Klinsmann schiebt Fans den Riegel vor

Von SPOX
Mittwoch, 26.03.2008 | 09:48 Uhr
© Getty
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München - Insider. Heißt so viel wie Mitwissender, Eingeweihter. Insider heißt auch die Vereinsgaststätte beim FC Bayern in der Säbener Straße. Ab Sommer wird es dort keine mitwissenden Fans mehr geben.

Der neue Bayern-Trainer Jürgen Klinsmann zieht neue Saiten auf - und sperrt die Fans aus. Sein Plan: Öffentliche Trainings gibt es nicht mehr an der Säbener, die finden dann nur noch sporadisch in der Allianz Arena statt.

In diesem Zuge wird auch die Gaststätte geschlossen, von deren Wintergarten aus die Kiebitze seit den 90er Jahren das Training hinter Glas beobachten können.

"Wir werden gewisse Dinge hier an der Säbener Straße verändern. Der Umbau der Gaststätte ist dabei ein Schritt", sagte Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge in einem Interview mit der "Sport Bild": "Wir müssen den veränderten Verhältnissen im Profi-Fußball Rechnung tragen."

Spieler sollen auf dem Gelände bleiben

Soll so viel heißen wie: Klinsmann führt den Acht-Stunden-Tag für Profis ein. Die sollen künftig zwischen den Trainingseinheiten nicht mehr nach Hause fahren, sondern sich auf dem Trainingsgelände aufhalten.

Die Cafeteria neben der Kabine, wo die Mannschaft zeitweilig zu mittag isst, ist Klinsmann zu klein. Er braucht den Platz, den derzeit die Gaststätte einnimmt.

Für Pächterin Erika Niemeyer nicht nachzuvollziehen. "Die haben mir gesagt, dass der Verein keine Gastronomie mehr am Gelände haben will. Ich bin entsetzt und extrem traurig. Sie reißen mir das Herz heraus. Alle hier, auch die Fans, verlieren ein Stück Heimat", sagte sie der Münchner "AZ".

"Jürgen möchte alles professionalisieren"

"Es wird hier auch Schlafgelegenheiten geben", meint Rummenigge zu den Umbau-Plänen.

"Einige Profis wohnen weiter draußen, da ist die Fahrt in der Mittagspause nach Hause eine unnötige Strapaze. Die Profis sollen hier essen, sich ausruhen und auch für Ablenkungen wird gesorgt sein. Jürgen möchte einfach alles professionalisieren."

Der Plan, der dahinter steht, ist das Mannschaftsgefüge zu stärken. Die Spieler sollen mehr Zeit miteinander verbringen. Zur nötigen Ablenkung soll auch eine Lounge mit Kicker-Tischen, Fernsehern und Spielkonsolen entstehen.

Ein Erfolgskonzept, dass Klinsmann vom WM-Quartier Schloss Grunewald in Berlin her kennt.

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