NFL-Playoffs - Wildcard Sonntag: Ravens wollen Rache nehmen - Corona-Plage bei den Browns

Jan Dafeld
10. Januar 202111:38
SPOXgetty
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Der zweite Tripleheader der Wildcard-Runde steht an! In Tennessee wollen die Ravens Rache für ihr Playoff-Aus in der Vorsaison nehmen. Die Bears hoffen auf eine faustdicke Überraschung in New Orleans, während die Browns mit einer kleinen Corona-Plage zu kämpfen haben.

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Tennessee Titans (11-5, #4) vs. Baltimore Ravens (11-5, #5 (So., 19.05 Uhr live auf DAZN)

Tennessee Titans: Der Weg in die Playoffs

Dank fünf Siegen in Serie (darunter Zittersiege über die Broncos, Jaguars und Vikings) startete Tennessee optimal in die Saison und nahm von Beginn an Kurs auf den Division-Titel in der AFC South - ein Anspruch, den die Titans mit Siegen über die Ravens und Colts weiter untermauerten. Am letzten Spieltag wäre dem Team die Division-Krone allerdings noch beinahe entglitten, gegen die Texans rettete den Titans erst ein Field Goal in letzter Sekunde den Heimvorteil in der Wildcard-Runde.

Baltimore Ravens: Der Weg in die Playoffs

Nach einem überzeugenden Start in die Saison (fünf Siege, einzige Niederlage gegen die Chiefs) fielen die Ravens zur Saisonmitte in ein kleines Loch und verloren - teilweise auch aufgrund zahlreicher Corona-Ausfälle - vier von fünf Begegnungen, die Playoffs gerieten ins ernsthafte Gefahr. Zum Abschluss der Spielzeit fand Baltimores Run-Game jedoch zu alter Stärke, dank fünf Siegen in den letzten fünf Spielen zogen die Ravens in die Postseason ein und sicherten sich letztlich sogar den höchsten Platz unter den Wildcard-Teams.

Die aktuelle Situation der Titans

Die Titans bangen vor dem Playoff-Auftakt um ihre Offensive Linemen Dennis Kelly und Rodger Saffold. A.J. Brown wird wohl spielen, könnte aber - genau wie Cornerback Adoree Jackson - angeschlagen in das Spiel gegen die Ravens gehen. Gute Nachrichten gibt es derweil aus den Special Teams: Stephen Gostkowski kehrt wohl zurück und übernimmt in der Postseason somit wieder die Kicking-Aufgaben von Sam Sloman.

Die aktuelle Situation der Ravens

Ob Right Tackle D.J. Fluker (Knie) gegen die Titans spielen können wird, bleibt vorerst abzuwarten. Abgesehen von dieser Personalie gehen die Ravens jedoch weitestgehend fit in ihr Wildcard-Matchup. Patrick Mekari (Rücken) wird nach einwöchiger Pause wohl sein Comeback geben, auch Jimmy Smith (Rippen) kehrt vermutlich aufs Feld zurück. Ebenfalls mit dabei: Calais Campbell und Brandon Williams, Baltimores beste Run-Defender, die das erste Aufeinandertreffen mit den Titans verletzungsbedingt verpasst hatten.

Titans vs. Ravens: Players to Watch

Derrick Henry (Running Back, Titans)

Natürlich liegt der Fokus der Titans-Offense einmal mehr auf Derrick Henry. In seinen letzten zwei Spielen gegen Baltimore lief er über die Ravens und ihre eigentlich starke Run-Defense hinweg. Henry wirkt wie das Kryptonit dieser Defense, die normalerweise so gerne auf Sub-Packages baut. Mit dem Run Game alleine wird Tennessee das Spiel nicht gewinnen, spielt Henry so auf wie zuletzt, wäre das allerdings ein großer Schritt in Richtung Divisional Round.

Calais Campbell (Defensive Lineman, Ravens)

Campbell war die große Verpflichtung der Ravens in der Offseason, in der Regular Season konnte er den Erwartungen allerdings noch nicht gerecht werden. Der 34-Jährige verpasste mehrere Spiele verletzt, in einigen weiteren spielte er angeschlagen. Nun ist er wieder fit und das genau zum richtigen Zeitpunkt. Campbell ist einer der besten Run-Defender der Liga und somit ein gewaltiges Upgrade gegen Derrick Henry. Gegen eine angeschlagene Interior O-Line der Titans könnte er zudem auch als Pass-Rusher für Furore sorgen.

