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NFL @ SPOX


Gründer: Master_Of_Disaster | Mitglieder: 794 | Beiträge: 202
Von: Becks23
30.08.2019 | 2488 Aufrufe | 3 Kommentare | 3 Bewertungen Ø 9.7
NFL@Spox
Season Preview 2019 Los Angeles Rams
Ein neuer Anlauf für den letzten Schritt

Recap

Der Championship Run der Rams endete letzte Saison erst im Super Bowl LIII mit einer knappen 13:3 Niederlage gegen den Titelanwärter aus Boston um QB Tom Brady und Mastermind Bill Belichick. Los Angeles ist mit vielen Vorschusslorbeeren in die Saison gestartet, vor allem durch hochkarätige und kostspielige Neuverpflichtungen in der Free Agency. Dazu zählten WR Brandin Cooks, Ndamukong Suh und die Cornerbacks Aqib Talib und Marcus Peters.

Sean McVay formierte früh in der Saison eine bärenstarke Offense um Star Running Back Todd Gurley und dem Wide Receiver Trio Cooks, Woods und Kupp. Getragen von der zweitbesten Offense der Liga (DVOA) dominierten die Rams die NFC West und untermauerten ihren Titelanspruch mit einem Record von 13-3. Eine Niederlage im direkten Duell mit den Saints verhinderte den Top Seed in der NFC.

Nach einer Bye Week in den Playoffs setzten sich die Rams zuerst gegen die Dallas Cowboys durch, bevor im NFC Championship Game gegen die New Orleans Saints ein Erfolg nach Overtime verzeichnet werden konnte. Dieses Spiel bleibt den Fans vor allem durch eine Fehlentscheidung der Referees kurz vor Ende der regulären Spielzeit zu Gunsten der Rams in Erinnerung. Eine schwache Leistung der Offense um QB Jared Goff zerstörte dann sämtliche Titelhoffnung im SB LIII.

Free Agency

Namhafte Zugänge:

Eric Weddle, S, Baltimore Ravens, 2 Jahre, 10,5 Mio.

Clay Matthews, OLB, Green Bay Packers, 2 Jahre, 9,25 Mio.

Blake Bortles, QB, Jacksonville Jaguars, 1 Jahr, 1 Mio.

Namhafte Abgänge:

Lamarcus Joyner, S, Oakland Raiders, 4 Jahre, 42 Mio.

Roger Saffold, G, Tennessee Titans, 4 Jahre, 44 Mio.

Ndamukong Suh, DT, Tampa Bay Buccaneers, 1 Jahr, 9,25 Mio.

John Sullivan, C, UFA

Die Rams sind mit niedrigen Erwartungen in die Free Agency gestartet, da das Cap Management, nach den kostspieligen Vertragsverlängerungen von Aaron Donald, Brandin Cooks, Todd Gurley und der anstehenden Vertragsverlängerung mit Quarterback Jared Goff, im Vordergrund stand. Daher sind Les Snead und Sean McVay auch aus den Verhandlungen mit Joyner und Saffold frühzeitig ausgestiegen. Die Option von Center John Sullivan ließ LA verstreichen und machte ihn zu einem UFA. Defensive Tackle Suh wechselte erst Ende Mai das Team und schloß sich den Buccaneers an.

Auf der eigenen Haben-Seite verzeichneten die Rams die Verpflichtungen von Outside Linebacker Clay Matthews, Free Safety Eric Weddle und Quarterback Blake Bortles. Weddle ist ein preiswerter und kurzfristiger Ersatz für Joyner und kommt aus einer sehr starken Saison bei den Baltimore Ravens. Ein weiterer Vorteil dieser Verpflichtung ist, dass Weddle nach seiner Entlassung bei den Ravens nicht gegen die Compensatory Picks Formel zählt.

Matthews soll den Edge Rush der Rams verstärken und dabei den fehlenden Interior Rush von Suh teilweise kompensieren. Der letzte namhafte Neuzugang ist der neue Backup Quarterback Blake Bortles. Der ehemalige Nummer 3 Pick ersetzt Sean Mannion und zählt zu den besten Backups der Liga. Im Laufe der Free Agency konnten die Rams sich noch mit Dante Fowler Jr., OLB, auf eine Vertragsverlängerung einigen (1 Jahr, 12 Millionen). Fowler ist essentiell für den schwächelnden Edge Rush der Rams.

