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NFL @ SPOX


Gründer: Master_Of_Disaster | Mitglieder: 816 | Beiträge: 208
Von: DanU79
18.09.2021 | 369 Aufrufe | 3 Kommentare | 3 Bewertungen Ø 10.0
Neues CBA in der NFL
Aus 16 mach 17...
Die NFL führt zur neuen Regular Season ein zusätzliches Spiel ein. Was sind die Auswirkungen dieses Schrittes?

1.019:959 Ja-Stimmen. So lautet im März 2020 das, relativ knappe, Ergebnis der Abstimmung der NFL-Spieler über das neue Collective Bargaining Agreement (CBA). Den Rahmenvertrag zwischen der NFL und den Spielern. Das bisherige CBA galt bis zum Ende der Saison 2020. Ohne diesen Rahmenvertrag kommt es zum Lockout.

Erste, für jeden wahrnehmbare Änderung, aus dem neuen Rahmenvertrag war die Veränderung der Play-Offs, an denen in der Saison 2020 erstmals 14 Teams (sieben aus jeder Conference) teilnehmen. Die Wild-Card-Round wurde von vier auf sechs Partien erweitert, in dem neben den zwei zusätzlichen Teilnehmern auch nur noch das beste Team der Conference eine Playoff-Bye-Week erhält. Die ersten beiden Teams die als 7th-Seed in die Playoffs einziehen sind die Chicago Bears (NFC) und Indianapolis Colts (AFC).

In der Folge soll es jedoch um eine andere Neuerung des neuen CBA den NFL-Spielplan betreffend gehen: die Ausweitung der Regular Season von 16 auf 17 Spiele pro Team bei unverändert einer Bye-Week.

Vereinbarungsgemäß bleibt es bei einer Gesamtanzahl von 20 Spielen je Team bis zu den Playoffs; die Preseason wird von vier auf drei Spiele verkürzt. Der Saisonauftakt bleibt terminlich unverändert auf dem Donnerstag nach dem Labour-Day-Wochenende. In der Folge verschiebt sich jedoch alles um eine Woche nach hinten: auch die Playoffs, die bislang am Wochenende der ersten vollen Woche im Januar lagen, und der Super Bowl, der vom ersten auf den zweiten Februar-Sonntag verlegt wird.

Als neue Partie wurde ein Inter-Conference-Match festgelegt. Hierbei treffen die Teams auf ein Team aus der Division der anderen Conference, gegen die die eigene Division vor zwei Jahren die Inter-Conference-Games bestritten hat.

Für das exakte Match-Up wird die Tabelle der Division am Ende der Regular Season der Vorsaison herangezogen. Hierbei treffen immer die Teams auf den selben Tabellenpositionen aufeinander. Das Heimrecht wechselt von Jahr zu Jahr auf Conference-Ebene. In den ungeraden Jahren haben die Teams der AFC in diesen Partien Heimrecht, in den geraden Jahren jene der NFC.

Dies führt in der bevorstehenden Saison zu folgenden Begegnungen:

Höhepunkt ist dabei sicherlich die Partie der Kansas City Chiefs gegen die Green Bay Packers (gerade weiterhin Aaron Rodgers der Quarterback der Packers ist).

Auswirkung auf...

Die Einführung des 17. Regular Season Spiels hat Auswirkungen auf das Geschehen in der Liga, die nun betrachtet werden sollen.

... die Situation der Spieler

In Summe hat sich die Anzahl der Spiele einer Franchise nicht verändert. Aber: während der Pre-Season spielt überwiegend die zweite und dritte Garde an Spielern sowie die Rookies. Für diese sind diese Spiele eine wichtige Plattform um sich in die Abläufe in der NFL zu gewöhnen. Und sich natürlich für den finalen Kader für die Regular Season zu empfehlen. Durch die Umwandlung eines Pre-Season- in ein Regular-Season-Spiel verringert sich nun die Chance dazu.

