Noch einmal Brasilianer sein

Von Daniel Börlein
Mittwoch, 14.01.2009 | 12:47 Uhr
Bernd Schneider erzielte in 295 Bundesligaspielen 39 Tore
© Getty
Advertisement
PDC World Championship
Do14.12.
Wahnsinn im Ally Pally:
Die Darts-WM auf DAZN
Bundesliga
DiJetzt
M05 - BVB: Die Highlights des Stöger-Debüts
Super Liga
Partizan -
Roter Stern
FIFA Club World Cup
Al Jazira -
Real Madrid
Eredivisie
Groningen -
PSV
Coupe de la Ligue
Rennes -
Marseille
Coppa Italia
AC Mailand -
Hellas Verona
Eredivisie
Feyenoord -
Heerenveen
Premiership
Hibernian -
Rangers
Premier League
West Ham -
Arsenal
Coupe de la Ligue
Straßburg -
PSG
Premier League
Liverpool -
West Bromwich (DELAYED)
Premier League
Newcastle -
Everton (DELAYED)
Premier League
Southampton -
Leicester (DELAYED)
Premier League
Man United -
Bournemouth (DELAYED)
Premier League
Swansea -
Man City (DELAYED)
Premier League
Tottenham -
Brighton (DELAYED)
Copa Sudamericana
Flamengo -
Independiente
Indian Super League
Pune -
Bengaluru
Coppa Italia
Lazio -
Cittadella
A-League
FC Sydney -
Melbourne City
Indian Super League
Kerala -
NorthEast Utd
Ligue 1
St. Etienne -
Monaco
Championship
Sheffield Wed -
Wolverhampton
Primera División
Sevilla -
Levante
Premier League
Leicester -
Crystal Palace
Premiership
Aberdeen -
Hibernian
Serie A
Inter Mailand -
Udinese
Premier League
Arsenal -
Newcastle
Championship
Sunderland -
Fulham
Primera División
Bilbao -
Real Sociedad
Ligue 1
Rennes -
PSG
Serie A
FC Turin -
Neapel
Premier League
Man City -
Tottenham
Primera División
Eibar -
Valencia
Championship
Cardiff -
Hull
Ligue 1
Caen -
Guingamp
Ligue 1
Dijon -
Lille
Ligue 1
Montpellier -
Metz
Ligue 1
Straßburg -
Toulouse
Ligue 1
Troyes -
Amiens
Premier League
Chelsea -
Southampton (Delayed)
Primera División
Atletico Madrid -
Alaves
Serie A
AS Rom -
Cagliari
Premier League
Stoke -
West Ham (Delayed)
Premier League
Brighton -
Burnley (DELAYED)
Premier League
Watford -
Huddersfield (DELAYED)
Primera División
Girona -
Getafe
Eredivisie
Sparta -
Feyenoord
Serie A
Hellas Verona -
AC Mailand
Eredivisie
Alkmaar -
Ajax
First Division A
Brügge -
Anderlecht
Ligue 1
Nantes -
Angers
Serie A
Bologna -
Juventus
Serie A
Crotone -
Chievo Verona
Serie A
Florenz -
Genua
Serie A
Sampdoria -
Sassuolo
Premier League
West Bromwich -
Man United
Primera División
Celta Vigo -
Villarreal
Ligue 1
Nizza -
Bordeaux
Premier League
Bournemouth -
Liverpool
Serie A
Benevento -
SPAL
Primera División
Las Palmas -
Espanyol
Primeira Liga
Sporting -
Portimonense
Primera División
Barcelona -
La Coruna
Serie A
Atalanta -
Lazio
Ligue 1
Lyon -
Marseille
Premier League
Everton -
Swansea
Primera División
Malaga -
Real Betis
Primeira Liga
Porto -
Maritimo
League Cup
Arsenal -
West Ham
League Cup
Leicester -
Man City
Coppa Italia
Neapel -
Udinese
Primera División
Levante -
Leganes
Coppa Italia
AS Rom -
FC Turin
Primera División
Getafe -
Las Palmas
First Division A
Mechelen -
Brügge
Coppa Italia
Juventus -
Genua
League Cup
Chelsea -
Bournemouth
Ligue 1
Amiens -
Nantes
Ligue 1
Angers -
Dijon
Ligue 1
Bordeaux -
Montpellier
Ligue 1
Guingamp -
St. Etienne
Ligue 1
Lille -
Nizza
Ligue 1
Marseille -
Troyes
Ligue 1
Metz -
Straßburg
Ligue 1
Monaco -
Rennes
Ligue 1
PSG -
Caen
Ligue 1
Toulouse -
Lyon
League Cup
Bristol City -
Man United
Primera División
Real Sociedad -
Sevilla
Indian Super League
Bengaluru -
Jamshedpur
Primera División
Eibar -
Girona
Primera División
Alaves -
Malaga
Indian Super League
Chennai -
Kerala
Serie A
Chievo Verona -
Bologna
Primera División
Real Betis -
Bilbao
Premier League
Arsenal -
Liverpool
Serie A
Cagliari -
Florenz
Primera División
Espanyol -
Atletico Madrid
A-League
Melbourne City -
Melbourne Victory
Serie A
Lazio -
Crotone
Primera División
Real Madrid -
Barcelona
Premier League
Everton -
Chelsea
Premiership
Kilmarnock -
Rangers
Serie A
Genua -
Benevento
Serie A
Neapel -
Sampdoria
Serie A
Sassuolo -
Inter Mailand
Serie A
SPAL -
FC Turin
Serie A
Udinese – Hellas Verona
Premier League
Man City -
Bournemouth
Championship
Sheffield Wed -
Middlesbrough
Serie A
AC Mailand -
Atalanta
Championship
Aston Villa -
Sheffield Utd
Eredivisie
PSV -
Vitesse
Premier League
Leicester -
Man United
Serie A
Juventus -
AS Rom
Premier League
Brighton -
Watford (DELAYED)
Premier League
West Ham -
Newcastle (DELAYED)
Premier League
Swansea -
Crystal Palace (DELAYED)
Premier League
Stoke -
West Bromwich (DELAYED)
Premier League
Southampton -
Huddersfield (DELAYED)
Eredivisie
Ajax -
Willem II
Premier League
Tottenham -
Southampton
Premier League
Boxing Day -
Die Konferenz
Championship
Burton Albion -
Leeds
Premier League
Liverpool -
Swansea
Premier League
Man United -
Burnley (DELAYED)
First Division A
Anderlecht -
Gent
Championship
Brentford -
Aston Villa
Premier League
West Bromwich -
Everton (DELAYED)
Premier League
Huddersfield -
Stoke (DELAYED)
Premier League
Watford -
Leicester (DELAYED)
Premier League
Chelsea -
Brighton (DELAYED)
Premier League
Bournemouth -
West Ham (DELAYED)