Langfristig müssen die Rams mehr selbst gedraftete billige Spieler einsetzen, um die hohen Verträge der Stars kompensieren zu können. Daher war es auch folgerichtig, dass die Rams mehr Compensatory Picks anstrebten und entlassene Spieler wie Weddle verpflichteten. Vorreiter bei dieser Strategie sind die New England Patriots. Die Hochrechnung ergeben zwei Viertrundenpicks für die Rams nächste Saison.

Die wichtigste Aktion des Front Offices in der Offseason war die Vertragsverlängerung mit Head Coach Sean McVay bis 2023. General Manager Les Snead wurde ebenfalls bis 2023 verlängert.

Draft

2. Runde, Pick 61, Taylor Rapp, S, Washington

3. Runde, Pick 70, Darrell Henderson, RB, Memphis

3. Runde, Pick 79, David Long, CB, Michigan

3. Runde, Pick 97, Bobby Evans, OT, Oklahoma

4. Runde, Pick 134, Greg Gaines, DT, Washington

5. Runde, Pick 169, David Edwards, OT, Wisconsin

7. Runde, Pick 243, Nick Scott, S, Penn State

7. Runde, Pick 251, Dakota Allen, LB, Texas Tech

Los Angeles ging mit 7 Picks in den Draft nach Nashville. Der Secondround Pick wurde 2018 gegen Marcus Peters nach Kansas City getradet, daher hatten die Rams 4 Picks in den ersten drei Runden. Drei Picks waren für die dritte Runde, davon zwei Compensatory Picks aus dem Vorjahr. Der Fokus vor dem Draft lag auf der Defense und der O-Line. Einerseits um die Defense weiter zu verbessern und andererseits, um den Abgängen in der O-Line vorzubeugen. Es ist davon auszugehen, dass Andrew Whitworth in seine letzte NFL-Saison gehen wird.

Die Rams tradeten in der ersten Runde zurück und überließen ihren Pick den Atlanta Falcons. Der erste Spieler, der nach Los Angeles ging, war Taylor Rapp. Dieser zeichnete sich in seiner College Karriere vor allem dadurch aus, dass er ein hervorragender Tackler ist. Durch seine starke Physis und seine aggressive Spielweise ist er schon jetzt ein nicht zu unterschätzender Box-Safety. Zusätzlich zeichnet Rapp ein hohes Spielverständnis aus. Diese Eindrücke bestätigt er auch direkt im Training Camp. Er hat sehr gute Chancen sich in der Rotation festzuspielen und langfristig den Platz von Eric Weddle einzunehmen.

Nach einigen Transaktionen wählte LA mit zweiten Pick Running Back Darrell Henderson aus. Dieser Pick kam überraschend, da bis dato noch keine bestätigten Informationen bezüglich einer Verletzung bei Todd Gurley bekannt waren. Sollte der Workload von Gurley reduziert werden, ergibt der Pick Sinn, muss aber dennoch hinterfragt werden, da der Preis für den Uptrade zu hoch war. Henderson zeichnet sich als Big-Play Spieler aus im Run- und Passspiel, dadurch ergänzt er sich auch gut mit Gurley. Ein Manko ist, dass Henderson bisher stark von der Blocking Leistung der Line abhängig ist.

Cornerback David Long war die dritte Wahl von McVay und Snead. Vorausschauend für mögliche Abgänge von Talib und/oder Peters ist die Wahl absolut nachvollziehbar. Long ist einer der besten Cornerbacks der Klasse und zeichnet sich durch überdurchschnittliche Coverage Fähigkeiten aus. Zusätzlich weiß er sowohl in Man- als auch in Zone-Coverage zu überzeugen.

Die O-Line wurde verstärkt mit den Picks Nr. 4 und Nr. 6. Evans und Edwards sind beides Tackles. Evans ist ein Left Tackle, der Kyler Murray am College beschützt hat. Er überzeugt durch seine Beweglichkeit und die Fähigkeit auch ein guter Second Level Run Blocker zu sein. In der Pass Protection muss er sich noch steigern, wenn er Whitworth nächste Saison ersetzen will. Edwards dagegen ist ein Right Tackle, der durch eine gute Beweglichkeit besticht. Seine Stärken liegen eindeutig im Run Blocking, obwohl er noch an Muskelmasse zulegen und in der Pass Protection viel besser werden muss.

Viertrundenpick Greg Gaines ist der letzte Rookie mit realistischen Chancen auf regelmäßige Snaps. Der Nose Tackle kann Snaps von Suh übernehmen, wenn er sich gegen Joseph-Day in der Saisonvorbereitung durchsetzt. Gaines ist ein ausgezeichneter Run-Defender, der auch noch Entwicklungspotenzial im Pass Rush hat.

