Mittwoch, 26.10.2011

Nach Stallorder von Red Bull

Schumacher-Rekord für Vettel in Gefahr

Der deutliche Aufruf zur Teamorder könnte Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel die Einstellung eines grandiosen Rekordes von Michael Schumacher kosten.

Sebastian Vettel (l.) soll seinen Red-Bull-Teamkollegen Mark Webber zum Vize-Weltmeister machen
© Getty
Sebastian Vettel (l.) soll seinen Red-Bull-Teamkollegen Mark Webber zum Vize-Weltmeister machen

Nach der klaren Ansage von Teamchef Christian Horner, dass fortan die Vize-Weltmeisterschaft für Vettels Teamkollegen Mark Webber das erklärte Saisonziel sei, versicherte der Weltmeister, seinen Stallrivalen im Fall einer relevanten Situation "auf jeden Fall" vorbeizulassen.

Nur mit drei Siegen aus den verbliebenen drei Rennen könnte der 2011 bisher zehnmal erfolgreiche Vettel aber Schumachers Rekord von 13 Saisonsiegen aus dem Jahr 2004 einstellen.

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"Mark ist nicht weit weg von Platz zwei", sagte Vettel vor der Formel-1-Premiere in Indien an diesem Wochenende: "Wir wollen immer das bestmögliche herausholen. Und da wir die Fahrer- und die Konstrukteurs-WM schon gewonnen haben, wollen wir nun Mark Zweiter werden lassen."

Webber bislang ohne Saisonsieg

Derzeit hat der Australier, der noch ohne Saisonsieg ist, als Vierter 13 Punkte Rückstand auf den Briten Jenson Button (McLaren) und drei Zähler auf Fernando Alonso (Spanien/Ferrari).

Der Unterschied zwischen einem ersten und zweiten Platz beträgt sieben Punkte, Teamorder ist seit dieser Saison offiziell erlaubt. Die Vize-Weltmeisterschaft würde für Webber, der 2009 Vierter und im Vorjahr Dritter war, im zehnten Formel-1-Jahr den größten Erfolg bedeuten.

Webber hatte sich vor allem im Titelkampf des Vorjahres oft vom Team benachteiligt gefühlt, nun will Horner nach der Vertragsverlängerung offenbar auch den Seelenfrieden des 34-Jährigen wieder herstellen.

"Webber hatte ein sehr starkes Jahr, und wir wollen, dass er in der Fahrer-WM Zweiter wird", hatte er gesagt: "Unsere verbleibenden Ziele sind daher: Ihm zu einem Rennsieg zu verhelfen und die Saison mit Stil zu beenden."

Ausbau der Erfolgsserie

Doch auch wenn Vettel seinem internen Rivalen im Fall der Fälle den Sieg überlassen würde, strebt er in erster Linie einen Ausbau der eigenen Erfolgsserie an.

"Wir haben es uns das ganze Jahr nicht erlaubt abzuheben. Dass wird dies weiterhin nicht tun, wird entscheidend sein für den Rest dieses Jahres, das nächste Jahr und die nächsten Jahre überhaupt", sagte er und bleibt trotz der bereits feststehenden Titel in der Fahrer- und Konstrukteurs-WM weiter fokussiert: "Unser Ziel ist es, so weiterzumachen wie zuletzt."

In Indien am Sonntag geht es schließlich auch um eine ganz besondere Ehre. "Ich bin sicher, dass Vettel hier alles geben wird", sagte Manoj Gaur, Vorsitzender des privaten Streckenbetreibers Jaypee: "Er hat einen Ruf zu verteidigen. Schließlich will jeder Fahrer derjenige sein, der den ersten Grand Prix in Indien gewinnt."

Der aktuelle WM-Stand

Historische WM-Entscheidungen von Suzuka
1987: Herzschlagfinale in Japan. Mansell und Piquet kämpfen um den Titel. Mansell kollidert im Training schwer, Piquet wird Weltmeister
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1988: Teil 1 des "Krieges" zwischen Senna und Prost. Erster WM-Titel für die Brasilianer. Unwiderstehlich pflügte Senna durch das Feld und gewann
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1989: Teil 2. In der letzten Schikane kollidierten die Teamkollegen. Prost schied aus, Senna wurde im Nachhinein disqualifiziert. Prost war Weltmeister
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1990: Teil 3. Neu-Ferraristi Prost und Senna crashten in der ersten Kurve. Beide erhielten keine Punkte, Senna war der Triumphator
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1991: Senna vs. Mansell. Ein harter Fight. Im Finale von Suzuka fliegt Mansell allerdings von der Strecke. Senna krönte sich erneut zum Weltmeister
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1996: Die Teamkollegen Villeneuve und Hill kämpften um den Titel. In Suzuka schied Villeneuve aus, Hill wurde zum ersten und letzten Mal Weltmeister
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1998: Erster Schumi-Häkkinen-Clash in Suzuka. Auf Platz drei liegend zerstörte ein Reifenplatzer alle Hoffnungen auf den Gewinn des Titels
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1999: Irvine hatte vor dem Japan-GP vier Punkte Vorsprung. Doch Häkkinen fuhr unwiderstehlich und gewann das Rennen und die WM
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2000: Schumacher is back! Er hielt beide McLaren hinter sich und zeigte in Suzuka eines seiner besten Rennen. Dritter WM-Titel und der erste für Ferrari seit 21 Jahren
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2003: Der Deutsche brauchte nur noch einen Punkt, um Weltmeister zu werden. Schumacher wurde Achter, holte den Punkt und die WM
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Der russische Ministerpräsident Wladimir Putin wollte offenbar mit aller Macht den Wechsel von Fußball-Nationaltorwart Manuel Neuer zu Bayern München verhindern.

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