Nach 265 Tagen stand Bernd Schneider Anfang Januar erstmals wieder mit der Mannschaft von Bayer 04 Leverkusen auf dem Platz. Der 35-Jährige hat schwere Monate hinter sich, in denen er um seine Karriere bangen musste. Für sein Comeback hat Schnix hart geschuftet und sich gequält. Er will noch einmal die Form vergangener Tage erlangen.

Schneider ist gut. Klar, Müller oder Meier wäre vielleicht noch besser, aber unter rund 330.000 Schneiders in Deutschland fällt man nun auch nicht gerade auf.

Zu Bernd Schneider, wäre er nicht Fußballprofi, passt sein Nachname also eigentlich perfekt, denn Bernd Schneider will überhaupt nicht auffallen.

Kein Mann für die Öffentlichkeit

Der 35-Jährige schmiert sich kein Gel in die Haare, um besonders gut auszusehen. Er trägt keine Designerklamotten, um immer trendy zu sein. Schneider haut auch keine Sprüche raus. Er sagt lieber so Sachen wie: "Mich stört es nicht, wenn ich nicht erkannt werde."

Schneider will nicht ständig in der Öffentlichkeit stehen und zu allem und jedem etwas sagen, Schneider will einfach nur das tun, was der gelernte Stahlbetonbauer am besten kann: Fußball spielen.

Operation zwingend notwendig

In den vergangenen neun Monaten durfte der Bayer-Profi allerdings nicht kicken. Schneider war verletzt. Ein Bandscheibenvorfall am fünften und sechsten Halswirbel zwang den 81-fachen Nationalspieler im April 2008 zu einer Operation.

Ein Eingriff, der in dieser Form zuvor noch bei keinem anderen Bundesliga-Profi vorgenommen werden musste, der allerdings zwingend notwendig war. "Hätte ich die OP nicht gemacht, hätte es gefährlich werden können", sagt Schneider.

Einige sprechen davon, dass dem Leverkusener im schlimmsten Fall gar der Rollstuhl gedroht hat. Freilich ist dies nur Spekulation, zumindest aber musste man um die Fortsetzung von Schneiders Karriere bangen.  

Auch der Mittelfeldspieler selbst blickte damals in eine ungewisse Zukunft: "Man muss sich das vorstellen wie bei einem Bruch. Es ist eine innere Verletzung, die bei jedem anders abheilt. Es war eine sehr schwere Zeit für mich."