Titans vs. Ravens: Darauf kommt es an

Beides Teams haben ihre Offense rund um das Laufspiel aufgebaut, beide streben es an den Gegner und die Uhr mit langen Drives zu kontrollieren. Ein früher und deutlicher Rückstand, der die Offense zu mehr Pässen und schnelleren Drives zwingen würde, könnte in diesem Matchup tödlich sein.

Dies gilt insbesondere für die Ravens, deren Passing Offense nach wie vor wacklig und inkonstant wirkt. Fällt Baltimore früh im Spiel mit zwei Scores zurück, könnte das - wie bereits im Playoff-Matchup in der vergangenen Saison - das Aus für Lamar Jackson und Co. bedeuten. Ob dies andersherum auch für die Titans gilt, bleibt abzuwarten.

Titans vs. Ravens: Prognose

Für die Buchmacher ist dieses Matchup das engste der gesamte Wildcard-Runde. Die Titans haben bereits zweimal bewiesen, dass sie die Ravens schlagen können. Die kommen wiederum in Topform in die Playoffs und erinnern wieder stark an die Vorsaison. Kleinigkeiten könnten hier über den Sieg entscheiden. Die verbesserte Run-Defense der Gäste könnte am Ende diese Kleinigkeit sein. 28:27 Ravens.

New Orleans Saints (12-4, #2) vs. Chicago Bears (8-8, #7) (So., 22.40 Uhr live auf DAZN)

New Orleans Saints: Der Weg in die Playoffs

Als Mitfavorit in die Saison gestartet fanden die Saints nicht wie erhofft in die Spielzeit. Auf einen Auftaktsieg gegen die Bucs folgten Niederlagen gegen die Raiders und Packers. Der Heimvorteil in den Playoffs schien bereits in Gefahr, doch New Orleans antwortete mit einer Neun-Spiele-Siegesserie - und das, obwohl Drew Brees mehrere der Begegnungen verletzungsbedingt verpasste. Eine knappe Niederlage gegen die Eagles mit Tayson Hill als Starting Quarterback machte die Träume vom Nummer-eins-Seed vier Wochen vor dem Ende der Regular Season jedoch zunichte.

Chicago Bears: Der Weg in die Playoffs

Die Definition von auf und ab! Die Bears nutzten ihren vergleichsweise einfachen Spielplan zu Beginn der Saison und starteten mit fünf Siegen aus sechs Spielen in die Saison. Als es dann vermehrt gegen Playoff-Teams ging, setzte es allerdings fünf Niederlagen in Folge. Die Playoffs schienen bereits außer Reichweite, mit Mitch Trubisky als Quarterback schlug Chicago jedoch die Texans, Vikings und Jaguars. Die deutliche Niederlage gegen die Packers in Woche 17 spielte aufgrund der zeitgleichen Niederlage der Cardinals gegen die Rams dann keine Rolle mehr.

Die aktuelle Situation der Saints

Alle Blicke in Louisiana sind auf Alvin Kamara gerichtet. Nach einem positiven Coronatest verpasste der Running Back das letzte Saisonspiel. Folgt kein weiteres positives Ergebnis, wird Kamara in der Wildcard-Runde allerdings wieder spielen können - weil die Saints erst am Sonntag spielen, am Samstag hätte er noch aussetzen müssen. Verzichten müssen die Gastgeber gegen die Bears derweil auf Trey Hendrickson. Der Pass-Rusher, der eine herausragende Regular Season gespielt hat, fällt mit einer Nackenverletzung aus.

Die aktuelle Situation der Bears

Chicago wird auf seinen Slot-Corner Buster Skrine verzichten müssen, der aufgrund einer Gehirnerschütterung nicht spielen können wird. Gegen die Saints und ihr intensives Kurzpassspiel ein potenziell schwerwiegender Ausfall. Darnell Mooney (Knöchel), Roquan Smith (Ellbogen) und Jaylon Johnson (Schulter) sind angeschlagen, werden aber aller Voraussicht nach spielen.

