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NFL

Schwere Ausfälle und vielseitige Fehler

Julian Edelman wird die komplette Saison verpassen

3. Quarterback-Entscheidungen, die Sinn machen

Die Quarterback-Entscheidung in Jacksonville war ja aber glücklicherweise nicht die einzige geklärte QB-Frage der vergangenen Woche: Die Browns und die Broncos haben ebenfalls ihre jeweilige Wahl getroffen. Und die sind in meinen Augen bedeutend sinnvoller.

Die Broncos hatten unter dem Strich ja gar keine Wahl. Paxton Lynch mag einige gute Tage im Training Camp gehabt haben, in der Preseason hat man davon allerdings herzlich wenig gesehen. Kurz zusammengefasst: Das Spiel wirkt zu schnell für ihn, er hält den Ball deshalb zu lange und wartet auf ein perfektes Fenster für den Wurf. Außerdem hat er kein gutes Gefühl für den Pass-Rush. Das war auch am Samstagabend in seinem kurzen Auftritt sichtbar, ehe er mit einer Schulterverletzung raus musste.

Das bedeutet nicht, dass Trevor Siemian eine sonderlich herausragende Preseason gespielt hätte - er war eben solide. Ein paar Fehler, ein paar gute Würfe, und ein sichtlich höherer Komfort-Level in der neuen Offense. Das reichte dann eben auch schon. Letztlich muss er nur die Fehler auf einem Minimum halten. Über den Erfolg dieser Offense wird, und das hat die Preseason gezeigt, in der Offensive Line und im Run Game entschieden. Und das Running-Back-Corps der Broncos könnte sich mit Anderson, Charles und Henderson als das tiefste in der NFL entpuppen.

Dann wären da noch die Browns, die dem Rookie die Chance geben. Grundsätzlich bin ich in den allermeisten Fällen ein Fan davon, dem Rookie-Quarterback wenigstens ein Jahr auf der Bank zu geben, um die Umstellung vom College auf die NFL sanfter zu gestalten und ihn nicht zu verbrennen. Trotzdem ist die Entscheidung für DeShone Kizer der richtige Schritt.

Das hat vor allem mit den Umständen in Cleveland zu tun: Die Browns sollten mindestens eine Top-8 Offensive Line aufbieten können. Dass ein junger Quarterback dahinter also direkt zu Kleinholz verarbeitet wird und sein Selbstvertrauen einen möglicherweise irreparablen Knacks bekommt, ist zumindest unwahrscheinlicher. Im Gegenteil: Das Beispiel Dak Prescott zeigt auch, wie ein Quarterback innerhalb einer Saison reifen kann, wenn er den Luxus einer Elite-Protection und eines starken Run Games hat.

Kizer wird Fehler machen, dass weiß jeder. Auch die Browns-Coaches. Sein College-Tape offenbart deutliche Höhen und Tiefen, die wird man in seiner NFL-Rookie-Saison ebenfalls sehen. Aber die Offensive Line und die Quarterback-freundliche Offense von Hue Jackson sollte es ihm ermöglichen, aus diesen Fehlern tatsächlich zu lernen und sich so auch schneller zu verbessern.

Kizer hat sich in der Preseason als der klar beste Quarterback dieses Teams hervorgetan und damit die Eindrücke aus dem Training bestätigt. Und dabei hat er auch insbesondere gezeigt, dass er mit Pressure umgehen kann - ganz im Gegensatz etwa zu den Auftritten von Jared Goff in der vergangenen Preseason. Deshalb glaube ich, dass wir hier die seltene Situation haben, in der es dem Rookie-Quarterback gut tun wird, früh zu spielen. Ganz zu schweigen davon, dass die Browns auch eher erfahren, was sie in Kizer haben.

