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31.12.2012 um 01:41 Uhr
Der Tod der Fußballromantik
Fußball war schon immer mehr als ein Sport. Er vereint Emotionen und Leidenschaft in sich und ist für viele Fans die schönste Nebensache der Welt. Er bringt Menschen aus aller Welt zusammen, schafft Freundschaften und gibt den Fans das Gefühl Teil einer Gemeinschaft zu sein. Auf und neben dem Feld schreibt er Jahr für Jahre neue filmreife Geschichten, die das Herz eines jeden Fußballfans warm werden lassen. Doch steckt hinter all dieser sportlichen Romantik letztendlich nur ein knallhartes Geschäft, das von Geld dominiert wird und in dem kein Platz für Romantik und die Wahrheit ist? Auch wenn der Fußball schon immer im Hintergrund ein Geschäft war, ist leider festzustellen, dass dieser Aspekt immer mehr an Bedeutung gewinnt und die sogenannte „Fußballromantik" am aussterben ist. So ist der finanzielle Aspekt bei Spielern, Trainern und Verantwortlichen mitlerweile weitaus wichtiger geworden, als andere Faktoren und es wird nichtmehr nach dem Bauchgefühl, sondern zugunsten des Bankkontos entschieden. Die Tugenden, die dabei besonders leiden sind Ehrlichkeit und der Respekt.


Was ist eigentlich Fußballromantik?

Gehen wir jedoch zunächst noch einmal auf den romantischen Aspekt ein. Für viele Beobachter des Fußballs, selbst eingefleischte Fans, ist Fußball nicht mehr als ein Spiel, ein Zeitvertreib oder einfach gute Unterhaltung. Unter dem Begriff der Fußballromantik können sich nur wenige etwas vorstellen. Gemeint sind damit die zahlreichen Geschichten, die der Fußball schreibt, die einer guten Romanze in nichts nachstehen. Im Vordergrund steht dabei die Liebe zum Verein, Geld und Ruhm dagegen sind nebensächlich. Die Hauptakteure dabei sind Spieler oder sonstige Verantwortliche, die ihre Gefühle vor das Bankkonto stellen. Beispiele für solche Geschichten gibt es genug.
In Italien findet man diese vielleicht am häufigsten. Juventus Turins Legende Alessandro Del Piero ist eine dieser Geschichten. Nach 13 Jahren bei der „Alten Dame" musste diese aufgrund des Wettskandals in die zweite Liga absteigen, fast alle Stars verließen den Klub und man stand vor einem Scherbenhaufen. Auch Del Piero hatte Angebote anderer Klubs vorliegen, doch er verzichtete auf Ruhm, sowie Geld und blieb seinem Verein treu. Als Journalisten ihn fragten, wieso er in der zweiten Liga spielen wolle, antwortete er „Ein Kavalier verlässt seine Dame nicht". Sieben Jahre später im Jahr 2012 machte Del Piero dann sein letztes Spiel für die Turiner nach 20 Jahren im schwarz-weißen Trikot und feierte zum Abschied den Meistertitel.
Ebenfalls 2012 gab es beim AC Mailand einen Tag voller Emotionen und Gefühlen. Am letzten Spieltag der Saison 2011/12 endete eine Ära bei den Rossoneri. Mit Filippo Inzaghi, Gennaro Gattuso, Gianluca Zambrotta, Alessandro Nesta und Mark Van Bommel absolvierten gleich fünf Veteranen der Mailänder an einem Tag ihr letztes Spiel für den Verein. Obwohl es eigentlich um nichts mehr ging in der Meisterschaft waren zahlreiche Zuschauer ins San Siro bekommen, um den Altstars einen würdigen Abgang zu erweisen. Das gesamte Spiel über herrschte eine emotionale Stimmung im Stadion, die sich dann mit dem Abpfiff entlud. Kein Spieler, der sich verabschiedete an diesem Tag, behielt ein trockenes Auge und selbst die eigentlich starken Persönlichkeiten Gennaro Gattuso und Mark Van Bommel brachen in Tränen aus. Der Niederländer, der erst vor knapp 18 Monaten bei Milan unterschrieben hatte, begründete seine Emotionen später damit, dass er keinen Verein, sondern eine Familie verlassen habe. Ein Tag in Mailand, der zeigt, dass Fußball eben doch mehr als nur ein Sport sein kann.
Und nicht nur in Italien, sondern auf der ganzen Welt können Fußballromantiker auf ihre Kosten kommen. So schlugen Legenden wie Steven Gerrard beim FC Liverpool, Raul bei Real Madrid, Francesco Totti beim AS Rom oder Carles Puyol beim FC Barcelona in ihrer Karriere immer wieder Angebote anderer Vereine aus, um in die Geschichtsbücher ihres Klubs einzugehen. Andere Spieler verzichten sogar auf Gehalt, um ihren Verein finanziell zu unterstützen wie Gianluigi Buffon oder Gennaro Gattuso, oder sogar um einen Wechsel zu ihrem Herzensverein möglich zu machen, wie Rafael Van der Vaart oder Lukas Podolski.


