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sonntagsschicht


Gründer: Moritz_Tschermak | Mitglieder: 6 | Beiträge: 0
21.03.2011 um 00:25 Uhr
Geschrieben von Moritz_Tschermak
Wetklo: Schalke im Herzen
Vom SC Buer-Hassel zu Mainz 05: Christian Wetklo (31) hat es aus dem Gelsenkirchener Jugendfußball zu den Profis geschafft. Im XXL-Interview mit sonntagsschicht.de spricht der Torwart über heimatverbundene Spieler, Träume in Königsblau und verrät, warum er nicht neidisch auf Manuel Neuer ist.



Wetklo spielte früher beim SC Buer-Hassel und Schalke 04. Foto: Mainz 05.


Ein Interview von Hendrik Baumann

Herr Wetklo, können Sie zurzeit ruhig schlafen?
"Ja. Warum fragen Sie?"


Der SC Buer-Hassel, für den Sie in der Jugend gespielt haben, steckt in der Junioren-Bezirksliga tief im Abstiegskampf.
"Ja, das bekomme ich mit. Erst im Dezember habe ich ein Spiel live gesehen, wo sie auch knapp verloren haben. Ich kenne auch den heutigen Vorsitzenden Bruno Piotrowski sehr gut. Der war damals mein E-Jugend-Trainer und mit ihm telefoniere ich häufig. Außerdem halte ich mich durch Berichte in den lokalen Zeitungen und im Internet auf dem Laufenden. Deshalb weiß ich auch, dass sie gegen den Abstieg spielen – und ich drücke ihnen die Daumen."


Also ist ihr Kontakt zum Gelsenkirchener Fußball nicht abgerissen?
"Auf keinen Fall. Es war mir immer wichtig, den Kontakt in die Heimat zu halten. Schließlich hat da meine Karriere als Fußballer begonnen."


Wie oft schaffen Sie es denn im Jahr noch, Gelsenkirchen einen Besuch abzustatten?
"Das hängt immer davon ab, wie unser Trainingsplan hier in Mainz aussieht. Aber wenn wir mal zwei Tage am Stück frei haben, zum Beispiel in Länderspielpausen, dann versuche ich so oft wie möglich, nach Gelsenkirchen zu fahren."


Wenn Sie wie zuletzt im Dezember ein Spiel Ihres früheren Vereins Buer-Hassel vor Ort verfolgen, können Sie sich dann relativ unbehelligt dort bewegen? Oder müssen Sie während des Spiels nur Autogramme schreiben?
"Na ja, ein paar Jungs erkennen mich eigentlich immer und wollen dann oft auch ein Autogramm. Von den Erwachsenen kennen mich ohnehin noch einige, die mich schon in der Jugend haben spielen sehen. Aber wir unterhalten uns dann ganz normal."


Gibt es etwas, das Sie an Gelsenkirchen beziehungsweise dem Ruhrgebiet in Mainz vermissen?
"Ich wohne ja inzwischen schon elf Jahre in Mainz, insofern ist das praktisch schon zur zweiten Heimat geworden. Aber in erster Linie vermisse ich natürlich meine Familie und meine Verwandten, die noch in Gelsenkirchen wohnen. Ansonsten fällt mir spontan nichts ein, was mir in Mainz fehlt – außer natürlich Schalke 04 (lacht)."


Ist das Ihr Traum – noch einmal für Schalke in der Bundesliga spielen zu dürfen?
"Ja, das ist schon so etwas wie ein Traum von mir. Ich habe ja in der Jugend schon für Schalke gespielt und viele Fußballer beenden ihre Karriere gerne bei dem Verein, wo sie angefangen haben. Das kann ich mir auch gut vorstellen."


