The Champ is Here - Again

Von Maurice Kneisel
Bei Extreme Rules sicherte sich John Cena den WWE-Champion-Titel bereits zum achten Mal
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Bei der ersten WWE-Großveranstaltung nach WrestleMania XXVII wurde es extrem, und das lag nicht nur daran, dass sämtliche Regeln außer Kraft waren. Es gab einige Titelwechsel zu bestaunen, dazu einen unerwarteten Abschied und ein lange erwartetes Debüt. Außerdem wurde Edges bester Kumpel endlich für seinen Einsatz belohnt.

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Die Matches im Überblick:

WWE-Champion-Titel Steel-Cage-Match: The Miz vs. John Cena vs. John Morrison

Überragend, leider mit einem "Aber". Der Main Event machte seinem Status alle Ehre, bot das wohl beste Käfigmatch in der WWE seit einigen Jahren und hatte - vor allem dank John Morrison - zahlreiche überragende Szenen. Im Vorfeld schien es so, als ob der Athletik-Freak nur in das Match gepackt wurde, um Cena und Miz am Ende besser aussehen zu lassen, aber dem war definitiv nicht so. Bis zum Eingreifen von R-Truth war JoMo der beste Mann im Ring und lieferte ein Highlight nach dem anderen, darunter sein Starship Pain vom Käfigrand. Zwischenzeitlich war man fast gewillt zu glauben, dass nach Christian die nächste Sensation passieren könnte. Aber Morrisons Nicht-Erfolg wurde durch das Eingreifen von R-Truth gut begründet, zudem die Fehde sowie der Aufbau beider Männer stark weiter geführt. Auch Miz und Cena wussten absolut zu überzeugen - Aber! Wenn da nicht das Matchende gewesen wäre. Es war zu erwarten, dass Cena sich den Titel holt, und die Entscheidung ist auch nachvollziehbar. Stellt sich nur die Frage, ob sein Aufpowern mit dem relativ lässigen Pin nach dem Super-Attitude-Adjustment wirklich nötig war. Aber egal, es war ein toller Main Event. Sieger und neuer WWE-Champion: John Cena.

BLOG Dieser PPV war einfach stark

WWE-Tag-Team-Champion-Titel Lumberjack-Match: Kane & The Big Show vs Wade Barrett & Ezekiel Jackson

Das zweite überraschend zur Card hinzugefügte Match war kurz und knackig: Die Storyline rund um den Niedergang des Corres wurde gut weiter geführt, zudem waren Big Show und Kane durch das Ende klar over. Und eine Massenschlägerei bei den Lumberjacks gab's auch noch - mehr wollte dieses Match nicht, mehr brauchte es auch nicht.

Welt-Schwergewichts-Champion-Titel Leiter-Match: Christian vs. Alberto del Rio

Von diesem Match konnte man schon im Vorfeld viel erwarten, und man wurde nicht enttäuscht. Beide Männer zeigten, dass sie hervorragende Worker sind und zu den besten Technikern bei WWE gehören. Christian war als einer der Erfinder des TLC-Matches natürlich in seinem Element, als Folge gab es zahlreiche tolle Szenen mit den Leitern. Ein besonderer Hingucker war sicherlich del Rios Verwendung der Mini-Leiter, insbesondere als Stütze für seinen Springboard Armbar. Es schien schwer vorstellbar, dass die WWE nach all den Jahren tatsächlich Christian einen der großen Titel geben würde, und so passte das Eingreifen von Clay perfekt ins Bild. Umso schöner der entscheidende Auftritt von Edge und der daraus resultierende Erfolg für Christian, der wohl mehr als nur einer Handvoll Fans einen ordentlichen Markout-Moment verpasst haben wird. Sieger und neuer Welt-Schwergewichts-Champion: Christian.

No-DQ-No-Countout-Loser-leaves-WWE-Match: Layla vs Michelle McCool

Das Highlight kam natürlich nach dem Ringgong, inform des heiß erwarteten Debüts von Kharma, die McCool per Implant Buster endgültig aus der WWE beförderte. Aber auch die konfrontation selbst hatte durchaus ihre Momente, zudem bewies McCool zum Abschied noch einmal, dass sie, aller Kritik zum Trotz, seit Jahren zu den besten Workerinnen der WWE zählt. Und auch Layla, der man dies wohl noch vor einem Jahr nicht zugetraut hätte, wusste zu überzeugen. Siegerin: Layla.