Der mitentscheidende Grund für das knappe Abstimmungsergebnis seitens der Spieler waren jedoch die, natürlich nachvollziehbaren, Sorgen um die eigene Gesundheit. Woche für Woche gibt es Spieler, die das Spielfeld wegen Knochenbrüchen, Gehirnerschütterungen, usw. nicht eigenständig verlassen können.

Durch das 17. Regular-Season-Spiel steigt künftig der Anteil der Spielzeit der Stammspieler, es erhöht sich (im Gegenteil zum Fussball) deren Belastung. Und mit der Belastung eben auch das Verletzungsrisiko. Schon alleine deshalb weil die Spieler mehr Snaps spielen werden, als dies in einer 16-Spiele-Sasion der Fall gewesen ist.

... den Spielplan

Ich verstehe nicht warum Funktionäre immer wieder an perfekten Spielmodi rumschrauben müssen

Die FIFA mit der WM ab 2026 - Aufstockung von 32 auf 48 Teilnehmer von denen 16 Dreiergruppen gebildet werden. Gijon 2: Ik hör dir trapsen. Da die letzten Gruppenspiele für die Teams zwangsläufig nicht mehr zu selben Zeit stattfinden. Aber das ist ein anderes Thema.

Die UEFA an die Europameisterschaft seit 2016 - Aufstockung von 16 auf 24 Teilnehmer. Oder die neue Champions League ab 2024 - 36 Teilnehmer statt bislang 32.

Und jetzt eben auch die NFL.

Seit dem Einstieg der Houston Texans und der damit verbundenen Umstrukturierung der Liga von drei auf vier Division je Conference kannten wir das so: jedes Team bestreitet je vier Partien gegen Teams die im Vorjahr auf den Plätzen 1, 2, 3 und 4 einer Division belegt haben. Als Lösung für einen Spielplan, der auf Grund der Anzahl der Partien in der Regular Season zwangsläufig nur Spiele gegen einen Teil der Teams in der Liga beinhaltet, sag ich einfach nur Wow.

Doch nun kommt für jedes Team eine fünfte Partie gegen ein Team dazu, das in der Vorsaison den selben Platz in einer Division belegt hatte. Wenigstens das. Dennoch fällt die 17. Partie direkt ins Auge, wenn man sich die Gegner der Tampa Bay Buccaneers (als Champion der Vorsaison) für die bevorstehende Saison anschaut.

Das führt auch dazu, dass die Spanne der Strength of Schedule (SoS) tendenziell größer wird, als es bislang der Fall war. So erhöht sich die SoS für die Green Bay Packers durch die neue Partie bei den Kansas City Chiefs z.B. um 14 Siege, während sich für die Atlanta Falcons durch die Partie bei den Jacksonville Jaguars (Vorjahresbilanz 1:15) quasi nicht verändert.

... die International Games

Hier verpasst die NFL meines Erachtens eine große Chance. Nachdem es in der vergangenen Saison Corona-bedingt in der vergangenen Saison keine International Games gegeben hat, hat die NFL in der kommenden Saison wieder zwei Spiele (Falcons vs. Jets, Jaguars vs. Dolphins) zur Austragung in London angesetzt. Es gibt aber z.B. kein Spiel in Mexiko.

Die NFL hat sich zum Ziel gesetzt auch international zu wachsen. Und hierfür wären die neuen 17. Spiele eine tolle Gelegenheit gewesen, wenn man diese Spiele als International Games angesetzt hätte. Somit hätte man wunderbar wieder Ausgewogenheit herstellen können:

- Jedes Team hätte ein Mal in der Saison im Ausland antreten müssen

- Jedes Team hätte weiterhin acht Heim- und Auswärtsspiele gehabt

- Durch die nominelle Attraktivität der Begegnungen (z.B. Chiefs vs. Packers) hätten sich leichter die Märkte erschließen lassen können, weil nicht nur die nominell uninteressanten Begegnungen im Spielepool gewesen wären.

