Die Bayern nach dem 21. Meistertitel

Das Aushängeschild braucht eine Identität

Von Thomas Gaber
Montag, 05.05.2008 | 13:04 Uhr
bayern, van bommel
© Getty
Advertisement
International
So17:00
Topspiel am Sonntag: Tottenham - Liverpool
Ligue 1
St. Etienne -
Montpellier
Premier League
West Ham -
Brighton
J1 League
Kobe -
Tosu
A-League
FC Sydney -
Sydney Wanderers
Primera División
Levante -
Getafe
Premier League
Chelsea -
Watford
Premier League
Huddersfield -
Man United
Primera División
Real Betis -
Alaves
Ligue 1
Monaco -
Caen
Serie A
Sampdoria -
Crotone
Premier League
Southampton -
West Bromwich
Primera División
Valencia -
Sevilla
1. HNL
Hajduk Split -
Dinamo Zagreb
Ligue 1
Amiens -
Bordeaux
Ligue 1
Angers -
Toulouse
Ligue 1
Metz -
Dijon
Ligue 1
Nantes -
Guingamp
Ligue 1
Rennes -
Lille
Premier League
Man City -
Burnley (DELAYED)
Primera División
Barcelona -
Malaga
Serie A
Neapel -
Inter Mailand
Primeira Liga
Porto -
Pacos Ferreira
Premier League
Stoke -
Bournemouth (DELAYED)
Premier League
Swansea -
Leicester (DELAYED)
Premier League
Newcastle -
Crystal Palace (Delayed)
Primera División
Villarreal -
Las Palmas
Eredivisie
PSV – Heracles
Serie A
Chievo Verona -
Hellas Verona
Championship
Ipswich -
Norwich
CSL
Evergrande -
Guizhou
Eredivisie
Feyenoord -
Ajax
Premier League
Everton -
Arsenal
Ligue 1
Nizza -
Strassburg
Serie A
Atalanta -
Bologna
Serie A
Benevento -
Florenz
Serie A
AC Mailand -
Genua
Serie A
SPAL -
Sassuolo
Serie A
FC Turin -
AS Rom
Premier League
ZSKA Moskau -
Zenit
Primera División
Celta Vigo -
Atletico Madrid
Ligue 1
Troyes -
Lyon
Premier League
Tottenham -
Liverpool
First Division A
Anderlecht -
Genk
Serie A
Udinese -
Juventus
Premier League
Dynamo Kiew -
Schachtjor Donezk
Primera División
Leganes -
Bilbao
Super Liga
Roter Stern Belgrad -
Lucani
Primera División
Real Madrid -
Eibar
Serie A
Lazio -
Cagliari
Serie A
São Paulo -
Flamengo
Ligue 1
Marseille -
PSG
Allsvenskan
Malmö -
AIK
Primera División
Real Sociedad -
Espanyol
Primera División
La Coruna -
Girona
Copa del Rey
Saragossa -
Valencia
Serie A
Inter Mailand -
Sampdoria
League Cup
Arsenal -
Norwich
League Cup
Leicester -
Leeds
League Cup
Swansea -
Man United
League Cup
Man City -
Wolverhampton
Copa del Rey
Murcia -
Barcelona
Copa Libertadores
River Plate -
Lanus
Serie A
Atalanta -
Hellas Verona
First Division A
Genk -
Brügge
Serie A
Bologna -
Lazio
Serie A
Cagliari -
Benevento
Serie A
Chievo -
Milan
Serie A
Florenz -
FC Turin
Serie A
Genua -
Neapel
Serie A
Juventus -
SPAL
Serie A
AS Rom -
Crotone
Serie A
Sassuolo -
Udinese
Premiership
Aberdeen -
Celtic
League Cup
Chelsea -
Everton
League Cup
Tottenham -
West Ham
Coupe de la Ligue
Strasbourg -
Saint-Etienne
Copa del Rey
Elche -
Atletico Madrid
Copa Libertadores
Barcelona SC -
Gremio
Copa Sudamericana
Fluminense -
Flamengo
Copa del Rey
Fuenlabrada -
Real Madrid
Ligue 1
PSG -
Nizza
Championship
Leeds -
Sheffield Utd
A-League
Adelaide Udt – Melbourne City
Primera División
Alaves -
Valencia
Premier League
Man United -
Tottenham
Premiership
Hearts -
Rangers
1. HNL
Dinamo Zagreb -
Rijeka
Premier League
Liverpool -
Huddersfield
Championship
Cardiff -
Millwall
Primera División
Sevilla -
Leganes
Ligue 1
Bordeaux -
Monaco
Serie A
Milan -
Juventus
Premier League
Bournemouth -
Chelsea
Primera División
Atletico Madrid -
Villarreal
Championship
Hull -
Nottingham
Ligue 1
Caen -
Troyes
Ligue 1
Dijon -
Nantes
Ligue 1
Guingamp -
Amiens
Ligue 1
Montpellier -
Rennes
Ligue 1
Strasbourg -
Angers
Premier League
Arsenal -
Swansea (DELAYED)
Primera División
Bilbao -
Barcelona
Serie A
AS Rom -
Bologna
Primeira Liga
Boavista -
Porto
Premier League
Watford -
Stoke (Delayed)
Premier League
West Bromwich – Man City (DELAYED)
Premier League
Crystal Palace -
West Ham (Delayed)
Super Liga
Cacak -
Partizan
CSL
Hebei -
Guangzhou Evergrande
J1 League
Kofu -
Kobe
Primera División
Getafe -
Real Sociedad
Eredivisie
Vitesse -
PSV
Serie A
Benevento -
Lazio
Championship
Birmingham -
Aston Villa
Premier League
Zenit -
Lok Moskau
First Division A
Brügge -
Sint-Truiden
Premier League
Brighton -
Southampton
Ligue 1
Lyon -
Metz
Serie A
Crotone- Florenz
Serie A
Neapel -
Sassuolo
Serie A
Sampdoria -
Chievo Verona
Serie A
SPAL -
Genua
Serie A
Udinese -
Atalanta
Primera División
Girona -
Real Madrid
Ligue 1
Toulouse -
St. Etienne
Premier League
Leicester -
Everton
Primera División
Eibar -
Levante
Serie A
Ponte Preta -
Corinthians
Primera División
Malaga -
Celta Vigo
Serie A
FC Turin -
Cagliari
Ligue 1
Lille -
Marseille
Superliga
Boca Juniors -
Belgrano
Serie A
Hellas Verona – Inter Mailand
Premier League
Burnley -
Newcastle
Primera División
Espanyol -
Real Betis
Primera División
Las Palmas -
La Coruna
Championship
Preston -
Aston Villa