Nick Scott und Dakota Allen werden vermutlich den Roster schaffen und ansonsten im Practice Squad entwickelt werden, damit sie nächste Saison um einen Rosterspot kämpfen können. Einzig der dünne Linebackercorps erlaubt Allen eine Chance auf einen Top 46 Platz.

Offense

Die Quarterbackriege arbeitet seit dem Sommer mit Shane Waldron zusammen. Dieser übernimmt die Quarterbacks zusätzlich zu seinen Aufgaben als Passing Game Coordinator. Unterstützt wird er vom neueingestellten Zac Robinson. Dieser Wechsel ist durch den Abgang von Zac Taylor nötig geworden, der neuer Headcoach der Cincinnati Bengals ist. Der Coaching Tree von McVay wächst konstant, trotz seiner vergleichsweisen kurzen Zeit als Headcoach.

Quarterback Jared Goff geht in sein viertes NFL Jahr und ist auch diese Saison wieder der unumstrittene Starter. Seine Leistungen in der Regular Season (Platz 6 DVOA/DYAR) zeigten auch das dritte Jahr in Folge in die richtige Richtung. Kein Rams Spieler hat so stark von der Verpflichtung von Sean McVay profitiert wie er. Herausragend war beispielsweise das Heimspiel gegen die Minnesota Vikings. Bevor Goff in sein letztes Vertragsjahr 2020 geht, wird er sehr wahrscheinlich eine Vertragsverlängerung bei den Rams unterschreiben. Eine weitere Verstärkung für den QB Room ist Blake Bortles. Der ehemalige Jaguar übernimmt den Posten als Backup von Sean Mannion, der zu den schlechteren Backups der Liga zählte. Bortles ist im Verletzungsfall ein guter Backup für Goff, einen tieferen Playoffsrun wird er jedoch nicht leisten können.

Maßgeblich beteiligt an der guten Leistung von Goff und der gesamten Offense war die herausragende O-Line um Star-Left Tackle Andrew Whitworth. Die Line zählte sowohl gegen Run (#1 Adj. Line Yards) als auch den Pass (#6 Adj. Sack Rate) zu den Spitzenreitern der Liga. Noch wertvoller als die Leistung auf dem Platz war die Verfügbarkeit der Line in den letzten zwei Jahren. Es gab nahezu keine Verletzten.

In der letzten Spielzeit spielte keiner der Starter weniger als 94% (!!!) aller Snaps. Havenstein und Blythe erreichten sogar die 100% Marke. Nichtsdestotrotz ist die Line das größte offensive Fragezeichen in der kommenden Saison. Joseph Noteboom und Brian Allen sind der neue Left Guard respektive Center. Es ist unwahrscheinlich, dass die Line diese Verfügbarkeit und Leistung reproduzieren kann. Die Hauptfrage wird sein, ob Goff diese Regression kompensieren kann. Zugute kommt der Unit, dass Aaron Kromer, der O-Line Coach, ein erfahrener Fachmann ist und innerhalb der Organisation einen sehr guten Ruf genießt.

Sein Fokus liegt im Camp vor allem auf dem Zusammenspiel der Unit. Um die Backup Positionen kämpfen eine Gruppe sehr junger Spieler, nahezu nur Rookies und Sophomores. Den Cut überstehen werden die Rookie Tackles Edwards und Evans, sowie Jamil Demby. Demby ist in seinem zweiten Jahr und kann sowohl die Guard als auch die Tackle Positionen spielen. Zusätzlich fehlt mit Aaron Neary, ältester Backup mit 26, ein Ersatz auf Center und Guard, da er aufgrund eines Knöchelbruches die komplette Saison verpassen wird. Aktuell ist kein gelernter Backup Center im Roster.

Bei den Running Backs liegt der Fokus wie jedes Jahr auf Todd Gurley, der aus einer absolut zweigeteilten Saison kommt. In der Regular Season spielte der Fixpunkt der Offense eine sehr starke Saison. Nach DYAR und DVOA war er die klare Nummer 1 der vergangenen Saison und belohnte seine Auftritte mit insgesamt 21 TDs (17 Rushing 4 Receiving). Diese starken Zahlen sind jedoch auch ein Verdienst der O-Line und des Gameplans. Die Line blockt sowohl an der LOS sehr stark als auch im 2nd Level. Gurley profitierte dadurch enorm. Zusätzlich spielten die Rams viele Passing und Rushing Plays aus nahezu identischen Formationen, was Gurley die mit Abstand wenigsten heavy boxes im Vergleich zu den anderen Top-Backs bescherte.

Nach dem 14. Spieltag verpasste Gurley zwei Spiele aufgrund einer Knieverletzung und konnte die gesamte Postseason nicht mehr an die alten Leistungen anknüpfen. Die guten Performances von Ersatz CJ Anderson werfen einmal mehr die Frage auf, wie stark profitiert Gurley vom restlichen Team. In der kommenden Spielzeit werden sich Gurley und Rookie Henderson das Backfield teilen. Da beide auch als Receiver aufgestellt werden können, bringt dies eine zusätzliche Dimension in den Angriff der Rams. Außerdem ist davon auszugehen, dass Gurley mehr Pausen bekommen wird, um sein Knie zu schonen. Die Snaps bei 3rd & 6+ wird Henderson frühzeitig übernehmen, da Gurley hier sehr ineffektive war (einige Drops etc.). Zu Beginn wird Malcolm Brown im Depth Chart auf Platz 2 zu finden sein. Den Roster vervollständigt Justin Davis oder John Kelly, die hauptsächlich als Special Teamer gefragt sein werden.

Die Wide Receiver kommen aus einer mehr als überzeugenden Saison. Brandin Cooks, Robert Woods und Cooper Kupp waren alle auf Kurs mehr als 1000 Receiving Yards zu erzielen. Der Kreuzbandriss von Slot Receiver Kupp im November verhinderte diesen Meilenstein. Dieser Verlust war auf dem Platz deutlich sichtbar, vor allem da Goff und Kupp bei kritischen Downs ein eingespieltes Duo waren. Ligaweit sind diese 3 ein Top 5 Wide Receiver Corps. In der neuen Spielzeit bleibt hier alles beim Alten. Cooper Kupp ist zur neuen Saison wieder topfit und zeigt im Trainingscamp schon sehr gute Leistungen. Seine Schnelligkeits- und Agilitätswerte sollen sogar besser sein als vor der Verletzung. Der harte Arbeiter kann den nächsten Schritt gehen und zu Goffs wichtigster Anspielstation werden.

Auf den Backup Positionen hat Josh Reynolds nach guten Leistungen als Ersatz von Kupp seinen Rosterspot sicher. Ein enges Duell liefern sich KhaDarel Hodge und Mike Thomas. Hodge spielte letzte Saison in 14 Spielen, Thomas dagegen kommt aus einer Verletzungspause zurück (komplettes Jahr verpasst). Sein Comeback ist bisher sehr stark und er gilt als einer der Lieblingsschützlinge von McVay. Der Vorteil liegt hier bei Thomas. Den letzten Rosterspot sichert sich Specialteamer JoJo Natson, der primäre Punt- und Kickreturner der Rams.

Die letzte Positionsgruppe sind die Tight Ends. Tyler Higbee und Gerald Everett waren das gesetzte Tandem aus der letzten Saison und werden es auch diese Saison wieder sein. Letzte Saison verzeichneten sich kombiniert 5 TDs, was die untergeordnete Rolle in McVays Scheme zeigt, dass auf Gurley und die WR fixiert ist. Nichtsdestotrotz sind bei solide 2 Way Tight Ends, bei denen man auf den nächsten Schritt wartet. Vor allem von Everett im Passspiel. Den letzten Spot sichert sich Blocking TE Johnny Mundt, der überwiegend als Specialteamer zum Einsatz kommen wird. Diese Positionsgruppe hat am meisten Entwicklungspotenzial in McVays Offense.

Im SuperBowl hat man einen klaren Plan B bei der Offense von McVay vermisst, daher liegt der Fokus in der Offense auf mehr Variabilität, ohne die Vorteile des letztjährigen Schemes zu verlieren. Die Rams spielten vergangenes Jahr mehr als 90% ihr Snaps aus 11 Personnel und führten in den letzten zwei Spielzeiten insgesamt nur 5 verschiedene Personnelgroups auf das Feld. Die Vorteile hieraus sind vor allem, dass die ähnlichen Looks für die Defenses sehr schwer zu lesen sind und somit das Laufspiel viele leichte Boxen gegen sich hatte und auch die Fakes beim Playaction-Passing einfacher waren. Mit Henderson und Gurley sind 2 RB Sets wahrscheinlicher und im Passspiel von Linebackern schwierig zu verteidigen. Die Tight Ends könnten vor allem in der Redzone als Passempfänger eine weitere Dimension in das Spiel der Rams bringen. Insgesamt wird es hier um eine Evolution des Schemes gehen und nicht um eine Revolution.

