Lesnar vs. Orton? Bis aufs Blut!

Von Maurice Kneisel
Brock Lesnar konnte Randy Orton die Grenzen verweisen

Finn Balor vs. Seth Rollins to crown the first WWE Universal Champion

Finn betrat in seiner Demon-Form das Barclays Center und kassierte dafür erneut einen gewaltigen Pop. Stephanie McMahon und Mick Foley präsentierten am Ring den neuen Universal Title, eine rote Version der WWE World Heavyweight Championship. Bálor stürmte mit Ertönen des Ringgongs auf Seth los und versuchte sich am Coup de Grace, doch der dreifache WWE-Champ wich aus. Daraufhin attackierte der Demon King dessen Bein, bevor Rollins ihn übertölpeln und draußen über die Barrikade in die Timekeeper's Area schleuderte.

Finn meldete sich aber prompt zurück und ging, wieder im Ring, weiter auf die Beine seines Gegners los. Per Running Powerbomb in die Barrikade kam Rollins erneut ins Match und schaffte es, die Kontrolle zu übernehmen. Nachdem er den Iren minutenlang bearbeitet und zwischendurch mit "Come on, boy"-Sprüchen provoziert hatte, meldete Bálor sich per DDT zurück und setzte seinem Gegner unter anderem mit einem gewaltigen Running Kick auf dem Apron sowie dem Swing Blade zu. Seth wendete kurzzeitig das Blatt und versuchte sich am Pedigree, doch Finn blockte und zeigte stattdessen einen Overhead Kick.

Der 1916 folgte, doch Seth kickte aus dem Cover. Der Coup de Grace sollte erneut kommen, doch wieder wich Rollins aus und nahm Bálor stattdessen in einen Triangle Choke. Während er Finn im Submission Hold hielt, erinnerte er ihn noch daran, dass es in diesem Match keinen Rope Break (oder DQ oder Countout) gebe und er lieber abklopfen solle. Bálor kam dieser Aufforderung aber nicht nach, sondern schleppte sich nach draußen und brach so den Hold auf. Zurück im Ring, kassierte er die Running Powerbomb sowie einen Kick an den Kopf, doch der anschließende Pinversuch brachte noch nicht die Entscheidung.

"You think you can hang with me, Demon King? This is my ring!" stellte Rollins unmissverständlich klar, bevor er den Small Package Driver aus seinen Indy-Tagen als Tyler Black auspackte. Auch das reichte jedoch nicht zum Sieg. Beim Weg aufs Top Rope überraschte Finn Seth und schickte ihn nach draußen. Ein gewaltiger Running Dropkick in die Barrikade folgte, bevor er ihm einen Double Stomp vom Top Rope in die Nackenpartie verpasste. Dritter Coup de Grâce-Versuch, wieder wich Rollins aus und zeigte stattdessen den Pedigree.

Cover, Eins, Zwei, NEIN! Wieder kickte Finn raus. Seth versuchte sich nun am Phoenix Splash, doch Bálor wich aus, nur um anschließend per Superplex abgefangen zu werden. Ein zweiter Pedigree sollte folgen, doch Finn blockte, schickte ihn per Dropkick in die Ecke und brachte im vierten Versuch den Coup de Grâce zum Titelgewinn durch. Sieger und erster Universal Champion: Finn Balor. Damit ist der Ire der erste, der bei seinem PPV-Debüt einen World Title gewonnen hat.

U.S. Champion Rusev vs. Roman Reigns

Rusev attackierte seinen Gegner bereits vor Ertönen des Ringgongs und schleuderte ihn draußen wiederholt in die Ringtreppe. Anschließend schnappte er sich die Treppe und rammte sie in Reigns' ramponierten linken Arm, doch der schleuderte den Bulgaren über die Barrikade in die Timekeeper's Area.

Superman Punch hinterher und er prügelte weiter auf seinen Gegner ein, während diverse Ringrichter versuchten, die beiden zu trennen. Nach zwei Stuhlschlägen und weiteren Schlägen und Headbutts gelang es den Offiziellen schließlich, Roman aus der Halle zu geleiten. "We want Slater" und "CM Punk" skandierten die Fans, während Jojo bekanntgab, dass das Match nicht stattfinden würde. No Contest. Roman war es egal, er kam noch mal die Rampe runter und spearte Rusev in Grund und Boden.

Brock Lesnar vs. Randy Orton

Lesnar betrat als Erster die Halle und Paul Heyman ließ es sich natürlich nicht nehmen, sein Beast persönlich anzusagen. Orton folgte zu einem ebenso erwartungsgemäß dicken Pop. Brock trieb Randy zu Beginn in die Ecke und attackierte mit wiederholten Shoulder Blocks, bevor er sich am ersten German Suplex versuchte. Die Viper konterte per Dropkick und versuchte sich am RKO, doch Lesnar blockte und zeigte stattdessen die ersten zwei Germans.

Mit Kniestößen bearbeitete er seinen Gegner in der Ecke und streute immer wieder einen German ein, schnell stand der Counter bei sechs Stück. Orton rollte sich daraufhin nach draußen und versuchte, seinen Gegner dort zu überraschen, wurde stattdessen aber auf das SmackDown-Kommentatorenpult geslamt und dann, von der Barrikade aus, hindurchgeschleudert.

