Sportwetten-Branche in Not: Umsatzrückgang um über 90 Prozent

Von SPOX
Auch die Wett-Branche leidet unter den Auswirkungen der Coronakrise.

Neben den Fußballvereinen wird auch die Sportwetten-Branche von Existenzängsten geplagt. In Ermangelung an Livesport verzeichnen die Wettanbieter drastische Umsatzeinbußen und greifen teilweise zu kuriosen Alternativen.

"Wir sind ganz erheblich in Sorge. Das Geschäft ist quasi auf null runter. Nicht nur in den Wettbüros, die geschlossen bleiben müssen. Sondern auch online, weil kaum noch irgendwo etwas stattfindet. Es ist ein globaler Shutdown", sagte Mathias Dahms, Präsident des Deutschen Sportwettenverbandes, der Deutschen Presse-Agentur.

Demnach sei das Umsatzvolumen um über 90 Prozent zurückgegangen. Im vergangenen Jahr hatten die Wetteinsätze mit einem Wert von 9,3 Milliarden Dollar ein Allzeithoch erreicht und sich innerhalb von sieben Jahren fast verdreifacht. Doch nicht nur die Auswirkungen auf dem Wettmarkt sind enorm.

So stand die Aktie von Bet-at-home am 18. März nur noch bei 18 Euro, nachdem der Wert Anfang des Monats noch über 40 Euro lag, die Bwin-Muttergesellschaft GVC Holdings stürzte von 9 Euro auf 3,50 Euro.

Sportwetten: Tippen auf das Wetter als Alternative

Neben der Alternative Online-Casino versuchen Wettanbieter durch den Fokus auf e-Sport Einnahmen zu genieren, doch auf Dauer ist Live-Sport unverzichtbar: "Das Sportwettgeschäft galt immer als krisenresistent. Seit Corona gilt dieser Satz leider nicht mehr. Wenn im Mai nicht wieder der Ball rollt, werden sich viele überlegen müssen, wie man weitermachen kann", erklärte Interwetten-Vorstandssprecher Dominik Beier der Bild.

Mit teils absurden Ideen reagieren die Wettbüros auf die fehlenden Sport-Events. Beim Online-Anbieter Bovada können mittlerweile sogar Wetten auf das Wetter abgeschlossen werden. Dabei kann Geld darauf gesetzt werden, ob die Tagestemperatur an einem Ort über oder unter einem festgelegten Wert liegt.

Doch auch bei den Wettern sind die Auswirkungen spürbar. So berichtete der Brite Ersen Guven der dpa von einem Umsatzrückgang von 80 Prozent und muss in seiner Not auf Spiele in der weißrussischen Liga zurückgreifen, die den Spielbetrieb noch nicht eingestellt hat: "Da stecken in den Märkten der Spiele über eine Million Euro. Das zeigt die Verzweiflung der Wetter", erklärte der professionelle Wetter.

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