Defense

Im Coaching Staff gegen den Ball bleibt alles beim Gleichen. Coachingurgestein Wade Phillips hat auch diese Saison wieder die Verantwortung. Chefcoach Sean McVay lässt ihm hier komplett freie Hand. Einzige Verstärkung ist Eric Henderson, neuverantwortlich für die Defensive Line.

Bei den Defensive Tackles sticht Aaron Donald wieder einmal heraus. Letzte Saison verzeichnete er 20.5 Sacks (DT Rekord), 25 Tackle for loss (#1 NFL) und 71 QB Pressures (#1). Pro Football Focus gab ihm sogar die höchste Bewertung für einen DT jemals und er hält nun allgemein die höchste Bewertung bei PFF (95.0). Folgerichtig wurde er wieder zum Defensive Player of the Year gewählt. Nach dem überragenden Jahr 2017 legte er nochmals eine Schippe darauf. Es ist vermessen eine gleich gute Saison oder gar eine Steigerung von ihm zu erwarten, nichtsdestotrotz ist es möglich, dass er jeden NFL Zuschauer nochmals überrascht und besser als im Jahr davor spielt. Vergoldet werden diese Leistungen mit dem Fakt, dass QBs Druck über die Mitte besonders hassen.

Der Veteran Michael Brockers bleibt auch in der kommenden Spielzeit an der Seite von Aaron Donald und bekleidet die Position des Defensive Ends. Er kommt aus einer durchschnittlichen Spielzeit, trotz Donald und Suh an seiner Seite. Diese Saison muss eine Steigerung folgen, ansonsten sind Brockers weitere Jahre in LA begrenzt.

Auf der Nose Tackle Position wird Sebastian Day-Joseph als Starter in die Saison gehen. Der letztjährige Sechstrundenpick von Rutgers schaffte zwar den Kader im letzten Jahr, war jedoch nicht im 46er Roster zu finden. Verdient hat er sich die Starter Position durch eine sehr gute Vorbereitung. Vor der Saison reduzierte er seinen Fettanteil deutlich und erhöhte die Muskelmasse um 15 Pfund(!). Dieser Zugewinn an Agilität merkt man ihm deutlich an. Rookie Gaines wird sein Backup sein. Die stark aufsteigende Form in den vergangenen Tagen macht ihn zu einem potenziellen Starter im Laufe der Saison. Dieser Konkurrenzkampf zeigt sich aktuell als sehr positiv für beide Spieler.

Die Youngsters Morgan Fox und John Franklin-Meyers werden die Line-Rotation vervollständigen. Tanzel Smart hat Außenseiterchancen den Cut zu überstehen. Insgesamt ist der Qualitätsabfall nach Donald deutlich, dieser alleine hebt die Line aber auf ein gehobenes Niveau. Die jungen Spieler zeigen allesamt, dass sie das Potenzial haben um den nächsten Schritt zu gehen und auch in entscheidenden Downs ihre Leistung abzurufen.

Bei den Outside Linebackern kann man von einer sehr breiten Rotation sprechen. Dante Fowler Jr. ist der unangefochtene Starter und wird die Position des Will-Linebackers bekleiden. Der Edge Rusher zeigte letzte Saison nach seiner Verpflichtung, dass er eine wertvolle Unterstützung für Donald ist. Die hohe Wertschätzung der Verantwortlichen zeigt sich auch im Gehalt von 12 Millionen für die kommende Saison. Nichtsdestotrotz stellt sich die Frage, ob die Rams ihn sich darüber hinaus leisten können werden. Sein Gegenpart wird der erfahrene Clay Matthews sein. Für die junge Defensive ist seine Erfahrung und Leadership sehr wichtig. Teilen wird er sich seine Snaps mit Samson Ebukam. Dieser enttäuschte letzte Saison und konnte nur vereinzelt Big Plays generieren.