München - Der FC Bayern München ist also deutscher Meister. Zum 21. Mal. Zeit für die notorisch neidischen Nörgler, das ganze System Fußball gemäß dem Motto "Geld schießt Tore" einmal mehr in Frage zu stellen.

Doch es bedurfte jahrzehntelanger akribischer Arbeit, um den FC Bayern zu dem zu formen, was er heute ist: ein Verein, der Titel en masse sammelt und weit über die deutschen Grenzen hinaus höchste Anerkennung genießt. Ein funktionierendes Unternehmen mit jährlichen Umsätzen im dreistelligen Millionenbereich. Eine Herberge für Superstars wie Franck Ribery oder Luca Toni. Kurzum: DAS Aushängeschild des deutschen Sports.

31 Spieltage, 31 Fotos: Die Meistersaison in Bildern 

Der FC Bayern ist eine Marke im internationalen Fußball und spielt als solche in einer Liga mit Manchester United, Real Madrid oder dem AC Milan.

Das vierte Double innerhalb der letzten sechs Jahre täuscht aber über ein grundsätzliches Problem hinweg. Die Bayern suchen seit geraumer Zeit nach ihrer fußballerischen Identität.

Wofür stehen die Bayern? 

Der FC Arsenal steht für schnellen Kombinationsfußball. ManUnited für die perfekte Symbiose aus safety first und Offensivspektakel. Chelsea für robustes, körperbetontes Spiel ohne Schnörkel. Inter Mailand für zweckorientierten Ergebnisfußball. Der FC Barcelona für totale Spielkontrolle. Die Katalanen bleiben zwar das zweite Jahr in Folge ohne Titel, aber ihr Spielsystem besitzt Wiedererkennungswert.

