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NFL

Watt-Klon, reines Potenzial - oder doch "Mr. Pancake"? Die potenziellen Nr-1-Picks der Jaguars im Check

Von Stefan Petri
Travon Walker, Ikem Ekwonu und Aidan Hutchinson (v.l.n.r.)

Kayvon Thibodeaux, Edge Rusher, Oregon

  • 21 Jahre, 1,96 m, 117 kg
  • 3 Jahre bei den Ducks

Was für Thibodeaux spricht: Potenzial und Allround-Fähigkeiten

An ihm scheiden sich ein bisschen die Geister: Während er im SPOX Big Board sogar den ersten Platz belegt, kommt Thibodeaux bei der US-Konkurrenz manchmal ein kleines bisschen schlechter weg. Seine "Upside" ist aber unbestritten: Unglaublich schnell im Rush, dazu bringt er die vielbeschworenen "Bender-Fähigkeiten" mit sich, kann sich also beim Weg nach außen um den Tackle herum enorm in die Kurve legen, unter ihm hinwegtauchen - und dann schlägt es beim Quarterback ein.

Außerdem ist Thibodeaux in der Verteidigung gegen den Lauf mehr als solide, er schlägt sich in Pass Coverage gut und kann dank seiner Athletik die Lücken bei kurzen und mittellangen Routes in Windeseile schließen. Das perfekte Paket aus Schnelligkeit und Kraft (27 Bench Press Reps waren die Bestmarke auf seiner Position im Combine), sein Potenzial ist fast grenzenlos.

Was gegen Thibodeaux spricht: Die Zahlen stimmen nicht

Auf dem Papier bringt er alles mit - aber auf dem Papier stehen in der vergangenen Saison eben nur sieben Sacks. Der Hype ist groß, aber er muss diesen auch in Production ummünzen. Wo bei ihm noch Schwächen zu finden sind: Hier und da fehlt die Konstanz, mit seinen Händen muss er noch besser werden - und auf der Suche nach dem Big Play kann er es mit seiner Aggressivität manchmal übertreiben und etwa gegen den Run die Edge aufgeben.

Ikem Ekwonu, Offensive Tackle, NC State

  • 21 Jahre, 1,93 m, 145 kg
  • 3 Jahre beim Wolfpack

Was für Ekwonu spricht: "Mr. Pancake" macht alle platt

Für viele Experten ist Ekwonu der beste Run-Blocker der letzten Jahre auf der Tackle-Position. Er macht seine Gegenspieler so häufig platt, dass er den Spitznamen "Mr. Pancake" davongetragen hat. Er fliegt geradezu von der Line of Scrimmage, findet sich in Zone Runs zurecht und bringt richtig viel Athletik mit. Zudem hat sich "Ickey" in Charlotte auch als Ringer zum State Champion gekürt - er weiß, wie man Gegenspieler anpackt und zu Boden bringt.

Was nicht heißt, dass er nicht Pass Blocking spielen kann. Ganze zwei Sacks ließ er 2021 als Left Tackle zu - und er hat bereits Erfahrungen als Guard gesammelt, wo er sich in der NFL ebenfalls herausragend schlagen dürfte. Flexibilität in der O-Line - hat da jemand "Upside" gesagt?

Was gegen Ekwonu spricht: Innen ist er manchmal offen

Da er nicht zu den größten Exemplaren seiner Spezies gehört, kann Ekwonu gegen die richtig langen Rusher Probleme bekommen. Außerdem konzentriert er sich manchmal etwas zu sehr auf die Außenbahn und ist so für Konter nach innen anfällig. Seine Technik im Pass Blocking ist noch ausbaufähig. Aber das könnte in der NFL natürlich alles noch kommen.

Travon Walker, Edge Rusher, Georgia

  • 21 Jahre, 1,96 m, 125 kg
  • 3 Jahre bei den Bulldogs, National Champion 2021

Was für Walker spricht: Wenn er sein Potenzial ausschöpft ...

Walker ist das Paradebeispiel für nahezu unendliche Upside. Eine sichere Sache ist er nicht, dennoch rückte er in den vergangenen Wochen in vielen Mock Drafts nach vorn und wird kurz vor dem Draft plötzlich als Nummer-1-Pick gehandelt. Weil er eben so verflixt gut sein könnte, wenn alles passt. Physisch absolute Elite, er ist schnell, explosiv, kräftig - und auch vielseitig. Bei den Bulldogs wurde er nicht nur als Edge Rusher eingesetzt, sondern auch in mehreren Spots innen - und Pressure durch die Mitte, das ist heutzutage ein wahres Zauberwort in der NFL.

Gegen den Run ist Walker jetzt schon ein Ass, er hat einen brutalen ersten Schritt und kann trotz seiner Masse auch hier und da mal Pass Coverage spielen, was er in Georgia nicht allzu oft musste. Körperlich ist er der klassische "Tweener", das passt also auf mehreren Positionen. Wenn er alles zusammenbringt und sich im Pass Rush noch steigert ...

Was gegen Walker spricht: Wenn er sein Potenzial nicht ausschöpft ...

Nur sechs Sacks und 29 Pressures im vergangenen Jahr - eine "sichere Sache" ist Walker eben nicht. Er muss im Pass Rush erst noch alles zusammenbringen, dort ist er noch häufig zu planlos unterwegs. Und sein Status als "Tweener" hat eben Vor- und Nachteile: Was ist, wenn er auf keiner Position so richtig heimisch wird, als Edge Rusher nicht produktiv und in der Interior Line doch ein bisschen zu schmal ist? Er wäre als Top-Pick eben auch ein Risiko ...

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