Einer der Gründe für die schwache Performance waren seine anhaltenden Knieprobleme. Ogbonnia Okoronkwo verpasste letzte Saison komplett verletzungsbedingt und auch Teile der Saisonvorbereitung. Nichtsdestotrotz hat er in den letzten Preseasonspielen seine Qualitäten unter Beweis gestellt. Vor allem seine Athletik macht ihn zu einem gefährlichen Spieler. Das A und O ist aber seine Gesundheit. Komplettiert wird das Quintett von Natrez Patrick, der von der Inside Linebackern zu den Outside Linebackern gewechselt ist während der Vorbereitung. Auch er überzeugte in den Preseasonspielen. In verschiedenen Packages könnten sich Snaps für diese beiden ergeben. Langfristig ist ein deutlicher Entwicklungsschritt bei den Edge Rushern dringend nötig, da Fowler und Matthews nur kurzfristige Lösungen sein werden.

Die größte Problemzone in der Defensive und dem Team insgesamt sind die Interior Linebacker. Nach der Entlassung von Mark Barron im Frühjahr verdünnte sich die Positionsgruppe deutlich nach der Verletzung von Quasi-Starter Micah Kiser. Dieser wurde wegen einer Brustverletzung operiert und ist ein Kandidat für die Injured-Reserve Liste. Cory Littleton ist der unangefochtene Starter und erarbeitete sich diesen Status in der vergangenen Saison als er überraschend stark aufspielte. 125 Tackles (#10 NFL), 16 Pass Deflections (#6 NFL, #1 LB), 3 Interceptions und 4.0 Sacks untermauern dies deutlich. Zusätzlich lieferte er noch einige Big Plays in den Specialteams.

Sein Partner wird nach der Kiser Verletzung Bryce Hager sein. Hager war letzte Saison der erste Backup. Trevin Howard und Rookie Dakota Allen sind auf dem besten Weg die übrigen Spots zu besetzen. Durch das starke Backfield und dem Punkt, dass die Rams nur 30% ihrer Snaps in der Base Formation spielen, ist es mehr als wahrscheinlich, dass sie nur mit 4 ILB in die Saison gehen werden und den verbleibenden Spot mit einem DB besetzen werden. McVay zeigt noch kein Interesse an einer FA-Verpflichtung. Der Cut-Day könnte hier aber nochmals für Veränderungen sorgen.

Die Cornerbacks sind in qualitativer und quantitativer Hinsicht die beste Positionsgruppe der Rams Defense. Aqip Talib, Marcus Peters, Nickell Robey-Coleman und Troy Hill werden wieder die gesetzten Corner sein. Talib verpasste knapp die Hälfte der Regular Season und es war deutlich sichtbar, dass er der Nummer 1 Corner bei den Rams ist. Marcus Peters konnte den Erwartungen noch nicht gerecht werden und spielt um einen neuen Vertrag. Peters war vor allem sehr anfällig gegen Double-Moves und gab so einige, deutlich zu viele, Big-Plays ab. Insgesamt sind Talib und Peters für ihre aggressive Spielweise bekannt, die allgemein anfälliger für Big Plays ist. Robey-Coleman ist der Slot Corner. Rookie David Long, Kevin Peterson und Darious Williams liefern sich ein enges Kopf-an-Kopf-Rennen um die verbleibenden Positionen. Da alle sehr gute Momente in den Camps und Spielen hatten ist eine Prognose sehr schwierig. Es ist sogar möglich, dass 7 Cornerbacks den Cut überstehen.

Bei den Safetys übernehmen nach den Abgängen von Lamarcus Joyner und Blake Countess Eric Weddle und Taylor Rapp die verbliebenen Posten. Sicherer Starter auf Strong Safety ist John Johnson (119 Tackles, 15PBU). Dieser verbesserte sich vor allem in Coverage und bei den Tackles und zählt zu den besten Safeties der Liga. Eric Weddle wird der Starter auf FS sein und kommt aus einem starken Jahr mit den Baltimore Ravens. Der spielintelligente Rookie Taylor Rapp und Lieblingsschützling von McVay könnte aber an einer Wachablösung im Laufe der Saison arbeiten. Komplettiert werden wird die Gruppe von Marqui Christian und Nick Scott.

