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WWE @ Spox


Gründer: Biedel | Mitglieder: 354 | Beiträge: 118
Von: AbraKagawa
22.10.2019 | 236 Aufrufe | 1 Kommentare | 1 Bewertungen Ø 10.0
Was lief falsch?
WWECW: ein Rückblick
Ein furchtbarer Nachfolger für ECW oder ein gutes Vorbild für NXT?

While Doink the Clown had green hair and a rubber nose, "Stone Cold" Steve Austin was drinking his first beer in ECW, damn you. While Bobby Heenan and Gene Okerlund were dancing around singing "Tutti Frutti", ECW was producing the edgy TV that you named "Attitude." 'Oh, we've got Attitude!' You've got nothing, man! What you've got is my ideas and you stole my life, my money, my legacy!

- Paul Heyman zu Vince McMahon, WWE SmackDown, 15.11.2001

Und mit dieser Promo hat Paul Heyman einen wunden Punkt getroffen. ECW hat in den 90er Jahren nicht nur der WWE, sondern auch Konkurrent WCW aufgezeigt, worauf Wrestling-Fans stehen. Neue Ansätze für Storylines, eine enge Bindung zu den Fans, der Mix zwischen Hardcore Wrestling und den besten Technikern der Wrestling-Geschichte. Kein Wunder also, dass die Begeisterung groß war, als sich Rob van Dam mit seiner Idee durchsetzen konnte, noch einen ECW PPV abzuhalten wie damals. Ein letzter Abschied auf der großen Bühne für die Liga, die das Wrestling revolutionierte.

2.500 echte ECW Fans kamen in den Hammerstein Ballroom in New York und sahen eine ECW Show, wie man sie kannte. Hardcore Wrestling und hidden gems wie Mike Awesome vs. Masato Tanaka, so gut, dass Mike Elgin und Naomichi Marufuji bei Impacts Bound for Glory eine moderne Version von diesem Klassiker zeigten. Dazu viele Spots und feel good moments und der chaotische Brawl mit Bier trinkendem ECW Roster am Ende. Ein abschließender PPV, den sich die Fans und Wrestler wohl nicht besser erträumen hätten können, wie Paul Heyman anmerkte. Doch es war nicht das Ende, es war ein neuer Anfang.

ein McMahon will ECW zurück?

Man könnte nun denken, es wäre Paul Heyman gewesen, der ECW als Show zurückbringen wollte, doch der war es nicht. Nicht einmal irgendein ehemaliger ECW Superstar, sondern ein McMahon. Shane McMahon! Shane hing Papa Vince und Heyman in den Ohren, mit dem Wunsch ECW als eine über das Internet jederzeit abrufbare Show zurückzubringen. Paul Heyman bemerkte im Nachhinein spitzfindig, was Shane da vorschlug, war im Endeffekt, was wir heute als Streaming kennen. Aber das Internet als Medium der Zukunft war nicht der einzige Grund, weshalb Shane sich für diese Art von Ausstrahlung stark machte, sondern der fehlende Quotendruck und die dadurch entstehende Freiheit für Wrestler und Writer gleichermaßen. Die Gelegenheit für junge Wrestler sich zu beweisen und für Main Roster Stars ihre Rolle aufzufrischen. Zunächst schien es jedoch, als könnte sich Shane mit der Idee nicht durchsetzen, so wie einige Jahre früher, als er Vince vorschlug UFC zu kaufen. Doch dann kamen Gerüchte auf, dass sich einige Sender dafür interessierten und nun da es Geld zu verdienen gab, wanderte die Idee von Shanes Kopf auf Vince McMahons Schreibtisch. Plötzlich liefen die Gespräche auf Hochtouren und gegen Ende des Jahres 2005 entschied man sich tatsächlich, ECW zurück zu bringen.

Ein völlig verkorkster Start

Bei WrestleMania 22 gewann ECW Legende Rob van Dam das Money in the Bank Leiter-Match und kündigte wenig später an, den Koffer beim zweiten One-Night-Stand PPV einzulösen. Kurz darauf, lernten wir Fans, dass der zweite One-Night-Stand der Beginn einer eigenständigen ECW Brand war. Neben ehemaligen ECW Stars wurden Veteranen wie Big Show, Hardcore Holly oder Kurt Angle für die neue Show verpflichtet und es konnte losgehen. Rob van Dam gewann den WWE Titel von John Cena und alle Augen waren auf den ECW Reboot gerichtet und dann ging das Schlamassel los.

Zunächst nahm SyFy Einfluss und wollte übernatürliches in die Shows einbinden. Darum ließ man den ECW Zombie auftreten und ihm vom Sandman verprügeln. Rob van Dam und Sabu wurden mit Weed erwischt und suspendiert. RVD war nicht nur den WWE Titel, sondern auch den ECW Titel los, der ihm kurz zuvor von Paul Heyman überreicht wurde. Kurt Angle verließ die WWE und ging zu TNA. Gangrel, der mit Kevin Thorn teamen sollte, sagte der WWE ab. Paul Heyman geriet an einer Tour mit dem Rest des Booking Teams und vor Allem Vince McMahon aneinander und wollte schon vor dem December to Dismember PPV zweimal kündigen, nachdem ihm das Booking komplett gegen den Strich ging. Leute wie Batista, Ric Flair oder dem Undertaker forderten ECW Champion Big Show heraus, was die ECW Fans mit Change the Channel-Chants quittierten. ECW war eine schlechte Version von WWE mit ECW Wrestlern.

