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NFL: Die besten Pass-Rusher im Draft 2021

Gregory Rousseau führte die ACC 2019 mit 15,5 Sacks an.
© getty
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Jayson Oweh (Penn State): Baller mit Potenzial

Oweh ist ein hochinteressantes Projekt für ein NFL-Team. Der Redshirt-Sophomore plante ursprünglich, mit einem Basketball-Stipendium aufs College zu gehen und hatte bis 2016 mit Football mehr oder weniger nichts am Hut.

Das änderte sich, als er vor seinem Junior-Jahr auf die Blair Academy in New Jersey wechselte, wo man zwei Sportarten spielen musste. Die dortigen Football-Coaches überzeugten ihn davon, neben Basketball auch Football zu spielen und Oweh blühte allmählich auf. Schon nach einem Jahr Football standen zahlreiche namhafte College-Programme Schlange, darunter Rutgers und Notre Dame.

Oweh entschied sich schließlich für Penn State, wo er nach einem Redshirt-Jahr 2018 erst 2020 zum Starter wurde, nachdem er 2019 als situativer Pass-Rusher im Sub-Package unterwegs war.

Auch Oweh ist ein außergewöhnlicher Athlet und lief trotz seiner 114 Kilogramm (1,96 m) den 40-Yard-Sprint an seinem Pro Day in 4,36 Sekunden - ein bemerkenswertes Tempo bei dieser Statur.

Jayson Oweh: Wird fehlende Erfahrung zum Problem?

Oweh ist extrem explosiv und spielt mit sehr viel Energie. Er kann sich innen und außen durchsetzen, gibt zudem nie ein Play auf und jagt seine Gegenspieler mitunter über das halbe Feld. Zudem ist er auch in der Lage, sich in Coverage fallen zu lassen, wenn es die Situation erfordert.

Was gegen ihn spricht, ist vor allem seine mangelnde Football-Erfahrung. Er spielte nur zwei Jahre auf der High School und praktisch auch nur zwei ganze Jahre auf dem College. Und das merkt man Oweh mitunter an. Sein Timing beim Snap ist noch verbesserungswürdig, er ist häufig entweder zu früh oder zu spät dran. Auch lässt seine Technik zu wünschen übrig. Kommt er mit seiner Beweglichkeit nicht am Blocker vorbei, fehlen ihm noch Komplementär-Moves - also ein Plan B.

Auch schätzt Oweh mitunter den Set-Punkt des Quarterbacks falsch ein. All das sind allerdings Dinge, die er noch lernen kann, mit mehr Erfahrung und gezieltem professionellen Training. Wer ihn im Draft auswählt, bekommt einen Spieler, der noch keineswegs ein fertiges Produkt ist. Doch er ist jemand, der Potenzial zu etwas Großem mitbringt. Es muss nur erst noch freigesetzt werden - und das könnte Zeit kosten, weshalb ein allzu hoher Pick womöglich ein zu großes Risiko bürgt.

Jaelen Phillips (Miami): Wenn der Kopf mitspielt

Oberflächlich betrachtet ist Phillips wohl der Pass-Rusher, der am meisten bereit ist für die NFL. Er verfügt über die nötige Technik, beherrscht diverse Pass-Rush-Moves und kann sowohl inside als auch outside seine Duelle gewinnen. Ebenso zeigt er einen effektiven Bull-Rush.

Phillips war schon auf dem College ein Vorzeige-Athlet, der in gleich vier verschiedenen Sportarten glänzte - Football, Baseball, Leichtathletik und Volleyball. Was spricht also gegen ihn? In erster Linie seine Gesundheit.

Nachdem er zunächst als Tight End unterwegs war, wechselte er als Sophomore zur Defense und dominierte als Pass-Rusher. Er landete schließlich bei UCLA, wo er jedoch diverse Verletzungen und drei (!) offiziell diagnostizierte Gehirnerschütterungen erlitt.

Das führte letztlich dazu, dass er nach der Saison 2018 auf Drängen der Ärzte seine Karriere beendete. Anschließend wechselte Phillips aufs Los Angeles City College, wo er Musik studierte - sein großer Traum ist es, als Rapper und Musikproduzent Karriere zu machen.

Jaelen Phillips: Transfer zu The U nach einjähriger Football-Pause

Jedoch merkte er in der Zeit auch, dass ihm Football fehlte, sodass er einen Transfer nach Miami anstrebte. Durch die NCAA-Transfer-Regeln setzte er die Saison 2019 aus, spielte anschließend sein Redshirt-Junior-Jahr für "The U" und führte das Team prompt in Sacks und Tackles for Loss an.

Er unterstrich also 2020 nochmals, wie gut er wirklich sein kann. NFL-Teams werden jedoch skeptisch ob seiner Langzeit-Perspektive sein, denn nicht nur die Gehirnerschütterungen - die zweifelsohne die deutlichste Red Flag sind -, sorgen für Kopfzerbrechen. Darüber hinaus verpasste er viel Zeit als Freshman mit einer Knöchelverletzung und musste infolge eines Unfalls mit dem Moped zweimal am linken Handgelenk operiert werden. Dabei wurden drei Knochen entfernt. Zudem brach er sich als Senior auf der High School die linke Hand.

Sein Talent ist unbestritten, doch wer garantiert, dass Phillips auch gesund und damit auf dem Feld bleiben kann? Ohne diese Probleme wäre er wohl ein sicherer Erstrundenpick, so könnte er fallen und womöglich zum Schnäppchen am zweiten - oder dritten - Drafttag werden.