So jedoch haben die Teams der AFC in dieser Saison jeweils / überwiegend neun Heimspiele. Etwas das die Teams der NFC in der nächsten Saison auch haben wollen. Und danach ist es alles andere als ausgeschlossen, dass die Teams eines ihrer Heimspiele wieder abgeben wollen. Stichwort: Zuschauereinnahmen.

Hier wäre es am einfachsten gewesen, den Teams gar nicht erst ein neuntes Heimspiel zu geben. Jetzt, da Sportevents wieder vor Zuschauern stattfinden (dürfen), wäre es eine wunderbare Gelegenheit gewesen Spiele in die seitens der NFL für die Erschließung ins Auge gefassten Märkte zu vergeben.

... die Playoffs

Normalerweise kennt man das ja so: jedes Team hat im Laufe einer Saison die selbe Anzahl an Heim- und Auswärtsspielen (im Optimalfall auch gegen jedes andere Team in der Liga). So war das auch in der letzen Saison noch in der NFL: 16 Spiele im Rahmen des Regular Season, davon jeweils acht Spiele zu Hause, bzw. als Heimteam (wenn es ins Ausland ging), acht Spiele Auswärts. Ab dieser Saison hat die Hälfte der Teams nun neun Heimspiele, die andere Hälfte aber nur deren acht.

Die NFL findet für dieses Problem jedoch eine, in meinen Augen, sehr smarte Lösung. Denn dadurch, dass in der neuen Partie das Heimrecht jährlich auf Conference-Basis gewechselt wird und jede Conference einen Teilnehmer für den Super Bowl stellt und ermittelt, haben alle für einen Platz im Super Bowl in Frage kommenden Teams trotz der ungeraden Anzahl an Spielen identische Voraussetzungen. Es ist also kein Team im Vor- oder Nachteil. Eine sehr gute Lösung der NFL wie ich finde. Denn das Thema hätte bei einer anderen Umsetzung schon zu Vorzügen für das eine oder andere Team führen können.

... die Bedeutung von January-Games

In der Zeit der 16-Spiele-Regular-Season endete diese jeweils zwischen dem 28. Dezember und dem 03. Januar. Somit hatten nur die Teams, die sich für die Play Offs qualifiziert haben auf jeden Fall die Gelegenheit im Januar noch Football zu spielen.

Wie eingangs erwähnt beginnt die Regular Season weiterhin am Donnerstag nach dem Labour-Day-Wochenende. Somit verschiebt sich auch der Start der Playoffs eine Woche nach hinten, wodurch es nichts besonderes mehr ist, im Januar noch Football zu spielen. Ich hätte es besser gefunden, wenn die Saison nicht eine Woche nach hinten verschoben wäre, sondern man die Regular Season eine Woche früher hätte beginnen lassen. Wenigstens bleibt der Super Bowl das einzige NFL-Spiel das im Februar stattfindet.

... ein Super-Bowl-Rematch

Ein klar positiver Aspekt ist in meinen Augen, dass durch die Auswahl der neuen Partie die Chance auf ein Super-Bowl-Rematch in der folgenden Regular Season gesteigert wird. Die Chance hierauf ist am Größten, wenn die beiden Teilnehmer am Super Bowl in der Vorsaison die selbe Position in ihrer Division belegt haben. Auf die Seeds 1 bis 4 trifft dies auf jeden Fall zu.

Fest steht auch, dass der 5th Seed auf jeden Fall Tabellenplatz 2 in seiner Division belegt hat. Dafür, dass der 6th Seed bereits das 3. Team aus ein und der selben Division ist, muss diese Division die Conference schon ziemlich dominieren. In dieser Saison waren aber die Cleveland Browns als eben jener 6th Seed bereits das 3. Team der AFC North das sich für die Play-Offs qualifiziert hatte.

Beinah hätten wir schon in dieser Saison das Super-Bowl-Rematch auf Grund der neuen Begegnung erhalten. Verhindert haben diese die Tampa Bay Buccaneers mit ihrem Sieg im NFC-Championship-Game bei den Green Bay Packers, der vor allem rund um die Halbzeitpause und auch Dank des Drops von EQ St. Brown bei der Two-Point-Conversion Mitte des 3. Quarters zustande kam.