Insgesamt werden die Rams eine Top10 Defense stellen können, wenn alle Spieler ihre Leistung abrufen können. Das starke und flexible Backfield lässt viel kreativen Spielraum für Wade Philips, der das Personal hat, um den defensiven Ansatz der Patriots kopieren zu können. Aaron Donald allein und in der Kombination mit den hoch aggressiven Cornerbacks ist immer für ein spielentscheidendes Big Play gut. Des Weiteren sind viele Subpackages zu erwarten. Einerseits haben sie ein qualitatives Übergewicht im Backfield und andererseits kaschiert man die Lücke bei den Linebackern, wenn Littleton den alleinigen Middle Linebacker gibt. Auch 2018 schon haben die Rams die Mehrzahl ihrer Snaps nicht in der Basis Formation gespielt. Das Hauptproblem 2018 war die Run Defense (Platz 31 PFF). Die starke eigene Offense hat die gegnerischen Teams jedoch oft unter Druck gesetzt durch die hohen Scores, so dass deren Offenses vom Run weg hin zum Pass getrieben wurden, daher ist diese eklatante Schwäche verschmerzbar gewesen.

Special Teams

Kicker Greg Zuerlein, Punter Johnny Hekker und Long Snapper Jacob McQuaide zählen zu den besten ihrer Zunft und waren alle schon im Pro-Bowl vertreten. Verantwortlich für die Unit ist wie die vergangenen Jahre auch wieder Coach John Fassel, der zu den besten ST Coaches der Liga zählt.

Players to watch

Jared Goff, QB

Diese Wahl ist sehr offensichtlich, weil jedes Team eng an den Quarterback gekoppelt ist. Der Grund für die Nominierung ist jedoch, dass Goff den Schritt gehen muss, dass er nicht mehr so stark vom Scheme abhängig ist. Im SuperBowl wurde deutlich wie viele Probleme er hat, wenn der Gameplan der Rams nicht funktioniert. Für einen Titelrun muss Goff hier lernen auch eigene Lösungen zu finden. Ein weiteres Manko ist sein Verhalten gegen Pressure und beim Lesen der Defenses. Aktuell tragen ihn hier McVay und die O-Line zu guten Teilen. In kritischen Momenten, vor allem den Playoffs, muss er aber auch hier eigenständiger Lösungen finden. Diese Schwächen unterscheiden Goff aktuell von den sehr guten Quarterbacks und machen ihn nur zu einem guten Quarterback.

Todd Gurley, RB

Gurley findet sich in dieser Auflistung wieder, weil seine Knieprobleme ein nicht zu unterschätzendes Fragezeichen darstellen. Wie fit ist er wirklich? Wie viel Workload kann man ihm zumuten in der Regular Season? Wie sieht seine Zukunft aus. Vertraglich ist er mindestens noch 2 Jahre sicher bei den Rams, weil der Dead Cap zu hoch wäre. Im Worst Case Szenario kann man ihn 2021 mit 8,4 Millionen Dead Cap und 2022 mit 4,2 Millionen Dead Cap entlassen. Sportlich ist er über jeden Zweifel erhaben, jedoch muss er gesund bleiben.

Gerald Everett, TE

Wann sieht man seine Explosion als Passempfänger? Er ist im Vergleich zu Higbee der bessere Passempfänger und seine Targets- und Yardszahlen steigen jährlich, jedoch ist seine Rolle noch sehr überschaubar. Bindet McVay diese Saison die TEs mehr ein als letzte Saison? Wie viele 2-TE-Sets sehen wir in der kommenden Saison? Everett könnte der größte Profiteur vom fehlenden Plan B im SuperBowl werden.

Sebastian Day-Joseph, NT

Day-Joseph ist jetzt schon der Gewinner der Vorbereitung. Letzte Saison war er zwar im Roster, spielte jedoch keinen einzigen Snap. Nach einer Diät in der Offseason und einem weitreichenden Muskelaufbau bevor der Saison, ist er in der körperlich besten Form seiner bisherigen Karriere. Jetzt wird er geschont für das letzte Preseasonspiel, weil McVay ihn als Starter auf NT auserkoren hat. Die Fußstapfen nach dem Suh-Abgang sind groß, jedoch profitiert er von Aaron Donald an seiner Seite. Er kann sich an ihm orientieren und zu der größten Überraschung werden in der Saison der Rams. Seine Hauptaufgabe wird sein, die Run Defense zu verbessern.

Fazit

Wenn man sich die Entwicklung des Teams seit McVays Beginn anschaut zeigt die Entwicklung steil nach oben. Erst Playoffs, dann SuperBowlteilnahme und jetzt?

