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14.01.2013 um 16:35 Uhr
Afrika-Cup '13 - kleine Vorschau
Afrika-Cup, wenn ich so was schon höre. Braucht keiner, will keiner. Oder Afrika-Cup, was ist das denn? Oh je nicht schon wieder dieses Vuvuzela-Getrödel?

So oder so ähnlich reagieren viele Fußballbegeisterte, wenn sie auf den Afrika-Cup (19.01.2013 - 10.02.2013 in Südafrika) angesprochen werden. Die Aussicht auf so Knaller wie Äthiopien gegen die Kap Verden sorgt bei dem ein oder anderen nicht gerade für hemmungslose Jubelstürme. Auch die Teammanager diverser europäischer Klubs schauen eher mit Argwohn auf das Turnier, da möglicherweise wichtige Spieler für diese Zeit wegfallen und im allerschlimmsten Fall sogar mit Verletzung zurückkommen, worunter der Verein dann leiden muss. Roberto Mancini, Trainer bei Manchester City, redet von Wettbewerbsverzerrung, da ihm mit Yaya und Kolo Toure zwei Spieler fehlen, die zumindest im Falle Yaya, von enormer Bedeutung sind. Der Wunsch nach einem schnellem Ausscheiden der Nation eines Spielers der im Kader steht ist also keine Seltenheit und legitim, wenn auch Mancini z.B. da sich wohl auf eine längere Abstinenz seiner Kicker einstellen muss. Der Termin des Afrika-Cups ist wirklich ungünstig für europäische Vereine, weshalb selbst Spieler teilweise diesen in der Heimat angesehenen Cup auslassen, weil sie sonst schlechte Chancen für ihre Karriere bei einem Europäischem Team sehen (bspw. Lukimya, der sich bei Bremen durchsetzen will und auf den Afrika-Cup mit Kongo verzichtet).

Vor dem Turnier

Obwohl das Turnier noch nicht richtig angefangen hatte gab es schon vor Start der Qualifikation für den Cup einige Komplikationen. Eigentlich sollte der Cup in Libyen ausgetragen werden, doch 2011 wurde dann entschieden das aufgrund der unsicheren Situation in Libyen (Bürgerkrieg) dieses Land nicht den Cup ausrichten darf, Libyen einigte sich mit Südafrika (eigentliches Austragungsland 2017) auf einen Tausch. So bekommt nun Südafrika den nächsten großen Cup innerhalb von 3 Jahren. Die Stadien wird’s freuen, werden sie wohl nach der WM und außerhalb von Musik Konzerten möglicherweise mal wieder vollbesetzt sein.
Für Aufsehen sorgte auch der Fall Togo, da der afrikanische Verband dem Team den Start an den kommenden zwei Afrikameisterschaften untersagte. Hintergrund dieser sehr diskutablen Entscheidung war, dass beim Afrika Cup 2010 in Angola beim Übertreten der Grenze der togolesische Mannschaftsbus von angolanischen Terroristen attackiert worden war. Zwei Tote und 9 Verletzte hieß die Bilanz, welche die Regierung aus Togo dazu veranlasste ihr Team zurückzuziehen. Da wollte der Verband nicht hinnehmen, dass sich die Politik einmischt. Letztendlich wurde 2 Monate später jedoch die Entscheidung Togo zu disqualifizieren zurückgezogen. So hatte Togo nicht nur die Chance 2012 teilzunehmen (nicht qualifiziert), sondern steht dieses Jahr in der Endrunde.

Wer fehlt?

Hier einmal als Übersicht die Spieler, die den Klubs in großen Ligen fehlen werden.

England: Gervinho (FC Arsenal), Arouna Koné (Wigan Athletic), Youssuf Mulumbu (West Bromwich Albion), John Obi Mikel (FC Chelsea), Kolo Touré (Manchester City), Victor Moses (FC Chelsea), Cheik Tioté (Newcastle United), Yaya Touré (Manchester City), Abdul Razak( Manchester City), Emmanuel Mayuka (FC Southampton), Karim El Ahmadi (Aston Villa), Oussama Assaidi (Liverpool)

Deutschland: Didier Ya Konan (Hannover 96), Cédric Makiadi (SC Freiburg), Aristide Bancé (FC Augsburg), Arthur Boka (VfB Stuttgart)

Italien: Kwadwo Asamoah (Juventus Turin), Ogenyi Onazi (Lazio Rom), Djamel Mesbah (AC Mailand), Emmanuel Agyemang-Badu (Udinese Calcio), Mehdi Benatia (Udinese), Mounir El Hamdaoui (Florenz)

Spanien: Romaric (Real Saragossa), Manucho (Real Valladolid), Nosa Igiebor (Betis Sevilla), Liassine Cadamuro-Bentaïba (Real Sociedad San Sebastián), Medhi Lacen (FC Getafe), Sofiane Feghouli (FC Valencia), Abdelkader Oueslati (Atlético Madrid), Anthony Annan (CA Osasuna), Wakaso Mubarak (Espanyol Barcelona), Ikechukwu Uche (FC Villarreal), Abdelaziz Barrada (Getafe)

Mali, Niger, Togo -> Der Kader für den Afrika Cup 2013 wird kurz vor dem Turnier bekannt gegeben.

Die meisten Legionäre spielen in Frankreich (41 Spieler).

Da ich selbst nach den Akteuren gesucht habe, kann es sein, dass ich eventuell Spieler vergessen habe, in diesem Fall bitte kurze Nachricht an mich.

Der Afrika-Cup für Afrika

Der Afrika-Cup ist ein Turnier, bei dem es wohl die größten Überraschungen gibt. Eine EM ohne Europameister Spanien? Undenkbar. 2012 war der Sieger von 2010 - Ägypten - nicht dabei, der Sieg von Sambia (u.a. gegen Ghana im Halbfinale und die Elfenbeinküste im Finale) erinnert an das griechische Märchen 2004. Auch in diesem Jahr sind Überraschungen – wenn auch in bisher gemäßigterem Rahmen - nicht ausgeblieben. Ägypten wieder mal, der Senegal, Gabun und Kamerun gehören heuer wohl zu den Prominentesten Nicht-Teilnehmern.
Für die Afrikaner selbst hat der Cup einen großen Stellenwert, er kommt gleich nach der WM. Auch in der Welt hat der Afrika Cup einen hohen Anspruch, gilt als viertgrößtes Turnier der Welt – wird dem außerhalb Afrikas aber kaum gerecht. Innerhalb Afrikas sieht das anders aus. Um eine Vorstellung von der Popularität zu bekommen, kann man den Afrika Cup mit der EM vergleichen. Doch die unterschiedlichen Rahmenbedingungen werden recht schnell deutlich, so sagt der Ex-Bundesliga Profi Pablo Thiam auf seiner Homepage auf die Frage, ob es Besonderheiten gibt, die man nicht aus Europa kennt: „Ja, die gibt es durchaus. In den meisten Ländern Afrikas ist Fußball eine Art Staatsangelegenheit. Nicht selten werden die Spieler - bevor sie zu den Turnieren fahren - von den Staatsoberhäuptern, Präsidenten oder Machthabern empfangen und nochmal eingeschworen. Um die Teams in Trainingslagern vorzubereiten, werden enorme finanzielle Mittel zur Verfügung gestellt. Das ist, wenn man sich die finanzielle Stärke des Kontinents zu Gemüte führt, ein riesiger Aufwand und eine große Belastung für die Staaten. Die wird aber gerne in Kauf genommen, um bestmögliche Resultate zu erzielen."

Politik spielt also beim Afrika Cup eine viel wichtigere Rolle, als in Europa. Der Äquatorialguineische Machthaber Teodoro Obiang wollte mit der Austragung des Cups in seinem diktatorisch geführtem Land Symphatiepunkte sammeln und von Problemen ablenken.


Hat es euch bisher gefallen? Hier gehts zu Teil 2, bitte dort die Kommentare lassen, Danke.

Aufrufe: 3583 | Kommentare: 0 | Bewertungen: 0 | Erstellt:14.01.2013
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