... die statistische Vergleichbarkeit

Die letzte Spielplanerweiterung von damals 14 Spielen während der Regular Season auf die bekannten 16 Spiele fand 1978 statt. Das sind jetzt 42 Jahre. Eine lange Zeit und nur wenige unter den Football-Fans können sich überhaupt noch an diese Zeiten erinnern.

Joe Montana, John Elway, Dan Marino. All diese legendären Quarterbacks spielten über ihre gesamte Karriere eine 16 Spiele umfassende Regular Season. Dies trifft auch auf All-Time-Receiving-Leader Jerry Rice und All-Time-Rushing-Leader Emmitt Smith zu. Mit all diesen Spielern konnten die Stats der aktuellen Stars verglichen werden. Weil die Anzahl der Spiele der Regular Season identisch gewesen ist.

Nun bieten mehr Spiele in einer Saison auch eine größere Chance die bestehenden Rekorde zu verbessern. Daher wollen wir die bestehenden Rekorde, sowohl die Karriere als auch Singe-Season unter den neuen Voraussetzungen einordnen, was eine Verbesserung angeht.

Als Vergleichsgröße für die bestehenden Karriere-Rekorde habe ich diejenigen aktiven Spieler herangezogen, die den höchsten Yards-pro-Spiele-Schnitt in der jeweiligen Kategorie aufweisen (gem. Pro Football Reference). Für die Single-Season-Rekorde vergleiche ich den bestehenden Rekord mit den Spielern, die in der abgelaufenen Saison absolut und im Spiele-Durchschnitt die Bestwerte erzielt haben. Ist nur eine Person für die abgelaufene Saison aufgeführt, weist diese in beiden Bereichen den Bestwert auf.

I. Passing

a. Karriere

Rekord:

Drew Brees (New Orleans Saints)

287 Spiele, 80.358 Yards, 279,99 Yards / Spiel

Aktiv:

Patrick Mahomes (Kansas City Chiefs)

46 Spiele, 14.152 Yards, 307,65 Yards / Spiel

In Sachen Karrere-Passing lässt sich gut der Trend der NFL in Richtung einer Passing-League erkennen. Fünf der Top-9 Career-Passer waren in der letzten Saison aktiv (drei dieser fünf werden es auch in der kommenden Saison noch sein) und mit Aaron Rodgers klopft ein weiterer bereits ans Tor der Top 10.

Den Rekord hält momentan Drew Brees, der nach der letzten Saison zurückgetreten ist. Und somit auch weite Teile seiner Karriere von dieser Entwicklung profitiert hat. Erkennbar ist es daran, dass er in der Liste mit dem meisten Passing Yards pro Spiel auf Rang 2 steht. Patrick Mahomes führt diese Liste an. Dementsprechend benötigt er noch 12,66 Jahre um den bestehenden Rekord zu brechen (mit einer 16-Spiele-Saison wären es noch 13,44 Jahre). Mahomes wäre dann 37. Ein Alter in dem derzeit einige Quarterbacks (noch) in der Liga aktiv sind.

Doch in dieser Sparte darf man Tom Brady nicht außer Acht lassen. Im Laufe der kommenden Saison wird er den Career-Passing-Yards-Rekord brechen und deutlich ausbauen. Momentan steht Brady bei 301 Spielen, 79.204 Yards, 263,14 Yards / Spiel. Gelingt es Mahomes weiterhin mehr Yards pro Spiel im Schnitt zu erwerfen als Brady, bleibt die benötigte Zeitspanne für die Übernahme des Rekords auf einem ähnlichen Niveau wie jetzt mit Brees. Allerdings muss er für den Rekord dann entsprechend länger spielen.

b. Single Season

Rekord:

