Ein Main Event zum Niederknien

Von Maurice Kneisel
CM Punk und John Cena lieferten sich bei Night of Champions eine hochklassige Schlacht
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Divas-Championesse Layla vs. Eve

Bereits vor dem Tag-Team-Match fand Eve backstage eine am Knöchel "verletzte" Kaitlyn, die von einer maskierten Person attackiert worden war. Nachdem sie der NXT-Staffel-3-Siegerin half, ernannte SmackDown-GM Booker T sie zur Belohnung zur der Nummer-1-Herausforderin.

Auch im Match behielt Eve zunächst ihr Face-Gehabe der letzten Wochen bei, während es hin und her ging. Nach einer Attacke auf ihr Gesicht bot sie Layla sogar die Hand an - und nutzte deren Naivität zu einem Tritt in die Magengrube. In der Folge übernahm Bookers Assistentin die Kontrolle, setzte der Championesse außerhalb des Rings zu und nahm anschließend mit Nieren- und Kopfscheren das Tempo weiter raus.

Gegen Ende startete Layla noch mal ein Comeback, ihrer Springboard Flying Bodypress konnte Eve aber ausweichen und brachte stattdessen ihren Swinging Neckbreaker durch. Siegerin und neue Divas-Championesse: Eve.

World-Heavyweight-Champion Sheamus vs. Alberto Del Rio

Wozu verbannt man Moves in der WWE? Die Storylines sind in der Regel lahm, dieses Mal hat man sich aber selbst übertroffen. Vor Matchbeginn betrat Booker T die Halle, um bekannt zu geben, dass seine Untersuchung abgeschlossen und der Brogue Kick wieder erlaubt sei. Großartig.

Fand auch Sheamus, der seinen Stamm-Finisher gleich mal auspackte, allerdings nicht den ausweichenden Del Rio, sondern lediglich den auf dem Apron rumlamentierenden David Otunga erwischte. Auch im Anschluss ging es deftig weiter, als Alberto Sheamus von der Ringtreppe auf das Kommentatorenpult schleuderte. Daraufhin war der Mexikaner zunächst am Drücker, bevor der World-Heavyweight-Champ mit seinen Signature Moves zurück kam.

Del Rio konzentrierte sich, wie üblich, auf den linken Arm seines Gegners und nahm ihn wiederholt in den Cross Armbreaker. Als er Sheamus in der Mitte des Rings scheinbar kurz vor der Aufgabe hatte, hievte der Ire ihn plötzlich aus, stemmte ihn in die Höhe und schmetterte ihn auf die Matte.

Während des gesamten Matchverlaufs konnte Berto immer wieder dem Brogue Kick ausweichen, duckte sich ein ums andere Mal ab... bis er ihn dann schließlich, nach zahlreichen Versuchen, doch noch einstecken musste. Sieger und weiterhin World-Heavyweight-Champion: Sheamus.

WWE-Champion CM Punk vs. John Cena

Das fing ja gut an: Paul Heyman betrat als Erster die Halle, um seinen neuen Schützling anzukündigen. Nach dem Champ kam Cena in seinem neuen, schwarz-pinken Outfit raus und erhielt auch in seiner "Heimat" Boston mal wieder eine sehr durchwachsene Reaktion des Publikums.

Einer durfte sich aber freuen: Cenas Vater, der das Oberteil seines Sohnemanns zugeworfen bekam, verkündete lautstark "I've got this Shirt now!" Das Match begann, wie schon letztes Jahr in Chicago, relativ langsam mit Haltegriffen. Kein Wunder, schließlich mussten sich beide Männer auf reichlich Matchzeit einstellen. Nachdem sich der Kampf nach draußen verlagert hatte, schleuderte Cena Punk über die Barrikade, nur um ihn gleich mit einem Suplex zurück zu befördern. Früh wollte Johnboy seinen Five Knuckle Shuffle zeigen, wurde aber mit einem Fuß ins Gesicht gestoppt - ganz starker, innovativer Konter!