Comeback nach 265 Tagen

Ein vorzeitiges Karriereende ist nun wohl erstmal vom Tisch. Anfang Januar stand Schneider bei Bayers Trainingsauftakt nach 265 Tagen wieder auf dem Platz.

Wann er sein 296. Bundesligaspiel bestreiten wird, darauf will sich Schneider allerdings nicht festlegen. "Ich habe keine Beschwerden, aber wir werden nichts überstürzen", sagt er, und: "Man darf jetzt nicht so schnell alles wollen. Es fehlt noch alles: die Grundlagen, das Gefühl für den Ball, die Spritzigkeit und das Gefühl für die Zweikämpfe - alles weg. Das Wichtigste ist, dass ich wieder zu 100 Prozent fit werde."

Nichts Spektakuläres, keine Kampfansage, typisch Bernd Schneider eben. Ihm nimmt man das allerdings ab. Schneider weiß, dass er mit 35 Jahren absolut fit sein muss, um noch mal dort hinzukommen, wo er zu seiner besten Zeit schon mal war.

Bald wieder der "weiße Brasilianer"

Damals als er als unermüdlicher Dauerrenner und brillanter Techniker im Mittelfeld von Bayer Leverkusen und der deutschen Nationalmannschaft für die Trainer unverzichtbar war, egal ob seine Chefs Christoph Daum, Klaus Toppmöller, Rudi Völler, Jürgen Klinsmann oder Jogi Löw hießen.

Damals als internationale Top-Stars auf die Frage, wer denn der aktuell beste deutsche Fußballer sei, seinen Namen nannten. Damals als er auf der Wunschliste des FC Barcelona stand, oder damals, als Schneider von allen nur "der weiße Brasilianer" genannt wurde.

Der will er nun wieder werden. Aussprechen wird Schneider das freilich nie. Geschuftet hat er dafür in den Monaten nach seiner OP allerdings umso mehr.

Harte Arbeit in der Reha

Fast jeden Werktag stand der zweifache Familienvater morgens um sieben auf, um sich auf den Weg nach Köln-Merheim in die Spezial-Klinik von Dr. Achim Münster aufzumachen, wo für Schneider Reha-Maßnahmen auf dem Programm standen.

Statt Übungen mit dem Ball wurden 90 Minuten lang Nacken und Hals trainiert, um das Muskelkorsett zu stärken, wodurch sich die empfindliche Nervenstruktur regenerieren konnte. Anschließend ging es aufs Rad, mal im Kraftraum, mal im Freien. Mindestens 50 Kilometer spulte Schneider tagtäglich herunter.

Hinzu kam nach einigen Wochen die Arbeit mit Leverkusens Physiotherapeut Holger Broich, der Schneider mit Ausdauer- und Intervalltraining sowie Koordinationsübungen trimmte. Für Schneider hieß das, raus aus der Klinik in Köln, rein ins Auto, schnell die rund 15 Kilometer über die A4 und A3 zurückgelegt und ab in die Turnhalle neben der BayArena in Leverkusen.

Gemeckert hat Schneider ob der Strapazen und Schinderei nie. "Klar, es ist mit zunehmendem Alter schwerer, Defizite aufzuholen, aber du musst dann eben Willensstärke zeigen", sagt er dazu nur.

Vertragsverlängerung bei Bayer

Auf den Platz hat sich Schneider nun also erstmal zurückgekämpft. Die Frage, ob er allerdings jemals wieder der alte Schnix werden wird, werden erst die nächsten Wochen vielleicht auch Monate beantworten.

In Leverkusen baut man noch immer auf Schneider und verlängerte seinen Vertrag während der Verletzungspause vorzeitig bis 2010.

Nur eine gutgemeinte Geste gegenüber einem verdienten Spieler sei das nicht gewesen, erklärt Trainer Bruno Labbadia, sondern "weil ich sportlich auf Bernd setze. Er wird uns sicherlich noch sehr helfen. Er ist im Prinzip wie ein Neuzugang."

Löw hat Schneider noch auf der Rechnung

Kann er wieder an vergangene Leistungen anknüpfen, ist Schneider vielleicht sogar der beste Winterzugang aller Bundesliga-Topklubs? Ein wohl nicht unerheblicher Aspekt im Kampf um die Spitzenplätze.

Und auch Bundestrainer Jogi Löw setzt auf Schneiders Rückkehr. "Ich hoffe, dass er zurückkommt, erst im Verein und dann bei uns. Einen Abschied im Stillen hätte er nicht verdient."

Verdient hätte Schneider den ganz sicher nicht, gefallen würde ihm ein solcher wohl irgendwann aber ganz gewiss.

Bernd Schneiders Karriere in Zahlen

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung