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Ein Hauch von Abschied

Von Maurice Kneisel
Brock Lesnar (l.) dominierte Triple H beim SummerSlam
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WWE-Champion CM Punk vs. John Cena vs. Big Show

Es war von vorneherein absehbar, dass The Big Show hier seine beiden Gegner ordentlich verkloppen, am Ende aber das Pin würde einstecken müssen. Die Wenigsten dürften allerdings erwartet haben, dass der Riese derart überlegen dargestellt würde. Die erste Hälfte des Matches dominierte er locker und setzte sowohl Punk als auch Cena gehörig zu. Deren Comeback-Versuche schmetterte Show ein ums andere Mal locker ab.

Ein echtes Highlight fand dabei außerhalb des Rings statt, als er CM wie zum Chokeslam um die Kehle packte, um ihn mit voller Wucht mit dem Rücken voran gegen die Ringseile zu schleudern. Von dort aus federte der Champ zurück und knallte mit reichlich Wucht auf den Hallenboden. Nachdem die beiden Favoriten sich halbwegs zurück gekämpft hatten, gelang es Punk, Show in den Koji Clutch zu nehmen, woraufhin Cena den Save machte. Wenig später folgte erneut der Koji Clutch. Cena sah seine Chance gekommen und nahm Big Show parallel in einen grottenschlecht angesetzten STF, bei dem er unmöglich den Kopf umfassen und die Hände lediglich auf dessen Glatze ablegen konnte.

Nichtsdestotrotz gab Show auf und Cena und Punk stritten sich darum, wer denn nun gewonnen habe - eine wirklich schwierige Frage angesichts der verheerenden STF-Variante. RAW-GM AJ Lee ließ das Match daraufhin neu starten, es sollte aber nur noch ein kurzes Intermezzo werden. Schnell kam Johnboy mit dem Attitude Adjustment durch, wollte pinnen - und wurde von Punk aus dem Ring geschleudert. Der staubte anschließend den Sieg ab und ließ einen miesepetrig guckenden Cena zurück. Sieger und weiterhin WWE-Champion: CM Punk.

Triple H vs. Brock Lesnar

Nach dem Aufbau der letzten Wochen, bei dem Lesnar ein ums andere Mal Reißaus vor dem stinkwütenden Triple H nahm, wurde der ehemalige UFC-Champion hier sehr stark dargestellt und dominierte das Gros des Matchverlaufs. Immer wieder attackierte das Biest Hunters linken Arm, der die Verletzung sowie den früheren Bruch entsprechend sellte. Nachdem Brock sich lange Zeit in erster Linie auf den lädierten Arm konzentriert hatte, verpassten sich beide Männer gegenseitig ihre Finisher, nur um jeweils aus den Pins auszukicken.

Triple H kam ins Match zurück, indem er eine alte Blessur Lesnars ausnutzte: immer wieder traktierte der COO dessen Magenpartie mit Kniestößen. Es war ein vergleichsweise langsames Match, in dem das Tempo ein ums andere Mal verschleppt wurde. Als es nach dem zweiten Pedigree gerade so wirkte, als würde Hunter den Sieg einfahren, kam Lesnar mit dem Kimura Lock zurück. Beim ersten Mal konnte HHH sich noch mit Schlägen befreien, nur um gleich wieder darin zu landen. Dieses Mal setzte Brock zudem eine Nierenschere an und "brach" scheinbar einmal mehr den linken Arm seines Gegners. Triple H klopfte daraufhin ab, Sieger: Brock Lesnar.

Fazit

Erwartungsgemäßes Ende, Feel-Good-Moment zum Abschluss der größten Party des Sommers? Von wegen! Stattdessen musste man einem geschlagenen, am Boden zerstörten Triple H dabei zusehen, wie er sich langsam, zunächst sogar unter den "You tapped out"-Rufen eines Teils des Publikums, aus der Halle schleppte. Es hatte etwas von Abschied, von aktivem Karriereende und es bleibt abzuwarten, was RAW kommende Nacht bringt.

Auch die übrige Show wartete nicht unbedingt mit Mark-freundlichen Ergebnissen auf: die Ober-Babyfaces John Cena, der in L.A. merklich wenige Fans hatte, und Rey Mysterio konnten nicht gewinnen beziehungsweise mussten eine Niederlage einstecken, Sheamus verteidigte seinen Titel mithilfe schmutziger Tricks. Was bleibt, sind ein seltsames Gefühl in der Magengegend und jede Menge Fragezeichen, auf die in den kommenden Wochen und Monaten die Antworten erst noch gefunden werden müssen. Zwischen Punk und Cena wird es definitiv weitergehen, Big Show hingegen hat man durch die doppelte Niederlage aus dem Rennen genommen.

Auch bei Sheamus und Del Rio ist nach dem dreckigen Ende das letzte Wort mit Sicherheit noch nicht gesprochen, hier ist vor allem interessant, ob der Ire sich nun charakterlich endlich weiterentwickelt. Wirklich zufriedenstellend war der Pay-per-View aber nicht, da einerseits mehrfach Langeweile aufkam (Sheamus/Del Rio, Tag-Team-Match) oder das Booking Fragen aufwarf, wie beim schnellen zweiten Ende des WWE-Titel-Matches oder der Entscheidung, Jericho gewinnen zu lassen. Zudem muss man einmal mehr den Aufbau der Card hinterfragen.

Zwar wurden keine unnötigen Filler, wie mittlerweile bei PPVs üblich, hinzugefügt; dafür verballerte man gleich zu Beginn mit Y2J vs. Ziggler und dem Auftritt von Daniel Bryan seine Munition und platzierte dafür in der Mitte mit dem World-Heavyweight- sowie dem Tag-Team-Match zwei Kämpfe, die die Stimmung merklich abfallen ließen. Über den größten Stimmungskiller des Abends, den Auftritt von Kevin Rudolf direkt vor dem Main Event, sollte man lieber gar kein Wort verlieren. Nur so viel: bei manchen "Musikern" ist Playback tatsächlich ratsam.

Alle WWE-Champions im Überblick

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