4. Meine Notizen zur NFL-Woche

  • Ich weiß, ich weiß: Die erste Reaktion bei scheinbaren Patriots-Problemen ist stets: "Das sind die Patriots. Die bekommen das schon hin." Und ich weiß auch, dass Bill Belichicks Defense nicht auf dominante Edge-Rusher angewiesen ist. Trotzdem würde es mich nicht wundern, wenn die Pats hier nochmal aktiv werden - etwa indem einer der Running Backs in einen Trade eingeflochten wird. Der Rücktritt von Rob Ninkovich, die schwere Verletzung vom vielversprechenden Rookie Derek Rivers und jetzt die Entlassung von Kony Ealy, der offenbar nicht in die von vielfältigen Fronts geprägte Patriots-Defense gepasst hat. New England ist auf den Edge-Positionen mittlerweile gefährlich dünn besetzt.
  • Die Verletzungen haben in den Spielen jetzt doch ganz gut zugeschlagen. Odell Beckham, Spencer Ware, Julian Edelman, Anthony Hitchens, Cam Meredith, um nur einige zu nennen. Jahr für Jahr sind die Anzahl der Preseason-Spiele ein Thema, spätestens sobald die ersten prominenteren Verletzungen auftreten. Coaches gehen mit ihren Stars immer zögerlicher um, was zwangsläufig auch dazu führt, dass das Produkt unattraktiver wird. Viele Teams arbeiten inzwischen mit ihren Startern deutlich intensiver in den Scrimmage-Trainingseinheiten mit anderen Teams. Natürlich können hier auch Verletzungen auftreten, doch der Rahmen ist kontrollierter und die Möglichkeit, an spezifischen Dingen zu arbeiten, höher. Kurz: Die Vorteile für die Teams deutlich größer. Rooger Goodell hat bereits gesagt, dass er eine kürzere Preseason befürworten würde und ich glaube, dass das absolut Sinn macht und zeitnah umgesetzt wird. Drei Preseason-Spiele reichen völlig, um Wackelkandidaten in Spielsituationen zu sehen. Für alles andere sind Trainingseinheiten mit anderen Teams einfach sinnvoller.
  • Bislang habe ich immer die Ansicht vertreten, dass die Jets keine 0-16-Saison spielen werden. Irgendwo würden schon ein, zwei Siege kommen, dank der starken Defensive Line beispielsweise. Inzwischen aber bin ich so nah dran wie noch nie, zu sagen, dass New York eine echte "Chance" (wenn man das so nennen will) auf die historische Negativmarke hat. Das Spiel gegen die Giants am Samstag war schlicht eine Katastrophe, gekrönt dadurch, dass sich Brice Petty auch noch am Knie verletzt hat. Natürlich wird Josh McCown die Saison beginnen, doch dass der verletzungsanfällige McCown in dieser katastrophal besetzten Offense 16 Spiele bestreitet, kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen. Und wer sich Christian Hackenberg in der Preseason angeschaut hat, der sieht 0-16 dann plötzlich ein gutes Stück näher gerückt. Und die Line - gerade nochmals mit Kony Ealy verstärkt - wird durch viel zu viele Snaps früh müde sein. Ich kann mich jedenfalls nicht erinnern, schon einmal ein derart schwach besetztes Team gesehen zu haben. Inklusive der Browns aus der vergangenen Saison.
  • Abschließend: Ich hatte letzte Woche in meinen Notizen bereits gesagt, dass ich den Eindruck habe, dass die Bills eine Offense zusammenbauen, die Tyrod Taylor nicht liegt und eher etwas für Rookie Nathan Peterman sein könnte. In seinem Kurzeinsatz gegen Baltimore wirkte Taylor erneut einfach wie ein Fremdkörper und schlicht ein wenig verloren. Jetzt fällt er erst einmal mit einer Gehirnerschütterung aus, und auch wenn Coach McDermott nach dem Spiel sofort sagte, dass Taylor sein Starting-Quarterback ist: Ich bin mir von Woche zu Woche sicherer, dass Taylor diese Saison (unabhängig von Verletzungen) nicht als Starter beenden wird.
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