Zurück im Ring folgte German Nummer Sieben, bevor er Randy wieder nach draußen schickte, das Raw-Pult abräumte, darauf stieg - und einen RKO out of nowhere kassierte! Orton schleppte sich daraufhin zurück in den Ring und verpasste dem hinterherkriechenden Lesnar einen Hangman's DDT. Zweiter RKO hinterher, Cover, Eins, Zwei, Nein! Brock kickte aus dem Cover. Was jetzt, Randy? Er nahm Anlauf, doch statt des Punt Kicks setzte es den F-5. Eins, Zwei - dieses Mal kickte Orton in letzter Sekunde aus dem Pinversuch. Das Beast streifte sich die Handschuhe ab und setzte prompt mit Mounted Punching nach, bis sein stark blutender Gegner sich nicht mehr bewegte. Referee Mike Chioda holte daraufhin den Ringarzt hinzu, um die schwer ramponierte Viper zu behandeln.

Lesnar schaute sich das Ganze kurz in der Ecke an, schubste dann den Arzt weg und prügelte weiter auf seinen Gegner ein. Ein "Goldberg"-Chant ging durch das Barclays Center, bevor Brock erneut auf Randy losging. Chioda ließ daraufhin das Match beenden. Sieger durch TKO: Brock Lesnar. Einmal mehr ging Brock auf Randy los, bevor Shane McMahon in den Ring eilte und auf ihn einredete. Lesnar reagierte mit einem F-5 gegen Shane, woraufhin selbst Heyman verzweifelte und ihn anflehte aufzuhören. Das Duo verließ daraufhin die Halle und der PPV endete.

Fazit

Die WWE hat den Monster-Push für Balor gnadenlos durchgezogen und ihn zum ersten Universal Champion gekrönt. Dem voraus ging ein erstklassiges Match, in dem Rollins einiges zeigen durfte und gefühlt doch nur ein Nebendarsteller war. Derart viel Mut hat man länger nicht bewiesen und Seth ist als Ober-Heel und einer der besten Worker im Roster ohne Frage der ideale Gegner. Die Fehde wird ohne Zweifel noch mindestens einen PPV fortgeführt und weitere In-Ring-Leckerbissen hervorbringen.

Man muss dabei aber aufpassen, den Fokus nicht zu stark nur auf Finn zu richten, um Seths Standing nicht zu beschädigen. Positiv zu erwähnen ist, dass es Bálor gelang - anders als in einigen seiner NXT-Matches - die Demon-Form auch in das Match zu übertragen und deutlich aggressiver zu wirken. Dies trug stark zur hohen Matchqualität bei. Lesnar vs. Orton war ein Massaker, das man in dieser Form nicht erwarten konnte und stark an Brocks Match gegen Cena erinnerte. Letztlich hatte die Viper, mit Ausnahme der kurzen Offensive infolge des RKO out of nowhere, absolut keine Chance und wurde am Ende brutal in die Ringmatte geprügelt.

Dass Randys klaffende Kopfwunde so zumindest von den beiden Wrestlern geplant war, dürfte angesichts von Brocks gnadenloser Schlagsalve offensichtlich sein - ob man das Ganze in der Form auch backstage gerne gesehen hat, steht auf einem anderen Blatt. Die Attacke Lesnars auf Shane könnte eine weitere "Suspendierung" des Beasts zur Folge haben, um ihn bis zu seinem nächsten Match aus dem Verkehr zu ziehen. Alternativ könnte es aber auch einfach nur die Differenzen zwischen Raw und SmackDown weiter anheizen. Neben diesem Beatdown verblasste der von Reigns gegen Rusev, hat aber die Fehde ordentlich weiter angeheizt. Zwar ist es schade, dass es nach dem starken Match bei Raw hier zu keinem weiteren kam, doch aus Zeitgründen war die Entscheidung im Zweifel die richtige. Die erhofften deutlichen Fanreaktionen pro Reigns blieben allerdings einmal mehr aus.

Ansonsten bot der SummerSlam eine verdiente Titelverteidigung für Ambrose, der sich jetzt im Zweifel einem neuen Gegner widmen wird. Ein Kandidat dafür wäre Bray Wyatt, der nach seiner Rolle in den letzten Wochen überraschend gar keinen Auftritt spendiert bekam. Styles und Cena wrestleten mit Hochtempo durch ein sensationelles Match, das irgendwann nur noch aus Kontern bestand. Auf ein spektakuläres Move folgte das nächste, Near-fall auf Near-fall! Dieses Match bot die perfekte Abwechslung und fantastische Wrestling-Action mitten im Sechs-Stunden-Marathon. Sollte die Fehde damit beendet sein, wäre Styles ohne Frage der ideale und verdiente Herausforderer auf Deans Gürtel.

Sasha musste ihren Women's Titel aufgrund von Verletzungen abgeben und wird nun voraussichtlich einen Monat pausieren, bevor sie wieder Jagd auf Charlotte machen kann. Die Tag-Team-Fehden zwischen New Day und Gallows/Anderson sowie Enzo&Cass und Jericho/Owens wurden sinnvoll in einen zweiten Monat geschickt.

Insgesamt bot der SummerSlam die richtige Mischung aus fantastischem Wrestling und brutalem Brawling, um die sechs Stunden Programm unterhaltsam zu gestalten. Ausgeblieben sind lediglich die erhofften Überraschungen, insbesondere nach den jüngsten Interaktionen zwischen Brock Lesnar/Paul Heyman und Bill Goldberg, den die Fans am Ende des Main Events auch (erfolglos) forderten.

Die WWE-Champions im Überblick

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