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MySpox NBA Line der Woche


Gründer: MGoedderz | Mitglieder: 753 | Beiträge: 184
28.10.2012 um 15:47 Uhr
Geschrieben von MGoedderz
NBA Preview: Boston Celtics
Back to Beastmode in Beantown

„Meine Mission ist es, zu töten. Egal, ob es die Heat sind, ob es die Lakers sind. Hoffentlich beide. Das ist meine Mission und deswegen bin ich hier, um genau das zu tun. Es gibt kein anderes Motiv, als da rauszugehen und zu gewinnen, alles zu gewinnen", so die Worte von Neuzugang Jason Terry kurz nach seiner Ankunft in Beantown.
Die Mission zu töten? Lehnt sich da nicht ein Spieler etwas weit aus dem Fenster? Übertreibt er nicht? Er würde es tun, wenn wir nicht in Boston wären. Wenn er nicht in ein Team käme, das während der letzten Saison zum x-ten Mal tot geglaubt wurde, um dann doch wieder mit einem Feuer und einem Herz durch die Playoffs zu stampfen, das seines Gleichen suchte. Gehören die Celtics also noch immer zu den absoluten Meisterschaftsfavoriten?


Was ist neu?
Die Zeit der Big Three ist vorbei. Ray Allen entschloss sich in der diesjährigen Free Agency seine Talente zum Erzrivalen nach South Beach zu bringen. Der andere große Free Agent, Kevin Garnett, unterschrieb dagegen für weitere drei Jahre. Zweifellos die wichtigere Unterschrift, da Garnett der emotionale Leader und das Gesicht des Teams ist. Ebenfalls re-signed wurde Jeff Green, der nach einem Herzproblem die komplette letzte Saison aussetzen musste und nun neu angreifen will. Für ihn zahlen die Celtics in vier Jahren 36 Millionen Dollar: Eine umstrittene Vertragsunterzeichnung, da Green noch immer ein gesundheitliches Risiko darstellt, allerdings ebenso viel Potenzial besitzt.
Ziehen lassen mussten die Celtics die Big Men Greg Stiemsma (Minnesota) und Jermaine ONeal (Phoenix). Als Ersatz hierfür kamen Jason Collins, Darko Milicic (jeweils 1 Jahr, Minimum) sowie die Rookies Jared Sullinger und Fab Melo.
Während Letzterer wohl noch mindestens zwei Jahre Anpassungszeit in der NBA braucht, könnte Sullinger sich zu einem echten Steal entwickeln. Glaubt man den Eindrücken aus College, Summer League und Preseason, dürfte er die doch etwas dünne Personaldecke im Frontcourt erheblich entlasten, vorausgesetzt er bleibt selbst fit. Collins kommt als D12-Edelverteidiger, Milicic ist als dritter Center von der Bank absolut brauchbar.
Die beiden wichtigsten Neuzugänge aber sind Courtney Lee und Jason Terry. Für Jet verbrauchten die Kelten ihre gesamte Midlevel Exception. Der 6th Man of the Year 2009 wird wohl wieder den Energizer von der Bank geben. Starten sollte während der verletzungsbedingten Abwesenheit von Avery Bradley zunächst einmal Lee, der in einem Trade mit Houston und Portland für Sasha Pavlovic, Sean Williams und E’Twaun Moore und zwei Secound-Round-Picks kam. Er trifft den so wichtigen Dreier aus der Ecke mit tödlicher Präzision und gehört zu den besseren Flügelverteidigern. Während der Vorbereitung verpflichtete man zudem Leandro Barbosa als weiteren Scorer im Backcourt.

Umfeld
In Doc Rivers beschäftigen die Celtics einen der besten Head Coaches der Liga, Danny Ainge ist einer der fähigsten General Manager der NBA. Die Franchise wird solide von einer Bostoner Investment-Gruppe geführt. Der TD Garden ist eine der traditionsreichsten und stimmungsvollsten Arenen, und war letzte Saison durchweg ausverkauft. Kurzum: Ein viel besseres Umfeld kann man eigentlich nicht besitzen.
In einer geschäftigen Free Agency machte das Front Office einen sehr guten Job. Bei Allen bestand laut Ainge keine Chance auf einen Verbleib, da dieser auch wegen interner Differenzen abwandern wollte. Dafür fand man allerdings in Lee und Terry mindestens gleichwertigen Ersatz. Im Draft handelten die Macher ebenfalls klug. Das Risiko, einen verletzungsanfälligen Spieler mit großem Potenzial zu picken, muss ein Spitzenteam eingehen.

