Donnerstag, 23.09.2010

SPOX zockt gegen Adrian Sutil

Sutil: "Du Sauhund"

Vor vier Jahren gab es die letzte Formel-1-Simulation für PC und Spielkonsolen. Bis jetzt. Denn schon am kommenden Wochenende können sich die Ersten virtuell mit Michael Schumacher, Sebastian Vettel und Co. im neuen Spiel "F1 2010" messen. Wer ist in Singapur schneller? SPOX bekam schon einmal einen Vorgeschmack und hat Adrian Sutil zum Duell gefordert.

Adrian Sutil (M.) hatte im Formel-1-Simulator gegen SPOX-Redakteur Jan Böhmer (l.) viel Spaß
© spox
Adrian Sutil (M.) hatte im Formel-1-Simulator gegen SPOX-Redakteur Jan Böhmer (l.) viel Spaß

Es gibt einfach Tage, an denen man seinen Job noch besser findet als sonst. Wenn man von Adrian Sutil zum Privat-Duell herausfordert wird, zum Beispiel. One on One. Im Playstation-Rennsimulator. Am Rande der "F1 2010"-Präsentation in München.

Obwohl: Duell ist vielleicht zu viel gesagt. "Mal anständig vom Profi versägt werden" trifft es eher. Wir fahren in Singapur. Bei Nacht. Und ich habe keine Ahnung, wo es langgeht. Einführungsrunde? Fehlanzeige. Die Ampel schaltet auf Grün und wir rasen los. Also Sutil rast - ich nicht. Jedenfalls nicht lange. Gewinne zwar irgendwie den Start und bin nach der ersten Kurve in Führung - doch dann geht es in die Reifenstapel. Bääm. Kurve verpasst.

"Verdammt realistisch" - bis auf die Bremsen

"Junge, du hast in der ersten Kurve vielleicht verdammt hart attackiert", sagt Sutil. Während ich mich noch frage, ob das nun Lob oder Kritik war, holpere ich bereits durch die nächste Auslaufzone. Ist aber auch egal. Sutil ist eh weg, obwohl auch er ein, zweimal neben die Strecke kommt. Seine Ausrede: "Das Spiel ist echt verdammt realistisch, aber die Bremsen beißen nicht ganz so wie in Wirklichkeit."

Für mich heißt es jetzt: alles geben und wenigstens mit einer Top-Rundenzeit beeindrucken. Und ich beeindrucke. Allerdings nicht Sutil - sondern die virtuelle Rennleitung, die mich wegen mehrmaligen Kurvenschneidens disqualifiziert. Mein Bolide rollt aus, ich bin völlig konsterniert. Sutil ist übrigens mittlerweile im Ziel und checkt sein Handy. Immerhin hat er damit gewartet, bis er über die Linie ist.

Der Blick auf die Bildschirme des Simulators
Der Blick auf die Bildschirme des Simulators
© spox

Revanche gegen Sutil in Hockenheim

Ich finde: So kann meine Rennfahrer-Karriere nicht zu Ende gehen und verlange eine Revanche. Schließlich hätte Sutil die Strecke schon den ganzen Tag geübt, argumentiere ich - und dann noch diese Disqualifikations-Sache. Da hätte ich ja wohl noch eine Chance verdient. Findet auch Sutil. Und schwupps geht es zur Revanche nach Hockenheim. Dem Ort meiner Rache.

Hier kenne ich mich schließlich aus. Hier muss was drin sein. Und tatsächlich: Ich gewinne den Start. Bin nach der ersten Kurve vorne. Habe abgekürzt. Mal wieder. Aber diesmal - keine Reaktion der Rennleitung. Nur Sutil sagt: "Nicht, dass Du gleich wieder disqualifiziert wirst." Ich werte das als pure Angst. Klarer Fall: Der Junge sieht seine Felle wegschwimmen.

Sutil auf die Wiese gedrängt

Jedenfalls bis zum Anbremsen auf die erste echte Kurve. Denn war er eben noch mehrere hundert Meter hinter mir, schießt er nun plötzlich an mir vorbei. Einfach so. Doch ich halte dagegen. Nebeneinander geht es durch die Parabolika. "Ah, ein schönes Rad-an-Rad-Duell", höre ich Sutil sagen. "So muss das sein".

Finde ich auch - und fahre Kampflinie. Kampflinie nach Schumacher-Art. Sutil muss aufs Grün. Und nennt mich plötzlich: "Sauhund!" Er hat tatsächlich "Du Sauhund" gesagt. Jetzt habe ich es geschafft. Ich habe den erfahrenen Formel-1-Piloten geknackt. Jetzt bin ich in seinem Gehirn.

Dass er mich in der Haarnadel in einen Dreher treibt? Spielt für mich überhaupt keine Rolle mehr. Dass ich ihn für den Rest unseres kurzen Rennens nicht einmal mehr auf der langen Geraden sehe? Volkommen egal. Ich habe den Profi aus dem Konzept gebracht!

Duell der SPOX-Redakteure

Deshalb habe ich trotz der zweiten Niederlage in Folge Oberwasser. Das merkt auch Sutil - und erfindet einen billigen Vorwand namens Interview, das wir doch jetzt mal führen sollten. Angst, sage ich - und lasse im Anschluss an das Gespräch mit Sutil immerhin den Kollegen Mey ganz alt aussehen. Den fege ich erst in Japan und dann am Hockenheimring dermaßen von der Strecke, dass er es mal lieber auf Probleme mit seinem Lenkrad schiebt. Pah.

Ich habe ihn versägt. Und das im Toro Rosso. Ich finde: Meine Leistung ist überragend. Sutil-Rückkampf-reif. Meine schnellste Runde ist schließlich nur etwas mehr als drei Sekunden langsamer als Sutils Bestzeit in Hockenheim. Mittlerweile könnte ich auch den schlagen - da bin ich mir sicher. Sehr sicher. Brauche nur dringend so einen Simulator zum Üben. Fürs nächste Mal.

Denn dies hier ist eine öffentliche Herausforderung an dich, Adrian!

Strecken-Check Singapur: Härter geht es nicht

Jan-Hendrik Böhmer

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