis
Serie A
Juventus -
Neapel
Ligue 1
Bordeaux -
PSG
Superliga
Boca Juniors -
Newell's Old Boys
Serie A
CFC Genua -
Hellas Verona
Premier League
Everton -
Newcastle
Primera División
Bilbao -
Levante
Primeira Liga
FC Porto -
Setubal
J1 League
Kashima -
Kobe
Super Liga
Roter Stern -
Cukaricki
DBU Pokalen
Bröndby -
Midtjylland
Copa Libertadores
Cruzeiro -
Univ Chile
First Division A
Genk -
Brügge
Championship
Fulham -
Sunderland
Ligue 1
Montpellier -
St. Etienne
Primera División
Levante -
FC Sevilla
J1 League
Kobe -
Kawasaki
Primera División
Espanyol -
Las Palmas
Premier League
Liverpool -
Stoke
CSL
Guangzhou Evergrande -
Jiangsu
Championship
Aston Villa -
Derby County
Premier League
Huddersfield -
Everton
Primera División
Real Sociedad -
Bilbao
1. HNL
Dinamo Zagreb -
Rijeka
Ligue 1
Lyon -
Nantes
Serie A
AS Rom -
Chievo Verona
Championship
Middlesbrough -
Millwall
Premier League
Swansea -
Chelsea
Primera División
Real Madrid -
Leganes
Primeira Liga
Benfica -
Tondela
Ligue 1
Bordeaux -
Dijon
Ligue 1
Lille -
Metz
Ligue 1
Monaco -
Amiens
Ligue 1
Strassburg -
Nizza
Ligue 1
Troyes -
Caen
Premier League
Crystal Palace -
Leicester (Delayed)
Primera División
Villarreal -
Celta Vigo
Serie A
Inter Mailand -
Juventus
Premier League
Southampton -
Bournemouth (DELAYED)
Premier League
Newcastle -
West Bromwich (Delayed)
Premier League
Burnley -
Brighton (Delayed)
Primera División
Getafe -
Girona
Serie A
Crotone -
Sassuolo
Premiership
Celtic -
Rangers
Eredivisie
Feyenoord -
Sparta
Ligue 1
Rennes -
Toulouse
Serie A
Sampdoria -
Cagliari
Serie A
Atalanta -
CFC Genua
Serie A
Bologna -
AC Mailand
Serie A
Hellas Verona -
SPAL
Serie A
Benevento -
Udinese
Premier League
West Ham -
Man City
Primera División
Alaves -
Atletico Madrid
Ligue 1
Angers -
Marseille
Premier League
Man United -
Arsenal
Superliga
Bröndby -
Nordsjälland
Serie A
Florenz -
Neapel
Primera División
Valencia -
Eibar
Primeira Liga
Maritimo -
FC Porto
Primera División
La Coruna -
FC Barcelona
Serie A
FC Turin -
Lazio
Ligue 1
PSG -
Guingamp
Premier League
FK Krasnodar -
Lok Moskau
Premier League
Tottenham -
Watford
Primera División
Real Betis -
Malaga
Copa Libertadores
Nacional -
Santos
J1 League
Kobe -
Tokyo

Christian Nerlinger wird am 1. Juli Sportdirektor des FC Bayern München und soll langfristig die Nachfolge von Uli Hoeneß antreten. Was qualifiziert Nerlinger für diese Mammutaufgabe und warum wurde er dafür ausgewählt? SPOX erkundigte sich bei Nerlingers Weggefährten.

Uli Hoeneß war schlecht gelaunt. Dabei hatte sein FC Bayern gerade die Festung Westfalenstadion eingenommen und Borussia Dortmund ziemlich souverän mit 2:0 besiegt. Ein wichtiger Sieg, zumal es in der darauffolgenden Woche zum Spitzenreiter 1. FC Kaiserslautern ging.