Die Lücken im Kader der Rams sind gering. Klar O-Line und Linebacker haben Fragezeichen, die aber jedes Team irgendwo hat. Die Offense zählt zu den Top3 der Liga und die Defense ist für einen langen Playoffsrun tief genug. Dazu kommt Donald, der mit seinen Big Plays Spiele im Alleingang entscheiden kann. Zusätzlich sind McVay, Philips und Fassel jeweils mindestens Top 10 Coaches in ihren Bereichen. Daraus folgt eine riesige Erwartungshaltung an die Rams, vor allem ist Goff diese Saison noch im Rookie Contract. Es wird der letzte Anlauf sein unter diesen capfreundlichen Bedingungen. Wenn man sich den Schedule anschaut, fallen einem direkt die schweren Auswärtspartien bei den Panthers, Browns, Seahawks, Falcons, Steelers und Cowboys auf. Dazu kommen noch schwierige Spielen gegen die Saints, Bears und Ravens im Coliseum. Der Spielplan ist deutlich schwieriger als letzte Saison, aber die Rams gehen dennoch als Favorit in nahezu jedes Spiel. Schlussendlich wird die Bye Week das Ziel sein, ich gehe jedoch nicht von einer Bye Week in den Playoffs aus. Ligaweit gesehen sind die Rams ein Titelcontender und das Team-to-beat in der NFC.

Record-Prediction: 11-5

KOMMENTARE
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Petzie
MODERATOR
06.09.2019 | 11:16 Uhr
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Petzie : 
06.09.2019 | 11:16 Uhr
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Petzie : 
Vielen Dank für deine Preview und die damit verbundene Zeit, die du investiert hast. Die Erwartungshaltung an McVay und Goff ist groß, nach dem offensiven Debakel im SB wird spannend sein ob man sich in solchen Situationen weiterentwickelt hat. Vom Schedule her finde ich da sind einige potentielle Stolpersteine dabei, mit 11:5 gehe ich mit, ich erwarte aber keine enorme Dominanz von den Rams (von Donald mal abgesehen), offensiv wird McVay das übers Scheme schon irgendwie hinbekommen, aber die Oline könnte im weiteren Verlauf der Saison besonders Richtung Playoffs ein Problem werden
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Bendt
02.09.2019 | 15:09 Uhr
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Bendt : 
02.09.2019 | 15:09 Uhr
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Bendt : 
Super preview.

Bin auch gespannt wie die rams dies Saison spielen werden. Im Superbowl wurden sie ja leider ziemlich übel ausgecoacht. Da wird McVay gefordert sein. Bin da aber sehr zuversichtlich, da er wahnsinnig footballbesessen ist. Seine Interviews zu irgenwelchen Spielzügen vor etlichen Wochen sind einfach weltklasse und ein Beleg für seine akribische Arbeit. Einzig die Oline macht mir große Sorgen. Einzig Witworth ist da super, wobei der ja auch schon ziemlich alt ist und ein schneller Leistungsabfall jederzeit kommen kann. Havenstein ist so durschnitt und dann kommen schon viele viele Fragezeichen.
Die Defense ist allein schon wegen A.Donald eine TOP 10 unit. Was der selbst gegen double teams macht ist schon beindruckend. M.Peters als zweiten CB finde ich pers. nicht so gut. Für mich eindeutig zu aggressiv und zu sehr auf eine interception aus. Da lassen sich viele von den turnover Zahlen trüben.
Die Divison sollten Sie mit Leichtigkeit gewinnen, ansonsten gibts schon ein paar schwere Spiele @Browns, Saints, @Falcons, @Steelers, @Dallas, Bears. Und in Seatlle ist es auch bekanntlich nicht so einfach zu gewinnen.
Würde auf 10-6 tippen
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DerLutz
30.08.2019 | 11:53 Uhr
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DerLutz : 
30.08.2019 | 11:53 Uhr
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DerLutz : 
Gute Preview.

Ich zähle mich selbst zu den Goffkritikern, als Ramsfan würde mich aber das Playoffspiel gegen die Saints positiv stimmen. Nachdem da zu Beginn nichts ging, hat er sich während dem Spiel gefangen und auch seinen Anteil am erreichen des Super Bowls.
Wie gut die O-Line die Abgänge verkraftet und was mit dem Laufspiel (Einsatzzeiten von Gurley) passiert wird man wohl erst während der Saison wissen, aber ich bin da zuversichtlich.

Die Rams gehören für mich, wie schon unter anderen Previews erwähnt zu den Top Kandidaten für eine Bye Week in den Playoffs. Wenn die O-Line durchschnittlich oder besser agiert wird man die Division deutlich gewinnen. Der Schedule birgt seine Tücken, aber McVay und Philipps machen das schon.

So leid es mir für die Chargers tut, am Status als Nummer 1 für LA wird sich nichts ändern
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