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NFL

NFL Power Ranking nach Woche 13: Und wer ist jetzt der Titelfavorit?

SPOX-Redakteur Adrian Franke blickt auf den aktuellen Zustand aller 32 Teams in der NFL.

8. New England Patriots (10-2)

Platzierung nach Woche 8: 2.

Ist die Patriots-Offense im weiteren Saisonverlauf noch zu retten? Ich denke schon, allerdings müssen dafür insbesondere die Wide Receiver außerhalb von Julian Edelman sich deutlich besser in der Offense zurechtfinden und mit Brady auf eine Wellenlänge kommen. Die Offensive Line hat sich definitiv stabilisiert und auch Brady spielt nicht so schlecht, wie es teilweise medial hochgekocht wird. Die Qualität der Pass-Defense steht sowieso außer Frage, wenngleich das Spiel gegen Houston eine gute Erinnerung an eine Wahrheit der heutigen NFL war: so etwas wie eine Woche für Woche dominante Defense gibt es nicht mehr. Das heißt: New Englands Defense kann Spiele eng halten, die Patriots können sich aber nicht darauf verlassen, dass die Defense Richtung Playoffs Spiele alleine gewinnt. Womit wir wieder bei der Offense wären. Brady und McDaniels abzuschreiben wäre ein Fehler, den ich nicht machen will.

7. Minnesota Vikings (8-4)

Platzierung nach Woche 8: 7.

Outside-Cornerback ist und bleibt das große Thema - neben sehr vielen zu konservativen In-Game-Entscheidungen von Coach Mike Zimmer. Die Offensive Line ist nach wie vor nicht mehr als guter Durchschnitt, hat sich dort aber weitestgehend etabliert; aus Vikings-Sicht darf man das als deutlichen Fortschritt verbuchen. Insbesondere das Run-Blocking, das Seahawks-Spiel mal ausgenommen, ist in der Regel sehr verlässlich, während im Passspiel viel über Designs und via Screens sowie Play Action funktioniert. Minnesota ist aus 2-TE-Sets gefährlich, damit die Offense aber die volle Explosivität bekommt, die sie braucht, um auf höchstem Level zu gewinnen, muss Adam Thielen zurückkommen. Die Vikings haben einen starken Pass-Rush, ein gutes offensives Scheme und Kirk Cousins spielt eine sehr gute Saison. Trotzdem bleibt die Frage: Ist Minnesota gut genug, um den letzten Schritt auf das allerhöchste Level noch hinzulegen?

6. Houston Texans (8-4)

Platzierung nach Woche 8: 11.

Wenn die Texans-Offense in Bestbesetzung antritt, muss Houston sich auf dieser Seite des Balls derzeit vor keinem Team verstecken - der Auftritt gegen die Patriots war die jüngste Erinnerung daran. Dann nämlich sind die Texans in der Lage, gegen jeden ein vertikales Passspiel aufzuziehen und so zu Big Plays zu kommen; gleichzeitig ist die Offensive Line deutlich stabiler als letztes Jahr, Watson spielt besser im Timing der Offense und insgesamt wirkt die Offense kreativer und vielseitiger. Auch eine Folge daraus ist ein sehr effizientes Run Game. Vor allem aber hat Houston den Sprung in die Top-6 geschafft, weil sich parallel dazu die Secondary verbessert hat. Das mag eine Momentaufnahme sein und ist noch mit Vorsicht zu genießen, umso mehr, weil die Texans weiterhin große Probleme im Pass-Rush haben. Geht die Entwicklung in der Coverage aber so weiter, wird Houston im weiteren Verlauf mit Sicherheit auch noch Blitz-lastiger auftreten.

5. Kansas City Chiefs (8-4)

Platzierung nach Woche 8: 5.

Rein vom Bauchgefühl sehe ich Kansas City sogar noch höher, wenn es darum geht, den weiteren Saisonverlauf zu prognostizieren. Allerdings ist es nicht von der Hand zu weisen, dass die Chiefs-Offense ein bisschen ihren Rhythmus sucht. Zu wenige Big Plays durch die Luft und zusätzlich zu ineffizient im Passspiel - das ist derzeit nicht die Chiefs-Offense, an die wir uns mit Patrick Mahomes gewöhnt haben. Rein angesichts des Talent-Levels und angesichts dessen, was wir über diese Offense wissen, halte ich das trotzdem für einen Durchhänger und nicht für einen Trend. Gleichzeitig hat sich die Defense zuletzt merklich stabilisiert, insbesondere die Secondary spielt deutlich besser. Es ist, und diese Erkenntnis ist jetzt über mehrere Wochen gereift, wirklich schwierig, gegen KC den Ball zu werfen. Die Chiefs arbeiten mit vielen Disguise- und Trap-Coverages und spielen insbesondere in der Secondary derzeit einfach guten Football.