Wer jetzt eine Kampfansage der personifizierten Abteilung Attacke an die Roten Teufel erwartete, sah sich getäuscht. Hoeneß hatte etwas Wichtigeres mitzuteilen, etwas Substanzielles.

"Mich hat heute eine schlechte Nachricht ereilt. Christian Nerlinger hat einen Vertrag bei Borussia Dortmund unterschrieben", sagte Hoeneß an jenem 11.11.1997.

Nerlinger war kein herausragender Fußballer

Nach sechs Jahren FC Bayern entschied sich der Mittelfeldspieler damals für eine neue Herausforderung. Hoeneß war leicht pikiert, weil es Nerlinger gewagt hatte, den Bayern die kalte Schulter zu zeigen, um zu einem Bundesliga-Konkurrenten zu wechseln.

Nerlinger war ein guter, aber kein herausragender Spieler, dessen Fähigkeiten durch andere leicht zu reproduzieren waren. Hermann Gerland unterstellte ihm "limitierte Schnelligkeit".

Aber Hoeneß verlor einen Charakterkopf. Einen gebildeten Mann mit Weitsicht, der das Klischee des engstirnigen Fußballprofis nicht erfüllte.

"Haben ihn immer ein bisschen aufgezogen"

"Früher haben wir den Christian immer ein bisschen aufgezogen, weil er sich viel mit anderen Dingen beschäftigt hat. Für die meisten zählte einfach nur Fußball. Christian war eben ein gescheiter Junge", sagt Alexander Zickler, zu gemeinsamen Bayern-Zeiten (1993-98) ein dicker Kumpel von Nerlinger, im Gespräch mit SPOX.

Als Spieler der Glasgow Rangers (2001-04) befasste sich Nerlinger mit der Herkunft der schottischen Sprache und der Sozialstruktur der Stadt.

"Die Menschen in Glasgow sind relativ einfach gestrickt - im positiven Sinn. Die Freundlichkeit der Schotten ist einzigartig. Ich habe in den Jahren in Glasgow nie Pfiffe im Ibrox (Stadion der Rangers, d. Red.) gehört", so Nerlinger.

Hoeneß: "Da musste ich nicht lange überlegen"

2006 musste Nerlinger seine Karriere nach mehreren Fuß-Operationen beenden. Er begann umgehend ein Studium an der Munich Business School in München und absolvierte 2008 ein Auslandsemester in Südtirol.

Sein Wissen in die Praxis umsetzen wollte Nerlinger nur bei einem: Uli Hoeneß. "Er bat mich um ein sechsmonatiges Praktikum. Als dann Jürgen Klinsmann die Idee hatte, Christian als Teammanager zu installieren, musste ich nicht lange überlegen", sagte der Bayern-Manager.

Am 1. Juli 2008 trat Nerlinger seinen Dienst in München an. Er muss einen bleibenden Eindruck hinterlassen haben, sonst hätte ihn Uli Hoeneß nicht als seinen Nachfolger ins Spiel gebracht und letztlich auch dazu bestimmt. Nerlinger wird vom Teammanager zum Sportdirektor befördert. Sein erster Arbeitstag ist der 1. Juli 2009.

Nerlinger sprach sich für van Gaal aus

"Dass Christian dazu in der Lage ist, hat sich sehr schnell abgezeichnet. Er verspürt diese absolute Freude, für diesen Verein zu arbeiten. Er hat die Liebe zum Verein. Wenn ich ihn arbeiten sehe, werde ich an meine Anfangszeit erinnert. Wir sind in vielen Dingen kongruent", sagt Hoeneß.

Nerlinger hat sich als Teammanager viel Respekt verschafft. Er genießt hohes Ansehen. Seine Meinung hatte Gewicht, als es um die Entlassung von Jürgen Klinsmann und die Verpflichtung von Louis van Gaal ging.

"Ich habe mich sehr für van Gaal ausgesprochen, weil ich mir einen starken Trainer mit viel Erfahrung gewünscht habe", sagte Nerlinger dem "Kicker".

