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NFL

Die 10 größten Fragen vor der Preseason

J.J. Watt kehrt nach langer Verletzungspause zurück - doch in welcher Verfassung?

6. J.J. Watt und Marshawn Lynch sind zurück - aber wie?

Jeder Football-Fan dürfte sich ein wenig betrogen gefühlt haben, als J.J. Watts 2016er Saison bereits nach Week 3 beendet war, und mit Rückenproblemen ist bekanntermaßen nicht zu spaßen. Das gilt noch ein wenig mehr, wenn man Watts Physis und seine Aufgabe auf dem Football-Feld mit in Betracht zieht.

Umso spannender die Frage: Kommt er wirklich zu 100 Prozent zurück? Und wenn ja: Wie genau bauen die Texans ihre Front um Watt, Jadeveon Clowney und Whitney Mercilus auf? Es könnte die beste Defense der NFL sein, wenn Watt fit bleibt.

Umgekehrt haben die Oakland Raiders die Chance auf eine Top-Offense: Das Passing Game um Derek Carr, Michael Crabtree, Amari Cooper und Jared Cook steht, dazu kommt eine der besten Offensive Lines der Liga - und dann auch noch Marshawn Lynch. Der beste Contact-Runner der letzten Jahre hinter einer Top-3-Line? Es wird hochspannend sein zu sehen, wie die Raiders Lynch einsetzen - und in welcher Verfassung Beast Mode ist.

Weitere Comeback-Spieler, die man im Auge behalten sollte: Keenan Allen, Luke Kuechly, Tyrann Mathieu und der bereits erwähnte Adrian Peterson.

7. Lacy oder Rawls: Wie sieht Seattles Run Game aus?

Stichwort Run Game: Seattle hat den echten Marshawn-Lynch-Nachfolger noch immer nicht gefunden. Thomas Rawls und Eddie Lacy sollten sich in der Preseason ein heißes Duell um den Startplatz liefern, während der Posten des Pass-Catching-Backs fest C.J. Prosise gehören dürfte.

Einerseits also darf man sich auf harte Runs von Lacy und von Rawls freuen, andererseits steht eine aus Seahawks-Sicht noch wichtigere Frage in diesem Zusammenhang im Raum: Wie schlägt sich die neu zusammengestellte Offensive Line? Große Investitionen gab es auch in diesem Jahr nicht - auch wenn die acht Millionen für Luke Joeckel aus Seahawks-Sicht schon herausstechen - und doch dürfte die Line nochmals deutlich anders aussehen als 2016. Seattle muss sich hier deutlich steigern, um Russell Wilson eine Chance zu geben.

8. Wie setzen die Patriots ihre Running-Back-Armada ein?

"Wir werden (im Backfield) etwas mehr Vielseitigkeit haben als in den vergangenen Jahren", brachte es Pats-Coach Bill Belichick jüngst bei Sirius XM auf den Punkt und erklärte weiter: "LeGarrette war sehr gut in Short-Yardage-Situationen, ein Runner für First und Second Down. Ich denke, Burkhead kann jedes Down spielen, Gillislee ist ebenfalls vielseitiger. Dion Lewis kann alle drei Downs spielen, James White wie wir im Laufe der vergangenen Saison gesehen haben ebenfalls, auch wenn wir ihn vor allem bei Third Down eingesetzt haben. Brandon Bolden kann alle drei Downs spielen."

Lange Rede, kurzer Sinn: Die Patriots haben, auch ohne den ganz großen Namen, ein spektakuläres Backfield. Der Abgang von Blount wurde durch die Verpflichtungen von Burkhead und Gillislee aufgefangen, Burkhead hat aktuell die besten Chancen auf den Starter-Platz - falls es so etwas in diesem Jahr in New England überhaupt gibt.

Denn Tatsache ist: Die Pats können ihr Backfield nach Belieben und je nach Gegner komplett umkrempeln, genau die Art Flexibilität, die Belichick gefällt. Soll es ein Power-Run-Ansatz sein? Dann dürfte Gillislee mehr Snaps sehen. Eine durchschnittliche Mischung? Vermutlich wäre das ein Burkhead-Spiel. Eine Fokussierung auf den Pass? Hier kommen vor allem White und Lewis ins Spiel. Die Preseason sollte einen ersten Fingerzeig liefern, wie New England seine Running-Back-Armada einsetzen will.

