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NFL: 32 Quarterbacks, 32 Fragen: Wie gut ist Tom Brady noch?

Von Jan Dafeld

New York Jets - Sam Darnold: Ruft er endlich sein Potenzial ab?

Seit die Jets Darnold vor zwei Jahren mit dem dritten Pick im Draft auswählten, spielte der 23-Jährige zwei statistisch weitgehend grausige Jahre. Seinen Vorschusslorbeeren konnte Darnold bislang keineswegs gerecht werden. Allerdings: Der Jets-Quarterback hatte in New York stets auch unter den äußeren Umständen zu leiden. Sowohl sein Receiving Corps als auch seine Offensive Line waren schwach, zudem schlug sich Darnold immer wieder mit Verletzungen herum. Sein großes Talent deutete er obendrein in so manchen Highlight-Plays immer wieder an. 2020 dürfte für ihn nun allerdings eine Make-or-Break-Saison werden. Überzeugt Darnold auch im kommenden Jahr nicht, könnte seine Zeit als Starter in New York zu Ende gehen.

Philadelphia Eagles - Carson Wentz: Kehrt er in den Kreis der Elite-Quarterbacks zurück?

Wentz' Saison auf MVP-Niveau liegt mittlerweile fast drei Jahre zurück, im NFL-Kosmos eine halbe Ewigkeit. Nach guten Leistungen 2018 präsentierte sich Wentz im vergangenen Jahr, vor allem in der zweiten Saisonhälfte, allenfalls noch solide. Tatsächlich hatte der 27-Jährige allerdings auch unter dem wohl schlechtesten und sich stetig verändernden Receiving Corps der Liga zu leiden, viel mehr schien unter diesen Umständen kaum möglich gewesen zu sein. Mit einem verbesserten Waffenarsenal wollen die Eagles im kommenden Jahr nun wieder voll angreifen. Die Vorzeichen sind gut, nun liegt es an Wentz, das Potenzial dieser Offense voll auszuschöpfen.

Pittsburgh Steelers - Ben Roethlisberger: Was hat er noch im Tank?

Als Quarterback von einer großen Ellbogen-Operation zurückzukehren ist nie einfach, im Alter von 38 Jahren unter erschwerten Trainingsbedingungen dürfte dies allerdings eine echte Mammutaufgabe werden - zumal Roethlisberger bereits vor seiner Verletzung nicht mehr auf absolutem Top-Niveau agiert hatte. So mancher Kritiker unkte bereits, dass Big Ben vor allem des Geldes wegen (er verdient 34 Millionen Dollar pro Jahr) nochmal zurückkehrt. Ein Upgrade gegenüber Mason Rudolph und Duck Hodges sollte Roethlisberger definitiv noch sein. Ob er auf sein Niveau von vor zwei, drei Jahren zurückkehren kann, ist allerdings fraglich.

San Francisco 49ers - Jimmy Garoppolo: Kann er mehr als ein Game-Manager sein?

Garoppolos erste volle Saison als Starter hatte besser kaum laufen können. San Francisco gewann die NFC und zog in den Super Bowl ein, Garoppolo überzeugte in dem tollen Offensiv-System von Head Coach Kyle Shanahan. Der 28-Jährige agierte als rhythmischer und genauer Passer, über das Scheme hinaus produzierte er allerdings zu inkonstant. In der kommenden Saison, wenn das Niveau der 49ers-Defense mutmaßlich etwas abnimmt, könnte Garoppolo stärker gefordert sein. Jimmy G wird wohl mehr Verantwortung schultern und häufiger auch enge Fenster treffen müssen. Ob er zu dieser Weiterentwicklung imstande ist, könnte für San Francisco entscheidend werden.

Seattle Seahawks - Russell Wilson: Wird 2020 sein MVP-Jahr?

Nach mehreren herausragenden Saisons machte Wilson 2019 noch einen Schritt nach vorne und spielte seine wohl stärkste Saison aller Zeiten. Der 31-Jährige ist ein geradezu absurd guter Deep Passer, der für mehr Highlight-Würfe als fast jeder andere Quarterback sorgen kann und gleichzeitig fast keine größeren Fehler macht. Wilson zählt ohne Frage zu den absoluten Elite-Quarterbacks der NFL - ohne jemals auch nur eine MVP-Stimme erhalten zu haben. In der kommenden Saison soll sich dies nun endlich ändern. Wilson hat fraglos die Qualitäten, um eine Top-Offense anzuführen und womöglich auch als MVP ausgezeichnet zu werden. Ob er dies 2020 vollbringen können wird, könnte allerdings stärker von seinen Coaches als von seinen eigenen Fähigkeiten abhängig sein.

Tampa Bay Buccaneers - Tom Brady: Wie gut ist er noch?

Nach vier Jahren, in denen Brady auch im weit fortgeschrittenen Alter noch ohne Frage zu den besten Quarterbacks der Liga zählte, überraschte der 42-Jährige 2019 mit einer doch ziemlich durchschnittlichen Saison. In einer Offense ohne starke Playmaker machte Brady teilweise völlig uncharakteristische Fehler. Und doch: Der Ex-Patriot gehört selbst jetzt noch zu den klügsten Köpfen und genausten Passern der NFL. Mit besseren Receivern an seiner Seite könnte Brady somit selbst mit abnehmender Armstärke noch eine sehr gute Saison spielen. Mit Mike Evans und Chris Godwin findet er genau diese nun in Tampa Bay vor, das macht Hoffnung. Eine Frage bleibt allerdings: Wie schnell kann sich Brady in das aggressive und komplizierte System von Bruce Arians einfinden?

Tennessee Titans - Ryan Tannehill: Bestätigt er seine überragende Vorsaison?

Tannehills Leistungen in der vergangenen Saison waren nicht weniger als eine Sensation. Nach sechs Jahren als allenfalls solider Starter pulverisierte Tannehill seine Gegner in seiner halben Starter-Saison in Tennessee förmlich. Der 31-Jährige spielte wie ein echter Elite-Quarterback, in nahezu allen Statistiken zählte er zur ligaweiten Spitzenklasse. Dass Tannehill dieses Niveau in der kommenden Saison tatsächlich halten kann, scheint nahezu unmöglich. Bestätigt er seine guten Ansätze jedoch und ist für die Titans 2020 ein zumindest überdurchschnittlicher Quarterback, wäre dem Team, das sich gerade von seinem einstigen Hoffnungsträger Marcus Mariota getrennt hat, schon sehr geholfen.

Washington Redskins - Dwayne Haskins: Empfiehlt er sich für die Zukunft?

Haskins spielte eine Rookie-Saison mit Licht und Schatten, angesichts der turbulenten Umstände in Washington kann man ihm dies allerdings kaum negativ auslegen. Der Jährige machte bereits als Rookie wenige Fehler und deutete sein Potenzial bei einigen tiefen Pässen an. Gleichzeitig bewies Haskins allerdings kaum ein Gefühl für den Pass-Rush und agierte als Passer noch nicht so genau wie erhofft. Ob er langfristig der Starting Quarterback der Noch-Redskins werden wird, wird sich erst in der kommenden Saison entscheiden. Findet Haskins zu seinem College-Niveau im Kurzpassspiel zurück, könnte er gute Karten haben. Der Supporting Cast wiederum macht, mit Ausnahme von Terry McLaurin, eher wenig Hoffnung.

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