Saints vs. Bears: Players to Watch

Drew Brees (Quarterback, Saints)

Die Saints sind auf dem Papier das klar bessere Team, Chicago wird Turnover und das Quäntchen Glück auf seiner Seite bauchen, um für eine faustdicke Playoff-Überraschung zu sorgen. Hier kommt Brees ins Spiel: Der 41-Jährige sah in dieser Spielzeit nicht immer rund aus, insbesondere nach seiner schweren Rippen- und Lungenverletzung wirkte er angeschlagen. Gegen die Chiefs brachte Brees weniger als 50 Prozent seiner Pässe zum Mitspieler, gegen die Vikings warf er zwei Interceptions. Spielt Brees gegen die Bears nicht besser, könnte das Spiel enger werden als es den Gastgebern lieb sein dürfte.

Mitchell Trubisky (Quarterback, Bears)

Die Bears haben ihre Offense mit Trubiskys Rückkehr als Starter merklich umgekrempelt und stark an die Offense von Kyle Shanahan in San Francisco angepasst. Das hat Trubiskys Job deutlich vereinfacht, in der von Play Action und Rollouts geprägten Offense sah der 26-Jährige zuletzt besser aus. Dennoch bleiben seine Limitierungen bestehen, die hervorragende Defenseder Saints dürfte Trubisky zusetzen. Auch unter diesen Umständen wird der ehemalige Nummer-zwei-Pick kritische Turnover tunlichst vermeiden müssen, andernfalls könnten seine Bears frühzeitig die Lichter ausgehen.

Saints vs. Bears: Darauf kommt es an

Die "neue" Offense der Bears setzt auf ein konstantes Run Game, auf das wiederum Play Action und Rollouts aufgebaut werden. Das hat gegen Teams wie die Lions, Texans und Vikings hervorragend funktioniert, gegen die Saints und die vielleicht beste Run-Defense der Liga könnte die Offense allerdings schnell ins Stocken geraten. Das könnte unter Umständen bereits der Genickbruch für die Gäste sein.

Denn die eigene Defense agiert nicht mehr auf dem Niveau des Saisonbeginns. Dass die Bears dem hervorragenden Waffenarsenal der Saints viel entgegen setzen können, scheint zweifelhaft. Chicago wird wohl auf Fehler und Turnover von Brees hoffen müssen, um das Spiel eng gestalten zu können.

Saints vs. Bears: Prognose

Bei den Buchmachern ist diese Begegnung die unausgeglichenste der Wildcard-Runde, die Saints gehen als eindeutiger Favorit in das Matchup. Tatsächlich spricht wenig für die Bears, deren Offense ihr Niveau aus dem Saisonendspurt gegen New Orleans wohl nicht aufrecht erhalten können wird. Spielt Brees auf solidem Niveau, sollten die Saints hier nichts anbrennen lassen - auch wenn die Overtime-Niederlage in der Wildcard-Runde der vergangenen Saison noch in den Hinterköpfen sein dürfte. 27:17 Saints.

Pittsburgh Steelers (12-4, #3) vs. Cleveland Browns (11-5, #6) (Mo., 2.15 Uhr live auf DAZN)

Pittsburgh Steelers: Der Weg in die Playoffs

Mit elf Siegen in Serie starteten die Steelers in die Saison und schienen sich ernsthafte Chancen auf den ersten Platz in der AFC ausrechnen zu können. Im letzten Saisondrittel brach das Team aus der Steel City allerdings ein: Gegen ein arg coronageschwächtes Ravens-Team gab es noch einen knappen Sieg, anschließend setzte es vier Niederlagen aus den letzten fünf Saisonspielen, darunter Pleiten gegen Washington und Cincinnati. Der Sieg über die Colts in Woche 16 macht jedoch Hoffnung.

Cleveland Browns: Der Weg in die Playoffs

Nach einer üblen 6:38-Pleite zum Saisonauftakt fanden die Browns unter Kevin Stefanski schnell besser in die Saison. Cleveland gelangen gleich zweimal Siegesserien von vier Spielen in Serie, unter anderem schlugen die Browns die Colts und die Titans. Eine überraschende Niederlage gegen die Jets kostete Baker Mayfield und Co. in Woche 16 allerdings den Spitzenplatz unter den Wildcard-Teams.