Stärken
In der Verteidigung gehören die Celtics weiterhin zur absoluten NBA-Elite. Insbesondere der Move von Bradley auf den Starter Spot während der letzten Saison hob Boston noch einmal auf ein höheres Level. Die Folge: Zweiter Platz in der defensiven Effizienz. Gegen die Celtics trafen die Gegner generell ihre wenigsten Würfe (41,9 Prozent) und die wenigsten Dreipunktewürfe (30,8).
Dies liegt nicht nur an hervorragenden Defensivspielern wie Rondo oder Bradley, sondern auch an der Toughness und Einstellung von Führungsspielern wie Garnett oder Pierce. Es gibt wohl kein anderes Team in der NBA, das sich so sehr über die eigene Einstellung und Härte definiert. Die Mannschaft ist absolut homogen zusammengestellt und besitzt eine enorme Erfahrung.

Schwächen
Was manche nicht vermuten: Die letzte Saison war offensiv eine Katastrophe, ein absoluter Offenbarungseid. Gerade mal Platz 24 belegten die Celtics in der offensiven Effizienz, sie erzielte die fünftwenigsten Punkte im Schnitt. Zwar befanden sich die Celtics im oberen Drittel der Liga, was die verwandelte Würfe und die True-Shooting-Percentage betrifft, allerdings gelang es ihnen nicht, genug Wurfversuche zu generieren. Gerade einmal 92 Würfe pro 100 Ballbesitzzeiten brachte Boston in der letzten Spielzeit Richtung Korb: der niedrigste Schnitt der Liga.
Noch düsterer sah es im Rebounding aus. Lediglich in 19,7 Prozent aller Fälle konnten die Celtics eine zweite Chance durch einen Offensive Rebound nach einem Fehlversuch generieren. Das ist die schlechteste Offensiv-Rebound-Rate aller Zeiten. In der NBA. So ähnlich sah es auch in anderen Rebound-Kategorien aus. Bedenklich ist, dass in diesem Bereich wenig getan wurde. Milicic und Collins gelten als ungemein schwache Rebounder, das gleiche gilt für die Guards Terry und Lee. Lediglich Sullinger und Green bringen hier Potenzial mit.

Spieler im Fokus: Jason Terry
Großen Worten müssen große Taten folgen. Nach den Worten Terrys im Sommer müssen nun exzellente Leistungen folgen. Der Ex-Maverick bringt neben der oben bereits erwähnten Winner-Mentalität Erfahrung, Clutch und einen tödlichen Midrange-Jumper mit nach Beantown. Er kann als sechster Mann Gold wert sein, insbesondere in den Playoffs. Bringt er seine Stärken gewinnbringend ein, dann ist er gar ein Upgrade gegenüber Allen. Publikumsliebling scheint er schon jetzt zu sein.

Fazit:
Die Celtics sind jünger geworden, die Celtics sind frischer und sie haben den absoluten Glauben in ihre Stärke gepaart mit hochklassigen Führungsspielern. Durch die vielen Neuerungen ist man nicht mehr ganz so eingespielt, außerdem ist der verletzungsanfällige Kader an der einen oder anderen Stelle (PG, C) zu dünn/schwach besetzt. Zudem muss man endlich wieder die Probleme in der Offensive in den Griff kriegen, sonst hilft gegen hochkarätige Teams auch alle Biestigkeit in der Defense nichts. In der Regular Season geht es vor allem darum, Kräfte zu schonen und den Heimvorteil in der ersten Playoffrunde zu erreichen, was ohne gravierende Verletzungen absolut machbar ist. In den Playoffs ist wirklich alles möglich. Vom Erstrundenversagen bis zum Titel.


Aufrufe: 7497 | Kommentare: 26 | Bewertungen: 27 | Erstellt:28.10.2012
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KOMMENTARE
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MGoedderz
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28.10.2012 | 15:50 Uhr
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MGoedderz : 
28.10.2012 | 15:50 Uhr
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MGoedderz : 
Courtney Lee:
Hatte kurze Zeit mal überlegt ihn in den Fokus zu stellen, allerdings sehe ich ihn trotz guter Preseason lediglich als Rollenspieler, zwar ein wichtiger Rollenspieler, aber keiner, an dem das Schicksal der Celtics hängt. Ist trotzdem wichtig, dass er noch häufiger den Dreier nimmt und gut verteidigt. Ich denke mal, er wird im Celtics-System aufgehen.