Peyton Manning (Denver Broncos), 2013

16 Spiele, 5.477 Yards, 342,31 Yards / Spiel

17-Spiele-Durchschnitt: 322,18 Yards / Spiel

2020 Yards:

Deshaun Watson (Houston Texans)

16 Spiele, 4.823 Yards, 301,44 Yards / Spiel

2020 Durchschnitt:

Patrick Mahomes (Kansas City Chiefs)

15 Spiele, 4.740 Yards, 316,00 Yards / Spiel

Ein Ziel das durch das zusätzliche Spiel deutlich in Reichweite gerückt ist, ist die Übernahme des Single-Season-Passing-Yards-Rekord. So waren sowohl Deshaun Watson als QB mit den meisten Passing-Yards der Vorsasion, als auch noch viel mehr aber Patrick Mahomes als QB mit dem besten Yards-pro-Spiel-Schnitt, in der Nähe des auf 17 Spiele umgerechneten Rekord-Schnitt von Peyton Manning.

Zumal die vergangene Saison eine von nur zwei Saisons innerhalb der letzten fünf Jahre (neben 2017) gewesen ist, in denen kein Quarterback die 5.000-Passing-Yards-Marke geknackt hat. Vor den 2010er Jahren, hatten nur Dan Marino (Miami Dolphins, 1984) und Drew Brees (New Orleans Saints, 2008) mehr als 5.000 Yards während einer Regular Season erzielt. In den 2010er Jahren kamen dann zehn weitere dieser Saisons hinzu. Angesichts des zusätzlichen Spiels wird das künftig eher die Regel denn die Ausnahme sein.

II. Receiving

a. Karriere

Rekord:

Jerry Rice (San Francisco 49ers)

303 Spiele, 22.895 Yards, 75,56 Yards / Spiel

Aktiv:

Julio Jones (Tennessee Titans)

135 Spiele, 12.896 Yards, 95,53 Yards / Spiel

Nicht nur bei den Quarterbacks zeigt sich die Entwicklung der NFL in Richtung vermehrtem Passing, sondern natürlich auch am anderen Ende des Pass-Spielzugs: bei den Receivern. Hier zeigt ein Blick auf den Yards-pro-Spiel-Schnitt, dass durch diese Entwicklung eine ziemlich gute Chance besteht, den bestehenden Rekord im Laufe einer Karriere zu brechen - liegt der aktive Profi mit dem höchsten Spiele-Schnitt knapp 20 Yards Receiving über dem Schnitt des Rekordhalters.

Mit dem aktuellen Schnitt benötigt Julio Jones, in der kommenden Saison bei den Tennessee Titans unter Vertrag, noch 6,16 Jahre (bei einer 16-Spiele-Saison wären es 6,54 Jahre) um Jerry Rice vom Thron zu stoßen. Das Problem dabei: Julio Jones ist bereits 32 Jahre alt, müsste also bis fast 40 verletzungsfrei und auf absolutem Top-Niveau spielen, um den Karriere-Rokord sein eigen nennen zu können. Allzu viele Saisons mit Verletzungen, wie es letzte Saison der Fall war, kann er sich nicht mehr leisten, will er den Rekord brechen.

b. Single Season

Rekord:

Calvin Johnson (Detroit Lions), 2012

16 Spiele, 1.964 Yards, 122,75 Yards / Spiel

17-Spiele-Durchschnitt: 115,53 Yards / Spiel

2020 Yards:

Stefon Diggs (Buffalo Bills)

16 Spiele, 1.535 Yards, 95,94 Yards / Spiel

2020 Durchschnitt: Davante Adams (Green Bay Packers)

14 Spiele, 1.374 Yards, 98,14 Yards / Spiel

So leicht der Karriere-Receiving-Rekord zu verbessern zu sein scheint, den Singe-Season-Receiving-Rekord zu verbessern ist ein echtes Brett wie die Spieleschnitte aus dieser Saison von Stefon Diggs und Davante Adams zeigen. Liegen diese knapp 20 Yards bzw. knapp 17 Yards unterhalb des 17-Spiele-Schnitts der Rekord-Saison von Calvin Johnson.