Apropos neue Moves: kurz danach schickte Cena Punk nach draußen und zeigte allen Ernstes einen Suicide Dive. Den anschließenden "You can't see me"-Taunt gegen Heyman hatte er sich dafür redlich verdient. Zurück im Ring ging es hin und her. CM mit dem Anaconda Vise, John drehte ihn mitten im Ring in den STF und Punk konterte diesen wiederum mit dem Crossface. Eine Aufgabe erlebten wir aber natürlich nicht.

In der Folge hagelte es weiter Finisher - erneut der STF, GTS und Attitude Adjustment, dazu Near Fall auf Near Fall. Nur die Entscheidung gab es noch nicht. Beide Männer holten alles raus, Punk packte einen Moonsault aus, setzte diesen aber daneben. Nachdem er einmal mehr mit dem GTS nicht durchkam, zeigte CM doch allen Ernstes sogar den Rock Bottom - und Cena kam wieder raus, um sich mit einem AA zurück zu melden. Einmal mehr ging das Pin nur bis Zwei. Wahnsinn, einfach nur Wahnsinn, dieses Match!

Die Halle skandierte völlig zu Recht "This is awesome", während Cena Punk im zweiten Anlauf mit einem German Suplex vom Top Rope holte. Der Doctor of Thuganomics ging in die Brücke, der Refereee zählte bis Drei - Sieger und neuer WWE-Champ: John Cena... oder auch nicht. John hatte schon ausgiebig mit seinen Army-Freunden in Reihe Eins gefeiert, bevor der Schiri ihm den Titel wieder aus den Händen riss.

Die Entscheidung: beide Männer waren mit den Schultern auf der Matte, weshalb das Match als Draw gewertet wurde - berechtigterweise, wie die Wiederholung zeigte. Anschließend kassierte Cena dann noch einen saftigen Schlag mit dem Titel von Punk, der daraufhin lautstark "Respect!" forderte und mit Paul Heyman die Halle verließ. Weiterhin WWE-Champion: CM Punk.

Fazit

Seien wir ehrlich: Im Vorfeld konnte man angesichts der Card zwar eine nette, aber sicher keine so starke Show erwarten. Dass Night of Champions zu einem der besseren Pay-per-Views des bisherigen Jahres 2012 wurde, lag natürlich in erster Linie am überragenden Main Event.

Punk und Cena gaben alles, packten neue Moves aus und lieferten sich einen sensationellen Schlagabtausch mit unzähligen Finishern, Kontern und Near Falls. Über das Ende lässt sich sicher streiten, niemand sieht ein so starkes Match und einen PPV gerne mit einem Unentschieden enden. Auf der anderen Seite war das Finish der ideale Weg, um die Storyline fortzuführen und Punk als Heel weiter over zu bringen.

Letztlich gewann er eben nicht, wie von vielen erwartet, durch einen miesen Trick, sondern hatte einfach das Glück auf seiner Seite. Durch den anschließenden Schlag mit dem Gürtel sammelte er noch fleißig zusätzliche Gummipunkte auf der Bösewichter-Skala, ohne dass der Quasi-Hometown-Heroa us West Newbury an Momentum verlor.

Somit geht CMs Champion-Run weiter und wir dürfen uns auf das nächste große Match bei Hell in a Cell freuen. Weitere Highlights boten Ziggler vs. Orton und das Tag-Team-Titel-Match mit anschließender Siegesfeier im Backstage-Bereich, bei dem Kane mal wieder sein großartiges Comedy-Talent unter Beweis stellte.

Stinker gab es nicht, die Storylines wurden sinnvoll fortgeführt... nur die Entscheidung, den Brogue-Kick-Bann wieder aufzuheben, wodurch der Aufbau des Cloverleaf als Sheamus' Über-Submission-Hold komplett überflüssig war, muss man hinterfragen.

Das Sahnehäubchen auf diesem unterhaltsamen Event war natürlich John Bradshaw Layfield, der Jerry Lawler gewohnt großartig am Kommentatorenpult vertrat und Michael Cole in dessen alte Face-Rolle zurück drängte. Die perfekte Wahl und man kann sich nur wünschen, dass er uns auch nach der hoffentlich baldigen Genesung des Kings in irgend einer Form weiter erhalten bleibt.

WWE: Alle Champions auf einen Blick

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