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NFL Free Agency 2022 - Cornerback J.C. Jackson bei den New England Patriots: "Zeit, dass Mr. INT bezahlt wird"

J.C. Jackson wird in diesem Jahr erstmals Free Agent.

Eine der wohl brisantesten Personalien dieser anstehenden Free Agency ist die Zukunft von Cornerback J.C. Jackson bei den New England Patriots. Er gilt als einer der besten Cornerbacks auf dem Markt - und doch ist es völlig unklar, ob ihn sein Team halten will.

"Mr. INT" nennen sie J.C. Jackson in Foxborough, weil er für seine zahlreichen Interceptions bekannt ist. Zu Recht, schließlich hat keiner in der NFL mehr Picks seit 2018 - seiner Rookie-Saison - gefangen als Jerald Christopher Jackson mit seinem 25.

Jackson belegte jeweils Rang 2 der Liga mit neun Interceptions 2020 und acht in der abgelaufenen Saison - nur Xavien Howard (Dolphins/10) und Cowboys-Cornerback Trevon Diggs hatten mehr (11). Letzterer gilt aber gemeinhin als schlechterer Cover-Corner.

Jackson dagegen ist nicht nur ein Ballhawk, sondern auch ein hochgeschätzter Cover-Cornerback, die in dieser Liga rar gesät sind. Bei Pässen in seine Richtung ließ er 2021 lediglich ein Passer Rating von 46,8 zu, was im Übrigen nur sein drittbester Wert (!) über eine volle Saison war.

Für seine Leistung wurde er mit einer Wahl in den Pro Bowl belohnt - eine Premiere für ihn.

Insgesamt betrachtet legte Jackson also bereits eine beachtliche Karriere in seinen ersten vier Jahren in der Liga hin. Und das zum absoluten Schnäppchenpreis, denn die komplette Liga hatte ihn 2018 im Draft übersehen: Er schloss sich schließlich als Undrafted Free Agent den Patriots an, was diese insgesamt nur etwas mehr als 5 Millionen Dollar insgesamt gekostet hat.

J.C. Jackson: Ein enormes Schnäppchen für die Patriots

Der Großteil dieses Geldes kam aus der Saison 2021, als er als Restricted Free Agent mit einem 2nd-Round Tender gehalten wurde - für garantierte 3,384 Millionen Dollar, was für sich betrachtet schon ein enormes Schnäppchen war für einen Spieler seiner Klasse. Jackson, das lässt sich nach der vergangenen Saison festhalten, ist ein Top-5-Cornerback in der NFL.

Da sollte es eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein, dass die Patriots mit ihm langfristig weiter machen wollen. Gerade die Patriots, die deutlich eher in Top-Cornerbacks als in Top-Edge-Rusher investieren; deren Defense schematisch maßgeblich über eine starke Secondary funktioniert.

Hier kommt jedoch eine gewisse Brisanz in die Situation, denn offenbar gab es noch keinerlei Verhandlungen mit dem 26-Jährigen über eine weitere Zusammenarbeit.

"Ich schätze, sie glauben, dass sie mich nicht brauchen", sagte Jackson kürzlich im Gespräch mit Reporter Phil Perry von NBC Sports Boston. Er habe bislang noch keinen Kontakt mit dem Team seit Ende der abgelaufenen Saison gehabt. "Ich schätze, ich kann nicht allzu wichtig sein für sie. Ich weiß, dass ich es bin, aber sie zeigen mir das nicht."

Eine deutliche Aussage.

J.C. Jackson: Statistik in der NFL

SaisonSpieleTacklesInterceptionsPasser Rating Allowed
20181324338,8
20191636534,1
20201640966,5
2ß211758846,8

Jackson betonte sogar, dass er auch unter dem Franchise Tag spielen würde: "Wenn sie mich taggen, werde ich rausgehen und spielen", sagte Jackson. Und der Franchise Tag scheint durchaus eine realistische Option zu sein, um den Cornerback wenigstens noch ein weiteres Jahr in Foxborough zu halten.

Allerdings herrscht derzeit in den lokalen Medien im Raum Boston eher der Eindruck, dass die Patriots nicht gewillt sind, den Tag in dieser Saison zu nutzen - im Fall von Jackson würde er rund 17,3 Millionen Dollar wert sein.

Zuletzt erhielt Guard Joe Thuney in der Saison 2020 den Franchise Tag. Mit ihm einigte man sich anschließend aber nicht auf einen neuen Vertrag, sodass er zur abgelaufenen Saison als Free Agent zu den Kansas City Chiefs wechselte.

