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NFL

Chaos-Spiel! Vikes stolpern in Philly

Von SPOX
Sam Bradford (M.) sieht sich dem Pass Rush der Eagles ausgesetzt

New York Jets (2-5) - Baltimore Ravens (3-4) 24:16 (7:10, 7:6, 10:0, 0:0) BOXSCORE

Quo vadis, Baltimore? Nirgendwohin - im wahrsten Sinne des Wortes. Unfassbare 6 Rushing Yards gelangen den Ravens in zwölf Carries gegen die Jets. Sechs Yards! Selbstredend Franchise-Negativrekord. So musste es Joe Flacco im Alleingang richten, und der war selbst mit Schulterproblemen in die Partie gegangen. Dementsprechend übel sahen seine beiden Interceptions im dritten Viertel aus.

Trotzdem wird die schwache Ravens-Offense oder auch ihre Pleitenserie von jetzt vier Spielen kaum Gesprächsthema Nummer eins aus diesem Spiel sein. Denn die Jets, die unter der Woche ihren Quarterback getauscht hatten, mussten bereits im zweiten Spielabschnitt wieder zu Ryan Fitzpatrick zurückkehren: Geno Smith (4/8, 95 YDS) hatte sich bei einem Sack am Knie verletzt und musste raus.

Fitzpatrick vermied in der Folge ausnahmsweise mal Interceptions, legte in seinem ersten Drive direkt einen Touchdown-Pass auf Matt Forte (30 CAR, 100 YDS) auf und stand am Ende bei 120 Passing Yards. Auf der PK nach dem Spiel lederte er dann aber los: Besitzer, GM und die Coaches hätten kein Vertrauen in ihn, er habe nur noch sich selbst - und die Teamkollegen: "Es ist nicht leicht, aber sie glauben an mich, das bedeutet mir viel." In Zukunft werde er wohl "angepisst" spielen - wobei noch unklar ist, wer in der kommenden Woche der Starter sein wird.

Auch dieses Spiel war nicht frei von haarsträubenden Fehlern auf beiden Seiten: Den ersten TD von Baltimore machte Jets-Punter Lachlan Edwards möglich, der den Snap über sich hinwegsegeln ließ und dann nur halbherzig nachsetzte. Nach Flaccos zweiter Interception gab es dann den beliebten Doppel-Fumble: Forte ließ sich das Ei vor der Endzone abnehmen, aber Timmy Jernigan wurde nur Sekunden später von Brandon Marshall gestoppt - und verlor den Ball ebenso. Endergebnis: First Down für Gang Green.

San Francisco 49ers (1-6) - Tampa Bay Buccaneers (3-3) 17:34 (14:0, 0:17, 0:10, 3:7) BOXSCORE

Es ging so gut los für die Niners: Mike Davis krönte den ersten Drive mit einem kurzen Touchdown-Run, dann stoppte man die Bucs bei Fourth-and-one auf der Mittellinie. Als Jameis Winston am Ende des ersten Viertels eine Interception warf, brauchte man nur einen Pass von Colin Kaepernick (16/34, 143 YDS, TD, INT, 84 Rushing YDS), um auf 14:0 zu stellen. Die große Wiederauferstehung nach fünf Pleiten in Serie?

Mitnichten. Mit dieser Rushing Defense? Wieder einmal wurden die Niners vom gegnerischen Running Game in hübsche, mundgerechte Happen geschnitten. Jacquizz Rodgers erlief 154 Yards bei 26 Carries, Barber legte noch einmal 84 und einen TD drauf. Die nächsten drei Drives vor der Pause brachten 17 Punkte, zumal San Francisco auch das Passspiel von Winston (269 YDS, 3 TD) nicht wirklich stoppen konnte. Mike Evans legte 96 Yards auf und fing zwei Touchdowns, Russell Shepard (77 YDS, TD) spielte ebenfalls stark.

In der zweiten Halbzeit bauten die Bucs den Vorsprung kontinuierlich aus, zwischenzeitlich machte man 27 Punkte in Folge. Colin Kaepernick bewies sich auf der Gegenseite zwar flink auf den Beinen, hatte aber im Passspiel wieder teils gravierende Schwächen. 513:273 Total Yards, dazu gewann Tampa Bay auch das Turnover-Battle mit 3:1.

