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Top 5: Die wichtigsten Erkenntnisse aus Woche 2 in der NFL

SPOX-Redakteur Adrian Franke blickt zurück auf Woche 2 in der NFL
© getty
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Die Panthers- und Raiders-Defenses sind for real

Die Raiders-Defense war schon nach dem Monday Night Game gegen Baltimore ein spannendes Thema. Ich hatte bei den Raiders in der Offseason darüber gesprochen, dass ich mir vorstellen könnte, dass die Defense vom absoluten Liga-Keller ins Mittelmaß klettert - maßgeblich, weil unter dem neuen Defensive Coordinator Gus Bradley ein anderer Stil Einzug erhält.

Unter Paul Guenther war das eine komplexe, hochgradig geschemte Defense. Das verlangt von den Spielern ein hohes Maß an Reaktionsfähigkeiten, blitzschnelle Reads und viel Flexibilität sowie sehr schnelles Schalten. Bradleys Defense ist schematisch simpler, sie erlaubt es den Spielern, schneller zu spielen - und ich denke, das liegt dem defensiven Personal, welches die Raiders haben.

Es lässt die Cornerbacks physischer spielen, es lässt die Linebacker mehr ihre Explosivität einbringen. Casey Hayward sieht in der Secondary bisher wie ein Volltreffer aus. Das Problem dieser Art Defense ist, dass man in der Regel einen starken 4-Men-Rush braucht - den hatten die Raiders über die letzten Jahre nicht. Pass-Rusher sind schwer zu finden.

Das aber sieht mittlerweile anders aus: Maxx Crosby hatte einen herausragenden Auftakt gegen Baltimore und spielte auch gegen Pittsburgh gut, Yannick Ngakoue ist eine exzellente Ergänzung und nachdem die Raiders Lamar Jackson bei fast der Hälfte seiner Dropbacks unter Druck setzen konnten, teilten sie gegen Big Ben zehn QB-Hits aus. Crosby und Ngakoue kamen beide auf je mindestens fünf Pressures.

Die Offensive Lines der Ravens und Steelers offenbarten für sich betrachtet große Probleme, aber ich denke, die Raiders-Defense ist kein Early-Season-Phänomen. Las Vegas hat eine tiefe Pass-Rush-Rotation, und ganz offensichtlich sein Edge-Duo gefunden. Die Secondary wirkt deutlich stabiler. Die Raiders haben eine Defense, die kein Klotz am Bein mehr ist - und die je nach Matchup das Team mit tragen kann.

Panthers-Defense mit tollem Saisonstart

Bei Carolinas Defense durfte man vor Saisonstart ebenfalls gespannt sein, auch wenn die Zusammensetzung - oder besser: der Weg hierher - ganz anders war als der der Raiders. Die Panthers hatten ihren Umbruch und Neustart mit einer kompletten defensiven Neuausrichtung eingeleitet, inklusive dem All-Defense-Draft letztes Jahr. Und es war immer klar, dass das Zeit brauchen würde, bis sich all das findet, auch wenn die Panthers letztes Jahr etwa mit ihren flexiblen Safeties - Jeremy Chinn vorneweg - und Multiple-Safety-Sets einige interessante Ansätze gezeigt hatten.

Was wir dieses Jahr aber in erster Linie von dieser Defense sehen, ist, dass die Front Spiele an sich reißen kann. Das war gegen die Jets der Fall, als Yetur Gross-Matos, Haason Reddick und DaQuan Jones allesamt je mindestens vier Pressures sammelten - und, ungleich eindrucksvoller, es setzte sich gegen die Saints diese Woche fort.

Carolina setzte Jameis Winston laut ESPN-Tracking bei 18 seiner 28 Dropbacks (64 Prozent) unter Druck, die dritthöchste Pressure-Rate seit 2009, das Jahr, in dem ESPN damit anfing, diese Stats zu sammeln. Das war ein maßgeblicher Grund dafür, dass die Saints-Offense auf lediglich 128 Yards kam, ein Franchise-Tief seit 2001, also noch vor der Sean-Payton-Ära. Und sie blitzten auch aggressiv, was Winston zu Fehlern brachte.

Carolina hat sich insgesamt defensiv umgestellt, was in gewisser Weise durch den Jaycee-Horn-Pick im Draft untermauert wurde: Man draftet nicht den besten Man-Corner im Draft, um dann weiter seine Zone-heavy Coverage zu spielen, und der Start in die neue Saison legt nahe, dass Carolina auch in der Secondary aggressiver auftreten wird, mehr Man Coverage spielen wird. Aus einer passiven Defense im Vorjahr soll jetzt eine werden, die das Geschehen auch mal diktieren kann. Mehr Blitzing, mehr Single High Coverage.

Ich vertraue der Offense immer noch nur bedingt, dafür muss mir Sam Darnold mehr zeigen. Darnold war solide über die ersten beiden Spiele, diese Woche gegen eine aggressive Saints-Defense. Für den Moment setzt er eben in erster Linie die Offense gut um, ohne gravierende Fehler zu machen. Das war häufig auch das Prädikat, das man Teddy Bridgewater letztes Jahr geben konnte. Die Defense aber ist die Story dieser ersten beiden Saisonspiele in Charlotte.