Dem Single-Season-Rekord am nächsten kam in der Saison 2015 Julio Jones. Und selbst in dieser Saison erzielte er 93 Yards weniger als Megatron in seiner Rekord-Saison. Also fast ein gutes Receiver-Spiel, für das die 100-Yards-Marke als Kriterium herangezogen wird. Fairerweise muss aber auch gesagt werden, dass der Saison-Bestwert von Stefon Diggs im Vergleich zu den letzten Jahren einen relativ niedrigen Saison-Bestwert darstellt

III. Rushing

a. Karriere

Rekord:

Emmitt Smith (Dallas Cowboys)

226 Spiele, 18.355 Yards, 81,22 Yards / Spiel

Aktiv:

Ezekiel Elliott (Dallas Cowboys)

71 Spiele, 6.384 Yards, 89,92 Yards / Spiel

Kann Ezekiel Elliott seinen Spielschnitt im weiteren Verlauf seiner Karriere halten und bleibt gesund, braucht er mit der neuen, 17-Spiele-Sasison noch 7,83 Jahre um den Rekord von Emmitt Smith zu brechen (bei einer 16-Spiele-Saison wären es 8,32 Jahre gewesen). Angesichts seiner bei Saisonstart erst 26 Jahre hat er durchaus die Chance dafür zu sorgen, dass in Zukunft zwei Cowboys an der Spitze der All-Time-Rushing-Liste stehen. Allerdings hat er nur in einer seiner bisher fünf Saisons alle Spiele bestritten; sein Yards-pro-Spiel-Schnitt ist in jedem Jahr rückläufig.

Und dann ist da noch die leichte Ersetzbarkeit der Runningbacks, welche sich beispielsweise schon in der relativ geringen Anzahl der Spiele des Rekordhalters, verglichen mit den Rekordhaltern beim Passing und Receiving, widerspiegelt

b. Single Season

Rekord:

Eric Dickerson (Los Angeles Rams), 1984

16 Spiele, 2.105 Yards, 131,56 Yards / Spiel

17-Spiele-Durchschnitt: 123,82 Yards / Spiel

2020:

Derrick Henry (Tennessee Titans)

16 Spiele, 2.027 Yards,126,69 Yards / Spiel

Dieser Rekord wird in den kommenden Jahren deutlich häufiger in den Fokus rücken. Denn in dieser Saison wäre er sehr wahrscheinlich gebrochen worden, wenn die Regular Season schon 17 Spiele umfasst hätte; der Spiele-Schnitt von Derrick Henry lag am Ende der Saison über dem 17-Spiele-Schnitt von Eric Dickerson in seiner Rekord-Saison. Zumal Henry in drei der letzten vier (und in fünf der letzten sieben) Saisonspiele mehr Yards erzielt hatte als sein Saisonschnitt.

Seit 2009 gab es drei Rushing-Saisons in denen die jeweiligen Spieler einen höheren Yards-pro-Spiel-Schnitt erzielten, als es für den neuen Rekord bei einer 17-Spiele-Saison erforderlich wäre. Mit Adrian Peterson und eben Derrick Henry waren in der letzten Saison auch zwei dieser drei Spieler noch aktiv.

IV. Scoring

Single Season

Rekord:

Denver Broncos 606 Punkte

16 Spiele, 37,88 Punkte / Spiel

17-Spiele-Durchschnitt: 35,65 Punkte / Spiel

2020:

Green Bay Packers 509 Punkte

16 Spiele, 31,81 Punkte / Spiel

Die Saison 2020 war die Saison mit den meisten Punkten in der Liga der Geschichte der NFL. Es kamen mehrere Faktoren zusammen:

- Durch die Entwicklung hin zum Passing Game stiegen die im Laufe des Spiels erzielten Yards stetig mehr. Mehr erzielte Yards gehen in gewisser Weise mit einer Erhöhung der erzielten Punkte einher.

