Mittwoch, 03.09.2008

DEL-Saisoncheck, Teil 1

Vorsicht vor Zachs Scorpions

Der Saisonauftakt ist Geschichte. Im Duell der Favoriten besiegten die Eisbären aus Berlin die Kölner Haie (Highlights im Video). Noch sind aber 51 Spiele bis zu den Playoffs zu absolvieren. Alles ist möglich. Der SPOX-Check gibt einen Überblick über die Kräfteverhältnisse in der DEL.

Hannover, Eisbären
© Imago

1. Eisbären Berlin

Vorschau: Die Eisbären gehen mit einem ganz großen Neuzugang in die Saison. Mit einem, der Platz für 14.500 Zuschauer bietet. Der Wellblechpalast ist Geschichte - die neue Heimat der Eisbären heißt O2-World. Ob sie eine ähnliche Festung wird, und ob man die große Arena dauerhaft voll bekommt, muss abgewartet werden. Mit Verteidiger-Star Richie Regehr (vergangene Saison 24 Tore) hat man ein ohnehin schon starkes Team noch einmal gezielt verstärkt.

Player to watch: Constantin Braun. Man könnte Elia Ostwald nennen, man könnte Daniel Weiß nennen, an Talenten mangelt es bei den Eisbären nie. Braun spielte in der vergangenen Saison in den Playoffs eine ganz starke Rolle auf der ungewohnten Verteidiger-Position, nun geht es zurück in den Sturm.

Prognose: Der Weg zum Titel führt nur über die Eisbären. Der Meister ist überall hervorragend besetzt. Der Topfavorit.

2. Adler Mannheim

Vorschau: Selbst wenn Manager Marcus Kuhl nach der enttäuschenden vergangenen Saison einen Umbruch gewollt hätte, er hätte ihn nicht vollziehen können. Viele Spieler hatten bestehende Verträge. So muss man in Mannheim hoffen, dass einige Herren wie Rene Corbet, Francois Methot oder Colin Forbes wieder zu alter Stärke zurückfinden. Mit Fred Brathwaite könnte den Adlern aber ein echter Coup gelungen sein. Der Goalie könnte ein großer neuer Star in der DEL werden.

Player to watch: Jason King. Der einzige namhafte Neuzugang im Sturm - aber was für einer. King ist ein geborener Scorer. Zuletzt 35 Tore für die Portland Pirates in der AHL. Vielleicht der neue Topscorer der DEL.

Prognose: Mannheim wird den Eisbären gefährlich werden. Das Halbfinale ist mit diesem Kader ein Muss, das Finale eigentlich auch.

3. DEG Metro Stars

Vorschau: Ende der 90er Jahre sorgten Lance Nethery und Harold Kreis gemeinsam für Meisterpartys in Mannheim. Werden die beiden nun auch in Düsseldorf ein Erfolgsduo bilden? Kreis kommt als Meistertrainer aus der Schweiz in die DEL. Was die Mannschaft angeht, ist bei den Metro Stars einiges neu. Im Sturm ist die Zeit der KVK-Reihe (Kreutzer-Vikingstad-Kathan) vorbei, dafür kamen mit Shane Joseph und Adam Courchaine zwei starke DEL-erprobte Stürmer. Die Abwehr um Neuzugang Chris Harrington zählt zum Besten, was es in der DEL gibt.

Player to watch: Evan Kaufmann. Der 23-Jährige spielte in den vergangenen vier Jahren an der renommierten Universität von Minnesota. Profi-Erfahrung hat er null, aber Nethery weiß, wen er holt. Interessanter Mann.

Prognose: Mit Düsseldorf muss man rechnen. Kreis ist ein herausragender Trainer. Wenn die Metro Stars von Verletzungen verschont bleiben, gehören sie zu den Titelkandidaten.

4. Hannover Scorpions

Vorschau: Offiziell heißt das Saisonziel Viertelfinale. Aber wer Hans Zach kennt, der weiß, dass er in dieser Saison mal wieder den Titel angreifen will. Mit den Neuzugängen Tore Vikingstad und Klaus Kathan haben die Scorpions einen vorher schon gut besetzten Angriff noch einmal verstärkt. Die Abwehr kann sich auch sehen lassen, vor allem, wenn Sascha Goc verletzungsfrei durch die Saison kommt.

Player to watch: Garrett Festerling. Der 22-Jährige könnte in dieser Saison die DEL aufmischen. Im letzten Jahr machte Festerling 133 Scorerpunkte (55 Tore/78 Assists). Gut, er machte diese in der Oberliga für Füssen, aber auch da muss man erstmal scoren.

