Suche...
NFL

NFL Legenden-Serie Joe Montana: The Catch, The Drive - The Best

Legende: Joe Montana hat die beste SB-Bilanz aller Quarterbacks.

Joe Montana - "The Ultimate Winner"

Es dauerte nicht lange, ehe Montana 1981 in seinem ersten Jahr als unangefochtener Starter mit der West-Coast-Offense gegnerische Defenses sezierte und die Liga scheinbar mit Leichtigkeit dominierte. 13 Siegen standen am Saisonende nur drei Niederlagen gegenüber und nach dem Gewinn des NFC-Titels über die Cowboys dank The Catch ging es in den Super Bowl - mit 26:21 schlug San Francisco Cincinnati und der Youngster durfte sich seinen ersten Ring anstecken.

Allerdings war es nur der Auftakt einer beispiellosen Super-Bowl-Serie: Montana sollte alle vier Super Bowls, die er in seiner Karriere erreichte, gewinnen und warf dabei für 1.142 Yards, elf Touchdowns und blieb ohne Interception. Sein Quarterback-Rating für die vier Spiele lautete am Ende 127,8, eine absolute Fabel-Zahl und die Unbeschwertheit in der größten Druck-Situation brachte ihm Jahre später die Sports-Illustrated-Überschrift "The Ultimate Winner" ein.

Für das Privatleben galt das allerdings anfangs nicht immer. Montanas erste Ehe ging 1977 nach nur drei Jahren in die Brüche, auch die zweite Heirat hielt nur von 1981 bis 1984. Erst im dritten Versuch klappte es schließlich: 1985 heiratete er die Schauspielerin Jennifer Wallace, die er bei einem Werbedreh kennengelernt hatte.

Joe Montana: Verletzungen machen keine Ausnahme

Doch auch auf dem Platz schien sich die Befürchtung einiger Scouts Mitte der 80er, San Francisco hatte gerade gegen Miami den zweiten Titel gewonnen, zu bestätigen. Montana zog sich beim Saisonauftakt eine schwere Rückenverletzung zu und musste operiert werden. Mehrere Ärzte rieten ihm dringend zum Karriereende, doch Montana war schon im College ein Spieler gewesen, der einstecken konnte.

Nur zwei Monate später stand er wieder auf dem Platz und warf drei Touchdown-Pässe zu seinem kongenialen Partner Jerry Rice. Doch Verletzungen blieben jetzt ein Thema. Bei der 3:49-Playoff-Niederlage gegen die Giants einige Wochen später erwischte Jim Burt Montana so hart am Kinn, dass der vorzeitig raus musste.

"Mein Knie war wahrscheinlich das größte Problem, weil ich da auch mehrfach operiert werden musste", berichtete er kürzlich: "Ich trainiere noch immer sechs oder sieben Mal die Woche, aber ich kann nicht joggen." Montana musste in seiner Karriere, zu einer Zeit, in der Quarterbacks längst nicht so geschützt wurden wie heute, viele Hits einstecken und wurde insgesamt elf Mal operiert.

Dennoch blieb er der Meister des 2-Minute-Drills und ließ zwei weitere Super-Bowl-Titel folgen - ehe der Körper erneut streikte. Eine im Trainingslager erlittene Ellbogenverletzung zwang ihn dazu, die komplette Saison 1991 und fast die komplette 1992er Saison von der Seitenlinie aus zu verfolgen. Mit einem 24:6-Sieg am Montagabend beendete er die Regular Season standesgemäß - es sollte sein letztes Spiel für die San Francisco 49ers gewesen sein. 1993 wurde er an die Kansas City Chiefs abgegeben.

Joe Montana: Das Risiko Kansas City

Die 49ers wollten die Schlüssel zur Franchise an Nachfolger Steve Young abgeben, doch Montana sah sich noch nicht am Ende und ging ein Risiko ein. Anstatt seine Karriere zu beenden und die Legacy abzuschließen, wollte er es bei den Chiefs nochmals wissen, auch auf die Gefahr hin, womöglich mit einem negativen Beigeschmack abzutreten.

"Ich wollte, dass meine Kinder mich live und nicht nur auf Video spielen sehen", erklärte er einst: "Das einzige, was ich an meiner Karriere bereue, ist, dass sie vorbei ist. Mehr Spaß hatte ich nie. Ob Sieg oder Niederlage, diese Sonntagnachmittage kann man nicht ersetzen." Kansas City war zuvor schon ein gutes Team, brauchte aber dringend einen Quarterback und Fans sowie Verantwortliche sahen Montana als das fehlende Puzzlestück.

Diese Erwartungen gingen selbst an Joe Cool nicht spurlos vorüber: "Ich begann, mich in den Erwartungen zu verlieren. Das war mir noch nie passiert. Aber die Leute erwarteten, dass ich perfekt spielte und irgendwann habe ich das auch selbst übernommen. Der Druck stieg mir zu Kopf." Montana, der heute Wein anbaut und mehrere Pferde hat, erlebte noch zwei gute Jahre bei den Chiefs, zum ganz großen Wurf reichte es aber nicht mehr, wenngleich er das Team 1993 noch zu zwei Playoff-Comeback-Siegen führte. 1995 beendete er seine Karriere schließlich mit einer kurzen Rede auf einem öffentlichen Platz in San Francisco.

Joe Montana: The Drive

Schon vor seinem Wechsel zu den Chiefs hatte Montana, der so viele große Leistungen in großen Spielen ablieferte, allerdings das persönliche Komplementärstück zu seinem ersten SB-Run abgeliefert: Wenn The Catch sein Signature-Moment war, dann erlebte er gegen die Cincinnati Bengals im Super Bowl 1989 seinen Signature-Drive. Cincinnati war 3:20 Minuten vor Schluss drei Punkte vorne und die 49ers-Offense kam zurück auf den Platz. Montana bemerkte dabei eine gewisse Unruhe: "Einige der Jungs schienen angespannter als sonst. Vor allem Harris Barton, ein toller Offensive Tackle, der dazu neigte, nervös zu werden."

Während der TV-Pause entdeckte Montana dann Schauspieler John Candy auf den Rängen und fragte Harton: "Da, bei dem Ausgang, ist das nicht John Candy?" Diese Coolness und Abgezocktheit färbte sofort auf das Team ab, und alle wussten: Wenn Joe Cool so entspannt ist, kann nichts schiefgehen. 92 Yards und vier verschiedene Receiver später fand Montana John Taylor in der Endzone, 34 Sekunden vor Schluss.

Joe Montana: Beinahe-Ohmacht

Selbst eine zwischenzeitliche Beinahe-Ohnmacht hatte ihn nicht irritieren können. Montana hyperventilierte und wollte mehrfach eine Auszeit nehmen, doch Walsh lehnte ab, da er den Spielfluss nicht stören wollte. "Ich schätze, es war die Aufregung und auch die Hitze in Miami. Außerdem war es sehr laut und ich musste jeden Call mehrfach laut ansagen. Ich habe einfach alles gegeben", grinste Montana später.

Es war ein 92-Yard-Drive in die Geschichtsbücher, sieben Jahre nach The Catch. The Drive zementierte Montanas Legacy als größter Super-Bowl-Quarterback aller Zeiten. Oder, um es mit den Worten des damaligen Bengals-Receivers Chris Collinsworth zu sagen: "Einer meiner Mitspieler sagte mir: Jetzt haben wir sie. Das schaffen die niemals. Ich antwortete: Weißt du, wer ihr Quarterback ist? Wenn wir sie jetzt stoppen, haben wir den besten Quarterback aller Zeiten gestoppt."

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung