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NFL

Coin Toss Week 15: Saints vs. Colts - Wie stoppt Indianapolis Brees und Co.?

Die Indianapolis Colts müssen zum Abschluss von Woche 15 zu den New Orleans Saints und kämpfen um ihre Playoff-Chance.

Die Saints kämpfen um ein First-Round-Bye in den Playoffs, für die Colts geht es um die am seidenen Faden hängenden Playoff-Hoffnungen; hat Indianapolis in New Orleans eine Chance? SPOX-Redakteur Adrian Franke diskutiert mit mySPOX-User BigLuck, zu sehen gibt es das Spiel in der Nacht zum Dienstag (ab 2.15 Uhr) live auf DAZN - mit dem Monday-Night-Kommentatoren-Duo Sebastian Vollmer und Markus Kuhn.

Preview Week 15: New Orleans Saints (10-3) - Indianapolis Colts (6-7) (Di., 2.15 Uhr live auf DAZN)

mySPOX-User BigLuck: Eine abenteuerliche Saison der Colts neigt sich dem Ende zu. Nach einem 5-2-Start taumelte man einem 6-7-Record entgegen, die Chancen auf einen Platz in den Playoffs sanken von zwischenzeitlich ca. 70 Prozent auf aktuell noch zwei Prozent - so you're telling me there is a chance!

Wie soll man gegen die Saints gewinnen? Realistische Antwort: Erzwingen eines One-Possession-Game und hoffen. Elf von 13 Spielen der Colts waren solche engen Spiele, ohne den zum TD zurückgetragenen Field-Goal-Versuch gegen die Titans wären es wohl zwölf geworden. Das Positive und Negative an der Saison der Colts ist, dass man in der Lage ist, wirklich jedes Team der Liga in ein enges Spiel zu zwingen. Das galt für ein Auswärtsspiel gegen die Chiefs genauso wie für ein Heimspiel gegen die Dolphins.

Wie also die Saints in ein enges Spiel zwingen?

Defensiv muss man sich auf die Grundidee der Tampa-2-Defense zurückbesinnen, nämlich Big Plays zu verhindern. Diese wurden speziell gegen Tampa Bay durch mentale und Kommuni­kationsfehler verursacht. Solche Fehler muss man abstellen und damit die Saints auf kurze Raumgewinne beschränken, um auch Darius Leonard die Möglichkeit zu geben, sich auszutoben.

"The Maniac" spielt wieder auf All-Pro Level (Beweisstück A). Und ein immer noch starker Pass-Rusher in Justin Houston sowie Defensive Coordinator Matt Eberflus sollten die Saints so weit einschränken können, dass man der Offense die Möglichkeit gibt, das Spiel für die Colts zu entscheiden. Gerade Eberflus setzte im Laufe der Saison immer besser kreative Blitzpakete ein, um Druck auf den QB zu erzeugen. Erschwert werden könnte dies allerdings durch den Ausfall von Kenny Moore, einem der ligaweit besten Slot-Corner und Open-Field Tackler.

Colts-Offense: "Run the damn Ball"

Verletzungsbedingte Ausfälle bieten die perfekte Überleitung zur Offense. Während die O-Line trotz Regression im Vergleich zum Vorjahr (vor allem die rechte Seite) weitestgehend gesund war und weiterhin das Prunkstück der Colts bleibt, ist der Rest der Offense schwer angeschlagen. Ebron, Funchess, Campbell und Rogers sind alle auf der Injured Reserve-Liste. Brissett, Marlon Mack und T.Y. Hilton haben mehrere Spiele verpasst.

Insbesondere der Ausfall von Hilton wiegt schwer, der immer noch von vielen als ein Top-Receiver der Liga übersehen wird. Für die Saints ist er eine Game-Time-Decision. Wie weit könnte er aber nach zwei Monaten Pause helfen? Somit bestehen die Anspielstationen wohl wieder aus einer Truppe von Undrafted-Free-Agents-Wide-Receivern (angeführt vom durchaus beeindruckenden Zach Pascal), Rückkehrer Dontrelle Inman und Mr. Zuverlässig Jack Doyle.

