Hintergrund

Cottbus? Nein danke

Von Stefan Moser
Montag, 24.09.2007 | 19:00 Uhr
Neururer, Peter
© Getty
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München - Chaos in Cottbus. Nach der Entlassung  von Volksheld Petrik Sander wütet Volkes Zorn gegen Energie-Boss Ulrich Lepsch, und nun warfen auch noch die Assistenz-Trainer Thomas Hoßmang und  Thomas Köhler aus freien Stücken die Brocken hin.

Vor dem Spiel gegen die Bayern am Mittwoch steht die Mannschaft plötzlich gänzlich ohne Trainer da, und der Druck auf die Vereinsführung wächst. Ein Neuer  muss her - und das möglichst schnell.

"Unser Manager Steffen Heidrich hat eine Kandidaten-Liste, die er jetzt abarbeiten muss", beschreibt Lepsch das weitere Vorgehen.

Die Cottbusser Liste ist natürlich streng geheim. Entsprechend eifrig stellt die  Presse bundesweit ihre eigenen Kandidaten zusammen: Heiko Weber, Peter Neururer, Jürgen Röber, Wolfgang Wolf, Jürgen Kohler, Volker Finke und Michael Fronteck waren die am häufigsten kolportierten Namen.

SPOX.com nahm Heidrich eine Menge Arbeit ab, fragte selbst bei den Kandidaten nach und stellte fest: Für Cottbus wird es schwer. Die meisten der genannten Trainer haben kein Interesse.

Kandidat 1: Heiko Weber

Seit Heiko Weber den FC Carl Zeiss Jena aus der Oberliga-Nordost in die 2. Bundesliga führte, genießt der 42-Jährige vor allem im Osten Deutschlands durchaus Prestige. 2007 übernahm er die zweite Mannschaft von Energie Cottbus - nun wird er gegen die Bayern die erste Mannschaft coachen. Dass er aber wohl als eine Interimslösung gilt, ist Weber durchaus bewusst.

Weber am Telefon zu SPOX.com: "Ich kann nicht davon ausgehen, die Sache für ewig zu übernehmen - es heißt ja nicht umsonst Interimstrainer. Momentan werden von der Vereinsführung Gespräche geführt. Dabei gibt es natürlich das übliche Geplänkel um Geld und um Vertragslaufzeiten. Für mich gilt die Abmachung, dass ich bis zum Bayern-Spiel am Mittwoch die Verantwortung trage. Wenn es da gut läuft - wobei der Gegner ja nicht wirklich dankbar ist - geht es vielleicht weiter bis Sonntag. Dann werden weitere Gespräche geführt. Ich persönlich würde die Aufgabe auch gerne länger machen, es ist schließlich eine schöne Sache einen Bundesligisten zu trainieren."

Wahrscheinlichkeit: Höchstens 30%. Weber genießt Kredit bei den Fans im Osten. Genau wie Sander. Doch auch Weber ist ein eher eigenwilliger Kopf. Genau wie Sander. Wenn Lepsch das haben wollte, hätte er auch gleich an Sander festhalten können.

Kandidat 2: Peter Neururer

Peter Neururer steht auf der Liste, weil Peter Neururer eigentlich immer auf der Liste steht, wenn es irgendwo brennt. Aber der 52-Jährige steht definitiv nicht zur Verfügung.

Klare Ansage am Telefon: Erst läuft "Born to be wild" als Klingelton, dann bezieht Neururer beeindruckend klar Stellung: "Ich bin gefragt worden, aber ich habe überhaupt kein Interesse, nach Cottbus zu gehen. Nachdem ich gesehen habe, was da mit meinem Kollegen Petrik Sander gemacht wurde, erwarte ich von mir persönlich einfach Solidarität. In dieser Form kann Energie nicht mein Ansprechpartner sein. Ich wurde inzwischen mehrfach kontaktiert - wobei ich nicht weiß, ob diese Leute im Auftrag von Energie Cottbus  angerufen haben -, und ich habe jedes Mal klar gesagt: 'Ich stehe nicht zur Verfügung'. Denn ich habe keinerlei Verständnis dafür, wie mit Sander umgegangen worden ist."