- Um das Verletzungsrisiko zu senken, werden insbesondere die Tackling-Regeln für die Defense über die Jahre deutlich verschärft und schneller Strafen ausgesprochen, was den Defenses die Arbeit erschwert.

- In 2016 verlegt die NFL den Spot des Balles nach einem Touchback als Folge eines in die Endzone gelangenden Balles nach einem Kick-Off von der 20- auf die 25-Yard-Linie nach vorne und verkürzt so die standardmäßig für einen Touchdown zurückzulegende Distanz um immerhin ein halbes Set an Downs.

Zu alledem kam noch der Corona-bedingte Ausfall von Trainingscamps und der Pre-Season durch welche sich insbesondere die Defenses erste wichtige Abstimmungen treffen und erarbeiten. Daher war es, speziell in den ersten Wochen, einfacher für die Offenses Punkte zu erzielen.

Trotzdem war der Regular-Season-Punkte-Rekord der Denver Broncos noch ein gutes Stück von der erzielten Punktzahl der Green Bay Packers entfernt. Auf den, auf die 17-Spiele-Saison umgerechneten Rekordschnitt der Broncos, fehlte ihnen deutlich mehr als ein Field Goal pro Spiel.

In der vergangenen Saison erzielten die Packers als nur eines von 25 Teams in Zeiten der 16-Spiele-Saison mehr als 500 Punkte. Auch die Buffalo Bills haben in der Vorsaison diese Schallmauer geknackt. Rechnet man die 500 Punkte als Zielmarke für 17 Regular-Season-Spiele um hätten, rein rechnerisch, auch die Tampa Bay Buccaneers, Tennessee Titans, New Orleans Saints und Kansas City Chiefs die 500-Punkte-Parke geknackt.

... die Definition einer guten Saison eines Spielers

In vielen Spielerverträgen befinden sich Klauseln für Prämienzahlungen die dann greifen, wenn diese Yards-Schwellen erreicht oder überschritten werden. Gemeinhin spricht man bei einem Quarterback, neben anderen Kriterien wie dem Verhältnis von Touchdowns und Interceptions, bei 4.000-Yards-Passing während der Regular Season von einer guten Saison. Bei und für Receiver und Runningbacks liegt diese Schwelle bei 1.000 Yards. In der vergangenen Saison lagen zwölf Quarterbacks, 18 Receiver (inkl. Tight Ends) und neun Runningbacks über dieser Grenze.

Durch das zusätzliche Spiel reduziert sich der dafür erforderliche Spiele-Schnitt bei Receivern und Rushern um 3,68 Yards / Spiel, bei den Passern um 14,71 Yards / Spiel. Im Endeffekt ein guter Run, ein mäßiger Catch und ein Mid-Range-Pass pro Spiel. Hört sich erstmal nicht nach viel an. Aber: Hätte es bereits in der Vorsaison 17 Spiele gegeben, hätten deutlich mehr Spieler diese Schwellen überschritten:

- Vier Quarterbacks (+33,33%)

- Fünf Receiver (+27,78%)

- Vier Runningbacks (+44,44%)

Gerade die prozentualen Erhöhungen was die Überschreitung der genannten Yards-Schwellen angeht zeigen, dass dieses zusätzliche Spiel deutlichen Einfluss auf die künftige Vertragsgestaltung hinsichtlich der leistungsbezogenen Prämienzahlungen haben dürfte. Denn es findet in meinen Augen eine gewisse Entwertung dieser Schwellen statt.

Fazit

Ob diese Neuerungen positiv oder negativ sind muss und wird die Zeit zeigen. Und es kommt auch immer auf den jeweiligen Blickwinkel des Einzelnen an, welche Auswirkungen die Einführung des 17. Regular-Season-Spiels auf die Liga haben wird. Die Liga hat damit lediglich die Möglichkeiten des neuen CBA genutzt. Die Spieler haben zugestimmt.

