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NFL - Die Franchise-Tag-Deadline naht: So ist der aktuelle Stand bei Dak Prescott, Chris Jones und Co.

Von Jan Dafeld
Dak Prescott und Chris Jones wurden beide mit dem Franchise Tag gehalten.

Bis zum 15. Juli haben Teams und Spieler, die per Franchise Tag gehalten wurden, noch Zeit, um sich auf einen neuen Vertrag zu einigen. Anschließend müssten die Stars die kommende Saison unter dem Tag spielen. Bei welchen Spielern ist eine Einigung noch denkbar? Und könnten sich einige sogar weigern, zu spielen? SPOX gibt einen Überblick.

Derrick Henry (Running Back, Tennessee Titans)

Henry führte die NFL im vergangenen Jahr in Rushing Yards und Rushing Touchdowns an. Obwohl die Titans bereits mehrfach betonten, langfristig mit ihrem Star verlängern zu wollen, scheint eine Einigung aktuell nicht in Sicht. Alles zu den Verhandlungen zwischen Derrick Henry und den Titans findet Ihr in diesem Text.

Dak Prescott (Quarterback, Dallas Cowboys)

Dallas will Prescott als seinen Quarterback der Zukunft halten, war bislang aber nicht bereit, dessen Forderungen nachzukommen - auch weil die Franchise sich durch die teuren Vertragsverlängerungen mit Amari Cooper (fünf Jahre, 100 Mio. Dollar) und Ezekiel Elliott (sechs Jahre, 90 Mio. Dollar) selbst in eine finanziell angespannte Lage manövriert hat.

Laut den Dallas Morning News liegen Team und Spieler in den Verhandlungen aktuell noch weit auseinander, insbesondere die Vertragslaufzeit - Prescott will angeblich für maximal vier Jahre unterschreiben - ist ein großer Streitpunkt, eine Einigung vor der Deadline scheint daher sehr unwahrscheinlich. Weitere Verhandlungen sind dem Vernehmen nach auch nicht angesetzt. Spielt Prescott die kommende Saison unter dem Tag und überzeugt, könnte er in der Zukunft richtig abkassieren. Entweder durch einen Monster-Vertrag oder weitere Tags, ähnlich wie es Kirk Cousins einst in Washington gelang.

Leonard Williams (Defensive End, New York Giants)

Williams wurde vermutlich nur deshalb überhaupt mit dem Tag belegt, weil die Giants sich nach dem relativ teuren Trade für den D-Liner selbst in eine denkbar schlechte Verhandlungsposition gebracht hatten. Sein Gehalt von voraussichtlich mehr als 16 Millionen Dollar rechtfertigte der D-Liner, der in der Vorsaison gerade mal einen Sack sammelte - für die Jets - , bei den Giants bislang zumindest keineswegs.

Die Franchise hofft nun, dass Williams' Talent unter dem neuen Defensive Coordinator Patrick Graham besser zur Entfaltung kommen und das Team im kommenden Jahr zumindest einen hohen Compensatory Pick einstreichen können wird. Eine Einigung vor der Deadline scheint praktisch ausgeschlossen

Anthony Harris (Safety, Minnesota Vikings)

Harris hat eine beeindruckende Saison in der Vikings-Secondary hinter sich. Mit Harrison Smith bildet er das vielleicht beste Safety-Duo der NFL, bei PFF verdiente sich Harris 2019 sogar die ligaweit beste Bewertung aller Safeties. Allerdings war die vergangene Spielzeit auch erst Harris' zweite auf wirklich hohem Niveau, zudem wird der einstige Undrafted Free Agent im Oktober bereits 29 Jahre alt, eine lange und teure Vertragsverlängerung dürfte daher nicht wirklich das Traumszenario der Vikings sein.

Letztlich kam die Entscheidung für den Franchise Tag somit nicht wirklich überraschend. Harris wird seine starken Leistungen in der kommenden Saison bestätigen müssen, dann könnte er zu teuer für seine Franchise werden.

Shaquil Barrett (Edge Defender, Tampa Bay Buccaneers)

Nach vier effektiven, aber aufgrund von limitierter Spielzeit nur wenig spektakulären Jahren in Denver setzte Barrett in der Free Agency auf sich selbst, unterschrieb einen Prove-It-Deal in Tampa Bay und verbuchte im aggressiven Scheme von Defensive Coordinator Todd Bowles gleich mal die meisten Sacks der Liga. Dass die Bucs Barrett erstmal per Franchise Tag hielten, um zu sehen, ob er er seine herausragende Saison bestätigen kann, kam wenig überraschend.

Der 27-Jährige wird 2020 somit aller Voraussicht nach unter dem Tag für Tampa spielen. Noch offen ist allerdings, wie viel Geld er dafür bekommt. Barrett will bezahlt werden wie ein Defensive End (17,8 Mio. Dollar), die Bucs designierten ihn als Linebacker (15,8 Mio. Dollar).

Kenyan Drake (Running Back, Arizona Cardinals)

Die Cardinals holten Drake im vergangenen Jahr für einen Fünftrundenpick aus Miami, in Arizona brillierte der Running Back in acht Spielen mit über 800 Scrimmage Yards sowie acht Touchdowns. Als flinker, explosiver Runner, der auch im Passspiel eingesetzt werden kann, passt Drake perfekt in das Offensiv-System von Cardinals-Coach Kliff Kingsbury, der Tag für den 26-Jährigen kam dennoch überraschend. Drake kam in seiner Karriere noch nie auf mehr als 700 Rushing Yards in einer Saison, verdient 2020 aber mehr als 26 andere Starting Running Backs.

Die Cardinals machten erst kürzlich schlechte Erfahrung mit einer teuren Verlängerung mit einem Running Back in David Johnson. General Manager Steve Keim betont aber dennoch, dass man Drake langfristig halten wolle. Kann dieser seine Ansätze aus der Vorsaison 2020 als Lead-Back bestätigen, könnte ihm im Anschluss somit ein netter Zahltag winken.

Joe Thuney (Guard, New England Patriots)

Thuneys Qualitäten auf dem Football-Feld sind unbestritten, über die vergangenen Saisons war der 27-Jährgie einer der besten Guards der NFL, insbesondere im Pass-Blocking. Dennoch verwunderte die Entscheidung der Patriots, die in der Vergangenheit regelmäßig Leistungsträger ziehen ließen, statt diese teuer zu bezahlen, Thuney mit dem Franchise Tag zu halten.

Doch: New England scheint nach dem Abgang von Tom Brady noch stärker auf das Run-Game setzen zu wollen, darauf deuten sowohl die Entscheidungen im Draft als auch die Verpflichtung von Cam Newton hin. Ein Guard wie Thuney dürfte dabei helfen, einen hohen Compensatory Pick können die Patriots wohl auch 2022 noch für ihn einstreichen.

A.J. Green (Wide Receiver, Cincinnati Bengals)

Die Bengals befinden sich mitten im Rebuild, Joe Burrow soll eine neue Ära in Cincinnati einläuten, der große Erfolg dürfte aber noch mindestens ein Jahr auf sich warten lassen. Inwieweit ein bald 32-jähriger Wide Receiver, der nur für ein Jahr unter Vertrag steht und von einer schweren Verletzung zurückkehrt, unter diesen Umständen wirklich eine große Hilfe ist, ist diskutabel. Vor allem aber soll Green Burrow wohl den Einstieg in die NFL erleichtern.

Laut Head Coach Zac Taylor ist Green wieder bei 100 Prozent, einen echten Nummer-eins-Receiver zur Verfügung zu haben, wird Burrow definitiv helfen. Noch hat Green den Tag nicht unterschrieben, er hofft offenbar nach wie vor auf einen langfristigen Deal. Letztlich wird er sich ein Jahressalär von mehr als 18 Millionen Dollar - der vierthöchste Wert aller Wide Receiver in der NFL - aber nicht entgehen lassen.

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