Die aktuelle Situation der Steelers

Abgesehen von den langen Ausfällen von beispielsweise Devin Bush und Bud Dupree gehen die Steelers weitestgehend fit in ihr Wildcard-Matchup. JuJu Smith-Schuster und Isaiah Buggs mussten unter der Woche mit dem Training aussetzen, werden aber dennoch mit 100 Prozent ins Spiel gehen. Ben Roethlisberger durfte sich in Woche 17 schonen und könnte somit wieder mit etwas mehr Kraft im Arm aufs Feld gehen.

Die aktuelle Situation der Browns

Corona geht um auf dem Trainingsgelände der Browns. Nachdem in Woche 16 fast alle Wide Receiver des Teams ausfielen, hat es vor den Playoffs Pro-BowlGuard Joel Bitonio und Head Coach Kevin Stefanski erwischt. Special Teams Coordinator Mike Priefer wird Stefanski gegen die Steelers als Head Coach an der Seitenlinie ersetzen, Offensie Coordinator Alex van Pelt übernimmt das Playcalling. Sorgen bereiten obendrein Jack Conklin (krank) und Wyatt Teller (Knöchel). Sollte auch nur einer der beiden O-Liner zusätzlich zu Bitonio ausfallen, wäre das eine herbe Schwächung für die Gäste.

Steelers vs. Browns: Players to Watch

Ben Roethlisberger (Quarterback, Steelers)

Das defensive Matchup mit ihrer dominanten Defensive Line gegen eine angeschlagene Offensive Line auf der Gegenseite spricht für die Steelers. Die Frage ist, inwieweit Roethlisberger aus diesem Vorteil offensiv Profit schlagen kann. Die Secondary der Browns ist anfällig, setzt Big Ben gegen diese Defense wieder mehr auf tiefe Pässe über das reine Kurzpassspiel hinaus? Die einwöchige Pause dürfte dem 38-Jährigen gut getan haben. Können sie den Ball offensiv bewegen, dürften die Steelers gute Chancen auf die nächste Runde haben.

Michael Dunn (Guard, Browns)

Der Ausfall von Bitonio trifft die Browns so hart, wie der Ausfall eines Guards ein Team nur treffen kann. Der 29-Jährige spielte nicht in der Regular Season nicht nur 100 Prozent der Snaps, seine regulären Backups Chris Hubbard und Nick Harris landeten obendrein beide auf der Injured-Reserve-Liste, zudem trifft Cleveland in der Wildcard-Runde auf den vielleicht besten Interior Pass-Rush der NFL. An Bitonios Stelle starten muss daher wohl Michael Dunn, der in dieser Saison exakt einen Snap spielen durfte und kürzlich noch im Practice Squad der Browns war. Wird Dunn von Cam Heyward und Stephon Tuitt dominiert, würde das sowohl das Pass- als auch das Laufspiel der Browns enorm schwächen.

Steelers vs. Browns: Darauf kommt es an

Auch die Offense der Browns setzt stark auf ein funktionierendes Laufspiel und darauf aufbauende Play-Action-Pässe von Mayfield aus einer sauberen Pocket. Gerät dieses Konstrukt ohne Bitonio (und Conklin/Teller?) ins Wanken, dürfte Cleveland offensiv große Probleme bekommen.

Auf der Gegenseite ist die große Stärke der Browns eigentlich Pass-Rusher Myles Garrett, gegen das schnelle Kurzpasspiel von Roethlisberger könnte der All-Pro allerdings weitestgehend neutralisiert werden. Findet Cleveland keine Antwort auf die kurzen Pässe, droht den Browns ein abruptes Ende der Playoff-Träume.

Steelers vs. Browns: Prognose

In Bestbesetzung hätte dieses Matchup das spannendste aller sechs Wildcard-Spiele werden können. Die Ausfälle von Bitonio und Stefanski treffen die Browns allerdings zur Unzeit und könnten die zuletzt so verbesserte Offense stark limitieren. Kann die Defensive Line der Steelers die Line of Scrimmage kontrollieren, dürfte offensiv ein solider Auftritt für einen Einzug in die nächste Runde genügen. 20:17 Steelers.