Dienstag, 22.04.2008

Bundesliga

FC Bayern zieht Vertragsangebot an Lahm zurück

München - Drei Tage nach dem umjubelten DFB-Pokalsieg in Berlin hat der FC Bayern München bei seinen Personalplanungen für die Zukunft unter Trainer Jürgen Klinsmann eine Niederlage erlitten.

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© Getty

Der designierte deutsche Meister ist im Vertragspoker mit Philipp Lahm bei seinem Vorhaben gescheitert, den am 30. Juni 2009 auslaufenden Vertrag des Fußball-Nationalspielers vorzeitig um drei Jahre zu verlängern.

"Der FC Bayern hat deshalb sein ursprüngliches Angebot heute zurückgezogen", teilte der Spitzenreiter am Dienstag offiziell mit.

Die Zeichen zwischen dem 24-jährigen Lahm und seinem Stammverein, bei dem er schon als Kind das Fußballspielen erlernte, dürften damit spätestens in einem Jahr auf Trennung stehen.

Lahm bekräftigt Wechsel-Wunsch

Denn Lahm bekräftigte im Magazin "stern" seinen Wunsch nach einem Wechsel ins Ausland. "Meine Karriereplanung sieht vor, dass ich den FC Bayern München irgendwann verlassen werde, und das nicht erst, wenn ich meinen Zenit überschritten habe", sagte Lahm.

Nach drei Jahren beim Rekordmeister sei ein Wechsel ins Ausland "der logische nächste Schritt" in seiner Karriere. Nach eigenen Angaben kann er zu renommierten Vereinen in Spanien und England wechseln.

Dann könnte der gebürtige Münchner, der unter anderem heftig vom FC Barcelona umworben werden soll, den FC Bayern sogar ablösefrei verlassen.

Rummenigge schließt vorzeitige Trennung aus

Eine vorzeitige Trennung schon in diesem Sommer hat Bayern-Vorstand Karl-Heinz Rummenigge bislang kategorisch ausgeschlossen.

"Eines ist klar: Selbst wenn er seinen Vertrag nicht verlängert, wird er den FC Bayern nicht vorzeitig verlassen und bis zum 30. Juni 2009 bei uns bleiben", sagte Rummenigge in einem Interview mit der Münchner Zeitung "tz" (Dienstag-Ausgabe). Das Angebot an Lahm bezeichnete er als "ein sehr stolzes" und "sehr faires".

Der Rückzug des Vertragsangebotes erinnert an den Fall Michael Ballack. Bevor der Kapitän der deutschen Nationalmannschaft im Sommer 2006 vom FC Bayern zum FC Chelsea wechselte, hatte die Münchner Vereinsführung ebenfalls eine lukrative Offerte an Ballack öffentlich zurückgezogen.

Damals gab Rummenigge die Entscheidung auf der Jahreshauptversammlung bekannt - unter dem Jubel vieler Mitglieder. Die seit Wochen laufenden Gespräche mit Lahm hätten zu keinem Ergebnis geführt, teilte der FC Bayern in der Pressemitteilung mit.

Ausland reizt Lahm

Nähere Details wurden nicht ausgeführt. Lahm hatte in der Vergangenheit mehrfach betont, dass er sich einen Wechsel ins Ausland gut vorstellen könne. Seit der WM 2006, bei der er unter dem damaligen Bundestrainer Klinsmann als linker Verteidiger auftrumpfte, ist der kleine Verteidiger bei europäischen Spitzenklubs begehrt.

Der 39-malige Nationalspieler ist ein Bayern-Eigengewächs. Mit 13 Jahren kam er zum Rekordmeister. Von 2003 bis 2005 war er an den VfB Stuttgart ausgeliehen, wo er zum Bundesliga- und Nationalspieler aufstieg. In bislang 127 Erstliga-Partien hat er drei Tore erzielt.


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