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NFL

Power Ranking nach Woche 4: Wer ist überhaupt das beste Team in der NFL?

Die ersten vier Spieltage sind absolviert, SPOX-Redakteur Adrian Franke ordnet die 32 Teams für euch ein.

24. INDIANAPOLIS COLTS (1-3)

Ranking vor Saisonstart: 21.

Die Colts-Saison ist auf bestem Wege, komplett zu entgleisen, und dann rückt eine brisante Frage in den Mittelpunkt: Nimmt Indianapolis Carson Wentz raus, eventuell via Injured-Reserve-Liste, um zu verhindern, dass im Trade mit den Eagles ein Erstrunden-Pick fällig ist? 75 Prozent der Snaps müsste Wentz spielen (oder 70 Prozent plus die Colts erreichen die Playoffs), damit aus dem Conditional Pick 2022 ein Erstrunden-Pick wird. Andernfalls wandert ein Zweitrunden-Pick nach Philly. Davon abgesehen ist die Wentz-Thematik aber bislang ehrlicherweise spektakulär unspektakulär. Wentz spielt längst nicht so desolat wie letztes Jahr in Philadelphia, wie ein Top-10-Quarterback spielt er bisher aber auch nicht - vielmehr bewegt er sich im erwartbaren Rahmen, vielleicht sogar ein wenig besser als das. Dafür aber bleibt die Offensive Line über die ersten Wochen der Saison deutlich hinter den Erwartungen zurück, was wiederum gehörig an der Baseline der Offense rüttelt. Die Colts spielen offensiv bisher weitestgehend extrem konservativ, es fehlt die Explosivität - während die Defense umgekehrt gerade durch die Luft zu viel zulässt. Schwierig, mit dieser Mischung viele Spiele zu gewinnen und ich bin schon jetzt gespannt, welche Schlüsse die Verantwortlichen in Indianapolis aus dieser Saison ziehen.

23. WASHINGTON FOOTBALL TEAM (2-2)

Ranking vor Saisonstart: 17.

In Teilen war der Hype rund um Washington vor Saisonstart deutlich über den Rahmen hinaus. Ryan Fitzpatrick wurde nach einigen guten Auftritten in Miami sehr romantisiert, und die Defense vielleicht auch etwas überschätzt, nachdem sie im Vorjahr in der zweiten Saisonhälfte fraglos von einem guten Schedule profitiert hatte. Wir sehen dieses Jahr bislang, dass die Defensive Line zwar gut spielt, aber nicht so dominant, dass man deshalb Spiele gewinnt. Und dann ist die Secondary dahinter eben anfällig, was dann in der Summe schon in einigen wackligen Defense-Auftritten mündete. Und ja, natürlich ist der Fitzpatrick-Faktor nicht zu bewerten, da sich der Routinier früh verletzte; sein Vertreter Taylor Heinicke spielt zumindest stilistisch ähnlich und gibt seinen Receivern Chancen auf Big Plays. Die Offensive Line ist gut und das Rückgrat der Offense, ich denke aber, dass das Potenzial dieses Teams auch mit Fitzpatrick nach oben ein gutes Stück niedriger ist als vor Saisonstart teilweise prognostiziert wurde. Die Playmaker sind gut, und die Offense kann explosiv sein. Ich sehe hier aber kein Playoff-Team.

22. PHILADELPHIA EAGLES (1-3)

Ranking vor Saisonstart: 29.

