Bundesliga

HSV-Bosse einigen sich auf Jol

SID
Dienstag, 06.05.2008 | 08:35 Uhr
HSV, Jol
© Getty
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München - Nach fünfeinhalb Monaten scheint sich der Hamburger SV intern endlich auf eine Lösung in der Trainerfrage geeinigt zu haben.

Wie die "Bild"-Zeitung berichtet, soll Martin Jol ab Juli neuer Trainer beim HSV werden. Sportdirektor Dietmar Beiersdorfer und Vorstandschef Bernd Hoffmann lägen zum erstenmal überhaupt auf einer Wellenlänge.

Mit Jol, der im Oktober 2007 bei den Tottenham Hotspur nach nur einem Sieg aus zehn Ligaspielen und auf Platz 18 liegend gefeuert wurde, laufen jetzt Verhandlungen über die Laufzeit des Vertrags sowie Jols Gehalt.

Der Verein bestätigte dies nicht, ausschließen wollte Beiersdorfer die Präsentation Jols in den nächsten Tagen aber nicht. Angeblich hat Jol die Kontakte zum HSV bestätigt, zudem habe er aber weitere Angebote aus Deutschland.

Eine Saison bei den Bayern

Während der langwierigen Hamburger Suche waren wiederholt zahlreiche Kandidaten genannt worden: Christian Gross (FC Basel), Bruno Labbadia (Greuther Fürth), Dieter Hecking (Hannover 96) und Slaven Bilic (Nationaltrainer Kroatien) wurden kontaktiert, konnten den Vorstand aber nicht restlos überzeugen oder sagten ab.

Zuletzt war der frühere Liverpool-Coach Gerard Houllier Thema beim HSV.

Nachdem auch der von Hoffmann favorisierte Jürgen Klopp sowie Beiersdorfers Kandidat Fred Rutten kein Interesse bekundeten, fiel die Wahl nun offenbar auf Jol.

Der 52-Jährige war als Spieler eine Saison bei Bayern München unter Vertrag (1978/79, 9 Spiele) und gewann als Trainer 1997 mit Roda Kerkrade den holländischen Pokal. In der holländischen Nationalmannschaft kam er dreimal zum Einsatz. Seine bisherigen Trainerstationen waren Den Haag, Scheveningen, Kerkrade, Waalwijk und Tottenham.

Vorstellung an Pfingsten?

Nach Informationen des "Hamburger Abendblatts" könnte Jol schon an Pfingsten vorgestellt werden. Beiersdorfer reagierte gelassen. "Wir haben jetzt so lange gewartet, dass wir ein paar Tage sicher noch schaffen."

Bleibt noch das mögliche Veto des Aufsichtsrats. Der wurde vom Vorstand offenbar noch nicht zu einer außerordentlichen Sitzung geladen, um über den neuen Kandidaten abzustimmen.

Versteckte Kritik an Hoffmann

Am Montag hatte sich Aufsichtsratsmitglied Willi Schulz in einem Interview mit dem "Kicker" noch kritisch geäußert.

"Viele sagen, ein Trainer müsse auch nach Marketing-Gesichtspunkten ausgesucht werden, ich aber sage: Das beste Marketing sind Siege."

Ein versteckter Hinweis an Hoffmann, dem nachgesagt wird, er wolle eine schillernde Persönlichkeit, die eine starke Öffentlichkeitswirkung hat.

"Disziplin ist ihm wichtig"

"Disziplin ist ihm wichtig", sagt Kevin-Prince Boateng in einem Interview mit der "Morgenpost" über Jol. Der Holländer war schließlich vier Monate sein Chef bei den Spurs. "Aber in erster Linie war er wie ein Vater zu uns Profis. Das Menschliche steht bei ihm ganz weit vorn. Aber wenn er will, kann er schon ein harter Hund sein."

Anpassungs- oder Sprachprobleme sieht Boateng auf Jol und den HSV nicht zukommen. "Er spricht ausgezeichnetes Deutsch. Mich zum Beispiel hat er in England immer auf Deutsch angesprochen."

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