9. Goff und Wentz: Nächste Saison, nächster Schritt?

Jared Goff und Carson Wentz waren vor ziemlich genau einem Jahr die beiden heiß diskutierten Spieler - Quarterbacks, für welche die Rams beziehungsweise die Eagles im Draft einen teuren Preis bezahlt hatten. Die Rookie-Saisons verliefen dann stark unterschiedlich: Wentz startete gut, litt aber im Laufe der Saison unter dem schlechten Receiver-Arsenal sowie der dezimierten Offensive Line.

Gleichzeitig aber gelang es ihm noch nicht, in puncto Komplexität der Offense den nächsten Schritt zu machen. Stattdessen agierten die Eagles mit einer eher simplen Offense, auf die sich Gegner zunehmend einstellen konnten. Wentz muss jetzt seine Reads und sein Spielverständnis auf die nächste Stufe heben - die Waffen für den nächste Schritt hat er inzwischen. Offenses sind in der Preseason, genau wie Defenses, noch vergleichbar simpel. Trotzdem sollten sich hier Fortschritte, sofern es sie gibt, erkennen lassen.

Und Goff? Der wurde während der vergangenen Saison in eine der undankbarsten Situationen für einen noch sehr rohen Rookie-Quarterback geworfen. Die Rams-Offense von Jeff Fisher war eine der unkreativsten und ineffizientesten überhaupt, in Kombination mit der schlechten Offensive Line und dem unterdurchschnittlichen Receiving-Corps ein Rezept für eine maßlos enttäuschende Rookie-Saison.

Genau so kam es auch, jetzt soll alles anders werden: Mit Sean McVay (Washington) und Matt LaFleur (Atlanta) haben sich die Rams bei zwei der besseren Offenses der letzten Jahre bedient, zudem wurde die Offensive Line mit Andrew Whitworth deutlich verbessert. Goff erklärte bereits, dass der Unterschied im Vergleich zum Vorjahres-Camp für ihn "wie Tag und Nacht" sei, einige Berichte aus dem Training scheinen diesen Eindruck zu bestätigen. Jetzt muss er in der Preseason dringend Fortschritte in nahezu allen Bereichen zeigen.

10. Wie funktioniert die neue Defense der Arizona Cardinals?

Schon seit Jahren gehört die Cardinals-Defense zu den exotischsten in der NFL - und definitiv zu den aggressivsten. Die Cardinals blitzten 2016 bei 40,9 Prozent der gegnerischen Pass-Versuche, die ligaweit zweithöchste Zahl. Bei First Down generell blitzte Arizona in 41,1 Prozent der Fälle, der höchste Wert der NFL und deutlich vor dem Schnitt von 27,1 Prozent, dazu kommen einige der effizientesten Stunts. Die Cards ermöglichen ihren Edge-Rushern Chandler Jones und Markus Golden so Eins-gegen-Eins-Duelle, und setzen ihre Safeties und Linebacker kreativ ein.

All das könnte 2017 auf ein neues Level gehoben werden: Zwar hat Arizona mit Calais Campbell und Tony Jefferson zwei wichtige Bestandteile der Defense verloren, mit Budda Baker und Haason Reddick allerdings auch zwei weitere flexible Matchup-Waffen dazu gewonnen.

Das deutete sich bereits beim Preseason-Auftakt gegen Dallas an: Baker hatte drei Run-Stops, glänzte mehrfach in Coverage und ließ nur 0,29 Yards pro Coverage-Snap zu. Arizona setzte ihn im Slot, Outside und auf Linebacker-Positionen ein. Reddick spielte zwar weniger, aber auch er kam bereits als Linebacker und Outside-Blitzer zum Einsatz.

Mit den Fortschritten von Tyrann Mathieu im Training Camp sowie Deone Bucannon, der bis zum Regular-Season-Start fit werden soll, verfügt Defensive Coordinator James Bettcher über gleich vier Spieler, die er rund um die Line of Scrimmage fast nach Belieben herum schieben kann. Wie er mit dieser Vielfalt schematisch umgeht wird mehr als spannend.

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