Das größte Problem damit, Teams nach den ersten Wochen adäquat einzuschätzen, liegt in der kleinen Sample Size - die dann auch noch vom ersten Eindruck zusätzlich getäuscht werden kann. Nach monatelangem Theoretisieren darüber, welche Teams vielleicht gut sind oder auch nicht, und warum, muss ich mich auch immer selbst daran erinnern, Woche 1, wenn man endlich etwas Handfestes bekommt, nicht gleich unbewusst höher zu gewichten als die anschließenden Partien. Die Eagles wären so ein Beispiel dafür: Der Auftakt gegen Atlanta war wirklich beeindruckend, die Offense lief rund, Hurts schien als Passer klar verbessert, das Team hatte einen klaren Plan und defensiv dominierte die Defensive Line. Der letzte Punkt war dann auch in den folgenden Partien mehrfach zu beobachten - aber offensiv bin ich seither etwas ratlos. Zu häufig ist man bisher von den Dingen weg gegangen, die der Offense eigentlich eine Baseline geben sollten: Das Run Game inklusive Jalen Hurts, Play Action, RPOs. Einzig ein gutes Screen Game zieht sich wie ein roter Faden durch die Saison, aber das reicht nicht, um der Offense eine konstante Basis zu geben, und so war Philadelphias Offense nach Week 1 zu häufig Hit-or-Miss: Big Plays prägen das Bild, im positiven wie im negativen Sinne. Dieses Team hat Playmaker, die Offensive Line ist - wenn aktuell auch angeschlagen - grundsätzlich in Ordnung, und die Defensive Front kann Philly in Spielen halten. Aber nach vier Spielen sehe ich nach oben eben nur einzelne Momente, keinen beständigen Fortschritt.

21. NEW YORK GIANTS (1-3)

Ranking vor Saisonstart: 25.

Die Giants sind in erster Linie ein frustrierendes Team. Frustrierend deshalb, weil Daniel Jones eine gute Saison spielt und die Offensive Line zumindest besser spielt als man im Vorfeld befürchten musste - und trotzdem ist die offensive Production, die angesichts dieser Statements in Kombination mit den Waffen, die New York hat, einfach zu überschaubar. Das Run Game lebt maßgeblich davon, dass Daniel Jones am Boden Plays macht, doch am Boden wie in der Luft fehlt es an Kreativität. Wo sind die cleveren Motion-Sets, wo die Ideen, um Kadarius Toney bestmöglich einzusetzen? Wo die Ideen, um Saquon Barkley mehr in den Raum zu bringen und wo die Mismatches, die entstehen sollten, wenn man mit einem Receiver wie Kenny Golladay Coverages diktieren kann? Das alles scheint nur sporadisch aufzutreten, die Offense wirkt statisch und sie wirkt eindimensional und das überschattet derzeit die Leistungen von Jones. Die Defense derweil spielt noch deutlich unter den Erwartungen, hier hatte ich mir angesichts der Investments in die Secondary und auch in die Front eher einen Schritt noch nach vorne, und keinen Rückschritt erwartet. Die Defensive Line ist stark, der Ausfall von Blake Martinez wird sich in der Front aber bemerkbar machen.

20. NEW ENGLAND PATRIOTS (1-3)

Ranking vor Saisonstart: 16.

Meine größte Preseason-Fehleinschätzung rund um die Patriots ist nicht Mac Jones, es ist nicht Josh McDaniels, es ist auch nicht die Defense - es ist die Offensive Line. Ich hatte vermutet, dass die Patriots eine Top-5-Line stellen könnten, und der Ausfall von Trent Brown auf der rechten Seite macht sich zwar fraglos bemerkbar, aber es ist nicht so, als wäre der Rest der Line durch die Bank dominant. Vielleicht ist das ein Grund für das konservative Play-Calling, vielleicht will McDaniels auch Jones schützen, wenngleich die Herangehensweise häufig das Gegenteil bewirkt. Wenn die Defense Stephon Gilmore zurückerhält - sofern die Patriots den Cornerback nicht doch noch traden -, wird New England hier noch stabiler auftreten, und könnte dann auch Richtung Top-10-Defense klettern; die Front sieht bislang ziemlich gut aus, das setzte sich auch gegen Brady und die Bucs fort. Aber das erste Zwischenfazit ist, dass die Offense - ob aufgrund des Rookie-Quarterbacks, des Play-Callers, der Line oder auch wegen allem kombiniert - zu wenig Explosivität und in der Folge ein zu geringes Ceiling hat, um in den Playoffs mitzumischen.

19. TENNESSEE TITANS (2-2)

Ranking vor Saisonstart: 13.