Der fehlt dem FC Bayern. Trainer Ottmar Hitzfeld hat es in seiner letzten Saison nicht geschafft, der Mannschaft eine eindeutige Handschrift zu verleihen. Ein authentisches Konzept ist nicht erkennbar. Das meist verwendete 4-4-2-System wirft Fragen auf.

Ist es Mark van Bommels Hauptaufgabe, Bälle zu verteilen, oder soll der Niederländer Nebenmann Ze Roberto absichern? Welche Rolle spielte Bastian Schweinsteiger in Hitzfelds Überlegungen? Mal wurde der Nationalspieler auf links, mal in der Mitte auf der Zehnerposition, mal auf rechts eingesetzt. Seine Vielseitigkeit spricht für Schweinsteiger, doch wie oft hat er wirklich überzeugt?

Flügelspiel wurde eingestellt

Vor Saisonbeginn hatte Hitzfeld angekündigt, das Spiel über die Flügel zu forcieren, Bayerns Faustpfand in den ersten Saisonspielen. Doch es dauerte nicht lange, ehe wahlweise Marcell Jansen, Philipp Lahm, Christian Lell oder Willy Sagnol vermehrt Flanken aus dem Halbfeld schlugen.

Wer wird Vize-Meister? Jetzt mit dem SPOX-Tabellenrechner nachrechnen!

Das schnelle Spiel über die Außenbahnen wurde weitgehend eingestellt, lediglich Franck Ribery setzte seine Mitspieler mit Pässen von der Grundlinie immer wieder erfolgversprechend ein.

Beim 0:4 in St. Petersburg wurden Bayerns Defizite brutal aufgezeigt. Bei Zenit stand eine Elf auf dem Platz, bei der jeder genau wusste, was er zu tun hat. Zenits Trainer Dick Advocaat wich trotz der Personalnot keinen Millimeter von seinem Konzept ab.

Für den gesperrten Arschawin spielte der unbekannte Argentinier Dominguez im Angriff. Er hielt sich penibel an seine taktische Vorgabe, das geradlinige Spiel der Russen über die Außenbahnen mit Pässen in die Spitze auf Progrebnjak zu vollenden. Die Außenverteidiger Anjukow und Gorschkow ersetzten die gesperrten Ricksen und Sirl eins zu eins. Anjukow war perfekt auf Ribery vorbereitet, der Franzose verzettelte sich immer wieder in Einzelaktionen. Riberys Gefummel war wie Bayerns Anrennen nach dem frühen 0:1 - schlichtweg planlos.

Hitzfeld hatte mal ein Konzept

Als Bayern 2001 die Champions League gewann, hatte Hitzfeld klare Vorstellungen. Stefan Effenberg war der unumstrittene Chef. Mit einer Fünfer-Abwehrkette um den verkappten Libero Patrick Andersson trieben Bayern die damaligen besten Offensivreihen Europas von Real Madrid und ManUnited in den Wahnsinn. Bayern hatte ein System. Und dieses System funktionierte.

Die Bayern sind auch 2008 erfolgreich - ohne funktionierendes System. Mit Ausnahmekönnern wie Ribery, Toni oder Demichelis lässt sich die Bundesliga aufmischen.

Doch die Bayern sind zu sehr abhängig von diesen Spielern. Schweinsteiger oder Klose müssen nicht 100 Prozent geben, andere verschaffen ihnen ein Alibi. Wenn's eng wird, wird es der Ribery schon richten. Oder der Toni. Erwischen aber beide einen miesen Tag wie in St. Petersburg, löst sich die Mannschaft auf.

Dies ist nicht mehr Hitzfelds Problem, der Trainer hat seine Mission erfüllt. Er musste Meister werden, das hat er geschafft.

Doch Hitzfeld befand sich auch auf einer persönlichen Mission. Er hat stets betont, seinem Nachfolger Jürgen Klinsmann eine perfekt funktionierende Mannschaft übergeben zu wollen. Dies ist ihm trotz der Erfolge nicht gelungen.

Es ist nun Klinsis Aufgabe, den Bayern wieder eine Identität zu geben. Dafür haben ihn Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge geholt. Und dafür ist er der richtige Mann. Klinsmann hat als Trainer schon einmal einer Mannschaft eine neue Identität gegeben und Deutschland damit ein Sommermärchen.

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung