Bernd Schneider im Porträt

Noch einmal Brasilianer sein

Von Daniel Börlein
Mittwoch, 14.01.2009 | 12:47 Uhr
Bernd Schneider erzielte in 295 Bundesligaspielen 39 Tore
© Getty
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Nach 265 Tagen stand Bernd Schneider Anfang Januar erstmals wieder mit der Mannschaft von Bayer 04 Leverkusen auf dem Platz. Der 35-Jährige hat schwere Monate hinter sich, in denen er um seine Karriere bangen musste. Für sein Comeback hat Schnix hart geschuftet und sich gequält. Er will noch einmal die Form vergangener Tage erlangen.

Schneider ist gut. Klar, Müller oder Meier wäre vielleicht noch besser, aber unter rund 330.000 Schneiders in Deutschland fällt man nun auch nicht gerade auf.

Zu Bernd Schneider, wäre er nicht Fußballprofi, passt sein Nachname also eigentlich perfekt, denn Bernd Schneider will überhaupt nicht auffallen.

Kein Mann für die Öffentlichkeit

Der 35-Jährige schmiert sich kein Gel in die Haare, um besonders gut auszusehen. Er trägt keine Designerklamotten, um immer trendy zu sein. Schneider haut auch keine Sprüche raus. Er sagt lieber so Sachen wie: "Mich stört es nicht, wenn ich nicht erkannt werde."

Schneider will nicht ständig in der Öffentlichkeit stehen und zu allem und jedem etwas sagen, Schneider will einfach nur das tun, was der gelernte Stahlbetonbauer am besten kann: Fußball spielen.

Operation zwingend notwendig

In den vergangenen neun Monaten durfte der Bayer-Profi allerdings nicht kicken. Schneider war verletzt. Ein Bandscheibenvorfall am fünften und sechsten Halswirbel zwang den 81-fachen Nationalspieler im April 2008 zu einer Operation.

Ein Eingriff, der in dieser Form zuvor noch bei keinem anderen Bundesliga-Profi vorgenommen werden musste, der allerdings zwingend notwendig war. "Hätte ich die OP nicht gemacht, hätte es gefährlich werden können", sagt Schneider.

Einige sprechen davon, dass dem Leverkusener im schlimmsten Fall gar der Rollstuhl gedroht hat. Freilich ist dies nur Spekulation, zumindest aber musste man um die Fortsetzung von Schneiders Karriere bangen.  

Auch der Mittelfeldspieler selbst blickte damals in eine ungewisse Zukunft: "Man muss sich das vorstellen wie bei einem Bruch. Es ist eine innere Verletzung, die bei jedem anders abheilt. Es war eine sehr schwere Zeit für mich."

Comeback nach 265 Tagen

Ein vorzeitiges Karriereende ist nun wohl erstmal vom Tisch. Anfang Januar stand Schneider bei Bayers Trainingsauftakt nach 265 Tagen wieder auf dem Platz.

Wann er sein 296. Bundesligaspiel bestreiten wird, darauf will sich Schneider allerdings nicht festlegen. "Ich habe keine Beschwerden, aber wir werden nichts überstürzen", sagt er, und: "Man darf jetzt nicht so schnell alles wollen. Es fehlt noch alles: die Grundlagen, das Gefühl für den Ball, die Spritzigkeit und das Gefühl für die Zweikämpfe - alles weg. Das Wichtigste ist, dass ich wieder zu 100 Prozent fit werde."

Nichts Spektakuläres, keine Kampfansage, typisch Bernd Schneider eben. Ihm nimmt man das allerdings ab. Schneider weiß, dass er mit 35 Jahren absolut fit sein muss, um noch mal dort hinzukommen, wo er zu seiner besten Zeit schon mal war.

Bald wieder der "weiße Brasilianer"

Damals als er als unermüdlicher Dauerrenner und brillanter Techniker im Mittelfeld von Bayer Leverkusen und der deutschen Nationalmannschaft für die Trainer unverzichtbar war, egal ob seine Chefs Christoph Daum, Klaus Toppmöller, Rudi Völler, Jürgen Klinsmann oder Jogi Löw hießen.

Damals als internationale Top-Stars auf die Frage, wer denn der aktuell beste deutsche Fußballer sei, seinen Namen nannten. Damals als er auf der Wunschliste des FC Barcelona stand, oder damals, als Schneider von allen nur "der weiße Brasilianer" genannt wurde.

Der will er nun wieder werden. Aussprechen wird Schneider das freilich nie. Geschuftet hat er dafür in den Monaten nach seiner OP allerdings umso mehr.

Harte Arbeit in der Reha

Fast jeden Werktag stand der zweifache Familienvater morgens um sieben auf, um sich auf den Weg nach Köln-Merheim in die Spezial-Klinik von Dr. Achim Münster aufzumachen, wo für Schneider Reha-Maßnahmen auf dem Programm standen.

Statt Übungen mit dem Ball wurden 90 Minuten lang Nacken und Hals trainiert, um das Muskelkorsett zu stärken, wodurch sich die empfindliche Nervenstruktur regenerieren konnte. Anschließend ging es aufs Rad, mal im Kraftraum, mal im Freien. Mindestens 50 Kilometer spulte Schneider tagtäglich herunter.

Hinzu kam nach einigen Wochen die Arbeit mit Leverkusens Physiotherapeut Holger Broich, der Schneider mit Ausdauer- und Intervalltraining sowie Koordinationsübungen trimmte. Für Schneider hieß das, raus aus der Klinik in Köln, rein ins Auto, schnell die rund 15 Kilometer über die A4 und A3 zurückgelegt und ab in die Turnhalle neben der BayArena in Leverkusen.

Gemeckert hat Schneider ob der Strapazen und Schinderei nie. "Klar, es ist mit zunehmendem Alter schwerer, Defizite aufzuholen, aber du musst dann eben Willensstärke zeigen", sagt er dazu nur.

Vertragsverlängerung bei Bayer

Auf den Platz hat sich Schneider nun also erstmal zurückgekämpft. Die Frage, ob er allerdings jemals wieder der alte Schnix werden wird, werden erst die nächsten Wochen vielleicht auch Monate beantworten.

In Leverkusen baut man noch immer auf Schneider und verlängerte seinen Vertrag während der Verletzungspause vorzeitig bis 2010.

Nur eine gutgemeinte Geste gegenüber einem verdienten Spieler sei das nicht gewesen, erklärt Trainer Bruno Labbadia, sondern "weil ich sportlich auf Bernd setze. Er wird uns sicherlich noch sehr helfen. Er ist im Prinzip wie ein Neuzugang."

Löw hat Schneider noch auf der Rechnung

Kann er wieder an vergangene Leistungen anknüpfen, ist Schneider vielleicht sogar der beste Winterzugang aller Bundesliga-Topklubs? Ein wohl nicht unerheblicher Aspekt im Kampf um die Spitzenplätze.

Und auch Bundestrainer Jogi Löw setzt auf Schneiders Rückkehr. "Ich hoffe, dass er zurückkommt, erst im Verein und dann bei uns. Einen Abschied im Stillen hätte er nicht verdient."

Verdient hätte Schneider den ganz sicher nicht, gefallen würde ihm ein solcher wohl irgendwann aber ganz gewiss.

Bernd Schneiders Karriere in Zahlen

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