4. Seattle Seahawks (10-2)

Platzierung nach Woche 8: 9.

Die Seahawks könnten mit Blick auf die Playoffs eines der spannendsten Teams werden - einfach weil es unheimlich schwer ist, vorherzusagen, was genau man von diesem Team bekommt. An einem guten Tag können Russell Wilson und das Passspiel so ziemlich jede Defense der Liga mindestens vor gewaltige Probleme stellen; und wenn Jadeveon Clowney einen seiner ultra-dominanten Tage hat, funktioniert auch defensiv merklich mehr als sonst. Insgesamt hat sich die Front merklich verbessert und die Secondary hat sich stabilisiert, weshalb Seattles Base-Line auch höher ist als noch vor einigen Wochen. Denn die Offense, das steht außer Frage, ist jederzeit in der Lage, zu explodieren. Das kann über Wilson kommen, zuletzt hatte Seattle zusätzlich auch mehr Big Plays im Run Game. Pass-Protection ist noch ein Thema, wichtig wäre aber vor allem, dass Tyler Lockett Richtung Playoffs wieder auf 100 Prozent kommt. Aktuell scheint er davon aufgrund von Verletzung und Krankheit noch ein gutes Stück weit weg zu sein.

3. New Orleans Saints (10-2)

Platzierung nach Woche 8: 1.

So richtig traue ich dieser Saints-Offense noch immer nicht; in jedem Fall wäre es wichtig, möglichst schnell die Offensive Line und allen voran Terron Armstead wieder fit zu bekommen. Ich bin immer noch skeptisch bei der Frage, ob die Saints ein vertikales Passspiel aufziehen können, wenn sie es müssen. Insgesamt wirkt die Offense - bei allem was sie in puncto Personnel-Groupings, Formationen, Trick Plays und dergleichen macht - in ihrem Kern teilweise etwas eindimensional. So viel muss offensiv über Michael Thomas - mein Non-Quarterback-MVP Stand heute - und Alvin Kamara laufen, und so gut die beiden und Brees auch sind: Die Abhängigkeit birgt immer ein gewisses Risiko. Die Defense hat Schwankungen, das Potenzial um gefährlich zu sein ist aber da. Der Pass-Rush ist stark, die Saints brauchen Marshon Lattimore fit und in Topform für die Playoffs.

2. San Francisco 49ers (10-2)

Platzierung nach Woche 8: 3.

Eindrucksvoller Auftritt der Niners in Baltimore. Die Defense konnte sich zumindest phasenweise behaupten - mehr kann man gegen Baltimore derzeit kaum verlangen. Derweil liefen die Niners ihrerseits die Ravens-Defense über den Haufen und zeigten einmal mehr, wie effizient und explosiv dieses Run Game sein kann. Im Endeffekt kommt man bei San Francisco immer auf eine Frage zurück: Kann Jimmy Garoppolo das Team gegen die Top-Gegner zum Sieg führen, wenn das Run Game mal nicht greift und die Defense nicht dominiert? Was soll ich sagen, auch nach zwölf Spielen bin ich mir hier nicht sicher. Doch selbst wenn wir Garoppolo als durchschnittlichen Game Manager verbuchen, der das Scheme gut umsetzt, nicht unähnlich zu dem, was Goff letztes Jahr für die Rams war: Die Niners haben vielleicht den besten Play-Designer der Liga in Kyle Shanahan, die Offensive Line wird zum Saisonendspurt endlich gesund sein und George Kittle ist der beste Tight End der NFL.

1. Baltimore Ravens (10-2)

Platzierung nach Woche 8: 6.

Die Ravens sind aktuell das beste Team der Liga, und es ist - nachdem die Spitze vor fünf Wochen noch relativ eng beieinander war - derzeit ein klarer erster Platz. Baltimore hat eine einzigartige Offense in vielerlei Hinsicht; ein Teil davon ist, dass die Ravens nach Advanced Stats zum Saisonende das beste Run Game aller Zeiten haben könnten. Lamar Jackson und all die Option Plays zu verteidigen ist ein Alptraum und Coach John Harbaugh holt mit schlauen Analytics-Entscheidungen das Maximum aus der Offense raus. Die Offensive Line spielt herausragend und Jackson kann eine Defense ohne Zweifel auch aus der Pocket und aus Empty Sets zerlegen. Dazu kommt aber vor allem, dass die Defense sich auch enorm gesteigert hat. Mit einer stabileren Secondary kamen die kreativeren und aggressiveren Blitz- und Pressure-Calls, und hier scheint das Ende der Entwicklung noch nicht erreicht. Baltimore muss aktuell als Super-Bowl-Favorit gesehen werden.

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