"Deutsches Eishockey am Boden"

SID
Sonntag, 03.05.2009 | 16:34 Uhr
Die deutschen Spieler sind fassungslos über die erneute Pleite
© Getty
Advertisement
William Hill World Championship
World Darts Championship: Tag 1
European Challenge Cup
Pau -
Agen
NBA
Lakers @ Cavaliers
NHL
Penguins @ Golden Knights
William Hill World Championship
World Darts Championship: Tag 2
European Rugby Champions Cup
Ulster -
Harlequins
NBA
Spurs @ Rockets
BSL
Besiktas -
Galatasaray
William Hill World Championship
World Darts Championship: Tag 3 -
Session 1
William Hill World Championship
World Darts Championship: Tag 3 -
Session 2
NHL
Canadiens @ Senators
NBA
Jazz @ Cavaliers
World Championship Boxing
Billy Joe Saunders vs David Lemieux
Liga ACB
Barcelona -
Gran Canaria
William Hill World Championship
World Darts Championship: Tag 4 -
Session 1
European Rugby Champions Cup
Wasps -
La Rochelle
European Challenge Cup
Cardiff -
Sale
Liga ACB
Obradoiro -
Real Madrid
William Hill World Championship
World Darts Championship: Tag 4 -
Session 2
NBA
Kings @ Raptors
NHL
Blues @ Jets
William Hill World Championship
World Darts Championship: Tag 5
NHL
Kings @ Flyers
NBA
Warriors @ Lakers
Basketball Champions League
Ludwigsburg -
Teneriffa
Basketball Champions League
Bonn -
Zielona Gora
NHL
Hurricanes @ Maple Leafs
William Hill World Championship
World Darts Championship: Tag 6
NBA
Cavaliers @ Bucks
Basketball Champions League
Oldenburg -
Sassari
William Hill World Championship
World Darts Championship: Tag 7
Basketball Champions League
Straßburg -
Bayreuth
NBA
Lakers @ Rockets
William Hill World Championship
World Darts Championship: Tag 8
NBA
Celtics @ Knicks
William Hill World Championship
World Darts Championship: Tag 9 -
Session 1
William Hill World Championship
World Darts Championship: Tag 9 -
Session 2
Premiership
Warriors -
London Irish
NBA
Lakers @ Warriors
BSL
Darüssafaka -
Trabzonspor
William Hill World Championship
World Darts Championship: Tag 10 -
Session 1
NHL
Jets @ Islanders
Liga ACB
Fuenlabrada -
Teneriffa
William Hill World Championship
World Darts Championship: Tag 10 -
Session 2
Pro14
Connacht -
Ulster
NHL
Maple Leafs @ Rangers
NBA
Mavericks @ Hawks
Premiership
Leicester -
Saracens
NBA
76ers @ Knicks
NBA
Cavaliers @ Warriors
NBA
Wizards @ Celtics
Spengler Cup
Schweiz -
Riga
Spengler Cup
Kanada -
Mountfield
William Hill World Championship
World Darts Championship: Tag 11 -
Session 1
William Hill World Championship
World Darts Championship: Tag 11 -
Session 2

Nach der historischen Pleite und dem Absturz auf einen Abstiegsplatz wollte Eishockey-Bundestrainer Uwe Krupp ganz schnell weg.

Nur 33 Sekunden dauerte seine Stellungnahme zum 0:1 (0:0, 0:1, 0:0) gegen Österreich, dann verschwand der ehemalige NHL-Star in der Kabine. Erst auf Nachfrage kehrte der 43-Jährige nach der fünften WM-Niederlage in Folge zurück und stellte sich den Fragen.

"Ich habe die Aufgabe 2005 übernommen, weil es eine Herausforderung war. Es ist immer noch eine Herausforderung", sagte Krupp nach der ersten WM-Pleite gegen Österreich seit 75 Jahren, die den sportlichen Abstieg der deutschen Nationalmannschaft besiegelte.