Durch Ihre Adern fließt also noch immer königsblaues Blut?
"Ja, das kann man so sagen. Wenn man einmal für Schalke gespielt hat, dann lässt einen dieser Verein so schnell nicht los. Dort bin ich groß geworden, meine Eltern wohnen nur zwei Kilometer von der Arena entfernt. Wenn wir mit Mainz spielfrei haben, versuche ich auch so oft wie möglich, ein Schalke-Spiel zu sehen. Ich hatte mir beispielsweise auch eine Karte für das Rückspiel im Champions-League-Achtelfinale gegen Valencia besorgt. Bei Schalke fiebere ich also immer noch mit."


Wie ist es denn dann gefühlsmäßig für Sie, gegen Schalke zu spielen, so wie zuletzt Mitte Dezember?
"Es war immer ein großer Wunsch von mir, mal gegen Schalke im Tor zu stehen. Und dann hat man natürlich den Ehrgeiz, sie auch zu schlagen. Da will man sich beweisen und ihnen zeigen: Hey, ich war auch mal bei euch! Deshalb war unsere Niederlage (Mainz verlor 0:1, Anm. d. Red.) doppelt ärgerlich. Ein noch größerer Wunsch wäre es, einmal als Mainzer Nummer eins auf Schalke zu spielen. Das hat bisher noch nicht geklappt. Ich habe damals in der Jugend noch mitbekommen, wie der Bau der Arena begonnen hat – nur darin spielen konnte ich bisher leider noch nicht."


Heißt das, dass Schalke auch der Verein wäre, mit dem Sie am liebsten einmal Deutscher Meister werden würden?
"Jetzt muss ich aufpassen, was ich sage, schließlich ist Mainz 05 mein Arbeitgeber (lacht). Nein, meine Mannschaftskollegen in Mainz wissen ja alle, dass ich ein Gelsenkirchener Junge bin und dass mein Herz eben auch für Schalke schlägt. 1996/97, als Schalke den Uefa-Cup gewann, durfte ich erstmals bei den Profis mittrainieren. Deshalb ist es seitdem auch immer der Traum gewesen, für diesen Verein auflaufen zu dürfen. Bisher ist er mir verwehrt geblieben, aber man weiß ja, wie schnell es im Fußball manchmal geht. Ich bin jetzt 31, mein Vertrag läuft aus. Ich fühle mich sehr wohl in Mainz – aber bei einem Anruf von Schalke würde ich ins Grübeln kommen."


Zählen heimatverbundene Profifußballer wie Sie zu einer aussterbenden Spezies?
"Das würde ich so pauschal nicht sagen. Viel hängt ja auch von den Vereinen ab, ob sie den jungen Spielern eine Chance geben oder nicht. Dortmund zeigt derzeit ja, dass dieser Weg sehr erfolgreich sein kann. Auch Schalke hat viele gute Jugendspieler hervorgebracht und manche haben auch den Durchbruch geschafft. Trotzdem kaufen die Bundesligaklubs meiner Meinung nach noch zu viele Spieler aus dem Ausland, anstatt dem eigenen Nachwuchs eine Chance zu geben."

Aus Platzgründen müssen wir dieses Interview in zwei Teile zerlegen.
Hier geht's weiter.



Mehr Bilder zu diesem Artikel und weitere Texte gibt's bei der sonntagsschicht.
Wir freuen uns über Traffic und Kommentare.


Aufrufe: 8743 | Kommentare: 3 | Bewertungen: 3 | Erstellt:21.03.2011
ø 7.0
Wetklo  |Schalke  |S04  |Mainz  |Profi  |
KOMMENTARE
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GNetzer
22.03.2011 | 11:19 Uhr
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0
GNetzer : 
22.03.2011 | 11:19 Uhr
0
GNetzer : 
Immer diese Anti-Haltung bei den St. Paulianern
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fcsanktpauli
22.03.2011 | 10:47 Uhr
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22.03.2011 | 10:47 Uhr
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Nö, ich schreib hier.
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GNetzer
21.03.2011 | 08:27 Uhr
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GNetzer : 
21.03.2011 | 08:27 Uhr
-1
GNetzer : 
Kommentare der Übersicht halber bitte unter Teil 2. Danke
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