Tennis

Wawrinka: „Siegen macht süchtig“

Stan Wawrinka
© getty

Stan Wawrinka ist vom Schattenmann zum dreifachen Grand-Slam-Sieger aufgestiegen. Der Schweizer hat nun sogar die Chance auf den Karriere-Grand-Slam.

Die Karriere von Stan Wawrinka ist eine erstaunliche. Jahrelang stand der Schweizer im großen Schatten von Roger Federer und war nur ein Mitläufer auf der ATP-Tour. Große Titel gewannen andere Spieler. Bis zum Jahr 2013 standen vier ATP-Titel auf dem Konto von Wawrinka. In den letzten drei Jahren hat sich sehr viel getan. Der bald 32-Jährige ist zum Weltstar aufgestiegen.

Karriere-Grand-Slam als i-Tüpfelchen?

Wawrinka ist dreifacher Grand-Slam-Sieger, derzeit Nummer drei der Welt und hat seine Finalbilanz von einst 4:9 auf 15:10 verbessert. "Stan, the Man" war in den vergangenen Jahren immer wieder Protagonist bei großen Matches, die er vermehrt gewinnen konnte. "Es ist schon so: Wenn man beginnt, große Matchs zu gewinnen, ist das suchterregend: Siegen macht süchtig. Du kämpfst deine ganze Karriere dafür, Titel zu gewinnen. Während zehn Jahren war ich nur selten irgendwo der Champion. Das änderte sich erst in den letzten vier Jahren. Und je mehr ich gewinne, desto grösser wird die Lust, es zu wiederholen und so viel wie möglich aus meiner Karriere herauszuholen", sagte Wawrinka im Interview mit dem Tagesanzeiger.

Was dem Schweizer noch in seiner Vita fehlt? Der Aufstieg zur Nummer eins der Welt und der Titel in Wimbledon. Weitaus wahrscheinlicher ist der Triumph auf dem "Heiligen Rasen", auch wenn Wawrinka dort noch nicht explodieren konnte. Gelingt ihm tatsächlich der Wimbledon-Coup, wäre er der sechste Spieler in der Open Era, der den Karriere-Grand-Slam schafft. "Das höre ich andauernd. Ich versuche zwar jedes Jahr, auf Rasen besser zu werden. Aber über die Viertelfinals kam ich in Wimbledon noch nie hinaus, und auch in Halle oder in Queen's habe ich nie gut gespielt. Ich habe also noch viel zu tun, um auf Rasen gut zu werden."

Die Misere bei den 1000ern

Dass Wawrinka in der Weltrangliste noch nicht auf Platz zwei vorrücken und an der Nummer eins anklopfen konnte, liegt vor allem an seiner eher mageren Bilanz bei den ATP-Masters-1000-Turnieren. Woran das liegt? "Es gibt viele Parameter, die dazu beitragen. Über Best-of-5 kann man sich mehr Fehler leisten, hat mehr Zeit, eine Partie noch zu drehen, selbst wenn man schon zwei Sätze verloren hat. Zudem spielt man an Grand-Slam-Turnieren zu Beginn auch gegen weniger starke Gegner als in der Masters-Serie. Das lässt dir Zeit, den Weg ins Turnier zu finden. Aber das ist okay. Ich habe lieber drei Grand-Slam-Titel als mehr Erfolge in der Masters-Serie."

In Indian Wells kann Wawrinka seine 1000er-Bilanz verbessern. Nach seinem mühsam erkämpften Sieg gegen Yoshihito Nishioka (im Tiebreak des dritten Satzes) steht er im Viertelfinale, wo er auf Dominic Thiem trifft. Mit einem zweiten Titelgewinn bei einem 1000er, den bislang einzigen gewann er 2014 in Monte Carlo, würde Wawrinka zumindest seinen Status als Nummer der Welt festigen.

Das ATP-Ranking im Überblick

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