Prognose: Hannover ist der Geheimtipp überhaupt. Es geht mindestens bis ins Halbfinale.

Der komplette DEL-Spielplan in der Übersicht

5. Kölner Haie

Vorschau: Wie in Frankfurt hat man auch in Köln im Moment ganz andere Sorgen als Eishockey. Robert Müller, der nach seiner Krebserkrankung auf so bemerkenswerte Art und Weise zurückgekommen ist, musste sich in Heidelberg einer Not-Operation unterziehen. Zum Glück ist der Eingriff gut verlaufen. Müller wird sich nun aber einer wochenlangen Therapie unterziehen müssen. Sportlich gesehen sind weder Müller noch der mit viel Theater abgewanderte Ivan Ciernik zu ersetzen. Falls Philip Gogulla auch noch zu den Buffalo Sabres geht, wird es für die Haie noch schwieriger.

Player to watch: Jerome Flaake. Der 18-Jährige wurde nicht umsonst von den Toronto Maple Leafs in der fünften Runde gedraftet. Hat das Zeug, auch in der DEL zu scoren.

Prognose: So lange Mirko Lüdemann und Dave McLlwain das Haie-Trikot tragen, sind die Haie immer vorne mit dabei. Die Abwehr ist top. Im Sturm wird einiges davon abhängen, wie Mike Johnson einschlägt.

6. Hamburg Freezers

Vorschau: Keiner weiß, was von den Freezers zu erwarten ist. Wird es gelingen, das Eishockey-Feuer in Hamburg neu zu entfachen? Auf dem Papier haben die Freezers wie in jedem Jahr ein gutes Team zusammen. Vor allem der Angriff ist extrem tief und stark besetzt. Besonders gespannt dürfen die Fans auf Clarke Wilm sein, der von Jokerit Helsinki nach Hamburg wechselte.

Player to watch: Jere Karalahti (Das Porträt: Wie Odin auf LSD). Wenn der 33-Jährige wirklich mit seiner dunklen Vergangenheit (Alkohol-/Drogenmissbrauch) abgeschlossen hat und sich wieder auf Eishockey konzentriert, hat er das Potenzial, einer der besten Verteidiger der DEL zu sein.

Prognose: Goalie Jean-Marc Pelletier ist der Knackpunkt. Spielt er eine gute Saison, ist alles drin. Die Freezers haben im Sturm Fire-Power ohne Ende.

7. Nürnberg Ice Tigers

Vorschau: In Nürnberg gibt es vor allem zwei Neuerungen. Einen neuen Top-Goalie (Frederic Cassivi) und einen neuen Coach. Ice-Tigers-Boss Günther Hertel hätte sich auch wieder einen Ausländer als Nachfolger für Benoit Laporte suchen können, aber er vertraut Andreas Brockmann und gibt damit einem jungen deutschen Coach eine Chance.

Player to watch: Frederic Cassivi. Er wird die neue Lebensversicherung der Ice Tigers. In den vergangenen Jahren in der AHL überragend. Der Franko-Kanadier ist vielleicht der beste Neuzugang der DEL.

Prognose: Viel, besser gesagt alles, hängt von Cassivi ab. Mit einem heißen Torwart kann es weit gehen. Nürnberg wird um direkte Playoff-Quali fighten.

8. Frankfurt Lions

Vorschau: In Frankfurt herrscht nach dem Tod von Klubbesitzer Gerd Schröder große Trauer. Eigentlich ist an Eishockey gar nicht zu denken. Die Lions werden die Saison ihrem verstorbenen Boss widmen. Sportlich muss man die Abgänge von Regehr, Jay Henderson und den Ulmers (Jeff und Layne) verkraften. Schwer zu sagen, ob die Neuzugänge die Lücken schließen können.

Player to watch: Thomas Oppenheimer. Der Rookie des Jahres 2007 ist vielleicht Deutschlands größtes Stürmertalent. Wegen Abitur-Stress spielte er in der vergangenen Saison hauptsächlich in der Zweiten Liga. Könnte dieses Jahr seinen großen Durchbruch feiern.

Prognose: Teams von Rich Chernomaz muss man immer auf der Rechnung haben. Außerdem steht immer noch Ian Gordon im Tor. Die Playoffs werden auf jeden Fall erreicht.

Hier geht es zu Teil 2: die Plätze 9-16

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