Wahrscheinlichkeit: 0-1%. Geht Neururer nach einer derart klaren Ansage doch nach Cottbus, setzt er seine Glaubwürdigkeit und Integrität aufs Spiel. Und dafür ist er schon viel zu lange im Geschäft.

Kandidat 3: Jürgen Röber

Der 53-Jährige, seit seinem Rücktritt bei Borussia Dortmund im März ohne Job, galt als einer der Top-Kandidaten. Röber hat viel Erfahrung und kennt sich auch im Osten der Republik gut aus. Über sechs Jahre lang arbeitete er als Trainer bei der Hertha in Berlin.

Röber am Telefon: "Ich habe erst am Wochenende öffentlich für Sander Partei ergriffen. Und so schnell wechsle ich die Fronten nicht. Ich habe kein Interesse."

Kandidat 4: Volker Finke

Finke rutschte eher zufällig in die Kandidatenliste. Vor allem wohl deshalb, weil bekannt wurde, dass zuvor schon Carl Zeiss Jena an einer Verpflichtung des 59-Jährigen interessiert war, Finke angeblich aber abgesagt hat. Aber Nachfragen kostet ja nichts.

Volker Finke am Telefon: "Nur so viel: Ich habe mir selbst bis Jahresende ein striktes Berufsverbot auferlegt. Und das möchte ich auch gerne aufrechterhalten."

Wahrscheinlichkeit: Höchstens 10% . Finke arbeitet gern eigenverantwortlich. Dass er sich freiwillig Lepsch unterordnet, ist schwer vorstellbar. Unter Berufsverbot zumal.

Kandidat 5: Wolfgang Wolf

Wolf hat Erfahrung, vor allem im Abstiegskampf: Er trainierte in der Bundesliga bereits den VfL Wolfsburg, Nürnberg und Kaiserslautern. Und er hat Zeit. Im April dieses Jahres wurde er beim FCK entlassen. Doch das aller Beste ist - er hat Interesse.

Wolf sprach am Telefon von sich selbst in der dritten Person und zwar Folgendes: "Es gab bisher noch keinen Kontakt zwischen Wolf und Cottbus. Aber falls Energie mit mir Kontakt aufnehmen möchte, bin ich zu Gesprächen bereit. Ein Angebot aus der Bundesliga ist immer interessant. Ich höre mir das gerne an."

Wahrscheinlichkeit: Höchstens 20%. Wolf hat zwar Erfahrung im Abstiegskampf, aber letztlich keinen wirklichen Bezug zu Energie Cottbus. Fraglich, ob die Fans ihn akzeptieren würden.

Kandidat 6: Jürgen Kohler

Kohler pflegt seit geraumer Zeit sein Image als Malocher, der ganz gern die Ärmel hochkrempelt. Seine Erfahrung als Vereinstrainer beschränkt sich allerdings auf gut sechs Monate beim MSV Duisburg.

Kohler am Telefon: "Hier ist der Anschluss von 01**/********. Leider können sie mich nicht erreichen. Hinterlassen sie mir bitte eine Nachricht nach dem Piepton, ich rufe sie dann zurück."

Wahrscheinlichkeit: 40%. Kohler hat nicht zurückgerufen. Vielleicht ein Indiz dafür, dass er im Moment wichtigere Gespräche zu führen hat.

Kandidat 7: Michael Frontzeck

Auch Frontzeck war telefonisch nicht zu erreichen. Aber nicht nur deshalb ist der 43-Jährige der Top-Kandidat. Frontzeck sprang schon 2006 kurzfristig bei Alemannia Aachen für Dieter Hecking ein und lieferte - zumindest in der Hinrunde - eine beachtliche Arbeit ab. Auch seine Mentalität passt gut ins Cottbusser Anforderungsprofil. Wahrscheinlichkeit: 50%.

Weitere Kandidaten

Auch Klaus Augenthaler wurde als Kandidat gehandelt, sagte aber inzwischen ab: "Ich möchte keinen Schnellschuss machen." 

Und dann spuken auch noch die Namen Lothar Matthäus und Jose Mourinho durch die Lausitz. Mourinho liebäugelt ja bekanntlich mit einem Wechsel nach Deutschland und mit einem Alleinherrscher in der Vereinsführung hat er auch Erfahrung. Trotzdem: 0% Wahrscheinlichkeit.

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