Atlanta Falcons (4-3) - San Diego Chargers (3-4) 30:33 OT (6:7, 21:10, 0:3, 3:10, 0:3) BOXSCORE

Was für ein irre spannender Kracher! Die Chargers starteten mit einem perfekten Drive in die Partie, den Melvin Gordon (22 CAR, 68 YDS, 2 TD, 6 REC, 53 YDS, TD) zur Führung abschloss, sogar eine getippte Interception von Philip Rivers steckte man weg und führte nach dem ersten Viertel mit 10:6. Dann aber drehten die Hausherren auf - natürlich mit Superstar Julio Jones. Einen Deep Ball von Ryan schnappte er sich gegen Double Coverage, hatte mal wieder vor der Pause schon über 100 Receiving Yards. Jacob Tamme besorgte den Score, der nächste gehörte Tevin Colemans 30-Yard-Run - und ein Strip-Sack von Rivers mit anschließendem Defensiv-TD stellte auf 27:10 Falcons.

Aber bei den Chargers ist in dieser Saison nichts entschieden, bevor die Uhr auf null steht. Rivers (371 YDS, TD, INT) führte sein Team Stück für Stück heran, Gordon besorgte die Touchdowns, und eine überflüssige Interception von Ryan (273 YDS, TD, INT) dreieinhalb Minuten vor dem Ende machte beim Stand von 30:27 für die Falcons wieder alles möglich.

In der frenetischen Atmosphäre des Georgia Dome hatte die Offense von Philip Rivers anschließend fast noch die Führung hingelegt. Über zwölf Plays und 50 Yards arbeitete man sich nach vorn, einen Fourth-Down-Pass fing Antonio Gates, Melvin Gordon prallte bei Third Down auf die Line of Scrimmage, dann wieder nach außen und holte 13 Yards. Und dann hatte Gates den Pass auf der Endzonen-Linie schon eigentlich sicher, aber Alford schlug ihm das Leder noch aus der Hand. Josh Lambo trat aus 33 Yards Entfernung an und verwandelte sicher zum Ausgleich.

Also noch 18 Sekunden für Matt Ryan. Erstes Play: Ein Wahnsinns-Pass auf Julio Jones, der sich den Ball aus dem dritten Stock holte, über 25 Yards. Der zweite Pass auf Jones ging fehl, der dritte brachte noch 10 Yards ein. Machte also ein 58-Yard-Field Goal für Matt Bryant. Der trat an - und schickte den Ball an den linken Pfosten! Overtime! Und da riskierte Falcons-Coach Dan Quainn an der eigenen 43 alles. Zuerst ein erfolgloser Sneak von Ryan, bei Fourth dann Devonta Freeman - und auch der wurde gestoppt. Die Chargers holten noch ein paar Yards, dann traf Josh Lambo zum Sieg.

Pittsburgh Steelers (4-3) - New England Patriots (6-1) 16:27 (0:7, 10:7, 3:6, 3:7) BOXSCORE

Der Erfolg fällt für Bill Belichick wohl unter die Kategorie "Arbeitssieg": Eine Sensation durch Pittsburgh und ihren Backup-Quarterback Landry Jones stand irgendwie nie wirklich ernsthaft im Raum - aber so ganz sicher durften sich die Gäste auch nie sein. Dafür brachte Jones (281 YDS, TD, INT) dann doch immer wieder einen Pass zu viel an den Mann. Auf Antonio Brown etwa (106 YDS), oder Le'Veon Bell (insgesamt 149 Yards from Scrimmage).

Jones hatte nach einem frühen Fumble von Pats-Receiver Chris Hogan sogar die Chance auf die Führung, doch sein Pass in Richtung Brown wurde von Super-Bowl-Held Malcolm Butler in der Endzone abgefangen. Auf der Gegenseite machte ein Screen Pass auf James White den ersten Touchdown für New England sicher, wenig später legte LeGarrette Blount (24 CAR, 127 YDS, 2 TD) nach.

Diesem Rückstand liefen die Steelers dann fast die gesamte Partie über hinterher, aber irgendwann kamen die Drives dann doch meistens ins Stocken. Es half auch weniger, dass Kicker Chris Boswell zwei Field-Goal-Versuche neben die Stangen setzte (auf der Gegenseite verpasste Stephen Gostkowski einen PAT, bei ihm fehlt in diesem Jahr die Sicherheit). So plätscherte das Spiel dahin, gelegentlich unterbrochen durch einen Sahne-Catch von Brown oder von Rob Gronkowski (4 REC, 93 YDS, TD).

Fazit: Mit Jones wären die Steelers nächste Woche gegen Baltimore ganz sicher nicht chancenlos. Danach würde man die Cowboys in Pittsburgh erwarten. Big Ben gab übrigens zu Protokoll, dass er gespielt hätte, hätte es sich um ein Playoff-Game gehandelt.

Arizona Cardinals (3-3) - Seattle Seahawks (4-1) (Mo., 02.30 Uhr live auf DAZN)

Vorschau: Knallharter Showdown im Westen

Denver Broncos (4-2) - Houston Texans (4-2) (Di., 02.30 Uhr live auf DAZN)

Der NFL-Spielplan im Überblick

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