Ein Vorgeschmack auf WrestleMania 30

Von Maurice Kneisel
Mit erstklassigem Teamwork besiegten CM Punk und Daniel Bryan die Wyatts
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WWE Champion Randy Orton vs. Big Show

Orton, der sich zuvor backstage bei der Authority mal wieder über das Match beschwert hatte, musste zu Beginn kräftig einstecken. Das Publikum forderte derweil erwartungsgemäß "Daniel Bryan!" Für einen Sleeperhold Randys kassierten beide Männer wenig später "Boring"-Chants, bis Show sich befreite und wieder das Kommando übernahm. Nachdem er den nach draußen gerollten Randy in den Ring zurück befördert hatte, stieg er tatsächlich aufs Top Rope. Doch Randy stoppte Big Show mit mehreren Tritten an den Kopf sowie dem Hangman's DDT. RKO-Ansatz, doch Show befreite sich und brachte stattdessen den Chokeslam durch.

Bei Zweieinhalb kam die Viper aus dem Cover. Nach einer Kollision ging wenig später Referee Charles Robinson zu Boden. Randy wollte, nachdem er Show in die Ringtreppe geschickt hatte, die Gelegenheit nutzen und schnappte sich einen Stuhl. Doch der Hüne entwaffnete ihn und prügelte ihn ins Publikum. Beim Weg zurück konterte Orton und wollte einmal mehr den Hangman's DDT zeigen, dieses Mal von der Barrikade. Stattdessen wurde er per WMD ausgeknockt. Big Show schleppte ihn zurück in den Ring, wobei reichlich Zeit verging... und plötzlich ertönte Triple H's Theme.

Der COO betrat zusammen mit Stephanie McMahon und Kane die Halle und lenkte Show ab. RKO! Zum wiederholten Mal ertönten die "Daniel Bryan"-Chants, während Randy Maß nahm. Punt Kick hinterher! Das anschließende Pin war nur noch Formsache. Sieger und weiterhin WWE Champion: Randy Orton. Unter dem Applaus der Authority jubelte Orton, bis plötzlich Cenas Theme ertönte. Der World Heavyweight Champ betrat die Halle, posierte zwischen Hunter und Steph mit seinem Titel und betrat dann den Ring, um Randy die Show zu stehlen. Mit den beiden posenden World Champs endete der PPV.

Fazit

Aufgrund der schwachen Card waren die Erwartungen bereits im Vorfeld gedämpft und letztlich wurde auch herzlich wenig getan, um daran etwas zu ändern. Nach dem kurzweiligen Kickoff-Match begann die Main Show ausgerechnet mit dem einzigen traditionellen Survivor Series-Match - die katastrophale und an Lächerlichkeit kaum zu überbietende Diven-Variante sei hier außen vor gelassen. Dass das Match nicht der erhoffte Showstealer würde, war spätestens klar, nachdem Ambrose und die Real Americans schnell nacheinander ausschieden.

Letztlich diente die Ansetzung ausschließlich dazu, Reigns als den dominanten zukünftigen Main Eventer darzustellen, zu dem er allemal das Potential hat. Dieses Ziel erreichte man ohne Frage, ansonsten bot das Match leider wenig Herausragendes. Langstons Titelverteidigung war kurz und schmerzlos, was einiges über Axels aktuelles Standing aussagt. Ähnlich schlecht scheint es um das Standing von Ryback zu stehen, dessen Open Challenge einzig dazu diente, Henry mit einem Sieg zurück zu bringen. Ganz zu schweigen davon, dass Ryback es irgendwie schaffte, einen Running Big Slash übelst zu botchen.

Das einzige Highlight des Abends war das Tag-Match zwischen Punk/Bryan und den Wyatts. Hier konnten alle vier Männer überzeugen und Luke Harper sorgte durch seine spektakuläre Sitout Powerbomb vom Top Rope sowie den brutalen Half Nelson Suplex gegen Bryan für die Leckerbissen. Wieso man die Faces gleich das erste Aufeinandertreffen gewinnen ließ, statt die Fehde durch einen schmutzigen Heel-Sieg zu intensivieren, bleibt abzuwarten. Cena vs. Del Rio war mit Sicherheit nicht schlecht, letzten Endes aber ein typisches Cena-Match, in dem er trotz verletztem Arm alle Widrigkeiten überwand und den Mexikaner am Ende mit dem ersten AA nach Hause schickte.

Im Main Event zwischen Orton und Big Show schließlich wurde zu keinem Zeitpunkt das Tempo merklich angezogen, Show nahm sich immer wieder Auszeiten und so kam niemals Spannung auf. Entsprechend früh betrat die Authority die Halle und leitete die Entscheidung ein. Überraschend war einzig, dass man nach dem Match (und zuvor auch schon backstage) mit der Konfrontation zwischen Cena und Orton deren Match bei WrestleMania 30 anteaste und somit den Startschuss zur Road to WrestleMania gab. Dies beantwortet allerdings nicht die Frage, wieso man in den letzten Monaten konsequent Big Show als starken Hauptherausforderer aufgebaut hat, nur um ihn in Boston in einem elfminütigen Match, das eines Main Events bei einem Big-Four-PPV absolut unwürdig war, zu verheizen.

Denn dass Show eine ernsthafte Chance auf den WWE-Titel hat, glaubt nach den Ereignissen zwischen den beiden World Champs eh kein Mensch mehr - falls es denn vorher irgendjemand tat. Unterm Strich bleiben ein starkes Match, zwei relevante Entwicklungen - der Aufbau des WrestleMania Main Events und Roman Reigns' Push - sowie ein kurzer Markout-Moment, als John Laurinaitis im Rahmen eines lächerlichen Backstage-Segments auftauchte. Die übrigen Matches wären selbst in den Wochenshows unter gegangen und haben deutlich gezeigt, wieso die Survivor Series seit Jahren zu den absoluten Lowlights im PPV-Kalender der WWE zählen.

Seite 1 - Kickoff-Match und Co.

Seite 2 - Ryback vs. Henry, Cena vs. Del Rio, CM Punk & Bryan vs. Rowan & Harper

Seite 3 - Orton vs. Big Show & Fazit

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