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NFL

Tua Tagovailoa: Vom Nobody zum Quarterback-Wunschtraum

Tua Tagovailoa führte Alabama im Januar 2018 zur National Championship im College Football.
© imago

Tagovailoa: Training auf eigene Faust

Seine damaligen Teamkollegen erzählten The Athletic von besagtem Training und beschrieben, wie beeindruckt sie von Tuas Auftreten an diesem Samstagmorgen waren. Tua begrüßte die komplette Offense sowie einige Defensivspieler auf dem Trainingsplatz und arbeitete an nahezu allem. Mit den Wide Receivern ging es ums Route Running und Timing. Die Running Backs bekamen einen Kurs in Pass Protection und selbst an der Kondition wurde geschraubt.

Freilich wurde Tagovailoa die Rolle des Starters auch auf der High-School nicht einfach so vermacht. Er musste sich 2014 zunächst hinter dem damaligen Senior - und Star - Ryder Kuhns anstellen. Der hatte 2013 noch für über 2.000 Yards und 25 Touchdowns (66 Prozent Completion-Quote) geworfen und schien unantastbar.

Das änderte sich jedoch mit Tuas Ankunft. Beide wurden als gute Optionen angesehen, sodass Kuhns das erste und dritte Viertel spielte, Tagovailoa das zweite und vierte. Das blieb nicht lange so. "Ryder war gewissermaßen etwas scheu. Er machte Fehler, die er sonst nicht gemacht hätte", erinnerte sich Drew Kobayashi, der mittlerweile als Wide Receiver für Washington State aktiv ist: "Aber dann übernahm Tua einfach."

Und wie! Tagovailoa warf trotz der verkürzten Spielzeit für über 2.500 Yards und 33 Touchdowns. Hinzu kamen ganze drei Picks.

Familie Tagovailoa zieht für den Football nach Alabama

Dass Football eine Familienangelegenheit für die Tagovailoas ist, lässt sich nicht nur an den Anfängen von Tuas Football-Aktivitäten ablesen. Als sich Tua dazu entschloss, das Stipendium von Alabama anzunehmen, war dies nicht nur ein großer Schritt für ihn selbst.

Seine Familie - seine Eltern und sein Bruder - zogen mit nach Tuscaloosa! "Der Hauptgrund für den Umzug ist es, bei unserem Sohn Tua zu sein. Wir sind eine Familie und wollen das auch bleiben. Darum geht es", sagte Galu Tagovailoa gegenüber AL.com im März 2017.

Ein weiterer Grund für den Umzug: Tuas kleiner Bruder, Taulia Tagovailoa. Er ist ebenfalls ein Quarterback und spielt für die Thompson High School in Alabaster/Alabama. Taulia ist derzeit die Nummer 9 aller Dual-Threat-Quarterbacks in den USA laut 247 Sports in der Klasse von 2019. Er hatte Stipendiums-Angebote von Florida, Hawaii, Ole Miss und Oregon, doch bereits im April 2018 sagte er bei Alabama zu - dann vielleicht als Tuas Backup, denn dieser kann frühestens 2020 in die NFL gehen.

Bis dahin liegen jedoch noch einige potenziell große Spiele vor Tagovailoa und der Crimson Tide. In erster Linie natürlich das letzte Spiel der Regular Season bei Georgia am 1. Dezember - da wird es wohl wie schon im Vorjahr um den Division-Titel und den Einzug ins SEC Championship Game gehen. Mit Tua am Steuer aber sicher eine machbare Aufgabe, schließlich hat er in seiner College-Karriere noch kein Spiel verloren.

Anders formuliert: Seit seiner High-School-Zeit hat Tagovailoa kein Spiel mehr verloren. Seine letzten Pleiten oder Rückschläge sind schon lange her. Doch auch wenn er mal verlieren sollte, wäre dies für ihn kein Beinbruch.

Alabama Crimson Tide: Statistiken von Tua Tagovailoa

JahrSpielePassquoteYardsTouchdownsInterceptionsRush YardsRush TD
20178 (0 Starts)63,66361121332
201811 (11)69,228653121884
Gesamt19 (11)66,835014243216

Im Gegenteil. 2014, als Tagovailoa zum Starter für Saint Louis wurde, verlor er sogar vier Spiele. Wie sein Cousin Adam Amosa-Tagovailoa, ein Absolvent der Naval Academy Prep School, The Athletic verriet, sah Tua solche Niederlagen als lehrreiche Erfahrungen an: "Er nannte es nicht Niederlagen. Er nannte es eine lehrreiche Situation. Anstatt zu sagen: 'Wir haben heute verloren', sagte er: 'Wir haben heute etwas gelernt.' Er legt immer eine positive Einstellung an den Tag."

Eine Einstellung, die gepaart mit seinen athletischen Fähigkeiten und Instinkten sicherlich auch dem einen oder anderen Offiziellen in der NFL gefallen dürfte. Spätestens dann wird sich der nächste etablierte Quarterback umschauen müssen. Die Frage wird dann sein: Wer folgt auf Kuhns und Hurts - als Vorgänger von Tua Tagovailoa?

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