Eine der zentralen Titans-Fragen im Vorfeld der Saison lautete: Wie schwer fällt der Verlust von Offensive Coordinator Arthur Smith ins Gewicht? Nach Woche 1 schien der Weltuntergang nahe, über die folgenden beiden Wochen stabilisierten sich die Titans. Was aber auffällt, ist, dass die Offense deutlich weniger in der Mid-Range das Zentrum des Feldes attackiert; also genau den Bereich, in dem Tennessee unter Smith so viele Big Plays kreierte und wo die Offense maßgeblich ihre Effizienz herbekam. Das kann sich natürlich noch ändern, bisher aber spielt Tennessee auch schlicht weniger Play Action als letztes Jahr. Und die Line ist noch immer ein Problem, bisweilen ein Problem das zu groß ist, um es zu überwinden. Die Defense hatte sich über die ersten drei Spiele schrittweise gesteigert, insbesondere im Pass-Rush, aber auch Cornerback Kristian Fulton hatte einen sehr guten Start in die Saison. Hier hätte ich mir gegen die Jets gerade an der Line of Scrimmage viel mehr erwartet. Letztlich brauchen die Titans A.J. Brown und Julio Jones, dann haben sie eine gefährliche Offense. Andernfalls können sie oben nicht mitspielen.

18. NEW ORLEANS SAINTS (2-2)

Ranking vor Saisonstart: 19.

Ehrlich gesagt habe ich noch kein wirklich gutes Gefühl für die Saints bislang. Klar, die Demontage der Packers in Woche 1 war sicher nicht repräsentativ - aber was machen wir dann mit der deutlichen Niederlage eine Woche später in Carolina? Gefolgt von einem ungefährdeten Sieg gegen die Patriots, in welchem die Defense dominierte, sowie jetzt der Pleite gegen die Giants, während welcher die Defense und insbesondere die Secondary überhaupt nicht gut aussahen? Die enorme Achterbahnfahrt ist in jedem Teil der Saints-DNA 2021, auffällig ist außerdem, dass die Offensive Line infolge der Verletzungen längst nicht mehr die gewohnte Baseline bereitstellen kann. Vielleicht ist all das lediglich eine ausführliche Umschreibung folgender Realität: Wenn die Saints in diesem Jahr nochmal die Kurve bekommen wollen, dann muss Sean Payton das Spiel mehr in die Hände von Jameis Winston legen. Der hatte gegen die Giants vielleicht sein bisher bestes Saisonspiel, trotz der 5-Touchdown-Effizienz-Orgie gegen die Packers zum Auftakt, und gerade im vertikalen Passspiel ist in dieser Offense mehr drin, auch das zeigte Winston - im Gegensatz zu Taysom Hill - am Sonntag. Darauf zu bauen, dass man mit der Defense und dem Run Game - auf welches Payton bisher auffallend stark setzt - mit Winston als Game Manager dieses Jahr für Furore sorgen kann, schein nicht der richtige Weg für dieses Saints-Team zu sein.

17. DENVER BRONCOS (3-1)

Rang vor Saisonstart: 23.

Aus Broncos-Sicht und auch aus Bridgewaters Sicht hoffe ich, dass er sich schnell wieder von seiner Gehirnerschütterung erholt, Vic Fangio war nach dem Ravens-Spiel am Sonntag zumindest vorsichtig optimistisch. Denn gerade über die ersten drei Spiele hat Bridgewater sehr viel Spaß gemacht, mal mit einem spektakulären Spiel aus der Pocket und gegen Druck, mal mit ungewöhnlicher Aggressivität im Passspiel. Die Frage war immer, wie lange er das aufrechterhalten kann, und gegen die Ravens änderte sich das zugegebenermaßen merklich, bevor er verletzt raus musste. Die Ravens setzten ihn sehr häufig unter Druck, und Bridgewater hatte damit merkliche Probleme. Das wurde dann mit Drew Lock in der zweiten Hälfte noch wackliger, aber Denver ging personell generell am Stock, musste auch in der Line Ausfälle verkraften. Der Verlust von Slot-Speedster K.J. Hamler tut dieser Offense auch strukturell weh, zumindest aber sollte Jerry Jeudy in absehbarer Zeit zurückkehren und dann die Slot-Rolle übernehmen können. Ich denke schon, dass Denver noch immer eine Rolle im Playoff-Rennen spielen kann; dafür muss die Defense aber so dominant bleiben, wie sie vor allem über die ersten drei Spiele bereits aufgetreten ist. Denn von der Offense erwarte ich das nicht.

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