Rajon Rondo:
Hatte ich auch kurz überlegt, in den Fokus zu setzen. Rondo hat mittlerweile alles in der Hand. Allen ging eben auch, weil er sich mit Rondo nicht grün war, die Celtics aber ihrem Point Guard das volle Vertrauen aussprachen. Er bezeichnet sich selbst als besten Point Guard der NBA. Um das zu sein, bräuchte er aber ansatzweise einen Wurf. Hab noch nicht ganz aufgegeben daran zu glauben, dass er in irgendwann in Ansätzen entwickelt. Klasse Aktion: Er organisierte bereits vor der Preseason ein Trainingscamp in L.A., wo sich Garnett und Pierce im Sommer aufhielten und trainierte dort mit dem Team, damit sich alle aneinander gewöhnen.

Jared Sullinger:
Rondo hat ihn bereits als vielleicht smartesten und besten Rookie beschrieben, den er in seiner Celtics-Zeit erlebt hat. Gefällt mir extrem gut in der Vorbereitung und zeigt keinerlei Anzeichen von gesundheitlichen Beschwerden. Bleibt das so, ist er ein absoluter Steal, gerade weil er in seinen Spielanlagen bereits so reif ist, dass er den Celtics augenblicklich sehr weiterhilft.

Beat the Heat?
Die Celtics haben drei starke bis exzellente Flügelverteidiger (Bradley, Lee, Pierce). Das ist viel wert gegen Miami. Außerdem haben sie mit Rondo einen Point Guard, der dem massiven Druck der Miami-D standhalten kann. Miamis größtes Problem: Die fehlende Länge und Qualität auf Center, können die Celtics aber eben auch in keinster Weise ausnutzen. Trotzdem war man in den letzten Playoffs ja extrem nah am Seriengewinn dran und der Kader hat sich qualitativ noch einmal gesteigert.
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MGoedderz
MODERATOR
28.10.2012 | 15:48 Uhr
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MGoedderz : 
28.10.2012 | 15:48 Uhr
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MGoedderz : 
Puh, in diesem Fall hat mir die Zeichenbegrenzung echt zu schaffen gemacht. Hätte gerne noch so viel mehr geschrieben. Wer Lust hat, kann sich ja noch die beiden Kommentare durchlesen. Die sind was weniger nüchtern und etwas subjektiver, stecken aber auch noch Infos drin.

Backcourt:
Mir gefällt das Barbosa-Signing richtig gut. Einen kürzeren Ausfall von Rondo können Barbosa und Terry abdecken, das sollte kein Problem sein. Sind zwar beide keine Floor Generals, können aber die 1 übernehmen. Bei einem längeren Ausfall Rondos sähe es aber ganz schön düster aus. Aber naja, welches Team kann schon den Ausfall seines besten Spielers auf lange Zeit kompensieren? Miami ohne James? Clippers ohne Paul? Da wird es dort aber auch schwer. Außerdem ist Rondo konditionell ein Tier. Der könnte auch immer 48 Minuten auf dem Feld stehen. Dennoch: Rondo, Bradley, Terry, Lee, Barbosa - verdammt starke Backcourt-Rotation. Gerade weil sie wesentlich schneller und frischer ist als noch mit Allen, Dooling und Co.

Frontcourt:
Ist wesentlich dünner besetzt als der Backcourt. Green und Sullinger sind die einzigen Ersatzspieler mit einer gehörigen Portion Qualität. Hinter beiden steht aber auf Grund der Krankenakte ein großes Fragezeichen. Sollten die beiden ausfallen, dann ist Boston da extrem dünn und Garnett müsste wieder mehr Minuten machen. Generell ist die 5 halt nicht optimal besetzt, obwohl mir Garnett da wirklich gefällt. Außerdem haben die Celtics so gut wie gar keine Lowpost-Präsenz, da KG ja fast nur noch Würfe aus der Mitteldistanz nimmt, Bass ebenso. Bei Rebounds und im Lowpost müssen sie sich auf Sullinger und Green verlassen. Das ist schon riskant.

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