Nerlinger kommt auch bei den Spielern gut an. "Christian hat sich täglich mit der Mannschaft beschäftigt. Er hat einen sehr guten Draht zu uns. Es würde mich nicht wundern, wenn er auch als Sportdirektor einen hervorragenden Job machen würde", sagte Mark van Bommel zu SPOX.

Kein zweiter Uli Hoeneß

Neben der Lizenzspieler-Abteilung wird sich Nerlinger primär um den Jugendsektor und Spielertransfers kümmern und dabei eng mit der Scoutingabteilung zusammenarbeiten. "Ich habe im Vergleich zum Teammanager viel mehr Verantwortung, kann Dinge mitgestalten und mitentscheiden."

Nerlinger ist sich der Mammutaufgabe bewusst. "Der FC Bayern ist das Lebenswerk von Uli Hoeneß. Es gibt kaum größere Fußstapfen, in die man treten kann. Ich bin sehr stolz, dass ausgerechnet ich ausgewählt wurde."

Eine Hoeneß-Kopie schwebt dem 36-Jährigen nicht vor. "Ein Uli Hoeneß hat sich in den 30 Jahren eine Kompetenz und eine mediale Wirkung aufgebaut, die natürlich nicht kopierbar ist. Das möchte ich auch gar nicht. Ich möchte ihn nicht nachahmen, sondern auf meine Art und Weise arbeiten: akribisch und authentisch. Ich will ein unabhängiger Partner sein", so Nerlinger.

Er will den Verein nicht grundlegend reformieren, seine Vorstellungen jedoch mit Nachdruck verwirklichen. Alles zum Wohle des Vereins - wenn's sein muss auch mit unpopulären Mitteln.

"Ich werde auch unangenehme Wahrheiten aussprechen"

"Ich werde bedingungslos für diesen Verein kämpfen, immer ehrlich und kommunikativ sein. Ich werde sauber mit allen umgehen, aber auch unangenehme Wahrheiten aussprechen", sagt Nerlinger.

Die Aussagen belegen, dass doch schon ein bisschen Hoeneß in Nerlinger steckt. Er wird die Zukunft des FC Bayern mit seinen Visionen entscheidend mitbestimmen. Nerlinger hat klare Vorstellungen, wohin die Reise gehen soll.

"Ich möchte eine Handschrift des Trainers sehen. Wir müssen defensiv und offensiv organisiert stehen. Ich möchte, dass die Mannschaft auf dem Platz zeigt, dass mit ihr etwas erarbeitet wurde", so der neue Sportdirektor.

Mit der Verpflichtung von Mario Gomez habe der FC Bayern die richtige Wahl getroffen. "Er passt sportlich und charakterlich zu uns. Auf beide Merkmale werden wir in Zukunft sehr viel Wert legen."

Zickler traut Nerlinger Großes zu

Dass Hoeneß auch als Aufsichtsratsvorsitzender "der Mann bleiben wird, der die wichtigen Entscheidungen trifft", wie Ottmar Hitzfeld im Gespräch mit SPOX vermutet, stört Nerlinger nicht. Er will es so. "Wir werden wie bisher kontroverse, aber konstruktive Gespräche führen. Ich kann von Hoeneß' Erfahrung nur profitieren."

Alex Zickler traut Nerlinger eine Hoeneß'sche Karriere zu: "Der Uli ist damals auch ins kalte Wasser geworfen worden und hat einen Verein auf die Beine gestellt, der seinesgleichen sucht. Christian muss in die Aufgabe hineinwachsen. Ich kenne ihn: es wird ihm gelingen."

Ab 1. Juli steht Nerlinger auf dem Prüfstand und mit Sicherheit unter ständiger Beobachtung. Die Vorschusslorbeeren sind gewaltig. Jetzt liegt's an ihm - dem Uli Hoeneß 2.0.

Christian Nerlinger im Steckbrief

Werbung
Werbung
Dunkest - The American Fantasy Basketball by SPOX.com
Werbung
Werbung