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NFL: Das Quarterback-Dilemma der Chicago Bears - Ist Nick Foles das erhoffte Upgrade zu Mitchell Trubisky?

Nick Foles (l.) wird wohl Mitchell Trubisky als Quarterback der Chicago Bears verdrängen.

Chicago Bears: Sind mit Nick Foles die Playoffs drin?

Die Bears stellten im Vorjahr die achtbeste Defense (-7,2 Prozent DVOA) der NFL laut Football Outsiders. Nur zwei Teams vor ihnen in dieser Statistik erreichten ebenfalls nicht die Playoffs - die Pittsburgh Steelers (3.) und die Tampa Bay Buccaneers (5.). Offensiv dagegen belegten sie nur Rang 25 (-10,1 Prozent DVOA).

Reicht es nun mit ein paar Veränderungen im Kader und mutmaßlich Foles als Starter für die Playoffs? Offensiv kommen essenziell ausgenommen vom QB nur drei neue Starter auf den Platz - Right Guard Germain Ifedi sowie die Tight Ends Jimmy Graham (Free Agent) und Cole Kmet (2. Runde des Drafts). Alle anderen sind Überbleibsel der Vorsaison.

Auf den Skill-Positionen findet sich mit Wide Receiver Allen Robinson sowie David Montgomery im Backfield durchaus Potenzial, doch die Offensive Line war zuletzt keine große Hilfe. Im Run Blocking war sie zu schwach (3,86 Adjusted Line Yards/Platz 29) und im Pass Blocking zu löchrig (7,3 Prozent Adjusted Sack Rate/Platz 21). Ob ein neuer Guard allein alle Probleme beseitigen wird, ist zu bezweifeln.

Eine stabilere Quarterback-Leistung wäre von Vorteil und sollte es dem Coaching Staff erneut gelingen, Foles' Defizite zu verstecken und seine Stärken zur Geltung kommen zu lassen, wäre ein Sprung drin. Angesichts seiner sonst eher durchwachsenen Leistungen in der NFL - 2013 und der Playoff-Run 2017 sind Anomalien in Foles' achtjähriger Karriere - ist das aber kaum garantiert.

Auf dem Papier wirkt Foles wie ein weiteres Risiko auf der Quarterback-Position. Eines mit durchaus vorhandener Upside, die auch schon phasenweise zu bestaunen war, aber keiner Baseline, die sonderlich höher liegt als die von Trubisky, der noch dazu günstiger ist und nach der Saison schon ohne Mehrkosten weg sein könnte.

Chicago Bears: Was wären die Konsequenzen einer weiteren enttäuschenden Saison?

Matt Nagy geht in sein drittes Jahr als Head Coach der Bears, Ryan Pace ist bereits seit 2015 General Manager des Teams und Nagy sein zweiter Coach. Die Bilanz der beiden zusammen lässt sich durchaus sehen: 2018 gewannen die Bears die NFC North (12-4) und unterlagen erst in den Playoffs Foles und den Eagles im berüchtigten Double-Doink-Spiel in den Wildcard Playoffs. Die 8-8-Saison im Vorjahr war ein Rückschritt, aber insgesamt sollten beide noch sicher im Sattel sitzen - obgleich 2018 auch für Pace die einzige Playoff-Teilnahme bislang darstellte - es war insgesamt die einzige Playoff-Teilnahme der Bears seit 2010. Und die drei Jahre unter Coach John Fox (2015 bis 2017) waren schlicht verlorene.

Was passiert also, sollte sich auch mit Foles, der unzweifelhaft auf Wunsch des Trainerstabs anderen vorgezogen wurde - obgleich wohl auch ein paar größere Namen dankend abgewinkt haben -, kein Erfolg einstellen?

Es sähe zumindest mal nicht gut aus für Pace, wenn er nach sechs Jahren im Amt einen dritten neuen Coach installieren müsste. Dennoch steht Nagy nun besonders unter Druck. Er hat seinen offensiven Trainerstab generalüberholt und seine Wunsch-Lieutenants bekommen, dazu mutmaßlich seinen Wunsch-Quarterback. Nun muss er liefern, um sich die Kritiker, die sicher schon in den Startlöchern stehen, vom Hals zu halten.

Ein Sicherheitsnetz aber bleibt Nagy und Pace in jedem Fall: Sollte auch die kommende Saison zur Enttäuschung werden, hätte man zumindest seit dem Trade für Khalil Mack 2018 mal wieder einen Erstrundenpick im kommenden Draft.

Chicago Bears: Das Risiko des Scheiterns ist hoch

Unterm Strich gehen die Chicago Bears vor allem mit neuen Assistenz-Coaches in die kommende Spielzeit. Die größte Veränderung am Kader ist dabei der voraussichtliche Wechsel auf Quarterback, der allerdings keine Garantie liefert, dass dieser ein großes Upgrade auf der Schlüsselposition mit sich bringt.

Die Bears hoffen, dass sie mit den früheren Erfolgs-Coaches von Foles aus diesem nochmal das Beste herausholen und damit die vorhandenen Defizite der Offense übertünchen können. Damit und mit einer immer noch imposanten Defensive sollen die Playoffs erreicht werden. Aber hier könnte der Wunsch der Vater des Gedanken bleiben.

Zu groß ist das Risiko, dass Foles seine bisher zumeist überschaubaren Leistungen auch nach Chicago bringt und die Bears damit weiterhin im Mittelmaß unterwegs sind.

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