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NFL - Fünf Überraschungen des Saisonstarts: Teddy Bridgewater for MVP?

Von Jan Dafeld
Teddy Bridgewater gewann mit den Denver Broncos die ersten zwei Saisonspiele.
© getty
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Der Pass-Rush der Buffalo Bills

Tre'Davious White. Micah Hyde. Jordan Poyer. Matt Milano. Tremaine Edmunds. Die Defense der Bills schien in der letzten Saison auf dem Papier stärker besetzt zu sein als die Zahlen, die die Unit letztlich auf dem Feld auflegen konnte, vermuten lassen würden. Während die Offense rund um Josh Allen dominierte, kam die Defense 2020 nicht über den Status einer durchschnittlichen Verteidigung hinaus. Vor allem, weil der eigene Pass-Rush zu häufig zu zahnlos daherkam.

Ein Problem, das zumindest mit Blick auf die ersten zwei Saisonspiele der neuen Spielzeit gelöst zu sein scheint. Buffalo investierte im Draft seinen Erst- und seinen Zweitrundenpick in die Defensive Line. Investitionen, die sich auszahlen könnten.

Gegen die Dolphins dominierte der Pass-Rush der Bills am Sonntag praktisch nach Belieben. Buffalo kam auf eine Pressure-Quote von mehr als 45 Prozent, 38 Pressures und sechs Sacks. Tua Tagovailoa wurde bei einem Passversuch so hart von A.J. Epenesea erwischt, dass er den Rest des Spiels von der Seitenlinie aus verfolgen musste.

Im Saisonauftakt gegen die Steelers stachen die nackten Statistiken zwar noch nicht ganz so ins Auge - Mario Addison verbuchte den einzigen Sack für die Bills -, doch auch in Week 1 hinterließ die Defensive Line einen guten Eindruck. Ben Roethlisberger vermied durch seine schnellen Pässe zwar viele Sacks und Pressures, Buffalos Front Seven dominierte aber im Run-Game, in dem Najee Harris überhaupt nicht zur Entfaltung kam.

Nach zwei Wochen stellen die Bills laut EPA/Play hinter den Panthers die statistisch zweitbeste Defense der Liga. In der Verteidigung gegen den Pass befindet sich Buffalo gemeinsam mit Carolina und New England in einer elitären Klasse - weit vor dem Rest der Liga.

Natürlich: Mit den Steelers und den Dolphins, insbesondere mit Jacoby Brissett, profitierte der Pass-Rush der Bills in den bisherigen Spielen auch von angenehmen Matchups. Pittsburghs und Miamis Offensive Lines dürften ligaweit zu den schwächsten gehören. Unlösbar scheinen die Aufgaben in den kommenden Wochen (Football Team, Texans, Chiefs, Titans, Dolphins, Jaguars, Jets) für Jerrry Hughes, Gregory Rousseau und Co. aber auch nicht zu werden.

Die Bills mögen in ihrer Front Four keinen Elite-Spieler wie T.J. Watt, Myles Garrett oder Joey Bosa haben, dafür punkten sie jedoch mit ihrer herausragenden Tiefe. Gegen die Steelers kamen Ed Oliver, Justin Zimmer, Gregory Rousseau, A.J. Epenesa, Jerry Hughes, Vernon Butler, Star Lotulelei und Mario Addison allesamt auf mindestens zwei Pressures, bis auf Butler und Addison verbuchten sie zudem allesamt eine Pressure-Rate von über 20 Prozent.

Buffalo wird die guten Eindrücke aus den ersten Wochen in den kommenden Spielen erst noch bestätigen müssen, besser als in der vergangenen Saison wirkt der Pass-Rush des Teams aber in jedem Fall. Nun liegt es an Allen und der Offense ihre Form aus der Vorsaison wiederzufinden.