Entsprechend wird die Taktik für das Spiel eher durch Quenton Nelson vorgegeben: "Run the damn ball". Nutzt die Stärke der O-Line und das starke RB Corps angeführt durch Marlon Mack, um das Spiel langsam zu halten und zu kontrollieren. Nutzt den Run, um die angeschlagene Defense der Saints (Niners-Spiel plus diverse Verletzungen) auf und Brees neben dem Feld zu halten sowie selbst mit gelegentlichen (Pass-)Big Plays daraus Kapital zu schlagen.

Und wenn das Spiel zum Ende hin eng ist, heißt es als Colts-Fan nur beten, dass man es zu Ende bringt - und nicht ein Teil des Teams wieder in der entscheidenden Phase kollabiert, wie es zuletzt immer wieder passiert ist.

Adrian Franke (SPOX): Die Saints-Offense letzte Woche gegen San Francisco war natürlich absolut eindrucksvoll - und besonders beeindruckend fand ich es, dass die Saints auf "ihre Art" so beeindruckend waren. Was ich damit meine: New Orleans hatte einzelne Big Plays via Scheme, insbesondere über die Tight Ends gegen die Zone Coverage; der Großteil der Offense funktionierte aber über die gewohnte Timing-Kurzpass-Offense, Screens und Yards nach dem Catch.

Brees wurde dabei den Ball extrem schnell los, was San Franciscos Pass-Rush neutralisierte, gleichzeitig war er insbesondere in der Mid-Range überaus akkurat. Das Problem für die Colts-Defense ist, dass Indianapolis im Pass-Rush ohnehin bestenfalls Durchschnitt ist, ein derart schnelles Passspiel wie gegen die 49ers wird also gar nicht nötig sein. Und falls Brees den Ball länger halten kann, läuft Indianapolis Gefahr, in seinen Zone Coverages ebenfalls schematisch und dann auch für Big Plays geschlagen zu werden.

Umso schwieriger wird es, falls Slot-Corner Kenny Moore (Knöchel) erneut nicht spielen kann. Michael Thomas ist ein kompletter, universal einsetzbarer Receiver, der auf verschiedene Arten gewinnen kann - aus dem Slot ist er besonders gefährlich, auch das wurde gegen San Francisco deutlich.

Die Defense der Colts ist nicht schlecht, aber sie ist in weiten Teilen am ehesten Durchschnitt - was gegen diese Saints-Offense nicht reichen wird, in New Orleans umso weniger. Sollte Indianapolis zudem gegen die starke Saints-Offensive-Line im Laufe des Spiels noch Probleme gegen den Run bekommen - an sich sind die Colts hier gut aufgestellt, Latavius Murray ist aber nicht nur eine gute Ergänzung zu Kamara sondern auch ein guter Contact-Runner -, droht ein langes Spiel für die Defense.

Können die Colts mit der Saints-Offense schritthalten?

Die Saints werden punkten können, daran sollte hier kein Zweifel bestehen - die Frage dann lautet, in wie weit Indianapolis schritthalten kann. Jacoby Brissett hatte ein sehr gutes Spiel gegen Tampa Bay, es war eines der Spiele, in dem Brissett die Offense tatsächlich trug; in der Regel trat er eher als Game Manager in Erscheinung.

Das aber reicht bei der aktuellen Offense schlicht nicht, dafür fehlen zu viele wichtige Puzzleteile. Die Namen hast du ja alle genannt; Hilton könnte womöglich spielen, zumindest trainiert er nach seiner Wadenverletzung wieder. Indy hat aber auch klar gemacht, dass Hilton nur spielt, wenn er auch wirklich fit ist, nachdem es das letzte Mal den Rückschlag gab.

Spielt Hilton, erwarte ich viele Matchups mit Marshon Lattimore. Spielt Hilton nicht, werden die Saints defensiv noch freier agieren können. Der Ausfall von Davenport wird sich im Pass-Rush bemerkbar machen, doch hat New Orleans eine gute Run-Defense und sollten die Saints dann noch mehr blitzen können.

Indianapolis muss auf seine gute Offensive Line setzen und darauf, dass Brissett genügend Big Plays notfalls auch außerhalb der Struktur kreieren kann. Ich sehe aber trotzdem nicht, wie das gegen dieses Saints-Team aktuell reichen könnte.

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