Krupp gibt nicht auf

Nur die Gastgeberrolle der WM 2010 bewahrt die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) vor dem Gang in die Zweitklassigkeit. Obwohl der Frust riesig ist, aufgeben will der ehemalige
Weltklasseverteidiger nach dem Debakel von Bern nicht.

"Ich glaube an meine Spieler", sagte Krupp und ergänzte mit Blick auf die Kritik aus der Heimat an seiner Personalpolitik: "Es sind die richtigen Spieler hier. Ich sehe keinen in Deutschland, der uns hier helfen könnte."

Auch wenn die mit Viertelfinalträumen angereiste deutsche Mannschaft in der Schweiz so schlecht abschnitt wie seit der WM 1991 in Finnland nicht mehr, als sie ebenfalls die ersten fünf Spiele verlor und am Ende Letzter wurde - Krupp steht beim Verband nicht zur Diskussion.

Offensive versagt erneut

"Ich habe riesigen Respekt vor ihm. Ein anderer hätte sich schon die Joggingschuhe geschnappt und wäre weggelaufen", erklärte DEB-Generalsekretär Franz Reindl: "Wir sehen das klare Konzept, das Uwe hat. Wir glauben an sein Konzept."

Umsetzen konnte die DEB-Auswahl das Kruppsche Konzept wie schon bei den peinlichen Niederlagen gegen Frankreich (1:2) und Dänemark (1:3) aber nicht. Obwohl der Coach für NHL-Profi Jochen
Hecht zum dritten Mal eine neue Angriffsformation zusammengestellt hatte, versagte gegen den Weltranglisten-16. wieder einmal die Offensive.

Selbst als das Paradesturmduo Michael Wolf/Michael Hackert allein aufs Tor zulief, spielte es sich mit einem Doppelpass selbst aus (29.). So reichte den Österreichern, die zuletzt bei der WM 1934 in Mailand gegen den großen Nachbarn gewonnen hatten (2:1), vor 3828 Zuschauern ein einziges Tor durch Thomas Koch (28.).

Deutschland steigt überall ab

"Wir sind von Spiel zu Spiel verunsicherter. Jeder schiebt die Verantwortung weiter´, meinte Wolf ratlos und fügte resigniert hinzu: "Ich bin sprachlos." Das letzte WM-Spiel am Montag (12.15 Uhr) gegen die bereits als Absteiger feststehenden Ungarn hat nur noch statistischen Wert.

Nicht beim Trainer, sondern in den Strukturen suchten die Verantwortlichen nach dem völlig überraschenden Absturz von den Plätzen neun und zehn bei den vorangegangenen WM-Turnieren die
Schuld.

"Das deutsche Eishockey ist jetzt am Boden", meinte Kapitän Andreas Renz und verwies auf den Abstieg der U20- und U18-Junioren in diesem Jahr: "Wir sind eigentlich mit allen Mannschaften abgestiegen. Ein schlimmeres Jahr für den DEB kann es nicht geben. Es wird Zeit, dass etwas passiert."

Unzureichende Jugendarbeit

Die Zahl der Ausländerstellen in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) sollte weiter reduziert werden, meinte der Kölner Abwehrspieler: "Wir haben Verteidiger, die spielen seit 20 Jahren nicht in Überzahl und sollen hier das Spiel rausreißen." Eher die unzureichende Jugendarbeit hat Reindl im Blick: "Wir haben Nachwuchskonzepte, aber es reicht nicht. Wir müssen mehr tun und wichtige und gewaltige Schritte unternehmen."

Die WM im kommenden Jahr, die mit viel Spektakel und einem Weltrekord auf Schalke beginnen soll, sei eine gute Gelegenheit. "Diesen Aufwind müssen wir nutzen", forderte Reindl, "danach wird

es keinen Aufwind mehr geben." Denn, so der Bronzemedaillengewinner von 1976, irgendwann wolle er "in Pension gehen und sehen, dass Deutschland oben dabei ist." Davon kann er im Moment nur träumen.

Die WM-Abstiegsrunde

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung