Bundesliga-Manager

Mehrheit für Verkürzung der Winterpause

SID
Donnerstag, 11.09.2008 | 13:23 Uhr
WM 2010, Fussball, Beckenbauer, FIFA
© DPA
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Mit ihrem mehrheitlichen Votum für eine Verkürzung der Winterpause und Wiedereinführung des Ligapokals haben die Manager der 36 Bundesliga- und Zweitligavereine ihren Willen für eine Spielplanreform im deutschen Profi-Fußball bekundet.

Nach Informationen des "kicker" gebe es weitreichende Pläne, die Winterpause von derzeit fast sieben auf künftig nur noch zwei Wochen drastisch zu verkürzen.

Annäherung an Europas Top-Ligen

Holger Hieronymus, Geschäftsführer Spielbetrieb der Deutschen Fußball Liga (DFL), sprach allerdings gegenüber dem Fachmagazin von einer Verkürzung der Winterpause nur um "zwei, drei Wochen".

Beschlossen werden können die Reformvorschläge nur auf einer Mitgliederversammlung, zuvor muss der Ligaverband die Durchführbarkeit prüfen und mögliche Modelle festlegen.

In dieser Saison dauert die Bundesliga-Pause nach der Hinrunde vom 14. Dezember bis zum 30. Januar 2009. Künftig könnte bis zum letzten Wochenende vor Weihnachten gespielt und die Saison eine Woche nach Jahresbeginn fortgesetzt werden.

Damit würde die Bundesliga einer langjährigen Forderung von Franz Beckenbauer folgen, der die Winterpause als "Luxus" ansieht, und sich an die Gepflogenheiten der europäischen Top-Ligen wie Italiens Serie A und Spaniens Primera Division annähern. In der englischen Premier League wird seit Jahren sogar durchgespielt.

Kommt Liga-Pokal zurück?

Auch das Sommerloch wird künftig wohl mit mehr Wettbewerbs-Fußball gefüllt. Nach dem Willen der Manager soll der vor dieser Saison eingestellte Ligapokal mit allen 36 Proficlubs in großem Stil wiederbelebt werden.

Bei der letzten Auflage 2007 hatten nur die vier Erstplatzierten der Bundesliga, der DFB-Pokalsieger sowie der Zweitliga-Meister teilgenommen.

Ein denkbares Modell wäre der Beginn mit allen Zweitligisten und den nicht für einen internationalen Wettbewerb qualifizierten Bundesligisten. Die Europacup-Starter würden später in den Ligapokal einsteigen.

Keine Abramowitschs für Deutschland

Am Rande der Tagungen in Frankfurt/Main bekräftigte der überwiegende Teil der Bundesliga- und Zweitligamanager, dass die sogenannte 50+1-Regel nicht abgeschafft werden soll.

Die Formel sichert den Stammvereinen die Mehrheit der Anteile eines Kapitalunternehmens und verhindert damit den Einstieg von Großinvestoren a la Roman Abramowitsch.

"50+1 verstößt zwar wie das VW-Gesetz völlig gegen EU-Recht. Aber der Fußball ist nicht nur ein Industriezweig. Ich wehre mich dagegen, den Fußball zu behandeln wie eine Fahrradschlauchbude", sagte DFL-Geschäftsführer Christian Seifert am Mittwochabend bei einer Podiumsdiskussion der DZ-Bank.

Eintracht Frankfurts Vorstandsvorsitzender Heribert Bruchhagen brachte die Vorbehalte der meisten Vereine gegen Mehrheitsinvestoren auf den Punkt. "In England werden internationale Stars zusammengekauft, die 250.000 Euro in der Woche verdienen. Diese Entwicklung ist nur mit arabischen Scheichs oder russischen Oligarchen zu machen. Wir wollen das nicht", sagte Bruchhagen.

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