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NHL

Kreider hält die Rangers am Leben

Von Felix Götz
Chris Kreider (l.) erzielte in der Overtime das entscheidende Tor
© getty

Die New York Rangers verkürzen im Conference-Halbfinale in der Best-of-Seven-Serie gegen die Boston Bruins auf 1:3. Chris Kreider avanciert in der Overtime zum gefeierten Helden. Detroit schlägt Chicago, Jonathan Toews holt sich drei Zeitstrafen innerhalb weniger Minuten ab. Beim Sieg der Los Angeles Kings gegen San Jose überragt Goalie Jonathan Quick.

New York Rangers - Boston Bruins 4:3 OT (0:0, 1:2, 2:1, 1:0) - Serie: 1-3

Tore: 0:1 Horton (25./PP), 0:2 Krug (28./PP), 1:2 Hagelin (29.), 2:2 Stepan (42.), 2:3 Seguin (49.), 3:3 Boyle (50./PP), 4:3 Kreider (68./OT)

Chris Kreider konnte es nicht fassen. "Es ist irgendwie surreal. Ich kann es nicht erklären. Man muss es selbst erlebt haben um zu begreifen, wie ich mich jetzt fühle", sagte der 22-Jährige. Kreider hatte seine New York Rangers soeben durch ein Tor in der Overtime am Leben erhalten. Es war erst der zweite Treffer seiner NHL-Karriere.

Dabei sah es im heimischen Madison Square Garden lange Zeit nicht so aus, als könnten die Rangers in Spiel 4 den ersten Sieg einfahren. Durch zwei Überzahl-Treffer waren die Bruins, die ohne den verletzten Dennis Seidenberg auskommen mussten, mit 2:0 in Führung gegangen, ehe eine Panne von Goalie Tuukka Rask die Rangers zurück in die Partie brachte. Der Finne stolperte während eines Angriffs der Gastgeber, fiel auf den Hosenboden und Carl Hagelin musste nur noch locker einschieben.

New York erzielte das 2:2, geriet erneut in Rückstand, glich wieder aus und Kreider machte schließlich alles klar. "Es war höchste Zeit für uns, auch mal ein Spiel in der Overtime zu gewinnen. Es war ein großer Sieg", freute sich Rangers-Goalie Henrik Lundqvist.
Trotzdem: Die Chancen, ins Conference-Finale einzuziehen, stehen für New York nach wie vor schlecht. Drei Siege in Folge muss das Team von Coach John Tortorella jetzt noch schaffen.

"Es gibt keinen Grund zur Panik", meinte deshalb Bruins-Trainer Claude Julien: "Wir müssen jetzt einfach zu Hause ein besseres Spiel abliefern." Spiel 5 steigt in der Nacht von Samstag auf Sonntag im TD Garden. Allerdings könnten bei den Bruins Erinnerungen an 2010 wach werden. Damals hatte Boston gegen die Philadelphia Flyers ebenfalls im Conference-Halbfinale eine 3:0-Führung noch aus der Hand gegeben.

Auf beiden Seiten brachten es jeweils zwei Akteure auf jeweils zwei Scorerpunkte. Nathan Horton und Tyler Seguin kamen auf je ein Tor und einen Assist. Für die Rangers traf Derek Stepan einmal und legte einen Treffer auf, zudem steuerte Derick Brassard zwei Assists bei.

Detroit Red Wings - Chicago Blackhawks 2:0 (0:0, 1:0, 1:0) - Serie: 3:1

Tore: 1:0 Kindl (31./PP), 2:0 Cleary (60./ENG)

Es war mal wieder nicht der Tag des Jonathan Toews. Der Blackhawks-Center, der in den Playoffs noch immer auf seinen ersten Treffer wartet, scheiterte gleich drei Mal mit guten Chancen an Detroit-Goalie Jimmy Howard. Zudem kassierte Toews im zweiten Drittel innerhalb von fünf Minuten und 34 Sekunden drei Zeitstrafen.

Eine dieser Zeitstrafen nutzte Jakub Kindl zum 1:0. Als Chicago am Ende der Partie alles auf eine Karte setzte und Goalie Corey Crawford vom Eis nahm, traf Daniel Cleary 40 Sekunden vor dem Ende per Empty-Netter.

"Sie sind frustriert", meinte der starke Howard nach dem zweiten Playoff-Shutout seiner Karriere über Toews Verhalten: "Wir haben einen großartigen Job gemacht." Und Verteidiger Jonathan Ericsson stellte fest: "Der Druck ist nun auf ihrer Seite."

In der Nacht von Samstag auf Sonntag steigt Spiel 5 in Chicago. Dann heißt es für die Blackhawks: siegen oder fliegen. "Wir müssen nun einen Weg finden, um irgendwie in Spiel 6 zu kommen", meinte Toews.

Los Angeles Kings - San Jose Sharks 3:0 (0:0, 1:0, 2:0) - Serie: 3-2

Tore: 1:0 Kopitar (39.), 2:0 Voynov (41.), 3:0 Carter (60./ENG)

Die Los Angeles Kings wussten, bei wem sie sich zu bedanken hatten. Nach dem Sieg in Spiel 5 gegen San Jose war der überragende Goalie Jonathan Quick im Staples Center der gefeierte Held. Quick parierte alle 24 Schüsse, die auf sein Tor kamen.
"Wir hatten von Beginn an den nötigen Willen. Ich bin froh, dass ich mit so vielen Jungs zusammenspiele, die immer unbedingt siegen wollen", sagte Matchwinner Quick. Sharks-Center Logan Couture war dagegen völlig bedient: "Wir müssen scoren, es sind Playoffs", sagte er verzweifelt: "Wir hatten genügend Chancen, um dieses Spiel zu gewinnen."

Die Tore machte aber Los Angeles, wenn auch der erste Treffer etwas glücklich war. Nach einem Schuss von Kyle Clifford lag die Scheibe plötzlich direkt vor dem Tor vor Anze Kopitar. Der ließ sich diese Möglichkeit nicht nehmen und machte das 1:0. Beim zweiten Treffer durch Slava Voynov war Goalie Antti Niemi komplett die Sicht versperrt. Schließlich machte Jeff Carter mit einem Empty Net Goal alles klar.

Spiel 6 findet in der Nacht von Sonntag auf Montag in im Shark Tank in San Jose statt.

Der Playoff-Spielplan

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