"When the rebel becomes the establishment it's no longer the rebel. It's the thing you rebel against."

- Paul Heyman, WWE Untold, 07.03.2019

der Tiefpunkt und ein Neustart

Einer der schlechtesten PPVs der WWE Geschichte stellte dann den Tiefpunkt dar. Der dritte und bis heute letzte ECW PPV unter dem WWE Banner. ECW December to Dismember. Eventuell hätte der PPV eine Wende darstellen können, doch es wurde ein Desaster. Im Vorfeld wurde eigentlich nur ein Match beworben, die Extreme Elimination Chamber, ein im Prinzip großartiges Konzept. Der PPV war dann eine Farce. Lächerliche Matches ohne Aufbau, einzig das Match zwischen den Main Roster Tag Teams Hardy Boyz und MNM war gut. Fan-Liebling Sabu wurde dann schon vorher aus dem Chamber Match genommen und mit Hardcore Holly ersetzt. Rob van Dam und CM Punk, die beiden Lieblinge der Fans (und auch von Paul Heyman) wurden als erstes eliminiert. Bobby Lashley, der noch weit von einem Main Event Run entfernt war besiegte dann Big Show und Test und wurde Champion. Einer der schlechtesten PPVs der Geschichte brachte Paul Heyman dann endgültig zur Kündigung.

Dusty Rhodes übernahm als Headwriter und mit einer neuen Herangehensweise sorgte er für eine Wende für die ECW Brand. Nach und nach verschwanden die ECW Originale und nach dem Wechsel zu PG auch die auch vorher schon spärlich eingesetzten Extreme Rules Matches und junge Stars von FCW wie Kofi Kingston, Jack Swagger oder Sheamus, zusammen mit nicht genutzten Main Roster Youngsters wie John Morrison, the Miz oder Zack Ryder und Oldies wie William Regal, Goldust oder TNA Heimkehrer Christian komplettierten über die Jahre das Roster.

Von da an gab es eigentlich nur ein Problem mit der Show: den Namen. ECW wurde nun im Prinzip das, was sich Shane McMahon für die Show wünschte. Eine erste Anlaufstelle für junge Stars, bevor es zu den ganz großen Shows geht und eine Chance für ältere Worker etwas zurückzugeben und den eigenen Charakter wieder etwas aufzuwerten und aufzufrischen. Die Storys und Matches waren nie wirklich weit weg vom Niveau der Main Shows, eher sogar besser, weil konstanter und hier und da gelang ihnen ein echter Showstealer, wie z.B. das Leiter Match zwischen ECW Champion Christian und Shelton Benjamin. Doch umso länger die Show lief, umso mehr wurde der Name ECW durch den Dreck gezogen und Old School-Fans verärgert. Im Februar 2010 hatte man dann ein Einsehen und nahm ECW vom Sender und präsentierte ein komplett neues Format: NXT!

Fazit

Das Fazit fällt gewissermaßen tragisch aus, da Shane McMahons Idee nichts anderes gewesen wäre, als das was NXT bis zur Premiere auf dem USA Network war und das wäre sicher keine schlechte Idee gewesen. Ob man schon 2006 mit einer reinen Internet Show Erfolg gehabt hätte, wäre abzuwarten gewesen, doch es wäre ein deutlich ertragbareres Erbe für ECW gewesen und vor Allem für die ECW Fans. Doch ein komplett schlechtes Fazit kann man eben auch nicht fällen, denn wie schon mehrmals erwähnt war es eine tolle Anlaufstelle für junge Superstars, um die ersten Schritte im TV zu gehen. Mit Kane, Mark Henry und Christian gelangen es zudem drei Oldies bei ECW Kraft zu tanken, bevor es ihnen tatsächlich noch einmal gelang einen großen Titel zu gewinnen. Mit CM Punk und Jack Swagger kommen zudem noch zwei Jungstars dazu, die nach dem ECW Titel auch noch größere Titel gewinnen konnten. Dennoch bleibt zu sagen, das unter Umständen wohl noch viel mehr möglich gewesen wäre.

Das war mein Blog mit ein paar Blicken hinter die Kulissen über die Rückkehr von ECW ins Fernsehen. Ich hoffe, ich konnte dem ein oder anderem noch etwas mitgeben und freue mich gerne über Kritik oder allgemein Kommentare zum Blog. Was meint ihr? Könnte ECW ein warnendes Beispiel für NXT sein? Immerhin haben die nun ein schlechteres Rating eingefahren wie TNA mit ihrer schlechtesten(!) Show und könnte wohl auf Dauer ebenfalls Änderungen im Booking Team erleben.

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KOMMENTARE
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DerLutz
22.10.2019 | 16:33 Uhr
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DerLutz : 
22.10.2019 | 16:33 Uhr
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DerLutz : 
Schöner Blog. Die Verbindung zu NXT hatte ich gar nicht auf dem Schirm. Das lässt meine Einschätzung gegenüber ECW (der WWE) deutlich positiver werden.

Bzgl NXT heute hoffe ich, dass die WWE es als das betrachtet was es ist: Ein Entwicklungsbrand für junge Talente. Quoten sollten eigentlich nicht das Wichtigste sein und dementsprechend sehe ich die Ausstrahlung im TV kritisch. Auf dem Network hatte es gut gepasst. Die WWE konnte auch so Fans halten die genervt von den aktuellen Hauptshows waren.
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