Wieviel sind Treuebekenntnisse noch wert?

Abgesehen von Ausnahmen ist jedoch festzustellen, dass all diese Beispiele von Spielern stammen, die einer älteren Generation angehören. Es stellt sich daher die Frage, ob mit dieser Generation auch diese Tugend verschwinden wird. Es scheint jedenfalls so, als ob Vereinstreue eine immer seltener werdende Eigenschaft im Fußball ist. So häufen sichjavascr ipt:// in den letzten Jahren Geschichten, die jeglichen Glauben an die Fußballromantik erblassen lassen.
Hierfür zunächst ein aktuelles Beispiel aus der deutschen Bundesliga, bei dem vorallem der Aspekt der Wahrheit im Mittelpunkt steht. Hauptakteur hierbei ist der VFL Wolfsburg und zwei Personen, die diesem seit kurzem angehören. Die erste Person heißt Klaus Allofs, arbeitete seit 1999 als Geschäftsführer bei Werder Bremen und löste kürzlich seinen bis 2016 laufenden Vertrag mit den Werderanern auf, um einen finanziell höher dotierten Vertrag beim VFL Wolfsburg zu unterschreiben. Eine Entscheidung, die für den Fußballfan fragwürdig ist, doch Allofs wollte offenbar weiter an Sympathie verlieren, bekundete Interesse an mehreren Spielern seines ehemaligen Vereins und verkündete öffentlich, dass er sich schließlich „gut mit den Vertragsverhältnissen der Spieler auskenne". Nun aber zum Aspekt der Wahrheit, womit die zweite Person der Geschichte ins Spiel kommt. Dieser heißt Dieter Hecking, war Trainer beim FC Nürnberg und ist nun selbiger in Wolfsburg. Hier war nicht nur der Wechsel an sich, sondern vorallem sein Umgang damit fragwürdig. So sprach Hecking kurz vor dem Wechsel noch davon er würde sich ein Angebot erst garnicht anhören und mit dem FC Nürnberg einen Arbeitgeber haben. Kurz darauf verkündete Klaus Allofs dann die Verpflichtung. Der VfL Wolfsburg will mit dieser Verpflichtung im Übrigen mehr auf Sympathie setzen, der Schuss ging jedoch wohl eher nach hinten los.

Hier geht es weiter mit Teil 2
Aufrufe: 4625 | Kommentare: 1 | Bewertungen: 2 | Erstellt:31.12.2012
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KOMMENTARE
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Werderkater
02.01.2013 | 08:58 Uhr
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02.01.2013 | 08:58 Uhr
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So häufen sichjavascr ipt:// in den letzten Jahren <-- nur ein kleiner Hinweis.
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