Veränderung bedeutet Risiko, birgt aber auch Chancen. Und wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Vielleicht reden wir in ein paar Jahren darüber, dass das 1.019:959 der Spieler zum neuen CBA eine der besten Entscheidungen in letzter Zeit gewesen ist. Die Zeit wird es zeigen.

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DanU79
12.10.2021 | 13:29 Uhr
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DanU79 : 
12.10.2021 | 13:29 Uhr
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DanU79 : 
Hallo navex,

zunächst einmal freut es mich, dass Dir mein Blog gefällt und bedanke mich für Dein Feedback.

Während der Pre-Season umfassen die Kader der NFL-Teams deutlich mehr als die 53 Spieler aus denen sie während der Regular Season bestehen. Um sich für den finalen Kader zu empfehlen, werden die Pre-Season-Spiele überwiegend von den Neulingen im Kader und den Rookies bestritten (wie es Jahr für Jahr z.B. bei Hard Knocks thematisiert wird und zu sehen ist und von mir im Blog auch so geschrieben wurde). Während der Regular Season spielen jedoch die Starter und Stars, so dass diese nicht mehr in 16, sondern eben in 17 Spielen auf dem Platz stehen.

Im Fussball hingegen sind weder die Kader in der Saisonvorbereitung so viel Größer als während der Saison, noch werden die Vorbereitungsspiele quasi von gänzlich anderen Spielern gespielt, als es während der Saison der Fall wäre (sofern nicht im Sommer ein Turnier stattgefunden hat und die daran teilnehmenden Nationalspieler deswegen noch im Urlaub sind, weil dieser wegen der Turnierteilnahme erst später begonnen hat).

Während also bei den Dallas Cowboys (als Hard-Knocks-Team dieses Jahres) Dak Prescott und Ezekiel Elliott während der Pre-Season-Spiele nicht auf dem Platz gestanden haben, hat in der Vorbereitung des BVB auf die neue Saison Marco Reus durchaus die eine oder andere Halbzeit bestritten. Beide Teams würden in der Saison aber auf keinen der genannten Spieler von sich aus komplett freiwillig verzichten, wenn sie nicht aus Verletzungsgründen (oder aus Gründen der Belastungssteuerung) der Fall sein "müsste".

Hoffe der Vergleich ist mit meinen Ausführungen klar geworden, andernfalls frag ruhig nochmal nach.

DanU79
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navex
01.10.2021 | 10:52 Uhr
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navex : 
01.10.2021 | 10:52 Uhr
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navex : 
Ein interessantes Thema hast du dir da raus gesucht, gut gelungen ist dein Blog aus meiner Sicht in jedem Fall!
Gerade die Idee, den zusätzlichen Spieltag als internationalen Spieltag einzuführen finde ich spannend. Aus meiner Sicht kann das ja auch noch eine Idee für zukünftige Spielpläne sein.
Für mich ist das ganze Thema persönliche Statistiken und Rekorde in jeder Mannschaftssportart immer nur nettes Beiwerk und hat bedingte Aussagekraft, daher stört mich die Vergleichbarkeit zu alten Rekorden etc. nicht. Ich weiß aber natürlich, dass viele andere Betrachter hohen Wert darauf legen.

Eine Frage habe ich noch, du schreibst:

"Durch das 17. Regular-Season-Spiel steigt künftig der Anteil der Spielzeit der Stammspieler, es erhöht sich (im Gegenteil zum Fussball) deren Belastung."

Ich habe ehrlich gesagt noch nicht ganz verstanden, was du bei dem Vergleich zum Fußball meinst. Kannst du darauf nochmal eingehen?
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DanU79
19.09.2021 | 00:23 Uhr
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DanU79 : 
19.09.2021 | 00:23 Uhr
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DanU79 : 
Nach langer Zeit mal wieder ein Blog von mir. Ich hoffe er gefällt Euch und ich bin auf Eure Meinungen zu den Inhalten gespannt.

Die Grafiken sind selbst erstellt.
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