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NFL

NFL: Week 1 Overreaction: "Kein Le'Veon Bell? Kein Problem für Pittsburgh"

Le'Veon Bell bleibt den Steelers weiterhin fern.
© getty

These 2: New Orleans hat wieder die altbekannte, löchrige Saints Defense

Marko Markovic (Two Point Conversation): Der Witz schreibt sich fast von selbst: Die Saints-Defense in Woche 1, zusammengenommen über die letzten 8 Jahre, erlaubt fast 71 Prozent Completions, ein 126er Passer Rating, 336 Passing-Yards pro Spiel und über zehn Yards pro Passversuch. Das kann natürlich ein Hinweis sein auf die Rückkehr der alten Saints-Defense, aber es kann genauso gut ein Sean Payton-typischer Week 1 Ausreißer sein. Gerade bei seinen Teams fühlt sich Woche 1 nicht selten wie Woche 5 der Preseason an. Immerhin hat er aus ähnlich wüsten Openern 2017 und 2013 dennoch Top-10-Defenses zusammengebracht, und etwas ähnliches wäre heuer sicher nicht auszuschließen. Die Probleme liegen im Detail: Warum hat Defensive Coordinator Dennis Allen, sonst ein solider Halftime-Adjustment-Coach, diesmal kaum was umgestellt? Lag es vielleicht daran, dass er gleich vier neue Starter (Patrick Robinson, Alex Anzalone, Demario Davis, Kurt Coleman) im Nickel ran ließ, was zu Kommunikationsproblemen führte? Wenn ja, heißt das: Stoppt die Witze-Pressen. Denn das lässt sich verbessern.

mySPOX-User Butfumlbe93 (Stats): Ich sage auch erst einmal: Abwarten. Dass Ryan Fitzpatricks Leistungspotential extrem breit gefächert ist, ist nun keine absolute Neuentdeckung. "The Beard" explodiert immer mal wieder, um dann dauerhaft doch wieder als unterdurchschnittlicher Starter einzubrechen, mit teilweise bösen Tiefs. Dazu mussten die Saints gegen die vielleicht beste Receiver-Gruppe der Liga ran. Tampa wird einigen Teams ordentlich Punkte einschenken, zumindest solange das Quarterback-Play mitzieht. Trotzdem war der Hype um die Saints-Defense letztes Jahr etwas zu viel des Guten. Etwa ein Marshon Lattimore, der zwar bei fünf Interceptions keinen Touchdown zuließ, aber in Coverage - 1,08 erlaubte Yards per Cover-Snaps, Platz 38 unter den Cornerbacks - nicht der Shutdowncorner war, zu dem er hochgelobt wurde und am Sonntag einen ganz schwarzen Tag erlebte. Dazu ist das Linebacker-Corps ein Problem und die Defensive Line hat zu wenig Tiefe. Insgesamt eine alarmierende Vorstellung, deshalb müssen die Saints-Fan aber noch keine Angst vor der Wiederkehr der dunkeln Rob-Ryan-Zeiten haben. Zumal im letztes Jahr Minnesota den Saints eine ähnliche Packung zum Opener mitgab.

Adrian Franke (SPOX): Die These ist für mich eine klare Week-1-Overreaction, vielleicht die deutlichste überhaupt. Ich gehe insofern mit, als dass die Saints letztes Jahr defensiv auch zu den Overachievern gehörten und ein Rückschritt im Gesamtbild zu erwarten war. Dennoch gehe ich auch nach dem vermutlich überraschendsten Spiel in Week 1 davon aus, dass sich die Defense am Ende irgendwo im Mittelfeld einpendelt - und nicht in der "48 Punkte von Ryan Fitzpatrick kassiert"-Range bleibt. Das beginnt beim Pass-Rush, wo New Orleans mit Cam Jordan noch immer einen der Besten seines Fachs hat und ja hoffentlich irgendwann auch Marcus Davenport mehr in die Rotation dazu kommt. Lattimore mag (noch) nicht der Elite-Corner, zu dem er letztes Jahr gerne erklärt wurde, trotzdem ist er stark genug, um die Saints-Defense schematisch zu verändern und gerade in puncto Blitz- und Pressure-Pakete flexibler zu machen. Genau das haben wir ja letztes Jahr gesehen. Dazu gibt's aufstrebende Spieler wie Marcus Williams oder Sheldon Rankins sowie gute Baseline-Spieler wie Kurt Coleman oder Demario Davis. Die Saints-Defense wird sich fangen.

Daniel Hofmann (brownsfans.de): Ob gegen den Lauf oder durch die Luft: Die Saints-Defense wirkte überall höchst anfällig und ließ am Ende über 400 Passing-Yards, über 100 Rushing-Yards und insgesamt 48 Punkte zu. Dabei traf man mit den Tampa Bay Buccaneers und Ryan Fitzpatrick keineswegs auf eine bekannt explosive Offense, zumindest nicht in dem Ausmaß. Am kommenden Sonntag wird sich gegen die Browns zeigen, ob diese Werte nur eine Ausnahme waren oder ob die vor der Saison für gut befundene Defense doch wieder die altbekannten Shootouts zulässt, wie man sie in den letzten Jahren von den Saints gekannt hat. Denn auf die Offense von Drew Brees wird auch weiterhin Verlass sein. Allerdings rücken die Chancen auf einen Super Bowl in weite Ferne, wenn die Defense nicht stabiler auftritt. Hoffnung für die Saints ist ihr Head Coach Sean Payton, der zu den besten Head Coaches der NFL gehört und mit seinem Coaching Team sicherlich weiß, wie man Fehler minimieren kann.

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