Falls-Count-Anywhere-Match: Rey Mysterio vs. Cody Rhodes

Das Match bei WrestleMania war stark, und auch dieses Mal enttäuschten die beiden hervorragenden Techniker nicht. Rhodes bewies, dass er zurecht auf dem Weg nach oben ist und zeigte zudem, dass er durchaus auch eine härtere Gangart gehen kann. Keine Frage, nach dem Gimmickwechsel und angesichts seiner Qualitäten im Ring zählt Cody aktuell zu den größten Talenten der WWE. Natürlich trug auch sein ebenso erfahrener wie talentierter Gegner Rey Mysterio, der eigentlich immer zu überzeugen weiß, zum Gelingen bei. Einziger Wehrmutstropfen in einem durchgängig starken Match war, dass die Beiden recht schnell wieder aus dem Backstage-Bereich zum Ring zurück kehrten, aber das kann man verschmerzen. Schönes Rückmatch, das die Fehde zwar mit einem Happy End, aufgrund von Reys Einsatz der Farbe aber nicht mit einer eindeutigen Niederlage für Rhodes enden ließ. Keine Frage, eines der Highlights beim PPV. Sieger: Rey Mysterio.

Country-Whipping-Match: Jerry Lawler & Jim Ross vs. Michael Cole & Jack Swagger

Hochklassige In-Ring-Action konnte man hier nicht erwarten. Aber im Gegensatz zum Aufeinandertreffen zwischen Cole und Lawler bei WrestleMania war dieses Match deutlich kurzweiliger. Der in Schutzfolie eingewickelte, absurd lächerlich aussehende Cole spielte seine Rolle erneut hervorragend, hinzu kam der stets sympathische JR. Sicherlich besser als im Vorfeld gedacht, auch aufgrund des überraschenden Endes. Sieger: Michael Cole & Jack Swagger.

United-States-Champion-Titel - Tables-Match: Sheamus vs Kofi Kingston

Das erste von zwei Matches, die ursprünglich nicht auf der Card standen, aber gerne genommen wurden. In einem Tables-Match hatte Sheamus vor knapp eineinhalb Jahren seinen ersten WWE-Champion-Titel gewonnen, dieses Mal musste er sich dem Topathleten Kingston geschlagen geben. Ein verhältnismäßig kurzes Match mit wenigen echten Highlights. Einzig der Trouble in Paradise gegen den auf dem Apron wartenden Sheamus sowie Kofis anschließender Legdrop gegen ihn durch den Tisch werden in Erinnerung bleiben. Sieger und neuer United-States-Champion: Kofi Kingston.

Last-Man-Standing-Match: Randy Orton vs. CM Punk

Schöner Auftakt für eine Großveranstaltung ohne Regeln. Insgesamt hätte das Match zwar noch etwas länger sein dürfen, hatte aber definitiv seine Highlights. Durch den ausgiebigen Einsatz der Kendo Sticks und Stühle wurde man gleich gut in das Motto der Veranstaltung eingeführt, auch das Herauskommen beider Männer aus den Ten-Counts nach den Finishing Moves des jeweils Anderen war gelungen. Und schließlich war der Super-RKO zum Matchende ein echter Hingucker. Sieger: Randy Orton.

Fazit

Starker PPV, vielleicht sogar stärker, als man erwartet hätte. Die Paarungen waren nicht wirklich neu, somit mussten die Matcharten für Abwechslung sorgen - und das gelang. Beide Haupttitel-Matches waren hervorragend, dazu wussten Cody Rhodes und Rey Mysterio einmal mehr zu überzeugen, ebeso Orton und Punk. Auch die vermeintlichen Rohrkrepierer - Cole/Swagger vs Lawler/Ross sowie das Diven-Match - waren besser als erwartet. Einzig die beiden nachträglich hinzugefügten Matches schienen etwas zu wenig Zeit bekommen zu haben, waren aber dennoch kurzweilig und unterhaltsam.

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