Sonntag, 08.03.2015

Kleinfeld-Nationalmannschaft hat große Ziele

Mit Ebbers in die Staaten

Am 21. März startet die deutsche Kleinfeld-Nationalmannschaft gegen Mitfavorit Mexiko in die WM 2015 in den USA. Betreut wird die Auswahl von Bundestrainer Marc Müller, der neben zahlreichen Amateuren auch den Ex-Profi Marius Ebbers nominiert hat. Das Ziel ist klar: Der Titel soll her.

St. Pauli-Legende Marius Ebbers (r.) konnte in seiner Karriere drei Aufstiege feiern
© getty
St. Pauli-Legende Marius Ebbers (r.) konnte in seiner Karriere drei Aufstiege feiern

Vor fast genau drei Jahren gründete sich der Deutsche Kleinfeld-Fußball-Verband, um Amateurfußballern in Deutschland eine Plattform zu bieten, auf der sie ihrem liebsten Hobby zwanglos und mit voller Enthusiasmus nachgehen können. Die Chance dabei sogar Nationalspieler zu werden ist so greifbar wie unwirklich, schließlich ist es für jeden Fußballer das Größte, vor dem Spiel die Hymne mitzusingen.

Diese Gelegenheit bekamen mit der Teilnahme an bisher drei Europameisterschaften schon einige Amateurspieler. Mit zwei Halbfinaleinzügen in Folge etablierte sich das Team von Bundestrainer Marc Müller sogar im Kreis der besten Kleinfeld-Teams Europas. Doch jetzt wartet eine neue Herausforderung auf den jungen Verband: Die erste Weltmeisterschaft im Kleinfeld-Fußball. In den USA. Und das bereits in weniger als vier Wochen.

Mit dabei ist einer, dem es bisher noch nicht vergönnt war, das Trikot seines Heimatlandes überzustreifen. Marius Ebbers, St. Pauli-Legende, dreifacher Aufsteiger in die 1. Bundesliga und Torjäger vom Dienst, wurde vom Bundestrainer nominiert und verstärkt die Mannschaft, die im Kern dem Kader letzten Europameisterschaft entspricht.

"Für mich wird das eine ganz besondere Erfahrung werden, da ich in meiner ganzen Karriere noch nie in irgendeiner Nationalmannschaft gespielt habe. Und dann direkt eine WM zu spielen, ist schon eine außergewöhnliche Situation, auf dich ich mich unfassbar freue", so der 1,92m-Hüne.

Drei Deutsche aus den USA kein Zufall

Neben Ebbers stoßen unter anderem auch drei "Legionäre" zum Kader, die in den USA leben und den dortigen "Arena Soccer" spielen. Einer von Ihnen ist Ex-Profi Thorsten "Toto" Schmugge, der an die 150 Zweitligaspiele bestritt und vor allem dank seiner Erfahrung der Mannschaft helfen wird.

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Dass gleich drei Deutsche aus den USA im Kader sind ist laut Trainer Müller kein Zufall: "Das Spiel in der US-Liga ist ein ganz anderes als wir es kennen. Mehr Tempo, weniger Pausen, ganz andere Spielfeldmaße. Die Expertise der Jungs, die dort in der Liga spielen, ist enorm wichtig für uns. Außerdem passen sie auch menschlich hervorragend ins Team."

Mit "ein ganz anderes Spiel" meint Müller vor allem die Tatsache, dass Kleinfeld-Fußball in den USA auf Eishockeyflächen gespielt wird, also mit Rundumbande und 60 Metern Spielfeldlänge. Auch das Regelwerk enthält viele Abweichungen vom europäischen: "Zeitstrafen, 60 Minuten Spielzeit, Powerplay und Penalty-Kill - es hat viel vom Eishockey. Taktisch eine große Herausforderung für uns", so der Coach, der aber voller Zuversicht in die USA fliegt, genauso wie Verbandspräsident Christoph Köchy: "Eine Weltmeisterschaft zu spielen ist das Größte, was man als Fußballer erreichen kann. Wir haben eine gute Truppe und hoffen einen riesen Hype zu erzielen, der den Kleinfeld-Fußball in Deutschland nachhaltig nach vorne bringt".

Eröffnungsspiel gegen Topfavoriten

Die Reise beginnt für das deutsche Team am 16. März. Ziel ist Dallas, Texas. Dort geht es ins fünftägige Trainingslager, wo Müller vor allem im taktischen Bereich ansetzen will. Das erste Gruppenspiel steigt dann am 21. März um 17:00 Uhr Ortszeit gegen keinen geringeren als den Turnierfavoriten Mexiko - vor 6.000 Zuschauern im Allen Event Center in Dallas.

Bei Kapitän Roman Heinrich ist die Vorfreude groß: "Ich freue mich, das Eröffnungsspiel gegen den Topfavoriten bestreiten zu können und sehe es nicht als Nachteil. Wir werden hochmotiviert, aggressiv und gut vorbereitet in das Spiel gehen und uns sicher nicht verstecken." Weiter geht es dann direkt am nächsten Tag mit dem Spiel gegen Indien in Wichita/Kansas, ehe es an gleicher Stelle am 24. März zum letzten Gruppenspiel gegen den Rekordeuropameister Rumänien geht.

"Sicher die schwerste Gruppe"

"Sicher die schwerste Gruppe", so Präsident Köchy, "aber wir wollen die Gruppenphase schon überstehen. Wir gehen zwar nicht als Favorit ins Turnier, aber schließlich sind wir Deutschland. Am Ende wollen wir den Pott hochhalten."

Dies wäre im Fall der Fälle in Chicago, wo am 29. März das Finale stattfindet. Neben Mexiko zählen auch die USA und Brasilien zum Favoritenkreis. Alle deutschen Spiele werden hierzulande per Livestream übertragen und vor Ort von ESPN produziert.

Weitere Informationen zum DKFV und zur Weltmeisterschaft gibt es auf www.dkfv.eu.


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