Könnte also einer der besten Cornerbacks der Liga inmitten seiner Prime tatsächlich auf den Markt kommen?

Patriots und Jackson: Noch keine Vertragsgespräche

Auch Gespräche mit Jackson über einen neuen Vertrag während der Saison 2021 verliefen bislang ergebnislos. "Sie sendeten positive Signale", sagte Jackson, räumte jedoch ein: "Ich wollte mich damals aber auf Football konzentrieren. Ich wollte die Saison angemessen beenden, also habe ich nicht wirklich darauf reagiert."

Jackson betonte jedoch, dass er seine Zukunft entspannt sehe. "Was passiert, passiert. Ich schaue von Tag zu Tag", sagte Jackson, schob aber unmissverständlich nach: "Es ist Zeit, dass Mr. INT bezahlt wird."

Ob Jackson nun tatsächlich auf den Markt kommt oder nicht, dürfte diesem Vorhaben nicht viel im Wege stehen. Schon jetzt gibt es diverse Gerüchte, in denen zahlreichen Teams Interesse am Cornerback nachgesagt wird. Noch scheint es zu früh, jene zu bewerten, doch einen stabilen Markt dürfte er haben.

Aber was wollen die Patriots? Aus ihrer Sicht war die Verpflichtung von Jackson seinerzeit ohnehin schon ein grandioses Geschäft, schließlich überstieg seine Leistung in den vergangenen vier Jahren den gezahlten Preis exorbitant.

Nun jedoch geht es um die Frage, wie wichtig Jackson eigentlich tatsächlich für New England ist. Die Indizien zeigen, dass er sehr wichtig ist. Und dass sich die Patriots darüber auch im Klaren sind.

Jacksons Aufstieg zum Starspieler war sicherlich der Hauptgrund, warum man so wenige Anstrengungen unternommen hatte, Super-Bowl-Held Stephon Gilmore (er fing die Interception zur Vorentscheidung in Super Bowl LIII gegen die Rams 2018) in der Vorsaison und darüber hinaus zu halten. Gilmore wurde letztlich im Laufe der Saison günstig abgegeben, in dem Wissen, dass Jackson ihn als Nummer-1-Corner ersetzen kann.

Jackson: Idealer Nachfolger für Stephon Gilmore

Jackson als Gilmores Nachfolger passte angesichts des weiteren Personals gut ins Konzept. Gegenüber konnte Jalen Mills als gute Nummer 2 aufblühen und im Slot ist ohnehin - wenn fit - Jon Jones gesetzt.

Doch was, wenn man Jackson aus dieser Rechnung herausnimmt? Rückt dann jeder einen Platz auf? Soll Mills dann gegen die Nummer 1 des Gegners spielen? Vertraut man darüber hinaus Leuten wie Joejuan Williams, Shaun Wade oder Myles Bryant so sehr, dass dieser Abgang billigend in Kauf genommen werden könnte?

Angesichts der Tatsache, dass mit Linebacker Dont'a Hightower und Safety Devin McCourty zwei weitere Leistungsträger Free Agents werden, wäre es wohl umso wichtiger, seinen besten Cornerback zu halten. Zumal gerade die Front ohnehin vor einem größeren Umbruch zu stehen scheint und dann Stabilität weiter hinten von Vorteil wäre.

Patriots: Klappt die "Hightower-Taktik" erneut?

Eine mögliche Herangehensweise für New England könnte die Taktik sein, die man einst bei besagtem Hightower angewandt hatte. Als jener 2017 Free Agent wurde, entschied man sich dazu, ihn nicht per Franchise Tag zu halten. Stattdessen wurde ihm erlaubt, seinen Markt zu testen und mit anderen Teams zu verhandeln, mit einem stets offenen Kommunikationskanal Richtung New England. Letztlich entschied er sich zum Bleiben.

Der große Unterschied zu damals scheint jedoch zu sein, dass das Team mit Hightower stets in gutem Kontakt stand. Mit Jackson herrscht aber offenbar Funkstille.

Ein erster Stichtag in dieser Personalie wird der 8. März sein, dann nämlich muss die Entscheidung über den Franchise Tag fallen. Danach könnte die Personalie ab dem 14. März heiß werden, denn ab dann dürfen Free Agents mit anderen Teams verhandeln.

Und spätestens ab dann werden wir wissen, was aus dem besten verfügbaren Cornerback wird. Bezahlt wird Mr. INT aber in jedem Fall.

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